Unbeantwortete Fragen zur Bankensituation 2008 und 2013

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Im Zusammenhang mit dem “heißen Bankenherbst 2008“ stellten der Buchautor Marc Friedrich und Lars Schall der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und dem ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück eine recht simple Frage. Darüber und die Aktualität für 2013 sprechen sie im nachfolgenden Podcast.

Von Lars Schall

Am 26. April diesen Jahres ging folgende Anfrage an zwei Vertreter der Presseabteilung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Frankfurt a. M. heraus:

Sehr geehrte Frau Kula, sehr geehrter Herr Gebauer!

Wir, der Sachbuchautor Marc Friedrich und ich, würden gerne von Ihnen für unsere gemeinsamen Recherchen folgende Auskunft erhalten:

Gab es nach den Verwürfnissen im Herbst 2008 (Lehman Brothers, AIG und Hypo Real Estate) konkrete Pläne für Bankenschließungen / -abwicklungen, falls der Banken Run in Deutschland durch die Einlagensicherung, die von der Bundesregierung in Person von Frau Merkel und Herrn Steinbrück gegeben wurde, nicht gestoppt worden wäre?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Mit freundlichen Grüßen,
Marc Friedrich und Lars Schall.

Nachdem wir keine Antwort erhielten, wandten sich Marc Friedrich und ich am 26. Mai an den ehemaligen Bundesfinanzminister und jetzigen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, indem wir an seine Bundestagsemailadresse folgendes schrieben:

Sehr geehrter Herr Steinbrück,
mein Name ist Lars Schall, ich bin ein freier Finanzjournalist aus dem Ruhrgebiet. Zusammen mit dem Bestseller-Autor Marc Friedrich (im CC) hatte ich vor einigen Wochen die unten stehende Anfrage an die Pressestelle der Bundesfinanzaufsicht geschickt. Antwort bis dato: keine.

Herr Friedrich, der gerade an seinem neuen Buch arbeitet (dafür ist unsere Anfrage letztlich gedacht), und ich gehen davon aus, dass Sie uns bezüglich unserer Frage als damals beteiligter Bundesfinanzminister auch weiterhelfen können müssten. Insofern kopiere ich schlicht unsere BaFin-Anfrage, wie wir sie abgeschickt hatten, und möchte Sie um eine Stellungnahme erbitten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Mit freundlichen Grüßen,
Marc Friedrich und Lars Schall.

Hieraufhin folgte obige Anfrage, die ursprünglich der BaFin zugegangen war.

Da wir keinerlei Auskunft von Herrn Steinbrück erhielten, schrieben wir am 22. Juni abermals an die BaFin:

Sehr geehrte Frau Kula, sehr geehrter Herr Gebauer,

darf ich Sie höflich an die Anfrage vom 26. April bezügl. etwaiger Pläne zu Bankenschließungen / -abwicklungen im Herbst 2008 erinnern?

Mit freundlichen Grüßen,

Lars Schall.

Das Resultat blieb dasselbe als wie zuvor. Gestern schrieben wir dann via einer alternativen Emailadresse einmal mehr an Herrn Steinbrück – Ergebnis: offen. Sollten wir letztlich eine Antwort bekommen, wird diese selbstverständlich nachgereicht werden.

Nachfolgend hier ein kurzes Interview mit Marc Friedrich zum Beweggrund unserer Anfrage und deren Aktualität:

Hier mehr zum Buch von Matthias Weik und Marc Friedrich, “Der größte Raubzug der Geschichte“, erschienen bei Tectum.

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6 Responses to “Unbeantwortete Fragen zur Bankensituation 2008 und 2013”

  1. Simon sagt:

    Brillant!

    Danke hierfür!

  2. BWL`er sagt:

    spannend!

  3. Juxunddollerei sagt:

    Wie immer erfrischend und deutlich. Klartext eben. So wie das Buch. Bitte mehr!

  4. BenB sagt:

    Sehr interessant. Ich bin gespannt, ob da eine Antwort kommt von Peer S. oder der BAFIN. Ich denke eher nicht.
    Den FAZ Artikel mit ASSmussen habe ich auch gelesen. Wirklich krass.

    Danke für deine Arbeit Lars und mach weiter so.

    Marc: 1000 Dank! Bleib auf deinem Weg und behalte Dir auch in Zukunft klare und ehrliche Worte zu sprechen. Genial!

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