Die vier apokalyptischen Reiter hinter den Öl-Kriegen

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Der Buchautor Dean Henderson zeichnet nach, wo die vier größten Erdölunternehmen der Welt: Exxon Mobil, Chevron Texaco, BP Amoco und Royal Dutch/Shell eigentlich herstammen.

Von Dean Henderson, Übersetzung Lars Schall

Der untenstehende Artikel von Dean Henderson ist der erste von zwei „Die vier apokalyptischen Reiter“-Artikeln. Diese beiden Artikel widmen sich der „Fusionswut“ der großen, global agierenden Öl- und Bankenfirmen in den letzten Jahrzehnten. Diesbezüglich enthalten die Artikel einige wichtige Informationen und Fakten. Die exklusiven Übersetzungen erfolgen mit der freundlichen und persönlichen Genehmigung von Dean Henderson.

Der Journalist Dean Henderson, der im US-Bundesstaat South Dakota lebt, ist Autor zweier Bücher, die bei CreateSpace veröffentlicht wurden: “Big Oil & Their Bankers in the Persian Gulf: Four Horsemen, Eight Families & Their Global Intelligence, Narcotics & Terror Network“, und: “The Grateful Unrich: Revolution in 50 Countries“. Henderson veröffentlicht regelmäßig bei Global Research und seine eigene “Left Hook“-Website ist unter www.deanhenderson.wordpress.com zu erreichen.

Die vier apokalyptischen Reiter hinter den Öl-Kriegen (The Four Horsemen behind the Oil Wars)

von Dean Henderson

Im Jahre 1975 verfasste der britische Schriftsteller Anthony Sampson das Buch “The Seven Sisters“ (“Die Sieben Schwestern“i), womit er einem zwielichtigen Ölkartell einen kollektiven Namen verlieh, das im Laufe seiner Geschichte versuchte, Konkurrenten auszuschalten und die weltweiten Öl-Ressourcen zu kontrollieren. Sampsons „Seven Sisters“-Name kam von dem unabhängigen italienischen Öl-Geschäftsmann Enrico Mattei.

In den 1960er Jahren begann Mattei mit Algerien, Libyen und anderen nationalistischen OPEC-Staaten zu verhandeln, die ihr Öl international verkaufen wollten, ohne es mit den Sieben Schwestern zu tun haben zu müssen. Algerien besaß eine lange Geschichte des Widerstands gegen die Big Oil-Unternehmen und wurde einst von Präsident Houari Boumedienne regiert, einem der großen arabischen sozialistischen Führer aller Zeiten, der die ursprünglichen Ideen für eine gerechtere „Neue internationale Wirtschaftsordnung“ (“New International Economic Order”) in feurigen Reden vor der UN initiiert hatte, wo er Produzenten-Kartelle nach dem Vorbild der OPEC als Mittel zur Emanzipation der Dritten Welt ermutigte.

Im Jahr 1962 starb Mattei in einem mysteriösen Flugzeugabsturz. Der ehemalige französische Geheimagent Thyraud de Vosjoli sagt, dass der französische Geheimdienst beteiligt war. William McHale vom Time-Magazin, der über Matteis Versuch, das Big Oil-Kartell zu brechen, berichtet hatte, starb ebenfalls unter mysteriösen Umständen.

Eine Flutwelle von Fusionen zur Jahrtausendwende wandelte Sampsons Sieben Schwestern – Royal Dutch / Shell, British Petroleum, Exxon, Mobil, Chevron, Texaco und Gulf – in ein straffer kontrolliertes Kartell um, das ich in meinem Buch “Big Oil & Their Bankers“ die Vier Apokalyptischen Reiter (the Four Horsemen) nenne: Exxon Mobil, Chevron Texaco, BP Amoco and Royal Dutch/Shell.

Am Ende des 19. Jahrhunderts war John D. Rockefeller im Volksmund als „der Beleuchtungs-Kaumann“ (“the Illumination Merchant”) zu einer Zeit bekanntgeworden, als Öl die Leselampen in jedem amerikanischen Haushalt mit Kraft versah. Rockefeller hatte herausgefunden, dass es das Raffinieren von Erdöl in verschiedene Endprodukte und nicht die eigentliche Förderung von Rohöl war, die den Schlüssel zur Kontrolle der Industrie darstellte.

