Der gefälschte Krieg gegen den Terror: Wie die USA einige ihrer Feinde schützten

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Es ist Zeit für einen prüfenden Blick, inwieweit die US-amerikanischen Geheimdienste eine symbiotische Beziehung zu jenen Kräften entwickelt haben, die sie angeblich bekämpfen – und warum sie gelegentlich eingriffen, um es al-Qaida-Terroristen zu ermöglichen, mit ihren mörderischen Plänen fortzufahren. Auch wenn dies vielfach als reines “Verschwörungstheorie”-Gespinst abgetan wird, ergibt sich letztere Behauptung mitnichten aus einer Theorie heraus, sondern aus Tatsachen über Vorfälle, die wahr sind, wiewohl sie durch die Mainstream-Medien systematisch unterdrückt oder zu wenig berichtet wurden (und werden). Ein Essay von Peter Dale Scott.

Von Peter Dale Scott, Übersetzung Lars Schall

Die Übersetzung des nachfolgenden Essays, der im Original unter der Überschrift “The Falsified War on Terror: How the US Has Protected Some of Its Enemies“ hier auf The Asia-Pacific Journal erschien, wurde von Peter Dale Scott ausdrücklich und persönlich für LarsSchall.com autorisiert.

Zusätzlich zu diesem Artikel möchten wir empfehlen, im Zusammenhang mit dem Fall von Khalid al-Mihdhar und Nawaf al-Hazmi auch den Essay “Terroristen auf dem Schachbrett“ von Peter Dale Scott zu lesen – und zwar hier.

Peter Dale Scott, einer der scharfsinnigsten und provokantesten Denker unserer Zeit, ist ein ehemaliger kanadischer Diplomat und Professor für Englisch an der University of California, Berkeley. Der Sohn des bekannten kanadischen Dichters und Verfassungsrechtlers F.R. Scott und der Malerin Marian Dale Scott, der in Montreal, Kanada am 11. Januar 1929 geboren wurde, zog im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Menge Aufmerksamkeit für seine politisch-historischen Schriften an.

Scott studierte an der McGill University, Montreal und am University College, Oxford. Seine Dissertation schrieb er zum Thema “Die sozialen und politischen Ideen von T.S. Eliot”. Er unterrichtete zunächst an der Sedbergh School und an der McGill University. Danach trat er in dem kanadischen Department of External Affairs (1957-1961) und der kanadischen Botschaft in Warschau, Polen (1959-1961) bei. Ins akademische Leben zurückkehrend, lehrte Peter Dale Scott 30 Jahre lang an der University of California, ehe er 1994 emeritierte.

Seine Prosa-Bücher umfassen u. a.:

  • The War Conspiracy (1972)
  • Crime and Cover-Up: The CIA, the Mafia, and the Dallas-Watergate Connection (1977)
  • Einleitung zu Henrik Krugers The Great Heroin Coup: Drugs, Intelligence, & International Fascism (1980)
  • The Iran-Contra Connection (in Zusammenarbeit, 1987)
  • Cocaine Politics: Drugs, Armies, and the CIA in Central America (in Zusammenarbeit, 1991, 1998)
  • Deep Politics and the Death of JFK (1993, 1996)
  • Oswald, Mexico, and Deep Politics (1994, 2013)
  • Drugs, Oil and War (2003)
  • The Road to 9/11: Wealth, Empire and the Future of America (2007)
  • The War Conspiracy: JFK, 911, and the Deep Politics of War (2008 Neuauflage und Erweiterung der Ausgabe von 1972)
  • American War Machine: Deep Politics, the CIA Global Drug Connection, and the Road to Afghanistan (2010)

Seine wichtigsten Gedichtbände sind die drei Bände der Trilogie “Seculum”:

  • Coming to Jakarta: A Poem About Terror (1989)
  • Listening to the Candle: A Poem on Impulse (1992)
  • Minding the Darkness: A Poem for the Year 2000 (2000)

Zusätzlich hierzu veröffentlichte er:

  • Crossing Borders: Selected Shorter Poems (1994)
  • Mosaic Orpheus (2009)
  • Tilting Point (2011)

In seinen Prosa-Büchern ist Scott besonders daran interessiert, die so genannte “Tiefenpolitik“ / “Deep Politics” zu untersuchen. Er definiert “Deep Politics” auf diese Weise: “All jene politischen Praktiken und Arrangements, absichtlich oder nicht, die im öffentlichen Diskurs eher verdrängt, statt anerkannt werden.“ Damit verbunden sind “Tiefenereignisse” / “Deep Events”, die Scott als  “die traumatischen und unerwarteten Episoden” definiert, “die in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verändern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese ‘Tiefenereignisse’ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens führt.”

Scotts eigene Website findet sich unter: www.peterdalescott.net.

Der gefälschte Krieg gegen den Terror: Wie die USA einige ihrer Feinde schützten

von Peter Dale Scott

Vor dem Zweiten Weltkrieg diente die amerikanische Regierung, bei all ihren eklatanten Fehlern, der Welt auch als ein Vorbild für eine begrenzte Regierung, das über das verfassungsmäßige Arrangement der gegenseitigen Kontrolle (Checks & Balances) ein System von Beschränkungen für die Exekutive entwickelte. All das änderte sich mit Amerikas Aufstieg zur Weltmacht, und noch weiter nach dem Vietnamkrieg.

Seit 9/11 ist vor allem die verfassungsgemäße amerikanische Regierung durch eine Reihe von Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus überschattet worden. Letztere sind von der Größe und des Budgets her wie Pilze aus dem Boden geschossen, während die traditionelle Regierung verkleinert wurde. Als Ergebnis haben wir heute das, was die Journalistin Dana Priest “zwei Regierungen“ nannte:

“die eine, die den Bürgern vertraut ist, die mehr oder weniger im Freien betrieben wird: die andere (ist) eine parallele geheime Regierung, deren Teile sich in weniger als einem Jahrzehnt in ein eigenes riesiges, weitläufiges Universum aufgebläht haben, sichtbar nur einem sorgfältig geprüften Kader – und in seiner Gesamtheit … nur für Gott sichtbar.” (1)

Mehr und mehr wird es immerzu üblicher zu sagen, dass Amerika, wie die Türkei zuvor, nunmehr das hat, was Marc Ambinder und John Tirman als einen Tiefenstaat hinter dem öffentlichen Staat bezeichneten. (2) Und diese Parallelregierung wird in Überwachungsangelegenheiten durch ihren eigenen Foreign Intelligence Surveillance Court geführt, der als FISA-Gericht bekannt ist und laut der New York Times “still und leise fast schon zu einem parallelen Obersten Gerichtshof wurde.” (3)

Vor allem dank Edward Snowden ist es nun klar, dass das FISA-Gericht es diesem Tiefenstaat erlaubte, die Überwachung über die kleine Reihe von bekannten und vermuteten islamistischen Terroristen hinaus auf eine beginnende Protestbewegung zu erweitern, die womöglich die Politik der amerikanischen Kriegsmaschine herausfordern könnte.

Die meisten Amerikaner haben diese Parallelregierung im Großen und Ganzen nicht in Frage gestellt, indem sie akzeptieren, dass die Opferung traditioneller Rechte und traditioneller Transparenz notwendig ist, um uns vor al-Qaida-Angriffen in Sicherheit zu wahren. Allerdings ist geheime Macht unkontrollierte Macht, und die Erfahrung des letzten Jahrhunderts hat nur die Wahrheit von Lord Actons berühmtem Diktum verstärkt, dass unkontrollierte Macht immerzu korrumpiert. Es ist an der Zeit zu prüfen, inwieweit die amerikanischen Geheimdienste eine symbiotische Beziehung zu den Kräften entwickelt haben, die sie angeblich bekämpfen – und warum sie sogar gelegentlich eingriffen, um al-Qaida-Terroristen mit ihren Komplotten fortfahren zu lassen.

Denn tatsächlich ist es gesichert, dass US-Behörden bei verschiedenen Gelegenheiten eingegriffen haben, um al-Qaida-Terroristen mit ihren Verschwörungen weitermachen zu lassen. Diese alarmierende Aussage wird von einigen als “Verschwörungstheorie” zurückgewiesen. Jedoch werde ich zeigen, dass sich diese Behauptung aus keiner Theorie, sondern aus Tatsachen über Vorfälle ergibt, die wahr sind, wiewohl sie systematisch unterdrückt oder zu wenig in den amerikanischen Mainstream-Medien berichtet worden sind.

Ich beschreibe ein Phänomen, das nicht nur einmal aufgetreten ist, sondern immer wieder, beinahe vorhersehbar. Wir werden sehen, dass unter den al-Qaida-Terroristen, die zuerst geschützt wurden und ihre Aktivitäten dann fortsetzten, folgende waren:

    1) Ali Mohamed, im 9/11-Kommissionsbericht (S. 68) als Anführer der Botschaftsbombardierung von Nairobi 1998 identifiziert;

    2) Mohammed Jamal Khalifa, Osama bin Ladens enger Freund und Financier auf den Philippinen von Ramzi Yousef (der Haupt-Architekt des ersten WTC-Anschlags) und seines Onkels Khalid Sheikh Mohammed;

    3) Khalid Scheikh Mohammed, im 9/11-Kommissionsbericht (S. 145) als “der Hauptarchitekt der 9/11-Angriffe” identifiziert;

    4) Khalid al-Mihdhar und Nawaf al-Hazmi, zwei der mutmaßlichen 9/11-Flugzeugentführer, deren Präsenz in den Vereinigten Staaten monatelang vor 9/11 von CIA-Beamten vor dem FBI verborgen wurde.

Es könnte aus diesen Zitaten herausklingen, dass die 9/11-Kommission eine neue Phase in der US-Behandlung dieser Terroristen markierte und dass der Bericht diese Terroristen, die in der Vergangenheit geschützt worden waren, entlarvte. Im Gegenteil ist es ein Hauptzweck meines Essays aufzuzeigen, dass:

    1) ein Zweck des Schutzes dieser Personen der gewesen ist, eine wertgeschätzte Geheimdienst-Verbindung (die “al-Qaida-Connection”, wenn man so will) zu schützen;

    2) es eine wichtige Absicht des 9/11-Kommissionsberichts war, diese Verbindung weiterhin zu schützen;

    3) die Mitarbeiter der 9/11-Kommission, die mit diesem Schutz beauftragt waren, mindestens ein Kommissionsmitglied (Jamie Gorelick), einen Mitarbeiter (Dietrich Snell) und einen wichtigen Zeugen (Patrick Fitzgerald ) umfassten, die zuvor zu den Protektoren der Terroristen gehört hatten.

Im Zuge des Schreibens an diesem Essay kam ich zu einer anderen verstörenden Schlussfolgerung, die ich nicht erwartet hatte. Diese ist, dass eine zentrales Merkmal des Schutzes darin bestand, das falsche Bild der 9/11-Kommission von al-Qaida als Beispiel für nicht-staatlichen Terrorismus zu verteidigen; nicht nur im Widerspruch zur CIA stehend, sondern auch zu den königlichen Familien von Saudi-Arabien und Katar. In der Realität wurde, wie ich zeigen werde, Schlüsselfiguren wie Khalid Scheikh Mohammed, dem mutmaßlichen “Hauptarchitekten der 9/11-Angriffe”, von den königlichen Familien Katars und Saudi-Arabiens (von der 9/11 Kommission vertuscht) wiederholt Schutz gegeben.

Das Establishment behauptet, dass die Kriege, die Amerika seit 9/11 in Asien kämpfte, Teil eines weltweiten “Kriegs gegen den Terror” waren. Aber dieser “Krieg” oder Pseudo-Krieg ist im Bündnis mit Saudi-Arabien, Katar und Pakistan geführt worden –  genau jenen wesentlichen politischen und finanziellen Unterstützern der Dschihad-Terrornetzwerke, die die USA angeblich bekämpften. Inzwischen sind die meisten authentischen Gegner dieser sunnitischen Dschihad-Terroristen in der Region – die Regierungen des Irak, Libyens, Syriens und des Iran – gestürzt (im Fall des Irak und von Libyen), mit Unterstützung der USA zerrüttet (im Fall Syriens) oder sanktioniert und als Teil einer “Achse des Bösen” bedroht (im Falle des Iran) worden. Wir sollten nicht vergessen,  dass nur einen Tag nach 9/11 “Rumsfeld über die Erweiterung der Ziele für unsere Reaktion und vom ‘Bekommen des Irak’ (sprach).“ (5)

Um das US-Engagement in der Region zu verstehen, müssen wir, glaube ich, den Komplex der Netzwerke hinter der jüngsten US-Kampagne gegen Osama bin Laden und seiner Anhänger in al-Qaida anschauen. Tatsächlich unterhielten sowohl britische wie auch US-amerikanische Geheimdienste seit Jahrzehnten eine tiefe und komplexe Beteiligung an der entstehenden Bewegung des politischen Islam – eine Bewegung, die vor allem von der Muslimbruderschaft (MB) oder Ikhwan und ihren vielen Ablegern, von denen al-Qaida einer ist, beispielhaft veranschaulicht wird.

