Gute Nacht, Griechenland

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Für die Filmproduktion “Der Krieg um Gold und Silber“ drehten wir an der Frankfurter Wertpapierbörse. Dabei sprachen wir zu aktuellen Problematiken mit Thorsten “Silberjunge“ Schulte, Dirk “Mr. Dax“ Müller, und dem besten TV-Börsenreporter Deutschlands, Frank Meyer.

Von Lars Schall

„Macht wollen sie und zuerst das Brecheisen der Macht, viel Geld, – diese Unvermögenden!“
– Friedrich Nietzsche –

29. Juni 2011: Einen Tag, nachdem mit Christine Lagarde eine erklärte Brecherin geltenden EU-Rechts zur neuen Vorsitzenden des Internationalen Währungsfonds gewählt worden war, (i) um dessen destruktives Geschäftsmodell aller Voraussicht nach weiterzuführen, (ii) und just am Tage, da im griechischen Parlament die Abstimmung über ein erneutes Spar- und Privatisierungsprogramm auf der Agenda stand, ging’s an die Wertpapierbörse in Frankfurt am Main.

Dort waren wir für die Dreharbeiten zur Filmdokumentation “Der Krieg um Gold und Silber“, die vom Schild Verlag produziert wird, fest mit Thorsten Schulte und Dirk Müller zum Gespräch verabredet. Der eine ist der prominenteste Silber-Fachmann in deutschen Landen, der andere der bekannteste Wertpapierhändler.

Thorsten Schulte: Euro als Spaltpilz?

Für das Interview mit Thorsten Schulte positionierten wir uns auf dem Vorplatz des Börsengebäudes an jenem Kunstdenkmal, das dem ewigen Hin und Her, dem Auf und Ab zwischen Hausse und Baisse (den steigenden und fallenden Kursen) im Geld- und Wertpapierhandel gewidmet ist: den aus Bronze geschaffenen Figuren Bulle und Bär.

Thorsten Schulte, geboren 1973, ist ein Finanzexperte, der vor allem in einen besonderen Rohstoff investiert: in physisches Silber. Von 1999 bis Mitte 2008 war er im Bereich Investmentbanking engagiert, so beispielsweise im Frankfurter Handel der Deutschen Bank sowie als stellvertretender Abteilungsdirektor der Deutschen-Zentral Genossenschaftsbank. Für die DZ Bank hat er die allerersten Rohstoffinvestments deutscher Volksbanken initiiert. Er rät seit Jahren mit Entschiedenheit zum Einstieg in langfristige Gold- und Silberinvestments, um sich so gegen die Unbilden des US-zentrischen Weltfinanzsystems abzusichern, das er dem Untergang geweiht sieht. Seine Expertise macht er insbesondere als Chefredakteur des Börsenbriefs „Silberjunge“ auf http://www.silberjunge.de/ publik, aber auch in dem Ende 2010 erschienenen Buch “Silber – das bessere Gold: Der kommende Silberboom und wie Sie von der Krise profitieren können“.

Nachfolgend zu dem Film-Interview, das wir mit Thorsten Schulte zum Thema Edelmetalle führten, befragten wir ihn ferner noch zur aktuellen Gemengelage der andauernden Finanzkrise. Hier ist das dabei entstandene Video:

“Hausse!“

Im Anschluss daran bewegten wir uns fort von den beiden Symbolfiguren der Börsianer, die der Bildhauer Reinhard Dachlauer erschaffen hat, und betraten die Börse. Während das Kamerateam den Aufbau für das Gespräch mit Dirk Müller, dem personifizierten Gesicht des dortigen Wertpapierhandels, verrichtete, drang allmählich die Kunde durch, dass die griechischen Volksvertreter in Athen mehrheitlich für das Sparprogramm gestimmt hatten. Als daraufhin ein Händler laut und vernehmlich “Hausse!“ rief, provozierte er ein ebensolches allgemeines Gelächter als Echo auf dem Handelsparkett. Die Wiedererlangung des “Vertrauens der Märkte“, von dem die Politiker soviel reden, dürfte wohl doch etwas anders klingen.