1895 besaß seine Standard Oil Company 95% aller Raffinerien in den USA und erweiterte seine Operationen in Übersee. Seine Haltung gegenüber seinem neuen Öl-Monopol zusammenfassend, sagte Rockefeller einmal: „Der Tag der Kombination ist hier, um zu bleiben. Der Individualismus ist auf Nimmerwiedersehen verschwunden.“

Rockefellers Standard Oil Trust begann die Beleuchtung der Neuen Welt mit Finanzmitteln von den Bankenfamilien Kuhn Loeb und Rothschild. Während die Rockefellers die amerikanische Seite der Energie-Matrix bearbeiteten, konsolidierten die Rothschilds ihre Kontrolle über die Ölressourcen der Alten Welt.

1892 begann Shell Oil unter der Leitung von Marcus Samuel mit der Verschiffung von Südsee-Rohöl durch den neuen Suezkanal, um Europas Fabriken zu versorgen. Shell (Muschel) bezog seinen Namen von der Fülle von Muscheln, die die Küsten des niederländisch kontrollierten Archipels säumten, das jetzt Indonesien ist. Die Samuel-Familie kontrolliert Londons größte Handelsbank Hill Samuel zusammen mit dem Handelshaus Samuel Montagu.

1903 schlossen sich der Fernosthandel der schwedischen Nobels und der französischen Rothschilds – von König Wilhelm III. finanziert – mit Samuel und Oppenheimers Shell Oil zusammen, um die Asiatic Petroleum Company zu bilden.

1927 entdeckte Royal Dutch Petroleum Öl bei Seria vor der Küste von Brunei, dessen Sultan der reichste Mann der Welt als Folge seiner Loyalität zu Royal Dutch werden sollte. Die niederländischen und britischen Monarchen, die Royal Dutch kontrollieren, fusionierten ihre Firma mit Shell Oil von Oppenheimer und Samuel sowie mit dem Fernosthandel von Nobel und Rothschild, und Royal Dutch/Shell ward geboren. Königin Beatrix vom holländischen Haus Oranien und Lord Victor Rothschild sind seine beiden größten Anteilseigner.

1872 wurde dem Baron Julius du Reuter seine 50-jährige Konzession im Iran erteilt. Im Jahre 1914 übernahm die britische Regierung die Kontrolle über seine Anglo-Persian Company und benannte sie in Anglo-Iranian, dann in British Petroleum, dann in BP um. Das britische Haus Windsor kontrolliert einen großen Anteil an BP Amoco, während die kuwaitische Monarchie 9,5% besitzt.

1906 ordnete die US-Regierung die Auflösung des Rockefellers Standard Oil Trust an, indem sie den Vorwurf erhob, dass Standard den neuen Sherman Anti-Trust Act verletzte. Am 15. Mai 1911 erklärte der Oberste Gerichtshof der USA: „Sieben Männer und eine Unternehmensmaschine haben sich gegen ihre Mitbürger verschworen. Für die Sicherheit der Republik verfügen wir nun, dass diese gefährliche Verschwörung am 15. November beendet werden muss.“

Aber die Auflösung von Standard Oil entlang von Bundesstaatsgrenzen diente nur dazu, den Reichtum der Familie Rockefeller zu erhöhen, die eine 25%-ige Beteiligung an jedem der neuen Unternehmen behielt. Alsbald begannen sich die neuen Unternehmen erneut zu integrieren.

Die neue Standard Oil of New York fusionierte mit Vacuum Oil, um Socony-Vacuum zu bilden, woraus 1966 Mobil wurde. Standard Oil of Indiana tat sich mit Standard Oil of Nebraska und Standard Oil of Kansas zusammen, und wurde 1985 zu Amoco. Im Jahr 1972 wurde Standard Oil of New Jersey zu Exxon. Im Jahr 1984 ging Standard Oil of California mit Standard Oil of Kentucky zusammen, um zu Chevron zu werden. Standard Oil of Ohio (Sohio) behielt die Standard-Marke bei, bis es von BP gekauft wurde, das auch das Trust-Baby Atlantic Richfield (ARCO) aufkaufte. Damit kamen die Rockefellers in den Besitz eines großen Teils von BP.

Bis 1920 dominierten Exxon, BP und Royal Dutch / Shell das boomende Öl-Geschäft der Welt mit den Familien der Rockefellers, Rothschilds, Samuels, Nobels und Oppenheimers zusammen mit den britischen und niederländischen Königsfamilien, die einen Hauptteil ihrer Aktien besitzen. Zwei weitere Rockefeller-Babys, Mobil und Chevron, lagen nicht weit hinter den Großen Drei. Die texanische Murchison-Familie – selbst von den Rockefellers gefördert – kontrollierte Texaco, während die Mellon-Familie – mit ihrer eigenen Verbindung zum Rockefeller-Vermögen – die Siebte Schwester kontrollierte, Gulf Oil.