Die MB selbst sollte mehr als eine Bewegung, denn als formale Organisation angesehen werden. Wie die Bürgerrechtsbewegung in Amerika, so ist sie im kontinuierlichen Wandel begriffen und aus vielen Tendenzen bestehend gewesen, was zu einigen Allianzen führte, die gewaltfreie sind, und zu anderen, die gewalttätige sind. Ihre komplexen Beziehungen zu den königlichen Familien von Saudi-Arabien und Katar sind ebenfalls im Wandel begriffen gewesen.

In den 1950er Jahren, als die Sowjetunion und der Nationalismus à la Nasser als Feinde angesehen wurden, entwickelten der MI-6 und die CIA überwiegend positive Verbindungen mit der MB und ihren Verbündeten. Was in diesem Essay folgt, deutet darauf hin, dass die USA auch nach dem Fall der Sowjetunion wiederholt entschieden, ihre langfristige Beziehung zu gewalttätigen Elementen der MB aufrecht zu halten. (6)

Ich schließe, dass der Pseudo-Krieg aus anderen Motiven als dem offiziellen vom Kampf gegen den Terrorismus geführt worden  ist – tatsächlich würden nur wenige informierte Beobachter die offensichtliche und oft ausgesprochene Beobachtung bestreiten, dass die US-Kriege in Übersee (im Gegensatz zu Geheimdienst- und Polizeiaktionen) die Gefahren des Terrorismus radikal erhöht, nicht aber gemindert haben. (7) Unter den versteckten Motiven stechen zwei heraus. Eines davon ist die Absicht, eine dauerhafte US-Militärpräsenz in den öl- und gasreichen Regionen in Zentralasien zu etablieren. Ein weiterer Grund ist die Rechtfertigung eines dauerhaften einheimischen Apparats, teilweise zur Eindämmung der Bedrohung einer Opposition gegen die militaristische Politik – entweder durch direkte Handlung oder durch die Veröffentlichung (wie in diesem Aufsatz) von unterdrückten Wahrheiten. (8)

Der Schutz für Terroristen, der in diesem Essay beschrieben wird, wurde mit anderen Worten teilweise aufrechterhalten, um die falsche Ideologie zu unterstützen, die den US-asiatischen Kriegen, getarnt als Krieg gegen den Terror, seit mehr als einem Jahrzehnt zugrunde lag. Und die Schuld kann nicht allesamt den Saudis zugeschoben werden. Zwei Monate vor 9/11 beschrieb der Anti-Terror-Experte John O’Neill vom FBI dem französischen Journalisten Jean-Charles Brisard Amerikas “Impotenz”, wenn es darum ging, Hilfe aus Saudi-Arabien bezüglich terroristischer Netzwerke zu erhalten. Der Grund? In Brisards Paraphrase: “Nur einer: die Erdölinteressen.” (9) Der ehemalige CIA-Beamte Robert Baer äußerte eine ähnliche Beschwerde über den Lobby-Einfluss “der Foreign Oil Companies Group, einem Cover für ein Kartell der großen Erdöl-Unternehmen, die in der kaspischen Region Geschäfte treiben. … Je tiefer ich kam, desto mehr kaspisches Öl-Geld fand ich in Washington herumschwappen.” (10)

Das Jahrzehnt des Schutzes für Terroristen demonstriert die Macht dieser Extra-Dimension des amerikanischen Tiefenstaats: die dunklen Kräfte in unserer Gesellschaft, die für den Schutz von Terroristen verantwortlich sind, und zwar über die Parallelregierung, die an und nach 9/11 institutionalisiert wurde. (11) Obwohl ich diese dunklen Kräfte nicht sicher zu definieren vermag, hoffe ich zu zeigen, dass sie mit dem schwarzen Loch im Herzen der komplexen US-Saudi-Verbindung zusammenhängen; ein Komplex, der die großen Ölkonzerne wie Exxon, die Herrschaft des Pentagon über die Öl- und Gasbewegungen aus dem Persischen Golf und Zentralasien, Waffenverkäufe, saudische Investitionen in große US-Unternehmen wie Citibank und der Carlyle Group, und vor allem die ultimative Abhängigkeit der USA von Saudi-Arabien, Katar und der OPEC zur Verteidigung des Petrodollar einschließt. (12) Der Apparat der US-Sicherheit scheint von diesen tieferen Kräften entführt worden zu sein, um Terroristen zu schützen, die gezügelt hätten werden sollen. Und die vorherrschenden Medien sind bei der Verbergung dieser Situation zu Komplizen geworden.

Mit anderen Worten, diese profunde Dimension des Tiefenstaats, hinter seiner institutionellen Manifestation in unserer Parallelregierung, ist für den Erhalt der Demokratie in den USA eine viel größere Bedrohung als der ausländische Terrorismus.

Die FBI-Intervention bei der RCMP zur Freilassung von Ali Mohamed 1993

Lassen Sie mich diesen Essay mit der Instruktion des FBI im Jahre 1993 an die  kanadische RCMP beginnen, den al-Qaida-Organisator Ali Mohamed freizulassen, der dann im gleichen Jahr nach Nairobi weiterging, um die Planung der US-Botschaftsbombardierung von 1998 zu beginnen.

Anfang 1993 kam ein gesuchter ägyptischer Terrorist namens Essam Hafez Marzouk, ein enger Verbündeter von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri, am kanadischen Flughafen von Vancouver an und wurde prompt von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) festgenommen. Ein zweiter Terrorist namens Ali Mohamed, “der primäre US-Geheimdienstagent für Ayman al-Zawahiri und Osama bin Laden”, kam aus Kalifornien zum Flughafen, um ihn zu treffen, und beging, nachdem er ihn nicht fand, den Fehler, beim Flughafenzollamt von Vancouver nach ihm zu fragen. Als Ergebnis dessen verhörte die RCMP Ali Mohamed für zwei Tage, ließ ihn aber schließlich frei, gleichwohl Ali Mohamed eindeutig gekommen war, um einen gesuchten Terroristen in die Vereinigten Staaten hineinzuschmuggeln. (13)

Wenn die RCMP Ali Mohamed festgenommen hätte, der eine viel größere Partie als der erste Terrorist war, hätten vielleicht Hunderte von Menschenleben gerettet werden können. Nach seiner Entlassung ging Ali Mohamed nach Nairobi, Kenia. Dort photographierten er und sein Team im Dezember 1993 die US-Botschaft und lieferten die Photos dann an Osama bin Laden in Khartum, was zu der Bombardierung der Botschaft 1998 führte. (14) Ali Mohamed sagte später einem FBI-Agenten, dass er irgendwann auch al-Qaida-Terroristen darin trainierte, wie man Flugzeuge durch das Benutzen von Teppichmessern entführt. (15)

Die Freilassung von Ali Mohamed durch die RCMP war unberechtigt, hatte eindeutig historische Konsequenzen und könnte zu 9/11 beigetragen haben. Doch das FBI genehmigte sie: Ali Mohamed gab der RCMP die Telefonnummer eines FBI-Agenten im FBI-Büro in San Francisco, John Zent, und sagte zu ihnen: “Wenn sie diese Nummer anriefen, würde der Agent am anderen Ende der Leitung für ihn bürgen.” Wie Ali Mohamed vorausgesagt hatte, ordnete Zent seine Freilassung an. (16)

Ali Mohamed war ein wichtiger Doppelagent, von besonderem Interesse für wichtigere US-Autoritäten als Zent. Obwohl Mohamed letztlich im September 1998 für seine Rolle in der Botschaftsbombardierung von Nairobi festgenommen wurde, hat die US-Regierung ihn immer noch nicht verurteilt, und womöglich ist er noch immer nicht ins Gefängnis gegangen. (17)

Die Geschichte von seiner Freilassung in Vancouver und deren Folgen ist ein weiteres Beispiel für die Gefahren der Zusammenarbeit mit Doppelagenten. Man kann nie sicher sein, ob der Agent für seine Bewegung, für seine Behörde oder – vielleicht am ehesten – für die Erhöhung seiner eigenen Macht und seines eigenen Einflusses zusammen mit der Macht und des Einflusses sowohl seiner Bewegung wie auch seiner Behörde arbeitet, und zwar durch die Zunahme der Gewalt in der Welt. (18)

Ali Mohameds Freilassung als Tiefenereignis, das von den US-Medien ignoriert wurde

Mohameds Freilassung in Vancouver war ein Tiefenereignis, womit ich ein Ereignis meine, das vorhersehbar in den Medien unterdrückt wurde und immer noch nicht vollständig verständlich ist. Ein ganzes Kapitel in meinem Buch The Road to 9/11 war nicht ausreichend, um die komplizierten Beziehungen von Mohamed zu verschiedenen Zeiten mit der CIA, den US Special Forces in Fort Bragg, der Ermordung des jüdischen Extremisten Meir Kahane, und schließlich der Vertuschung von 9/11, die von der 9/11-Kommission und ihrem Zeugen, US-Staatsanwalt Patrick Fitzgerald (Mohameds ehemaligen Strafverfolger), verübt wurde, zu beschreiben. (19)

Das Tiefenereignis ist auch ein Beispiel von Tiefenpolitik (deep politics), einer Mischung aus Intrigen und Unterdrückung, an der nicht nur ein Teil der US- Regierung, sondern auch die vorherrschenden Medien beteiligt sind. Bis zum heutigen Tag wurde (laut einer 2013 durchgeführten Lexis Nexis-Suche) der Freilassungsvorfall von Vancouver, der in der führenden kanadischen Zeitung The Toronto Globe and Mail (22. Dezember 2001) gründlich berichtet wurde, noch nie in einer großen amerikanischen Zeitung erwähnt.

Noch beunruhigender ist, es wird nicht einmal in den sonst gut informierten Büchern und Artikeln über Ali Mohamed von Steven Emerson, Peter Bergen und Lawrence Wright angedeutet. (20) Auch gibt es keinerlei Erwähnung davon im besten Insider-Buch über das FBI und Ali Mohamed, The Black Banners, des ehemaligen FBI-Agenten Ali Soufan (ein Buch, das stark und sträflich von der CIA zensiert wurde, nachdem es vom FBI für die Veröffentlichung freigegeben worden war). (21) Ich habe festgestellt, dass der ehemalige CIA-Beamte Michael Scheuer ebenfalls Steve Coll und Lawrence Wright für ihre “komplette Akzeptanz der Saudi-Narration“ bemängelt, die die US-Saudi-Differenzen herunterspielt. (22)

Es besteht kein Zweifel an der FBI-Verantwortung für Mohameds Freilassung. Sie wird (zusammen mit anderen FBI-Anomalien im Umgang mit Mohamed) ganz offen in einer Sicherheits-Bio des Pentagon zu Mohamed anerkannt:

„Anfang 1993 wurde Mohamed von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) im Flughafen in Vancouver, Kanada festgenommen. Er war zum Flughafen gekommen, um einen Ägypter zu treffen, der aus Damaskus angekommen war; es wurde aber festgestellt, dass er zwei gefälschte saudische Pässe bei sich trug. Als Mohamed ebenfalls im Begriff war, verhaftet zu werden, sagte er der RCMP, dass er mit dem FBI zusammenarbeitete, und gab ihnen einen Namen und eine Telefonnummer, um dies zu bestätigen. Die RCMP tätigte den Anruf, und Mohamed wurde sofort auf Veranlassung des FBI hin freigelassen. Als das FBI Mohamed anschließend über diesen Vorfall befragte, bot er Informationen über einen Ring in Kalifornien an, der gefälschte Dokumente an Schmuggler von illegalen Ausländern verkaufte. Dies ist der früheste harte Beweis, der öffentlich verfügbar ist, dass Mohamed ein FBI-Informant ist.“ (23)

Vergleichen Sie diese offizielle Offenheit über die FBI-Verantwortung für Mohameds Freilassung mit der Unterdrückung dessen in einem viel längeren Bericht über Mohamed (3200 Wörter) von Benjamin Weiner und James Risen in der New York Times:

“[1993] wurde er von den Grenzbehörden in Kanada angehalten, während er in der Gesellschaft von einem verdächtigen Verbündeten von Herrn bin Laden reiste, der versuchte, mit falschen Dokumenten in die Vereinigten Staaten zu gelangen.