Dirk Müller: Weltwirtschaft in Gefahr

Den Eindruck erweckte in unseren Interviews auch der Börsenmakler Dirk Müller, alias „Mister Dax“. Der 1968 in Reilingen geborene Müller machte zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank und kam eher zufällig an die Frankfurter Börse, wo er nunmehr seit 1992 tätig ist. Zunächst handelte Müller mit Anleihen, später wechselte er ins Aktiengeschäft. Heute ist er Makler für die MWB Fairtrade Wertpapierhandelsbank. Darüberhinaus ist er der Geschäftsführer der Gesellschaft Finanzethos UG, die die Website “Cashkurs“ anbietet (siehe: http://www.cashkurs.com/). 2009 erschien sein Buch “Crashkurs. Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance? Wie Sie das Beste aus Ihrem Geld machen“.

Wie schon zuvor im Fall von Thorsten Schulte, befragten wir auch Dirk Müller nach dem ersten Gespräch, das dem Edelmetallkomplex zugeordnet war, zu aktuellen Fragen. Im ersten Teil, der hier folgt, geht es um die Eurokrise und das auf Schulden basierende Geldsystem:

Im zweiten Teil sprachen wir vor der Kulisse der DAX-Kurstafel über die früher oder später platzende Immobilienblase in China und die steigenden Nahrungsmittelpreise:

Frank Meyer: Gute Nacht, Griechenland

Als die beiden Fragen-und-Antworten-Runden mit Dirk Müller im Kasten waren, eilte ich zum Arbeitsbüro des Fernsehsenders n-tv, um den Börsenreporter Frank Meyer spontan um ein kurzes Gespräch vor Kameras zu bitten. Zwar saß er gerade an der Formulierung seines Kommentars zu Griechenland; da Meyer jedoch zu den entgegenkommensten Zeitgenossen zählt, die mir überhaupt je begegneten, war er in der Tat dazu bereit, und so verabredeten wir uns für eine halbe Stunde später direkt vor dem Eingang der Börse.

Frank Meyer, geboren 1969 in Plauen, ist seit 2006 Moderator bei n-tv und Kommentator des werktäglichen Börsengeschehens zu Frankfurt. Was er zum guten Herrn DAX und anderen Merkwürdigkeiten zu verlautbaren hat, teilt er des Weiteren auf seinem wirklich sehr zu empfehlenden Blog “Rott & Meyer“ (http://www.rottmeyer.de/) mit. Bevor er ins Fernsehgeschäft ging, arbeitete Frank Meyer als Radio-Moderator / Sendeleiter u. a. beim Inforadio Berlin-Brandenburg. Ab 1999 war er dort auch in der Wirtschaftsredaktion tätig. Im Jahr 2000 heuerte er als Moderator und Börsenreporter bei Bloomberg TV in Frankfurt an. Im Anschluss wechselte er zu n-tv, wo er die „Märkte am Morgen“ und die „Telebörse“ moderiert, aber auch die Börse direkt vom Frankfurter Parkett kommentierend begleitet.

Aufgrund dessen, dass Meyer sehr gut Bescheid weiß, was den Silbermarkt angeht, beschäftigten wir uns zunächst mit dem “besseren Gold“, um sodann die “Sonnenuntergangs“-Entscheidung in Griechenland ins Visier zu nehmen:

Die eigentlichen drei Gespräche mit den Herren Schulte, Müller und Meyer, für die wir an den Finanzplatz Mainhattan gereist waren, werden Eingang in die DVD-Produktion “Der Krieg um Gold und Silber“ finden. Eine Fortsetzung unserer begleitenden aktuellen Gespräche folgt.

Quellen:

(i) Vgl. “Lagarde: Bei Euro-Rettungsaktionen EU-Regeln verletzt“, veröffentlicht auf Reuters am 18. Dezember 2010 unter: http://de.reuters.com/article/idDEBEE6BH05H20101218. Darin hieß es: „‘Wir verletzten alle Rechtsvorschriften, weil wir einig auftreten und wirklich die Euro-Zone retten wollten‘“, wurde Lagarde am Samstag vom ‘Wall Street Journal‘ zitiert. ‘Der Vertrag von Lissabon war eindeutig. Keine Rettungsaktionen.'“

(ii) Vgl. Nomi Prins: “Die wahre Nötigung des IWF”, veröffentlicht auf LarsSchall.com am 2. Juni 2011 unter: http://www.larsschall.com/2011/06/02/die-wahre-notigung-des-iwf/

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