Der erste bekannte Versuch der Sieben Schwestern, den Wettbewerb zu ersticken, geschah im Jahr 1928, als sich Sir John Cadman von British Petroleum, Sir Henry Deterding von Royal Dutch / Shell, Walter Teagle von Exxon und William Mellon von Gulf in Cadmans Schloss in der Nähe von Achnacarry, Schottland trafen. Hier wurde eine Vereinbarung erreicht, die die weltweiten Ölreserven und Märkte aufteilen sollte.

Das Achnacarry-Abkommen wurde unter Insidern der Öl-Branche als das “In der vorliegenden Form-Abkommen“ (“As Is Agreement“) bekannt, weil es sein Ziel war, einen Status quo aufrechtzuerhalten, unter dem die Sieben Schwestern das weltweite Öl durch Marktanteil-Vereinbarungen, Aufteilung der Raffinierung und Lagereinrichtungen kontrollierten, und indem sie übereinstimmten, die Produktion zu beschränken, um die Preise hoch zu halten.

Big Oil unterzeichnete in den nächsten sechs Jahren drei weitere Vereinbarungen. Dem “Memorandum of Understanding“ für die europäischen Märkte im Jahr 1930 folgte das “Heads of Agreement“ für den Vertrieb 1932 und das “Draft Memorandum“ der Prinzipien 1934.

Zwischen 1931 und 1933 kürzten die Four Horsemen rücksichtslos den Preis für Ost-texanisches Rohöl von $ .98 pro Barrel auf $ .10 pro Barrel. Viele texanische Ölsucher (Wildcatter) wurden aus dem Geschäft verdrängt. Diejenigen, die blieben, wurden gezwungen, strengen Quoten unter Androhung des Untergangs durch die Majors zuzustimmen – Quoten, die bis heute noch existieren. Es sind diese Quoten, nicht „die Umweltschützer“ (wie die reaktionäre Rechte behauptet), die dazu dienen, die USA abhängig vom Öl im Persischen Golf zu halten, wo Big Oil das Spiel beherrscht.

Indem sie die Ölindustrie international betreiben – was Milliarden an Kapital erfordert -, halten die Four Horsemen unabhängige Herausforderungen für ihre Hegemonie in Schach. Darüber hinaus machen sie Tausende von US-Ölarbeitern in Texas und Louisiana arbeitslos.

John D. Rockefeller selbst kontrollierte keine Rohöl-Reserven. Stattdessen investierte er massiv in die Raffinierung und traf Abkommen mit den von Morgan kontrollierten Zugbahnen, um seine Versandkosten zu verringern. Texanische Ölsucher hatten viel mehr zu zahlen, um ihr Öl zu verschicken. Sie besaßen weder das esoterische Wissen über das Raffinieren von Rohöl, noch das Kapital, um teure Raffinerien zu bauen. All ihr Geld steckte in Bohranlagen, die auch nicht billig waren.

Heute ist das Vermögen der Familie Rockefeller noch stärker in den weiterverarbeitenden Öl-Prozessen (Downstream) wie Petrochemikalien und Kunststoffe investiert, sowie in Branchen, die vom Öl abhängig sind, wie Banken, Luftfahrt und Automobile.

In den 1980er Jahren investierte der langjährige Vorsitzende von Chase Manhattan, David Rockefeller, $ 35 Milliarden in Singapur, das seither ein wichtiges Zentrum der Raffinierung und Lagerung geworden ist. Royal Dutch / Shells größte Raffinerie liegt in Pulau Bukom, Singapur. Im Jahr 1991, als die asiatischen Tigerstaaten zu brüllen begannen, führte Exxon Mobil bleifreies Benzin in Thailand, Malaysia, Hong Kong und Singapur ein. Es produziert dieses in seiner riesigen Jurong-Raffinerie in Singapur.

Die Four Horsemen folgten dem Geld “downstream“. Sie sind die weltweit größten Veredler und Vermarkter von Rohöl in all ihren verschiedenen Endprodukttformen. Royal Dutch / Shell ist sowohl der führende Vermarkter als auch Veredler von Rohöl und ist derzeit die Quelle von jedem zehnten Barrel raffinierten Öls der Welt. Sein Endgewinn hat stark von diesem Downstream-Schachzug profitiert, indem die Firma beginnend im Jahr 1988 und viele Jahre darauf Rekordgewinne zeigte. Siebenundsiebzig Prozent von Shells Gewinnen stammen jetzt von der Petrochemie.