Bald darauf wurde Herr Mohamed durch das FBI befragt, das von seinen Verbindungen zu Herrn bin Laden erfuhr. Offensichtlich in einem Versuch sich der Ermittler zu erwehren, bot Herr Mohamed Informationen zu einem Ring in Kalifornien an, der gefälschte Dokumente an Schmuggler von illegalen Ausländern verkaufte.“ (24)

Ein langer Bericht vom Wall Street Journal meldet die Fakten noch ausweichender: 

“Etwa zur gleichen Zeit [1993] tauchte der schwer fassbare Herr Mohamed erneut auf dem FBI-Radarschirm mit Informationen auf, die das Anschwellen der bin Laden-Bedrohung unterstrichen. Die Royal Canadian Mounted Police befragte Mohamed im Frühjahr 1993, nachdem seine Identität entdeckt worden war, nach einem anderen arabischen Mann, der versuchte, die USA von Vancouver aus zu betreten – ein Mann, den Mohamed als jemand identifizierte, der ihm geholfen hatte, Herrn bin Laden in den Sudan zu bringen. Das FBI brachte Mohamed 1993 in der Nähe von San Francisco unter, wo er freiwillig die früheste Insider-Beschreibung von al-Qaida abgab, die öffentlich bekannt ist.“ (25)

1998, nach den Botschaftsbombenanschlägen, wurde Mohamed schließlich festgenommen. In der anschließenden Untersuchung gab ein FBI-Agent, Daniel Coleman, eine eidesstattlichen Erklärung ab  (zugelassen durch Staatsanwalt Patrick Fitzgerald), die den Vancouver-Vorfall wie folgt zusammenfasste:

“1993 teilte MOHAMED der Royal Canadian Mounted Police (‘RCMP‘) mit, dass er einer bestimmten Person eine Geheimdienst- und Abwehrausbildung in Afghanistan zur Verfügung gestellt hatte. … MOHAMED gab zu, dass er im Frühjahr 1993 nach Vancouver, Kanada gereist war, um den Zutritt dieser Person in die Vereinigten Staaten zu erleichtern. … MOHAMED gab des Weiteren zu, dass er und die Person Osama bin Laden 1991 aus Afghanistan in den Sudan transportiert hatten. … MOHAMED sagte der RCMP, dass er im Bewerbungsprozess um einen Job als FBI-Übersetzer sei und nicht wolle, dass dieser Vorfall seine Bewerbung gefährde. (In der Tat hatte MOHAMED einen solche Bewerbung anhängig, obwohl er nie als Übersetzer engagiert wurde.)“ (26)

Wie die amerikanischen Medien unterdrückte auch diese eidesstattliche FBI-Erklärung, dass Mohamed, ein zugegebener Verbündeter von Osama bin Laden, der in flagranti mit einem anderen bekannten Terroristen erwischt wurde, auf Befehl des FBI freikam.

Die zwei Ebenen der amerikanischen Geschichte: Offizielle Geschichte und tiefe Geschichte

Die ganze Episode veranschaulicht, was in der jüngeren amerikanischen Geschichte nur allzu üblich geworden ist: die Art und Weise, in der geheime bürokratische Politikvorhaben Vorrang vor dem öffentlichen Interesse einnehmen können, bis hin zum Punkt, der zu Massenmord führt (da sie mindestens zu den Botschaftsbombenanschlägen von 1998 beitrug, wenn nicht auch zu 9/11). Sie ist ebenso ein Beispiel dafür, was ich mit den beiden Ebenen der Geschichte in Amerika meine. Wir können auf sie als solche historischen Fakten verweisen, die offiziell anerkannt werden, und solche Fakten, die offiziell unterdrückt werden; oder alternativ als solche Fakten, die passen, um in den vorherrschenden Medien erwähnt zu werden, und solche, die von den gleichen Medien unterdrückt werden. Dies führt wiederum zu zwei Ebenen der historischen Erzählung: offizielle oder archivarische Geschichte, die Tiefenereignisse ignoriert oder marginalisiert, und eine zweite Ebene – von ihren Vertretern Tiefengeschichte oder von ihren Kritikern “Verschwörungstheorie” genannt –, die sie integriert. Die Aufgabe der tiefenpolitischen Forschung ist es, Tiefenereignisse aus dieser zweiten Ebene zu bergen.

Diese Tätigkeit setzt die tiefenpolitische Forschung in Konflikt mit den vorherrschenden Medien, nicht aber, glaube ich, mit dem nationalen Interesse. Ganz im Gegenteil. Persönlich als Ex-Diplomat sprechend, sollte ich klar sagen, dass das nationale Interesse gelegentlich Geheimnisse erforderlich macht, zumindest eine Zeitlang. Kissingers Reise nach China zum Beispiel, die zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und China führte, erforderte wahrscheinlich Geheimhaltung (zumindest zu der Zeit), um erfolgreich zu sein.

Wenn Insider und die vorherrschenden Medien zur Wahrung eines Geheimnisses zusammenarbeiten, wie im Fall der vom FBI veranlassten Freisetzung von Mohamed, reden sie sich wahrscheinlich ein, dass sie nicht nur das FBI, sondern die nationale Sicherheit, ja, in der Tat das nationale Interesse schützen. Doch der nationalen Sicherheit wurde in diesem Fall durch die nachfolgenden Botschaftsbombenanschläge sichtlich nicht gedient, geschweige denn durch 9/11.

In der grellen Kluft zwischen diesen beiden Ebenen der Geschichte ist eine dritte Ebene; die der privilegierten Bücher über Mohamed – privilegiert in dem Sinne, dass sie Zugang zu Quellen hatten, die anderen verweigert wurden –, die wichtige, aber selektive Teile der Wahrheit geben. Diese Selektivität ist nicht notwendigerweise schuldhaft; zum Beispiel mag sie vom Druck von Anwälten herrühren, die saudische Millionäre vertreten (ein Druck, mit dem ich selber konfrontiert wurde). (27) Aber kumulativ ist sie irreführend.

Ich schulde insbesondere dem Buch von Lawrence Wright, The Looming Tower, beträchtlichen Dank, das viele Probleme und Einschränkungen in der offiziellen Darstellung von 9/11 entlarven half. Aber im Nachhinein sehe ich jetzt, dass ich, wie viele andere auch, durch seine Selektivität in vielen Angelegenheiten (einschließlich beispielsweise Mohameds RCMP-Freilassung) von der Entwicklung eines weniger verzerrten Verständnisses der Wahrheit abgehalten wurde.

Die längere Geschichte des FBI- und US-Regierungsschutzes für Ali Mohamed

Warum hat John Zent für Mohamed 1993 gebürgt, so dass die RCMP ihn freiließ? Die Erklärung von Peter Lance, dem besten Chronisten der FBI-Schuld im ersten und zweiten WTC-Angriff, ist, dass Zent dies tat, weil Mohamed bereits als sein persönlicher Informant arbeitete, der an “Zent ‘geheime Informationen‘ über mexikanische Schmuggler verfütterte, die illegale Zuwanderer aus dem Süden in die Vereinigten Staaten brachten.” (28) (FBI-Agent Cloonan bestätigt, dass Mohamed als lokaler FBI-Informant seit 1992 tätig war. (29)) An anderer Stelle beschreibt Lance Zent als “vertrauensvoll und abgelenkt “, so dass er nicht Mohameds Wichtigkeit erkannte. (30)

Doch der Schutz des FBI von Ali Mohamed begann nicht mit Zent, noch begrenzte er sich auf ihn. Er ging mindestens bis 1989 zurück, als (laut der Sicherheits-Bio des Pentagon):

“er während seiner Dienstzeit in der Armee in Fort Bragg an den Wochenenden nach Jersey City, NJ, und nach Connecticut reiste, um andere islamische Fundamentalisten in Überwachung, Waffenumgang und Sprengstoff zu trainieren.  … Telefonaufzeichnungen zeigen, dass Mohamed während und nach Fort Bragg eine sehr enge und aktive Beziehung zum Office of Services [Makhtab-al-Khidimat] der Mudshaheddin in Brooklyn wahrte, das zu der Zeit Freiwillige rekrutierte und Spenden für den Dschihad gegen die Sowjets in Afghanistan sammelte. Dies war das Hauptrekrutierungszentrum für das Netzwerk, welches als al-Qaida bekannt wurde, nachdem die Sowjets Afghanistan verließen. …

Das FBI beobachtete und photographierte Mohamed beim Geben von Waffentraining an eine Gruppe von Ansässigen in New York während vier aufeinanderfolgenden Wochenenden im Juli 1989. Sie fuhren von der Faruk-Moschee in Brooklyn an einen Schießstand in Calverto, Long Island, und feuerten während dem, was wie Trainingseinheiten erschien, mit AK-47-Sturmgewehren, halbautomatischen Pistolen und Revolvern. Aus Gründen, die nicht bekannt sind, beendete das FBI seine Überwachung der Gruppe dann.” (31)

(Ähnlicher Weise sollte 1993 ein FBI-Supervisor die Überwachung einer anderen Gruppe aus dem al-Kifah-Center in einem militanten Trainingslager in Pennsylvania schlagartig einstellen. (32))

Im nachfolgenden Verfahren gegen die Trainingsteilnehmer von Mohamed und anderer für die Bombardierung des World Trade Centers, wies der Verteidiger, Roger Stavis, nach, dass Mohamed den al-Kifah-Auszubildenden Kurse gab, “wie man Bomben baute, wie man Pistolen benutzte, wie man Molotow-Cocktails machte.” Er zeigte dem Gericht, dass ein Trainingshandbuch, das in Nosairs Wohnung beschlagnahmt wurde, “zeigte, wie man Sprengstoffe und Arten von improvisierten Waffen und Sprengstoffen herstellte.” (33)

Warum also sollte das FBI, nachdem es die Ausbildung von Terroristen entdeckt hatte, seine Überwachung beenden? Hier gibt das Wall Street Journal die korrekte Antwort: das FBI beendete die Überwachung, weil sie irgendwie festlegten, dass die Männer trainierten, “um den Mudschaheddin im Kampf gegen die sowjetische Marionetten-Regierung in Afghanistan zu helfen.“ (34) (Beachten Sie jedoch, dass die Mudschaheddin nicht mehr im Kampf gegen die Sowjet-Armee selbst standen, die bis März 1989 aus Afghanistan abgezogen worden war.)

Al-Kifah, Ali Mohamed und der Strom von Arabern nach Afghanistan

Afghanistan ist in der Tat eine plausible Erklärung für die Beendigung der Videoaufnahmen von Dschihadisten des al-Kifah-Flüchtlingszentrums in Brooklyn seitens des FBI. 1987 offiziell als “Afghan Refugee Services, Inc.” gegründet, war das al-Kifah-Zentrum “die Rekrutierungsdrehscheibe für US-Muslime, die die Sowjets zu bekämpfen trachteten. Bis zu zweihundert Kämpfer wurden durch das Zentrum nach Afghanistan geschleust.” (35) Noch wichtiger ist, es war:

“eine Zweigstelle des Office of Services [Makhtab-al-Khidimat], die in Pakistan ansässige Organisation, die Osama bin Laden zu finanzieren und führen half, und die später zu al-Qaida wurde. In der Tat war es Mustafa Shalabi, ein Ägypter, der das Zentrum gründete und leitete, den bin Laden im Jahre 1991 anrief, als er Hilfe für den Umzug in den Sudan brauchte.“ (36)

Wie wir sehen werden, war die Makhtab, die 1984 geschaffen wurde, um die saudische Finanzunterstützung für die ausländischen “arabischen Afghanen” im Dschihad zu organisieren, Teil eines Projekts, das die volle Unterstützung der saudischen, ägyptischen und US-amerikanischen Regierungen hatte. Und Ali Mohamed, der bin Ladens Anruf bei Shalabi beantwortete und in der US-Army-Reserve bis August 1994 blieb, war eindeutig ein wichtiger Trainer in diesem Projekt in Ägypten, in Afghanistan und schließlich in Amerika.

Ein privilegierter Bericht von Mohameds Karriere in Peter Bergens Holy Wars Inc. behauptet, dass:

“Ali Mohamed … ein unverzichtbarer Akteur in al-Qaida (war). … Irgendwann in den frühen achtziger Jahren bot er der CIA seine Dienste als Informant an, der erste seiner mehrfachen Versuche, um für die US-Regierung zu arbeiten. Die Behörde war mit ihm für ein paar Wochen in Kontakt, brach die Beziehungen aber nach der Festlegung ab, dass er ‘unzuverlässig‘ sei. Das sollte sich als eine meisterliche Untertreibung herausstellen, da Mohamed bereits Mitglied der ägyptischen Dschihad-Terrorgruppe war. Nachdem er von der ägyptischen Armee 1984 entlassen worden war, [nahm] Mohamed einen Job in der Anti-Terror-Abteilung der Egypt Air an. Im folgenden Jahr zog er in die Vereinigten Staaten.“ (37)

Bergens schwerste Weglassung ist hier, dass Mohamed, obwohl er auf der Visum-Merkliste des State Department stand, 1984 “mit einem Visum-Außerkraftsetzungsprogramm, das von der Agentur [d.h. CIA] selbst gefördert wurde, um wertvolle Spione oder diejenigen, die wertvolle Dienste für das Land durchgeführt hatten, zu schützen“, in die USA hereingelassen wurde. (38) Das sollte ausreichen, um die CIA-Erzählung in Frage zu stellen, dass sie Mohamed “unzuverlässig” fand. (Später sollte einer von Mohameds Offizieren in Fort Bragg ebenfalls davon überzeugt sein, dass Mohamed von einem US-Geheimdienst “gesponsert“ wurde: “Ich nahm an, die CIA.” (39)). Zusätzlich lässt Bergen aus, dass Mohamed vor seinem kurzen Gastspiel als formaler CIA-Agent von der ägyptischen Armee 1981 für eine Führungsausbildung in Fort Bragg ausgewählt worden war – ein wichtiger Punkt, auf den wir zurückkommen werden. (40)

Die FBI-Vertuschung von Ali Mohameds Verbindung zum Kahane-Mord

Die CIA könnte gedacht haben wollen, dass das al-Kifah-Training nur für Afghanistan war. Der blinde Scheich Omar Abdel Rahman, der Mentor des Zentrums, den die CIA 1990 nach Amerika brachte, predigte jedoch die Tötung von Juden und auch die Zerstörung des Westens. (41) Seine Predigten lenkten Mohameds Makhtab-Auszubildende: in einem ersten Schritt verschworen sich drei von ihnen im November 1990, um Meir Kahane, den Gründer der Jewish Defense League, zu töten.

Kahane tatsächlicher Mörder, El Sayyid Nosair, wurde durch Zufall fast sofort festgenommen, und durch Glück fand die Polizei bald seine beiden Mitverschwörer, Mahmoud Abouhalima und Mohammed Salameh, die in Nosairs Haus warteten. Ebenfalls im Haus, laut John Miller (früher beim FBI):

“waren Trainingshandbücher von der Army Special Warfare School in Fort Bragg [wo Ali Mohamed zu der Zeit ein Ausbildungsoffizier war]. Es gab Kopien von Fernschreiben, die an den Secretary of the Army und die Joint Chiefs of Staff gesendet worden waren. (42)

Und die Pentagon-Bio identifizierte mit einem weiteren sanften Seitenhieb gegen das FBI die Dokumente als Mohameds:

“Bei einer Durchsuchung von Nosairs Heim fand die Polizei US-Armee-Schulungshandbücher, auf Video aufgezeichnete Vorträge, die Mohamed am JFK Special Warfare Center in Fort Bragg gehalten hatte, operative Pläne für gemeinsame Koalitionsübungsmanöver, die in Ägypten durchgeführt wurden, und andere Materialien, die als Verschluss-Sache oder Top Secret eingestuft worden waren. Diese Unterlagen gehörten Mohamed, der sich oftmals in New Jersey bei Nosair aufhielt. Die Dokumente kamen während Nosairs Prozess von 1991 für den Kahane-Mord nicht an die Oberfläche. Es ist nicht bekannt, ob das FBI gegen Mohamed in Verbindung mit diesen Dokumenten ermittelte.“

Doch nur wenige Stunden nach dem Mord von 1990 erklärte Joseph Borelli, der Chef der New Yorker Kriminalpolizisten, dass Nosair ein “einsamer, gestörter Schütze” sei. (43) Ein längerer Bericht seiner Äußerungen in der New York Times deutete tatsächlich auf Mohamed, wenn auch nicht per Namen, und verharmloste die Bedeutung der Verbindungen zum Terrorismus in einem ausführlichen Bericht über Nosairs Haus-Versteck:

“Die Schriftstücke enthielten Artikel über Schusswaffen und Sprengstoff, die offenbar aus Zeitschriften wie Soldier of Fortune entnommen wurden und reizvoll für Möchtegern-Söldner waren. Aber die Polizei sagte, dass die handschriftliche Papiere, die von einem Arabisch sprechenden Beamten übersetzt wurden, schienen ein kleinerer Schriftverkehr zu sein, die keinen Terrorismus erwähnten oder einen Plan skizzierten, um den militanten jüdischen Führer, der die Entfernung aller Araber aus Israel gefordert hatte, zu töten.

‘Es gab nichts [in Nosairs Haus], das Ihre Phantasie anregen würde‘, sagte Polizeichef Borelli. … Eine gemeinsame Anti-Terror-Task-Force der Polizei in New York und des Federal Bureau of Investigation wurde eingerichtet, um nach möglichen internationalen Verbindungen mit der Tötung zu suchen, sagte der Beamte, aber bisher sei nichts aufgetaucht.

‘Nichts hat sich herausgestellt, was unsere Meinung, dass er allein handelte, ändert‘, teilte Polizeichef Borrelli auf einer Pressekonferenz gestern Nachmittag mit.“ (44)

Später sagte ein FBI-Sprecher, dass auch das FBI glaubte, “dass Herr Nosair bei der Erschießung von Rabbi Kahane allein gehandelt hat.” “Das Endergebnis ist, dass wir keine Verbindung von jemand anderem mit der Kahane-Erschießung herstellen können”, sagte ein FBI-Agent. (45)

Dem Bezirksstaatsanwalt von New York County, Robert Morgenthau, die Schuld zuschiebend, behauptete das FBI später, dass die Beweise aus Nosairs Heim zwei oder drei Jahre lang nicht verarbeitet worden waren. (46) Robert Friedman legt jedoch nahe, dass das FBI nicht nur die Öffentlichkeit anlog, sondern auch Morgenthau (der gerade dabei geholfen hatte, die von der CIA bevorzugte muslimische Bank BCCI bloßzustellen und zu Fall zu bringen). 

“Laut anderen mit dem Fall vertrauten Quellen teilte das FBI Bezirksstaatsanwalt Robert Morgenthau mit, dass Nosair ein einsamer Schütze und kein Teil einer breiteren Verschwörung war; die Staatsanwaltschaft nahm diese Position bei der Verhandlung ein und verlor, da Nosair lediglich für Waffenverstöße verurteilt wurde. Morgenthau spekulierte, dass die CIA das FBI aufgefordert haben könnte, keine anderen Spuren zu verfolgen, besagen diese Quellen. ‘Das FBI hat mich angelogen‘, sagte Morgenthau gegenüber Kollegen. ‘Sie sollen terroristische Verbindungen entwirren, aber ihnen kann nicht vertraut werden, den Job zu erledigen.’“ (47)

Beweise aus dem Nosair-Verhandlungsprotokoll verwendend, bestätigt Peter Lance die Spannung zwischen Morgenthaus Büro, das Nosairs internationale Terrorverbindungen verfolgen wollte, und dem FBI, das darauf pochte, gegen Nosair allein zu ermitteln. (48)

FBI-Schutz für Ali Mohamed im WTC-Bombenanschlag von 1993

Den Fall damit begrenzend, schützten die Polizei und das FBI faktisch nicht bloß Ali Mohamed, sondern auch Nosairs zwei arabische Mitverschwörer, Mahmoud Abouhalima und Mohammed Salameh, im Mord an einen US-Bürger. Die beiden waren dementsprechend frei, um am 26. Februar 1993 erneut zu töten, einen Monat, nachdem das FBI Mohameds Freilassung in Vancouver sichergestellt hatte. Sowohl Abouhalima als auch Salameh wurden schließlich im Zusammenhang mit der World Trade Center-Bombardierung von 1993 verurteilt, zusammen mit einem anderen Lehrling Mohameds, Nidal Ayyad.

Um noch einmal die Pentagon-Bio zu zitieren:

“Im Februar 1993 ließ die Terrorzelle, die von Mohamed trainiert worden war, eine Autobombe unter dem World Trade Center explodieren, die sechs Personen tötete und etwa 1.000 Personen verletzte. Die Täter dieser Bombardierung umfassten Leute, die Mohamed trainiert hatte, und Mohamed stand in engem Kontakt mit der Zelle während der Zeit bis zu der Bombardierung [d. h. einschließlich Januar 1993, dem Monat von Mohameds Inhaftierung und Freilassung in Vancouver]. Mohameds Name erschien auf einer Liste von 118 potenziellen nicht-angeklagten Mitverschwörern, die durch die bundesstaatlichen Strafverfolger vorbereitet wurde.“

Ali Mohamed wurde erneut als einer von 172 nicht-angeklagten Mitverschwörern in dem nachfolgenden “Wahrzeichen”-Fall (“Landmarks” case) gelistet, in dem Scheich Rahman und andere wegen der Verschwörung verurteilt wurden, die Vereinten Nationen, die Lincoln- und Holland-Tunnel und die George-Washington-Brücke in die Luft zu sprengen. (49) Die beiden Fälle waren eng miteinander verbunden, da viele der Beweise für den Wahrzeichen-Fall von einem Informanten, Emad Salem, kamen, den das FBI zuerst unter die WTC-Plotter geschleust hatte. Aber die Erkenntnis der Strafverfolger von Ali Mohamed muss dem scheinbaren Geheimdienst-Versagen beim CIA-Anti-Terror-Zentrum (Counterterrorism Center, CTC) gegenübergestellt werden; laut Steve Coll bildete das CTC “sofort eine Rund-um-die-Uhr-Task-Force, um Erkenntnisse über den World Trade Center-Bombenanschlag zu sammeln … aber nichts von Substanz kam herein.” (50)

Im WTC-Bombenattentatsfall brachte das FBI die al-Kifah-Verschwörer schnell vor Gericht, einen Monat später im März. Oberstleutnant Anthony Shaffer, ein DIA-Offizier, sagte später, dass:

“wir [d. h. die DIA] waren überrascht, wie schnell sie [d. h. das FBI] die Festnahmen nach der ersten World Trade Center-Bombardierung machten. Erst später haben wir erfahren, dass das FBI einige dieser Leute seit Monaten vor beiden Vorfällen [d. h. sowohl vor der Bombardierung des WTC 1993, als auch vor 9/11]  beobachtet hatte.“ (51)

Shaffers Behauptung, dass das FBI einige der Verschwörer beobachtet hatte, wird ausreichend bestätigt, beispielsweise von Steve Coll in Ghost Wars. (52)

Die US-amerikanische, ägyptische und saudische Unterstützung für das Makhtab-Netzwerk

Was wurde hier vom FBI geschützt? Eine naheliegende Antwort ist eine Erweiterung der Erklärung von Lance für das Verhalten von Zent: dass Mohamed bereits ein inländischer FBI-Informant seit 1992 war. Allerdings stimme ich dem Bezirksstaatsanwalt des New York County Robert Morgenthau zu, der den Verdacht hegte, dass ein viel größerer Wert geschützt wurde; das saudisch-geförderte Netzwerk, das wir jetzt als Makhtab-i-Khidimat kennen, welches sich um diese Zeit herum schon zu al-Qaida entwickelte.