Shell besitzt auch den weltweit größten Raffinerie-Komplex auf der zu den Niederländischen Antillen gehörenden Insel Aruba kurz vor der Küste Venezuelas.ii 1991 verkaufte Shell eine veraltete Raffinerie auf der benachbarten Insel Curacao, während es seine Aruba-Einrichtungen modernisierte. Durch die Komplettierung dieses massiven Komplexes wurde venezolanisches Rohöl viel wichtiger für die globale Ölversorgung. Rohöl aus afrikanischen Ländern wie Nigeria und Angola wird ebenfalls in Shells Aruba-Anlage raffiniert, die direkt neben einer massigen Exxon Mobil-Raffinerie namens Lago (See) sitzt, so benannt nach dem venezolanischen Maracaibo-See, wo das meiste venezolanischen Rohöl gewonnen wird.

Royal Dutch / Shell ist derzeit auf die Entwicklung von Erdgas-Märkten konzentriert und investiert stark in Mittel-Destillat-Synthese-Anlagen (MDS), die Flüssigerdgas zu hochwertigen flüssigen Produkten konvertieren. Bis 1996 hatten sie Anlagen für MDS in Malaysia, Nigeria und Norwegen gebaut. Im Jahr 1993 schloss sich Shell mit Mitsubishi und Exxon Mobil für ein $ 3 Milliarden teures Erdgas-Projekt in Venezuela zusammen und startete eine $ 1.1 Milliarden betragende petrochemische Expansion in Brasilien. Im selben Jahr entdeckte BP Amoco riesige Ölfelder im benachbarten Kolumbien.

Bis 1969 besaß Exxon 67 Ölraffinerien in 37 Ländern. Über 60% der Gewinne von Exxon im Jahr 1991 stammten aus dem Bereich weiterverarbeitender Prozesse. Im ersten Quartal dieses Jahres allein machte Exxon einen Gewinn von $ 2.4 Milliarden, den höchsten Quartalsgewinn, seit Rockefeller Standard Oil of New Jersey im Jahr 1882 gegründet hatte. Es war kein Zufall, dass der Golfkrieg während dieser Zeit betrieben wurde, indem Exxon einen großen Teil der Nachfrage, der durch das US-Militär und seiner Verbündeten generiert wurde, befriedigte.

In den frühen 1990er Jahren kaufte Exxon die Plastik-Sparte von Allied Signal und ging mit Dow und Monsanto Joint Ventures im thermoplastischen Elastomer-Bereich ein. Laut der 10K-Einreichung (Buchhaltungslagebericht nach United States Generally Accepted Accounting Principles, USGAAP, Anm. d. Übersetzers) von Exxon Mobil im Jahr 2001 bei der SEC (Securities and Exchange Commission, US-Börsenaufsicht, Anm. d. Übersetzers), verdiente das Unternehmen netto $ 17 Milliarden im Jahr 2000. Von 2003 bis 2006, während der US-Besetzung des Irak, brach das Unternehmen regelmäßig seinen eigenen Rekord für den größten Quartalsgewinn eines Unternehmens in der Geschichte der USA.

Vor kurzem begannen die Four Horsemen wieder “upstream“ zu schwimmen, indem sie die ersten vier Top-Einzelhändler von Benzin in den USA wurden. Sie besitzen alle wichtigen Pipelines der Welt und die überwiegende Mehrheit der Öltanker. Royal Dutch / Shell verfügt über 114 Schiffe in seiner Flotte. Kürzlich hat das Unternehmen sieben gigantische Flüssigerdgas-Tanker hinzugefügt. Shell hat weltweit 133.000 Mitarbeiter und besaß im Jahr 1991 Vermögenswerte von $ 105 Milliarden. Shells Bullwinkle-Ölplattform im Golf von Mexiko ist größer als das weltweit höchste Gebäude.

Exxon Mobil ist führend bei der Herstellung von Schmiermittelbasisbeständen und seine Wissenschaftler haben Butylkautschuk erfunden. Es hat Niederlassungen in 200 Ländern und ist die einzige Firma, die in der rauen Beaufort See operiert, wo es 19 Inseln aus Stahl baute, um von dort aus zu bohren. Exxon besitzt das meiste Land im Jemen, Oman und im Tschad. Seine Vermögenswerte betrugen im Jahr 1991 $ 87 Milliarden.

Die jüngste Welle von Fusionen in der Ölindustrie begann in den frühen 1960er Jahren. Acht der Top-25-Ölgesellschaften im Jahre 1960 waren bis 1970 zusammengeführt worden. Exxon kaufte Monterey Oil und Honolulu Oil. Chevron grapschte sich Standard Oil of Kentucky. Atlantic Oil fusionierte mit Richfield Refining zu ARCO, das dann Sinclair verschlang. Marathon Oil Refining kaufte Plymouth.

Eine weitere Fusionswelle folgte in den 1980er Jahren. Chevron kaufte Gulf im Jahr 1984. Texaco erwarb Getty Oil. Mobil kaufte Superior Oil. BP packte sich sowohl Britoil als auch Sohio (Standard Oil of Ohio). ARCO kaufte City Services. US Steel erwarb Marathon Oil. Die Entdeckung des Nordsee-Öls 1984 konsolidierte die Position des Big Oil – besonders von Royal Dutch / Shell und Exxon, dessen Shell-Expro-Joint-Venture die hauptsächlichen Konzessionen bekam.

1985 kaufte Shell die kolumbianischen Investitionen von Occidental Petroleums auf. 1988 übernahm es Tennecos Vermögenswerte in diesem Land. Die 1990er Jahre sahen Amoco (Standard Oil of IN), wie es seinen Wagen an BP band, um BP Amoco zu bilden. Im Jahr 1999 kaufte BP Amoco ARCO, was dem Unternehmen 72% des Eigentums an der Alaskan-Pipeline gab.

Exxon kaufte Texaco Canada und Mexikos Compania General de Lubricantes im Jahr 1991. Conoco wurde von DuPont erworben. Im März 1997 fusionierten Texaco und Royal Dutch / Shell ihre US-Raffineriegeschäfte.

Die letzte und dramatischste Konsolidierungswelle sah Exxon mit Mobil im November 1999 zusammengehen. Im selben Jahr kaufte Chevron Thailands Rutherford-Moran Oil und Argentiniens Petrolera Argentina San Jorge. Im Juli 2000 fusionierte Chevron sein Petrochemie-Geschäft mit dem von Phillips zu Chevron Phillips Chemical Company. Im selben Jahr band Chevron den Knoten mit Texaco.

Am 30. August 2002 wurde die Fusion von Conoco mit Phillips Petroleum genehmigt, was Conoco Phillips schuf, das 2005 den Kohle-Titan Burlington Resources kaufte. Im Jahr 2002 kaufte Royal Dutch / Shell sowohl die zuvor zusammengeführten Pennzoil / Quaker State als auch Großbritanniens größtes noch verbliebenes unabhängiges Ölunternehmen auf – Enterprise Oil. Im Jahr 2005 kaufte Chevron Texaco die Firma Unocal. Und die Four Horsemen ritten weiter.

Die Four Horsemen haben miteinander verflochtene Direktorien mit dem internationalen Mega-Banken. Exxon Mobil teilt seine Vorstandsmitglieder mit JP Morgan Chase, Citigroup, Deutsche Bank, Royal Bank of Canada und Prudential. Chevron Texaco hat Verflechtungen mit Bank of America und JP Morgan Chase. BP Amoco teilt Vorstandsmitglieder mit JP Morgan Chase. Royal Dutch / Shell hat Verbindungen mit Citigroup, JP Morgan Chase, NM Rothschild & Sons und der Bank of England.

Der ehemalige Vorsitzender der Citibank, Walter Shipley, saß im Exxon Mobil-Vorstand, wie auch Wayne Calloway von Citigroup und Allen Murray von JP Morgan Chase. Willard Butcher von Chase saß im Aufsichtsrat von Chevron Texaco. Der ehemalige Vorsitzender der Fed, Alan Greenspan, kam von Morgan Guaranty Trust und diente im Vorstand von Mobil. Der Direktor von BP Amoco, Lewis Preston, fuhr fort, der Präsident der Weltbank zu werden.

Andere Vorstandsmitglieder von BP Amoco waren Sir Eric Drake, die Nummer 2 des weltweit größten Hafenbetreibers P & O Nedlloyd und Vorstand der Hudson Bay Company und Kleinwort Benson. William Johnston Keswick, dessen Familie das Hongkong-Kraftpaket Jardine Matheson kontrolliert, saß auch im Vorstand von BP Amoco. Keswicks Sohn ist Direktor bei HSBC. Die Hongkong-Verbindung ist noch stärker bei Royal Dutch / Shell.