“Am Tag, an dem das FBI vier Araber für den World Trade Center-Bombenanschlag verhaftete, indem es sagte, dass es alle der Verdächtigen hätte, spitzten sich Morgenthaus Ohren. Er wollte nicht glauben, dass die vier ‘Selbst-Starter” waren, und spekulierte, dass es wahrscheinlich ein größeres Netzwerk und auch einen ausländischen Sponsor gab. Er besaß auch eine Ahnung davon, dass die Verdächtigen zurück zu Scheich Abdel Rahman führen würden. Aber er war besorgt [korrekterweise], dass die Punkte möglicherweise nicht miteinanderverbunden werden würden, da die US-Regierung den Scheich für seine Hilfe in Afghanistan schützte.“ (53)

Dieses “größere Netzwerk” der Makhtab, obwohl 1984 erschaffen worden, konsolidierte ein Hilfsprogramm, das viel früher von der US-Regierung durch Zbigniew Brzezinski in Ägypten ins Leben gerufen worden war. Zu Beginn des Afghanistan-Krieges selbst arrangierte Brzezinski ein Programm, um die Mitglieder der anti-kommunistischen Muslimbruderschaft zu trainieren, eine Gruppe, die die CIA und der britische MI-6 auf verschiedene Weisen seit den 1950er Jahren unterstützt hatten. (54)

“Im Januar 1980 besuchte Brzezinski Ägypten, um die Unterstützung für den Dschihad zu mobilisieren. Innerhalb weniger Wochen nach seinem Besuch autorisierte Sadat Ägyptens volle Beteiligung, der US Air Force die Erlaubnis gebend, Ägypten als Basis zu nutzen … und ägyptische Muslimbruderschafts-Aktivisten für den Kampf anzuwerben, zu trainieren und zu bewaffnen. … Nicht nur wurden sie verladen und nach Afghanistan gebracht, sondern [bis Ende 1980] erhielten sie von U.S. Special Forces Expertentraining.“ (55)

US-Militärtrainer waren tatsächlich seit mindestens 1978 (dem Jahr des israelisch-ägyptischen Friedensabkommens von Camp David) in Ägypten gewesen, die Sadats Elite-Prätorianergarde ausbildeten, der Ali Mohamed zu der Zeit angehörte. Zunächst wurde die Ausbildung durch ein “privates” Unternehmen gehandhabt, JJ  Cappucci and Associates, das den ehemaligen CIA-Beamten Ed Wilson und Theodore Shackley gehörte. Aber nach dem Brzezinski-Besuch im Jahre 1980 wurde der Vertrag von der CIA übernommen. (56)

1981 wurde Ali Mohamed aus der US-geschulten Prätorianergarde für vier Monate Special Forces-Training in Fort Bragg ausgewählt: “In der Zusammenarbeit mit Green Berets lernte er unkonventionelle Kriegsführung, Aufstandsbekämpfung und wie man Elite-Soldaten auf schwierigen Missionen befehligt.” (57) Mohamed war in Fort Bragg als Teil des Berufsmilitärausbildungsprogramms (Professional Military Education, PME) des Pentagon für zukünftige Führungskräfte; er wurde geschult, um nach Ägypten die Art der Afghanistan-bezogenen Fähigkeiten mitzubringen, die er später al-Kifah auf Long Island im Jahre 1989 zur Verfügung stellte. (58)

Mohamed war also in Amerika, als einige seiner Garden-Kollegen Sadat im Oktober 1981 ermordeten, indem sie auf eine Fatwa oder einen religiösen Auftrag des Muslimbruderschafts-Mitglied Sheikh Omar Abdel Rahman reagierten. Die Ermordung beschleunigte nur den Export von Muslimbruderschafts-Mitgliedern, die des Mordes beschuldigt wurden, aus Ägypten nach Afghanistan. Dazu gehörten zwei von Mohameds späteren engen Mitarbeitern, Scheich Abdel Rahman und Rahmans damaliger Freund Ayman al-Zawahiri, dem Mohamed 1984 einen Bayat oder Eid der Treue nach seiner Rückkehr nach Ägypten schwor. (59)

Das al-Kifah-Ziel im Jahr 1993: Nicht Afghanistan, sondern Bosnien

Morgenthaus Vermutungen über Afghanistan im Jahre 1993 waren sehr relevant, aber auch etwas anachronistisch; bis 1993 hatten sowohl die CIA, unter ihrem neuen Direktor James Woolsey, als auch al-Kifah das Interesse an Afghanistan verloren. Der neue Interims-Präsident von Afghanistan, Mojaddedi, verkündete unter dem Druck aus Washington, dass die arabischen Afghanen fortgehen sollten. Pakistan folgte alsbald nach, schloss die Büros der Mudschaheddin in seinem Land, und ordnete die Abschiebung aller arabischen Afghanen an. (60)

Aber das al-Kifah-Unterstützungsnetzwerk hatte anderswo neue Ziele ins Auge gefasst.

Nach 1991 konzentrierte sich das Brooklyn-Center vor allem auf die Ausbildung von Leuten für den Dschihad in Bosnien, und mindestens zwei Quellen machten geltend, dass Ali Mohamed selbst im Jahre 1992 Bosnien besuchte (als er auch von  Afghanistan zurückkam). (61)

“Al-Kifahs englischsprachiger Newsletter Al-Hussam (Das Schwert) begann auch mit der Veröffentlichung regelmäßiger Neuigkeiten der Dschihad-Aktion in Bosnien. … Unter der Kontrolle der Schergen von Scheich Omar Abdel Rahman hetzte der Newsletter in aggressiver Weise sympathisierende Muslime dazu auf, dem Dschihad in Bosnien und Afghanistan selbst beizutreten. … Die bosnische al-Kifah-Niederlassung in Zagreb, Kroatien, in einem modernen, zweistöckigen Gebäude untergebracht, stand offenbar in enger Kommunikation mit der Organisationszentrale in New York. Der stellvertretende Direktor des Zagreber Büros, Hassan Hakim, gestand, alle Befehle und Finanzierungsmittel direkt von der Hauptstelle von al-Kifah in den Vereinigten Staaten auf der Atlantic Avenue von Scheich Omar Abdel Rahman bekommen zu haben.“ (62)

Einer von Ali Mohameds al-Kifah-Auszubildenden, Rodney Hampton-El, half bei diesem Unterstützungsprogramm, indem er Krieger aus US-Armee-Basen wie Fort Belvoir rekrutierte und sie auch zu Kämpfern in New Jersey ausbildete. (63) 1995 wurde Hampton-El angeklagt und für seine Rolle (zusammen mit al-Kifah-Führer Scheich Omar Abdel Rahman) bei der Verschwörung zur Sprengung von New Yorker Wahrzeichen verurteilt. Bei der Verhandlung bezeugte Hampton-El, wie ihm persönlich Tausende von Dollar für dieses Projekt vom saudischen Prinz Faisal in der Saudi-Botschaft in Washington gegeben wurden. (64) (Darüber hinaus “trug der saudische Geheimdienst laut Mohammed al-Khilewi, dem ehemaligen ersten Sekretär der Saudi-Mission bei der UNO, zu Scheich Rahmans Rechtsverteidigungsfonds bei.”) (65)

Später werden wir in diesem Essay viel mehr über die Saudi-Unterstützung für dieses Terrornetzwerk zu sagen haben, insbesondere über die Saudi-Botschaft in Washington.

Al-Kifah, al-Qaida, Tadschikistan und Drogen

In der Zwischenzeit hatte das ISI das Interesse an bin Ladens Araber nicht verloren, sondern fing an, sie mit der Unterstützung bin Ladens für den Kampf in neuen Bereichen zu rekrutieren, vor allem in Zentralasien und Kashmir. (66) Bin Laden begann in der gleichen Zeit seine Dschihadisten in Gebiete der ehemaligen Sowjetunion zu schicken, vor allem für die neue Islamische Bewegung Usbekistans (Islamic Movement of Uzbekistan, IMU) in Tadschikistan.

“Der Ausbruch islamistischer Gewalt in Tadschikistan … bewegte bin Laden dazu, eine begrenzte Anzahl von Al-Qaida-Führungskräfte zu schicken, um tadschikische islamistische Streitkräfte zu unterstützten, unter ihnen sein enger Mitarbeiter Wali Khan Amin Shah [ein Usbeke, der später auf den Philippinen mit Ramzi Yousef und Khalid Scheikh Mohammed zusammenarbeite] und den alsbald  berühmten Mudschahed Ibn Khattab. Außerdem betrieb bin Laden selbst nach seinem Umzug nach Sudan 1991 weiterhin Ausbildungslager in Afghanistan, wo er die Möglichkeit begrüßte, Tadschiken, Usbeken, Uiguren und Tschetschenen trainieren zu können.” (67)

In einem im Irak sichergestellten al-Qaida-Dokument schrieb bin Laden:

“Mit der Gnade Allahs waren wir in der Zusammenarbeit mit unseren Brüdern in Tadschikistan in verschiedenen Bereichen erfolgreich, einschließlich der Ausbildung. Wir waren in der Lage, eine gute Anzahl von ihnen zu trainieren, zu bewaffnen und sie nach Tadschikistan zu bringen. Darüber hinaus erleichterte uns Allah die Bereitstellung von Waffen und Munition für sie; wir beten, dass Allah uns allen den Sieg gewährt.” (68)

Viele andere Berichte melden, dass die Lieferung von Waffen und Munition durch die Beteiligung der IMU und bin Ladens am massiven Fluss von Heroin aus Afghanistan in die ehemalige Sowjetunion erleichtert wurde. Laut Ahmed Rashid: 

“Ein Großteil der IMU-Finanzierung stammte aus dem lukrativen Opiumhandel in Afghanistan. Ralf Mutschke, der stellvertretende Direktor des Criminal Intelligence Directorate von Interpol, schätzte, dass sich sechzig Prozent der afghanischen Opiumexporte durch Zentralasien bewegten und dass die ‘IMU möglicherweise für siebzig Prozent der Gesamtmenge an Heroin und Opium, die durch das Gebiet ging, verantwortlich war.'” (69)

Unter den Experten, die die IMU-al-Qaida-Drogen-Verbindung bestätigen, ist Gretchen Peters:

“Der Opiumhandel … unterstützte die globalen Ambitionen von Osama bin Laden. … Es gab … Hinweise, dass bin Laden als Mittelsmann zwischen den Taliban und den arabischen Drogenschmugglern diente. … Mit Genehmigung Mullah Omars entführte bin Laden die staatliche Ariana Airlines, indem er sie zu einem Drogen-Terror-Charter-Service verwandelte … laut ehemaligen US-amerikanischen und afghanischen Beamten. … Ein US-Geheimdienstbericht, der von der Autorin gesehen wurde, beschrieb eine Schmuggelroute, die sich durch Afghanistans Nordwestprovinzen in Baghdis, Faryab und Jowzan nach Turkmenistan schlängelte. Sie wurde ab Mitte 2004 verwendet von ‘Extremisten, die mit den Taliban, der Islamischen Bewegung Usbekistans und al-Qaida verbunden sind‘, so der Bericht. Schieber würden ‘sowohl Heroin wie auch Terroristen‘ entlang der Strecke bewegen und ‘dann weiter in andere Länder in Zentralasien‘, besagte das CIA-Dokument.” (70)

Es wurde weithin berichtet, dass in den frühen 1990er Jahren, als die finanzielle US-Unterstützung schwand und sich bin Ladens Finanzen im Sudan schnell erschöpften, seine neue Mitwirkung bei der IMU und später bei den Taliban auch eine Beteiligung von al-Qaida im wachsenden afghanischen Heroinhandel miteinschloss. Peters sah ein CIA-Dokument, das dies bestätigte. (71)  Doch der 9/11-Bericht stritt dies in gewundener Sprache ab, ebenso wie ein Mitarbeiterstabbericht:

“Es existiert kein überzeugender Nachweis, dass al-Qaida sich auf den Drogenhandel als eine wichtige Einnahmequelle verließ, irgendeine substantielle Beteiligung an Blutdiamanten hatte oder von einer ausländischen Regierung finanziell gesponsert wurde.” (72)

Diese überraschende Behauptung stand im Widerspruch zu den Ansichten vieler US-Geheimdienstagenten. Sie widersprach auch der offiziellen Position der britischen Regierung, die ihrem Parlament im Jahre 2001 sagte:

“Usama Bin Laden und Al Qaida sind seit 1996 in Afghanistan ansässig gewesen, haben aber ein Operations-Netzwerk in der ganzen Welt. Das Netzwerk umfasst Trainingslager, Lagerhäuser, Kommunikationseinrichtungen und Gewerbebetriebe, die in der Lage sind, bedeutende Geldsummen zu besorgen, um ihre Aktivität zu unterstützen. Diese Aktivität beinhaltet eine substantielle Ausnutzung des illegalen Drogenhandels aus Afghanistan.” (73)

Unterdessen gab es Vorwürfe, dass das al-Kifah-Center in Brooklyn, wie auch bin Laden, im Drogenhandel verwickelt war. Bereits 1993 berichtete die New York Times, dass laut Ermittlern “einige der 11 Männer, die in dem [Day of Terror-] Plot belastet werden, Ziele in New York City bombardiert haben zu wollen, auch des Drogenhandels verdächtigt werden.” (74) Mudschahed Abdulqaadir Menepta, ein muslimischer Verdächtiger sowohl bei 9/11 wie auch beim Bombenanschlag in Oklahoma City 1995, wurde durch Telefonnummern auf seinem Mobilphon mit laufenden strafrechtlichen Ermittlungen in Verbindung gebracht, die “organisierte Kriminalität, Drogen und Geldwäsche” umfassten. (75) Und Raed Hijazi, ein al-Qaida-Terrorist, der 1999 in Jordanien festgenommen wurde, war zuvor ein FBI-Informant geworden, um zu vermeiden, wegen Drogen angeklagt zu werden. (76)

Warum wurden diese Vorwürfe einer al-Kifah-Drogenbeteiligung nie verfolgt? Wir müssen die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass einmal mehr (wie ich an anderer Stelle zeigte) die CIA Schutz für einen Handel gab, der die Aktivitäten ihrer Kräfte in Übersee unterstützte. (77)

Hatte der US-Schutz des al-Kifah-Centers die Absicht, zum Export und zur Finanzierung von Dschihadisten beizutragen?