Lord Armstrong of Ilminster saß im Vorstand von Royal Dutch / Shell, NM Rothschild & Sons, Rio Tinto und Inchcape. Der Eigentümer von Cathay Pacific Airlines und HSBC-Insider, Sir John Swire, war Direktor bei Shell, wie auch Sir Peter Uhl, der zusammen mit Armstrong im Vorstand von Inchape saß. Shell-Vorstandsmitglied Sir Peter Baxendell war wie Armstrong im Vorstand von Rio Tinto, während Shells Sir Robert Clark im Vorstand der Bank von England sitzt.

Als Folge des Deregulierungsfiebers in den USA müssen Unternehmen nicht mehr ihre Top-Aktionäre bei der SEC melden. Laut den 10K-Berichten der Four Horsemen von 1993 besitzen die kombinierten Banken von Rothschild, Rockefeller und Warburg immer noch die Kontrolle über das Big Oil. Die Rockefellers üben die Kontrolle über New Yorks Mega-Banken und Banker’s Trust aus, der 1999 von der Warburg-kontrollierten Deutschen Bank in ihrem Versuch, die größte Bank in der Welt zu werden, erworben wurde.

Mit Stand von 1993 war Banker’s Trust der Nummer 1-Aktionär von Exxon. Chemical Bank war Nummer 4 und J. P. Morgan war Nummer 5. Beide sind jetzt Teil von JP Morgan Chase. Banker’s Trust wurde auch der größten Aktionär von Mobil. BP listete Morgan Guaranty als seinen größten Aktionär im Jahre 1993, während Amoco Banker’s Trust als Nummer 2-Aktionär führte. Chevron listete Banker’s Trust als Aktionär Nummer 5, während Texaco JP Morgan als Nummer 4-Eigentümer und Banker’s Trust als Nummer 9 führte.

Demnach haben die Deutsche Bank und JP Morgan Chase – die Banken von Warburg und Rockefeller – erhöhte Anteile an Exxon Mobil, BP Amoco und Chevron Texaco. Die von Rothschild kontrollierten Bank of America und Wells Fargo üben Westküsten-Kontrolle über Big Oil aus, während die Mellon Bank auch ein großer Akteur bleibt. Wells Fargo und die Mellon Bank waren beide Top-10-Aktionäre von Exxon Mobil, Chevron Texaco und BP Amoco mit Stand von 1993.

Informationen über Royal Dutch / Shell sind schwieriger zu erhalten, da sie in Großbritannien und Holland eingetragen sind und keine Verpflichtung haben, 10K-Berichte einzureichen. Es gehört zu 60% in den Besitz von Royal Dutch Petroleum of Holland und zu 40% von Shell Trading & Transport in Großbritannien. Das Unternehmen hat nur 14.000 Aktionäre und wenige Vorstandsmitglieder. Der Konsens unter Forschern ist, dass Royal Dutch / Shell noch immer durch die Familien Rothschild, Oppenheimer, Nobel und Samuel zusammen mit dem britischen Haus Windsor und dem niederländischen Haus Oranien kontrolliert wird.

Königin Beatrix vom holländischen Haus Oranien und Lord Victor Rothschild sind die beiden größten Aktionäre von Royal Dutch / Shell. Königin Beatrix‘ Mutter Juliana war einst die reichste Frau der Welt und eine Gönnerin der okkulten Bewegung des Rechtsextremismus. Prinz Bernhard, der Juliana im Jahr 1937 heiratete, war ein Mitglied der Hitler-Jugend-Bewegung, der Nazi-SS und ein Mitarbeiter des Nazi-Kombinats IG Farben. Er saß in den Aufsichtsräten von über 300 europäischen Unternehmen und gründete die Bilderberger.

Wenn man ausgeraubt wird, ist es immer eine gute Sache, die Übeltäter identifizieren zu können. Wenn wir nur die Polizisten dazu bewegen könnten, sie auch einzufangen…

Anmerkungen des Übersetzers:

i Anthony Sampson: “Die Sieben Schwestern. Die Ölkonzerne und die Verwandlung der Welt“, Rowohlt Verlag, 1982.

ii Hier irrt Dean Henderson: Die Aruba-Raffinerie gehört Valero. Ferner ist der von Reliance Industries Limited betriebene Raffinerie-Komplex in Jamnagar, Indien der größte der Welt.

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