Es gibt auch keine Behandlung im 9/11-Report, und fast nirgendwo sonst, der Behauptungen von Steven Emerson, dass die al-Faruk-Moschee des al-Kifah-Centers in Brooklyn bis 1987 “zu einem Zentrum zur Fälschung Zehntausender von Dollar geworden war.” (78) Ebenso hat es keine Regierungs-Nachverfolgung der Behauptung von Yossef Bodansky gegeben, sich dabei auf FBI-Informant Emad Salem berufend, dass einer der al-Kifah-Zellenleiter (Siddiq Ibrahim Siddig Ali):

“angeboten hatte, eine Million Dollar [an Falschgeld] für $ 150.000 zu verkaufen, weit unter Marktwert.  … Unmengen an gefälschten $ 100-Noten wurden später in der Wohnung von Scheich Omar Abdel Rahman gefunden.” (79)

JM Berger geht noch weiter, indem er aus Zeugenaussagen vor Gericht berichtet: “Um al-Kifahs Operationen zu unterstützen, beschäftigte” Mustafa Shalabi, der Leiter des al-Kifah-Centers bis zu seiner Ermordung im Jahre 1991, “eine Reihe von gewinnorientierten kriminellen Unternehmungen, einschließlich Waffenschmuggel, anzuheuernde Brandstiftung, und einen Fälscher-Ring, der im Keller des Dschihad-Büros eingerichtet wurde.“ (80) Doch der 9/11 Bericht schweigt sich über diese schweren Anschuldigungen aus, denen die US-Strafverfolgungsbehörden zu der Zeit nicht nachgingen.

Warum diese offizielle Zurückhaltung? Die Antwort könnte in der Tatsache liegen, dass bin Laden um 1996 “Islamisten im Libanon, in Bosnien, Kaschmir, Tadschikistan und Tschetschenien unterstützte.” (81) Und im Gleichschritt mit bin Laden unterstützte das al-Kifah-Center den Dschihad nach 1992 “in Afghanistan, Bosnien, auf den Philippinen, in Ägypten, Algerien, Kaschmir, Palästina und anderswo.” (82)

Aber bin Laden und al-Kifah handelten nicht auf eigene Faust; sie unterstützten Projekte, vor allem in Tadschikistan (1993-1995) und dann in Tschetschenien (nach 1995), bei denen ihr Hauptverbündeter, Ibn al-Khattab (Thamir Saleh Abdullah al-Suwailem), auch Unterstützung von hoher Ebene in Saudi-Arabien genoss. (83)

“Khattab erfreute sich einer gewissen logistischen und finanziellen Unterstützung aus Saudi-Arabien. Saudische Scheichs erklärte den tschetschenischen Widerstand zu einem legitimen Dschihad, und private Spender schickten saudisches Geld an Khattab und seine tschetschenischen Kollegen. 1996 wurden  Mudschaheddin, die in Tschetschenien verletzt wurden, zur medizinischen Behandlung nach Saudi-Arabien gebracht; eine Praxis, für die von Wohltätigkeitsorganisationen bezahlt wurde, und die der Staat tolerierte. (84)

Ali Soufan fügt hinzu, dass auch Amerika diesen Dschihad unterstützte: von 1996 an “waren die Vereinigten Staaten an der Seite der Muslime in Afghanistan, Bosnien und Tschetschenien.” (85)

Indem sie das al-Kifah-Center und seine Mitarbeiter (einschließlich Mohamed) schützte und sie für ihre Verbrechen (einschließlich Mord) nicht strafrechtlich verfolgte, imitierte die US-Regierung in der Tat Saudi-Arabien und Ägypten dadurch, dass sie einen Kanal zum Exportieren von jenen in Amerika offenhielt, die den Dschihad zu führen wünschten – wodurch sichergestellt wurde, dass sie den Dschihad in anderen Ländern führen würden, nicht hier. (Nach der Festnahme von Scheich Rahman im Jahre 1993 schloss sich al-Kifah von selbst. Wir werden aber sehen, dass eine verbündete Institution, Sphinx Trading, nach 9/11 weiterhin geschützt wurde, selbst nachdem das FBI wusste, dass sie einem der angeblichen 9/11-Entführer geholfen hatte. (86))

Verfolgte all der Schutz die Absicht, nur so einen Kanal offen zu halten? Es war sicherlich ein vorsätzliches Ergebnis des Schutzes und der Unterstützung für Makhtab-al-Khidimat in Saudi-Arabien.

Saudische Unterstützung für Makhtab und später für al-Qaida

Die Saudis, wie die Ägypter, hatten innenpolitische Gründe für den Wunsch, möglichst viele Mitglieder der Muslimbruderschaft hin zu einem potentiellen Tod in Afghanistan, Bosnien oder anderswo zu exportieren. Bis 1979 hatte Saudi-Arabien den Mitgliedern der Bruderschaft eine Heimstätte für die Flucht vor der Verfolgung in Ländern wie Syrien und Ägypten bereitgestellt, wo einige von ihnen versucht hatten, den politischen Feind der Saudis, Gamel Abdel Nasser, zu ermorden. Aber 1979 hatten radikale Wahhabiten, die die herrschende Saudi-Familie als korrupte Ungläubige verurteilten, die Große Moschee in Mekka besetzt und verteidigten diese wochenlang. (87) Tiefgehend erschüttert, nutzte die Saudi-Familie ihre Stiftungen wie die World Muslim League (WML), um die Auswanderung der politischen Islamisten zu subventionieren, vor allem zum neuen Dschihad in Afghanistan, der einen Monat später gegen die Sowjetunion eröffnet wurde. (88)

In Afghanistan arbeiteten sowohl Rahman wie auch al-Zawahiri mit Makhtab-al-Khidamat zusammen, welches 1984 von zwei weiteren Mitgliedern der Muslimbruderschaft gegründet worden war, dem Palästinenser Abdullah Azzam und dem Saudi Osama bin Laden. (89) Alles, was der 9/11-Kommissionsbericht über die Finanzierung von Makhtab zu sagen hat, ist, dass: “Bin Laden und seine Kameraden hatten ihre eigenen Quellen der Unterstützung und Ausbildung, und sie erhielten wenig oder gar keine Hilfe von den Vereinigten Staaten.” (S. 56) Der pakistanische Autor Ahmed Rashid macht aber klar, dass Unterstützung von der saudischen Königsfamilie kam, darunter von Prinz Turki (dem Kopf des saudischen Geheimdienstes), und auch von königlichen Kreationen wie der World Muslim League:

“Bin Laden, wenn er auch kein Mitglied der königlichen Familie war, stand der Königsfamilie ausreichend nahe und war vermögend genug, um das saudische Kontingent anzuführen. Bin Laden, Prinz Turki und General [Hameed] Gul [der Chef des pakistanischen ISI] wurden zu festen Freunden und Verbündeten in einer gemeinsamen Sache. Das Zentrum für die arabischen Afghanen waren die Büros der World Muslim League und der Muslimbruderschaft in Peshawar, die von Abdullah Azam geführt wurden. Saudi-Mittel flossen an Azzam und Makhtab-al-Khidamat oder Services Center, das er im Jahr 1984 geschaffen hatte, um den neuen Rekruten zu Diensten zu sein und Spenden von islamischen Wohltätigkeitsorganisationen zu erhalten. Spenden des saudischen Geheimdienstes, des saudischen Roten Halbmonds, der World Muslim League, und private Spenden von Saudi- Prinzen und Moscheen wurden durch Makhtab kanalisiert. Ein Jahrzehnt später sollte Makhtab in der Mitte eines Netzes von radikalen Organisationen stehen, das den World Trade Center-Bombenanschlag [1993] und die Bombenanschläge auf US-Botschaften in Afrika 1998 durchzuführen half.“ (90)

Der ehemalige Botschafter Peter Tomsen hat beschrieben, wie die Entwicklung von  Makhtab in al-Qaida mit Unterstützung der Büros von königlich ordinierten Organisationen wie die World Muslim League (WML) und die World Assembly of Muslim Youth (WAMY) erreicht wurde: 

“Bin Ladens Schwager Mohammad Jamal Khalifa leitete das Muslim World League-Büro in Peshawar in der Mitte der 1980er Jahre. 1988 zog er nach Manila und eröffnete eine Zweigstelle der World Assembly of Muslim Youth. Er machte aus der Wohltätigkeitsorganisation eine Frontorganisation für terroristische Operationen bin Ladens auf den Philippinen und in Asien. Al-Qaida-Mitglieder, darunter Khalid Sheikh Mohammed, das Mastermind der 9/11-Angriffe, und sein Neffe Ramzi Yusuf [der Haupt-Bombenbauer des WTC-Bombenanschlags von 1993] reisten nach Manila in den frühen 1990er Jahren, um Khalifa bei der Stärkung von al-Qaida-Netzwerken in Südostasien zu helfen und Terroranschläge in der Region zu planen.“ (91)

Es gibt viele andere Beispiele von WML- und WAMY-Verbindungen zu al-Qaida. Zum Beispiel wurde Maulana Fazlur Rehman Khalil, ein Unterzeichner der 1998er Fatwa Osama bin Ladens, die zur Tötung von Juden und Amerikanern aufrief, im Jahre 1996 zum 34. WML-Kongress in Mekka eingeladen und sprach auch dort zur WAMY. (92) Doch gibt es nur minimale Hinweise auf Maulana Fazlur Rehman Khalil in den westlichen (im Gegensatz zu den asiatischen) Medien , und keinen (laut einer Lexis Nexis-Suche im Juli 201), die ihn mit der WML oder WAMY verbinden.

Die tatenlose Haltung des FBI gegenüber WAMY in Amerika stand im Einklang mit ihrem Schutz von Ali Mohamed. Laut dem ehemaligen Bundesstaatsanwalts John Loftus und anderen gab es in den 1980er Jahren einen Block gegen die Antiterrorfahndung, die womöglich die Saudis in Verlegenheit gebracht hätte. (93) Dieser Block erklärt beispielsweise den Schutz, den der Vorsitzende von WAMY in Virginia genoss, Osama bin Ladens Neffe Abdullah bin Laden. Das FBI eröffnete eine Untersuchung von Abdullah bin Laden im Februar 1996, indem es WAMY “eine im Verdacht stehende terroristische Organisation” nannte, aber die Untersuchung wurde 6 Monate später geschlossen. (94)

Welcher Saudi-Prinz half einem passlosen Osama beim Verlassen Saudi-Arabiens?

Keine der amtlichen oder privilegierten Quellen zu Ali Mohamed hat ihn mit saudischen Geheimdienstaktivitäten verbunden. Aber es gibt mindestens einen solchen Link; seine Reise, wie sie in der eidesstattlichen FBI-Versicherung von Coleman beschrieben wird, als er 1991 (immer noch als ein US-Armee-Reservist) “nach Afghanistan reiste, um Osama bin Laden aus Afghanistan in den Sudan zu begleiten.” (95) Die eidesstattliche FBI-Versicherung stellt dies ohne Erklärung als einen Akt zur Förderung einer al-Qaida-“Mordverschwörung” hin. Aber Osamas Umzug nach Sudan war zeitlich abgestimmt mit Investitionen im Sudan von seinen bin Laden-Brüdern, einschließlich eines Flughafenbauprojekts, das weitgehend von der saudischen Königsfamilie subventioniert wurde. (96)

Die Umstände von bin Ladens Umzug 1991-92 aus Saudi-Arabien über Pakistan (und vielleicht Afghanistan) in den Sudan werden von großer Verwirrung umgeben. Aber in diesen sich widersprechenden Berichten ist eine wichtige Tatsache unbestritten: bin Ladens Reise wurde von jemandem in der königlichen Familie initiiert. (97) Steven Coll legt in Ghost Wars nahe, dass die Königsfamilie diese Reise freundschaftlich arrangierte, die Schuld dafür auf den Druck aus den USA schiebend:

“Peter Tomsen und andere Abgesandte aus Washington diskutierten die steigende islamistische Bedrohung mit [Saudi-Geheimdienstchef] Prinz Turki im Sommer 1991. … Bei einigen der Treffen zwischen Turki und der CIA kam Osama bin Ladens Name explizit auf. Die CIA griff kontinuierlich Berichte auf, dass er Radikale wie Hekmatyar in Afghanistan finanzierte. … ‘Seine Familie hat ihn verstoßen‘, versicherte Turki den Amerikanern über bin Laden. Alle Anstrengungen seien unternommen worden, um bin Laden davon zu überzeugen, seinen Protest gegen die saudische Königsfamilie zu beenden. Diese Bemühungen seien gescheitert, räumte Turki ein, und das Königreich sei nun bereit, härtere Maßnahmen zu ergreifen. … Bin Laden erfuhr davon, als die saudische Polizei in seinem mit Kissen übersäten, bescheiden eingerichteten Grundstück in Jeddah ankam, um ihm mitzuteilen, dass er das Königreich zu verlassen hätte. Nach einem Bericht, der später der CIA von einer Quelle im saudischen Geheimdienst zur Verfügung gestellt wurde, versicherte der Beamte, der mit der Durchführung der Ausweisung betraut war, bin Laden, dass dies um sein eigenes Wohl wegen getan werde. Der Beamte gab den Amerikanern die Schuld. Die US-Regierung habe vor, ihn zu töten, sagte er bin Laden laut diesem Bericht, so dass die königliche Familie ihn zu seinem eigenen Schutz aus dem Königreich bringe. Die Eskorte lud bin Laden in Flugzeug, das aus Saudi Arabia herausflog.“ (98)

Colls magistrales, aber privilegiertes Buch erschien im Februar 2004. Sechs Monate später veröffentlichte der 9/11-Kommissionsbericht eine ganz andere Darstellung, implizierend, dass die saudische Regierung sich bis 1991 von bin Laden entfremdet hatte:

“Die saudische Regierung … versuchte bin Laden zum Schweigen zu bringen, unter anderem dadurch, dass sie ihm seinen Pass wegnahm. Mit Hilfe eines anders denkenden Mitglieds der königlichen Familie gelang es ihm unter dem Vorwand, an einer islamischen Versammlung in Pakistan im April 1991 teilzunehmen, außer Landes zu gelangen. (99)

Lawrence Wright bringt überzeugend vor, dass der Prinz, der Osama den Reisepass zurückgab, kein “Dissident” war, sondern Innenminister Prinz Naif, nachdem bin Laden ihn überzeugte, dass er in Peshawar benötigt werde, “um bei der Vermittlung im  Bürgerkrieg unter den Mudschaheddin zu helfen.” (100) Prinz Naif, der anti-amerikanischste unter den älteren Saudi-Königsfamilienmitgliedern, gab bin Ladens Pass unter einer Bedingung zurück; dass er “ein Versprechen unterzeichnete, dass er nicht in der Politik von Süd-Arabien oder einem arabischen Land stören werde.” (101)

Die “islamische Versammlung” ist fast sicher ein Hinweis auf die laufenden Verhandlungen in Peshawar, die schließlich das von den Saudis unterstützte Peshawar-Abkommen (im April 1992 abgeschlossen) hervorbrachten, um den afghanischen Bürgerkrieg zu beenden. Nach mehreren gut informierte Darstellungen spielte bin Laden in diesen Verhandlungen eine wichtige Rolle, um (wie ich behaupten würde) Prinz Turkis eigene Politik zu fördern. Wie Scheich Rahman vor ihm im Jahre 1990, versuchte bin Laden vergeblich, einen Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Mudschaheddin-Führern Massoud und Hekmatyar auszuhandeln. In diesen Verhandlungen (laut Peter Tomsen, der dort war) waren Saudi-Arabien, Pakistan, die Muslimbrüder und al-Qaida alle vereint in der Verfolgung des gleichen Ziels: ein vereinte sunnitische Armee (im Gegensatz zu amerikanischen Appellen für eine schiitische Beteiligung), die Kabul durch Gewalt zurückerobern könnte. (102)

Somit glaube ich denn, ist es ziemlich klar, dass bin Laden in seinen Vermittlungsversuchen, um Hekmatyar in den Peshawar-Konsens hineinzubringen, im handelnden Einklang mit den offiziellen saudischen und pakistanischen Interessen stand. Andere widersprechen. Ohne es zu dokumentieren, behauptet der Autor der Frontline-Biographie von bin Laden:

“Im Gegensatz zu dem, was immer wieder erneut wiederholt wird, hatte bin Laden nie offizielle Beziehungen mit dem saudischen Regime oder der königlichen Familie. All seine Kontakte geschahen durch seine Brüder. (103) … Insbesondere hatte er keine Beziehung mit Turki al-Faisal, dem Kopf des saudischen Geheimdienstes. Er pflegte sehr misstrauisch ob seiner Rolle in Afghanistan zu sein und hatte einmal eine offene Konfrontation mit ihm 1991, und er beschuldigte ihn, der Grund des Kampfes zwischen den afghanischen Lagern zu sein.“ (104)

Michael Scheuer, einst der Chef des CIA-Anti-Terror-Centers, unterstützt diese Behauptung und verstärkte sie mit der Aussage von Sa’ad al-Faqih (ein Kritiker der saudischen Königsfamilie, der vom US-Finanzministerium beschuldigt wurde, mit al-Qaida verbunden zu sein), dass “nach dem Abzug der Sowjets, ‘saudische Geheimdienst [Offiziere] tatsächlich den Spalt zwischen den afghanischen Fraktionen vergrößerten, um sie weiter kämpfen zu lassen.‘” (105)

Aber dies, falls zutreffend, muss nach dem Fall Kabuls an die Dschihadisten 1992 geschehen sein, als Massoud, begünstigt durch den favorisierten Saudi-Klienten Abdul Rasul Sayyaf, anfing, Hekmatyar, den favorisierten Klienten des pakistanischen ISI, zu bekämpfen. Vor dieser Zeit bestand die Afghanistan-Politik des US-Außenministeriums darin, eine breite Opposition gegen die kommunistische Rumpf-Regierung in Kabul zu fördern, während es “die Extremisten an die Seite drängte“, einschließlich Hekmatyar und Sayyaf. (106)

Pakistans ISI wollte im gleichen Zeitraum deutlich eine starke Rebellenallianz hinter Hekmatyar vereint wissen, und sowohl die CIA als auch die Saudis unterstützen sie weiterhin. Wie Barnett Rubin berichtet: “In dieser Zeit war eine politische ‘Einheit‘ irgendeiner Art unter den Mudschaheddin-Gruppen ein Hauptziel der US-Pakistani-Saudi-Politik.” (107) Und 1990-91, als Washington seine Zuwendungen für das verdeckte afghanische Programm der CIA um 60 Prozent kürzte, machte Prinz Turki diesen Fehlbetrag durch höhere Beiträge aus Saudi-Arabien mehr als wett. (108)

Ich schließe daraus, dass bin Ladens Vermittlungsbemühungen 1991 in Peshawar in Übereinstimmung mit Prinz Turkis Präferenzen standen, genauso wie Ali Mohameds Bemühungen zur Organisation von bin Ladens anschließendem Umzug von Afghanistan und Pakistan in den Sudan. Wie Steve Coll berichtet, wurde der Bruch zwischen bin Laden und dem saudischen Königshaus mindestens nicht bis 1993 ernst, nach der Beteiligung von bin Ladens Verbündetem Scheich Rahman am ersten WTC-Bombenanschlag. (109)

Der Spalt zwischen State Department und CIA über Afghanistan – und Öl

1991 waren die sowjetischen Truppen seit zwei Jahren aus Kabul raus, und wie der ehemalige US- Botschafter Tomsen berichtet hat, stand das CIA-Ziel eines von Pakistan gedeckten militärischen Sturzes in Kabul im Widerspruch zu der offiziellen US-Politik zur Unterstützung “einer politischen Einigung zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit Afghanistans.” (110) Botschafter Tomsen selbst sagte dem CIA-Chef in Islamabad (“Bill”), dass er durch die Unterstützung Pakistans Militärangriff auf Kabul: 

“gegen grundlegende Vorschriften der US-Politik verstieß, denen seine eigene Behörde in Washington zugestimmt hatte. Die amerikanische Politik war es, Hekmatyar zu bremsen, nicht ihn aufzubauen. Bill sah mich ausdruckslos an, als ich so sprach. Ich nahm an, seine Vorgesetzten in Langley hatten die Offensive genehmigt. Die US-Regierung führte zwei diametral entgegengesetzte Afghanistan-Politiken. (111)

Steve Coll stimmt zu, dass: “Bis Anfang 1991 waren die vom State Department und dem CIA verfolgten afghanischen Politiken im offenen Wettbewerb miteinander. … Die CIA … fuhr fort mit dem pakistanischen Militärgeheimdienst auf einem separaten militärischen Gleis zu kooperieren, der vor allem Hekmatyar und anderen islamistische Kommandanten militärische promotete.” (112) 

Dieser Konflikt zwischen dem State Department und CIA war weit entfernt davon, beispiellos zu sein. Insbesondere erinnerte er an den CIA-Außenministerium-Konflikt in Laos 1959-60, der zu einem tragischen Krieg in Laos führte, und schließlich zu Vietnam. (113) So wie die Ölkonzerne einen Anteil am Indochina-Konflikt hatten, dachte die CIA auch von 1990 bis 1992 nicht nur an Afghanistan, sondern an die Ölressourcen in Zentralasien, in dem einige der von al-Kifah ausgebildeten “arabischen Afghanen” dabei waren, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Das State Department vertrat in Afghanistan den Willen des National Security Council und des öffentlichen Staats. Die CIA war auf der anderen Seite nicht “abtrünnig“ (wie bisweilen nahegelegt wurde); es verfolgte die Ziele der Ölgesellschaften und ihrer Geldgeber – oder das, was ich den Tiefenstaat genannt habe – in der Vorbereitung eines Starts in den ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens. 

Verdeckte Operationen und Öl in Zentralasien

Im Jahre 1991 begannen die Staatschefs in Zentralasien “Gespräche mit westlichen Ölgesellschaften zu halten, auf dem Rücken der laufenden Verhandlungen zwischen Kasachstan und der US-Firma Chevron.” (114) Die erste Bush-Regierung unterstützte aktiv die Pläne der US-Ölgesellschaften für Vertragsabschlüsse zur Nutzung der Ressourcen der kaspischen Region, aber auch für den Bau einer nicht von Moskau kontrollierten Pipeline, die die Öl-und Gasproduktion nach Westen bringen könnte. 

Im selben Jahre 1991 tauchten Richard Secord, Heinie Aderholt und Ed Dearborn, drei Veteranen der US-Operationen in Laos und später von Oliver Norths Operationen mit den Contras, in Baku unter dem Deckmantel einer Ölgesellschaft, MEGA Oil, auf.(115) Das war zu einer Zeit, als die erste Bush-Regierung ihre Unterstützung für eine Ölpipeline von Aserbaidschan über den Kaukasus bis in die Türkei gegeben hatte. (116) MEGA fand niemals Öl; aber es hat wesentlich zur Entfernung Aserbaidschans aus dem Bereich des post- sowjetischen Einflusses Russlands beigetragen und damit zum letztlichen Bau der Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline (BTC) von Baku nach Ceyhan in der Türkei.

Als MEGA-Agenten in Aserbaidschan beteiligten sich Secord, Aderholt, Dearborn und ihre Männer an militärischer Ausbildung, gaben “mit Bargeld gefüllte braune Taschen” an Mitglieder der Regierung, und vor allem bauten sie eine Fluggesellschaft nach dem Modell von Air America auf, die alsbald Hunderte Mudschaheddin-Söldner in Afghanistan abholte.(117) (Secord und Aderholt behaupten, Aserbaidschan verlassen zu haben, ehe die Mudschaheddin angekommen waren.)

Unterdessen wurde Hekmatyar, der zu der Zeit noch mit bin Laden verbündet war,  “beobachtet, afghanische Söldner [d. h. arabische Afghanen] zu rekrutieren, um in Aserbaidschan gegen Armenien und seine russischen Verbündeten zu kämpfen.” (118) Hekmatyar war ein bekannter Drogenhändler; und in dieser Zeit flutete Heroin aus Afghanistan durch Baku hinein in Tschetschenien, Russland, und sogar Nord-Amerika. (119)

Bin Laden, Ali Mohamed und die saudische Königsfamilie 

Durch den Versuch, Hekmatyars Versöhnung mit den anderen Peshawar-Kommandanten zu verhandeln, war bin Laden 1991 eindeutig ein wichtiger Teil der CIA-Anstrengungen, um ein pro-Pakistan-Regime in Kabul zu etablieren. So war es auch ein Jahr zuvor der blinde Scheich Omar Abdul Rahman:

“1990, nach der Ermordung von Abdullah Azzam, wurde Abd al-Rahman nach Peshawar eingeladen, wo sein Gastgeber Khalid al-Islambouli war, der Bruder von einem der Attentäter von Sadat. … Auf dieser Reise, angeblich bezahlt von der CIA, predigte Abdul Rahman den Afghanen die Notwendigkeit der Einheit, um das Regime in Kabul zu stürzen. (120) 

Dies war vermutlich kurz bevor Scheich Abdul Rahman, obwohl er auf einer State Department-Terrormerkliste stand, nachdem er für die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat im Gefängnis war, ein Mehrfach-Einreise-Visum für die USA im Jahre 1990 ausgestellt wurde, “von einem Undercover-CIA-Offizier, der in der Konsularabteilung der US-Botschaft im Sudan arbeitete.”  (121) Dies war das gleiche CIA-gesponserte Programm, das sechs Jahre zuvor Ali Mohamed “ein Visum-Waiver-Programm“ genehmigte, “das entwickelt wurde, um wertvolle Spione oder diejenigen, die wertvolle Dienste für das Land durchgeführt hatten, abzuschirmen.” (122)

Und Ali Mohamed selbst war, nach der New York Times, Teil des CIA-Plans für eine militärische Lösung: “Im Herbst 1992 kehrte Herr Mohamed zurück, um in Afghanistan zu kämpfen und Rebellenkommandanten in militärischer Taktik zu trainieren, sagten Beamte der Vereinigten Staaten.”( 123) Zuvor war Mohamed mit der wichtigen Aufgabe betraut worden, bin Laden, seine vier Ehefrauen und seine siebzehn Kinder aus Afghanistan in den Sudan zu bringen. Die Aufgabe war eine wichtige, da Osama mit seinen Assistenten, “einer Reihe arabischer Pferde und Bulldozer” umzog. (124)

Unterdessen ging die saudische Königshaus-Unterstützung für diese Netz radikaler Organisationen, in denen Ali Mohamed ein zentraler Organisator und Trainer war, auch nach der WTC-Bombardierung von 1993 weiter. Die Turki-bin Laden-Verbindung, die von Turkis Stabschef und bin Ladens Lehrer Ahmed Badeeb zementiert wurde, könnte möglicherweise noch 1998 erneuert worden seien:

“In eidesstattlichen Erklärungen nach 9/11 sagte der ehemalige Taliban-Geheimdienstchef Mohammed Khaksar, dass der Prinz 1998 einen Deal besiegelte, unter dem bin Laden keine Saudi-Ziele angreifen würde. Im Gegenzug würde Saudi-Arabien Finanzmittel und materielle Unterstützung für die Taliban liefern. … Saudische Unternehmen würden unterdessen sicherstellen, dass das Geld auch direkt an bin Laden floss. Turki würde nach 9/11 abstreiten, dass je eine solche Vereinbarung mit bin Laden gemacht wurde. Ein Bericht gibt es allerdings, dass er sich selbst mit bin Laden – seinem alten Schützling aus der Zeit des anti-sowjetischen Dschihads – während der Austäusche traf, die zu dem Deal führten.“ (125) 

Königlich-saudische Finanzierung für Bin Laden, darunter sein Umzug in den Sudan

Summers übermittelt auch Insider-Berichte: 

“dass mindestens zwei saudischen Prinzen, im Namen des Königreiches, das gezahlt hatten, was seit 1995 auf Schutzgeld hinauslief. Der ehemalige Beamte fügte hinzu: ‘Der Deal war, sie würden ein Auge zudrücken bei dem, was er an anderer Stelle tun würde. ‘Du führst hier keine Operationen durch, und wir werden dich nicht an anderer Stelle stören.‘

Amerikanische und britische amtliche Quellen, die später mit Simon Henderson, Baker Fellow am Washington Institut für Nahostpolitik, sprechen, nannten die beiden fraglichen Prinzen. Es waren, sagte Henderson den Autoren, Prinz Naif, der Innenminister, und Prinz Sultan. Das Geld, das in den angeblichen Zahlungen beteiligt war, betrug nach Hendersons Quellen ‘Hunderte von Millionen von Dollar.‘ Es war “offizielles saudisches Geld – nicht ihr eigenes.” (126) 

Es hat darüber hinaus den Anschein, dass königlich-saudisches Geld auch zu bin Ladens Umzug in den Sudan 1991-92 beigetragen haben könnte; den von Ali Mohamed organisierten Umzug, möglicherweise in Zusammenarbeit mit bin Ladens Familie. Es gibt heiß umkämpfte Hinweise, dass Osama mit seinen Brüdern am Bau des Flughafens von Port Sudan teilnahm, ein Projekt, dessen Finanzierung von der saudischen Königsfamilie gedeckt war. (127) Laut Lawrence Wright “bekam die Saudi Binladin Group den Auftrag, einen Flughafen in Port Sudan zu bauen, der Osama häufiger ins Land brachte, um den Bau zu überwachen. Er zog 1992 schließlich nach Khartum.” (128)

Unbestritten, aber weitgehend übersehen, ist der Beweis dafür, wie bin Laden seinen Umzug finanzierte; durch das Investieren von $ 50 Millionen in die sudanesische al-Shamal Islamic Bank – eine Bank, die auch die Unterstützung sowohl von der Familie bin Laden wie auch der saudischen Königsfamilie hatte. Wie die Chicago Tribune im November 2001 berichtete: 

“Laut eines State Department-Bericht über bin Ladens Finanzen von 1996, gründete bin Laden die Al Shamal Bank mit einer Gruppe wohlhabender Sudanesen mit und  kapitalisierte sie $ 50 Millionen seines ererbten Vermögens…. (129)

Nach öffentlichen Aufzeichnungen ist unter den Investoren in der Al- Shamal Islamic Bank ein in Genf ansässiger Finanzdienstleistungskonzern von Prinz Mohamed al-Faisal al-Saud [Bruder von Prinz Turki], der Sohn des verstorbenen Königs [al-Faisal] Saud und ein Cousin [d. h. Neffe] des aktuellen Saudi-Monarchen, König Fahd.“

Die Al Shamal Bank, die für Geschäfte 1990 öffnete, gibt zu, dass Osama bin Laden drei Konten zwischen 1992 und 1997 hielt, als er als seine Operationsbasis vor der Flucht nach Afghanistan im Sudan hatte. Aber die Bank besteht darauf, in einer schriftlichen Erklärung, dass bin Laden ‘nie ein Gründer oder ein Aktionär der Al Shamal Islamic Bank (war).‘ 

Von der Erklärung unterrichtet, antwortete der Vertreter des Außenministeriums, dass “wir dabei bleiben”, dass bin Laden $ 50 Millionen in die Bank steckte.

Die Al Shamal Bank erkennt an, dass unter den fünf  “Haupt-Gründern” und Hauptaktionäre eine weitere Khartumer Bank befindet, die Faisal Islamic Bank of Sudan. (130) Laut amtlichen Dokumenten gehören 19 Prozent der Faisal Islamic Bank dem Dar Al-Maal Al-Islami Trust, geleitet von Saudi Prinz [Mohammed al-Faisal] al-Saud.“

(Der Dar Al-Mal Al-Islami oder DMI Trust, “auf den Bahamas basierend und mit seinem Betriebszentrum in Genf”, war eine aus einer Flut von Banken, vor allem von der Muslimbruderschaft dominiert, die mit westlicher Führung und Hilfe gegründet wurden – bei DMI kam die Hilfe von Price Waterhouse und schließlich von der Harvard University. (131) DMI war einer der zwei wichtigsten Banken, die laut Janes Intelligence Review die Makhtab und auch die International Islamic Relief Organization (IIRO); von der unten mehr. (132)) 

“Der $ 3.5 Milliarden DMI Trust, dessen Motto ist: ‘Allah ist der Bringer von Erfolg‘, wurde vor 20 Jahren gegründet, um die Ausbreitung des Islamischen Bankings in der muslimischen Welt zu fördern. Sein 12-köpfiger Vorstand umfasst laut einem DMI-Sprecher Mohamed Haydar Binladen, einen Halbbruder von Osama bin Laden…. 

Obwohl klein, ermöglichte es die Al Shamal Islamic Bank bin Laden, Geld schnell von einem Land zum anderen durch ihre Korrespondenzbeziehungen mit einigen der weltweit wichtigsten Banken zu bewegen, von denen einige seit dem 11. September beendet worden sind.

Die Al Shamal Bank wurde als eine der hauptsächlichen Finanzunternehmen bin Ladens während des Gerichtsverfahrens zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr von vier Al-Qaida-Kräften, die in den 1998er Bombenanschlägen auf zwei US-Botschaften in Afrika verurteilt wurden, identifiziert.“ (133) 

Man könnte erwartet haben, diesen frühen und aufschlussreichen Einblick in bin Ladens Finanzen in den privilegierten bin Laden- und al-Qaida-Büchern entwickelt zu sehen, die in den Jahren nach 2001 erschienen sind. Tatsächlich habe ich nur eine kurze belanglos Referenz gefunden, in Steve Colls Die Bin Ladens: “Osama hatte sein persönliches Banking in der Al-Shamal Bank in Khartum neu organisiert, aber seine Konten trockneten nach und nach aus.” (134)

Es gibt natürlich keine Erwähnung der al-Shamal Bank im 9/11-Kommissionsbericht.

US- und Saudi-Schutz für Osama bin Ladens Schwager, Mohammed Jamal Khalifa 

Es scheint klar, dass der offizielle 1980er Block der US-Regierung gegen Anti-Terror-Maßnahmen, die die Saudis in Verlegenheit bringen konnten, noch 1995 in Amerika in Kraft gewesen sein könnte. Wir ersehen dies an dem außerordentlichen bundesstaatlichen Schutz, der auf Mohamed Jamal Khalifa, Osama bin Ladens besten Freund und Schwager, erweitert wurde.

Am 16. Dezember 1994 verhaftet das FBI von San Francisco Khalifa in Morgan Hills (nicht weit von Ali Mohameds Zuhause). Khalifas Visitenkarte war in einer Durchsuchung von Scheich Rahmans Residenz ein Jahr zuvor entdeckt worden, wonach er als nicht-angeklagter Mitverschwörer im Wahrzeichen-Fall benannt wurde. Bald danach beschrieb ihn ein Kabel des State Departments: 

“ein bekannter Financier von Terroroperationen und ein Handlungsbevollmächtigter einer islamischen NGO auf den Philippinen, die eine bekannte Hamas-Front ist. Er steht in Jordanien im Zusammenhang mit einer Serie von Kino-Bombenanschlägen in diesem Jahr unter Anklage.“ (135)

Khalifa war, mit anderen Worten, wie Ali Mohamed an terroristischen Operationen auf internationaler Ebene beteiligt. Er war eine wichtige Informationsquelle und sprach frei mit den FBI-Agenten, die ihn festgenommen hatten. In seinem Besitz fanden sie “Dokumente, die islamistische Terrorhandbüchern mit der International Islamic Relief Organization zusammenbrachten, die Gruppe, die er auf den Philippinen geleitet hatte.” (136) Und in seinem Notebook fanden sie Beweise, die ihn direkt mit Ramzi Yousef verbanden, der zu der Zeit der vom FBI meistgesuchteste Terrorist für seine Rolle in der WTC-Bombardierung von 1993 war. 

Wie aber Peter Lance erzählt: “Die Feds bekamen nie eine Chance, ihn zu befragen.“ Stattdessen wurde im Januar 1995 eine Entscheidung von Außenminister Warren Christopher und der stellvertretenden Generalstaatsanwältin Jamie Gorelick getroffen, Khalifa abrupt aus den Vereinigten Staaten nach Jordanien für ein Gerichtsverfahren zu entfernen, wo er bald “des Terrorismus‘ freigesprochen wurde und nach Saudi-Arabien ziehen durfte.” (137) Dort “begrüßten ihn Saudi-Beamte am Flughafen.” (138)

“Ich erinnere mich an Leute beim CIA, die zu der Zeit zum Dampfen gebracht wurden” wegen der Entscheidung, sagt Jacob L. Boesen, ein Analyst des Energieministeriums, der damals beim CIA-Anti-Terror-Zentrum arbeitete. “Nicht nur in der Rückschau sprechend, sondern auch gleichzeitig mit dem, was die Geheimdienste von bin Laden wussten, war die Khalifa-Deportation unwirklich.” (139) 

Noch unwirklicher war die Entscheidung eines Gerichts in einem Zivilverfahren, Khalifa vor seiner Deportation den Inhalt seines Gepäcks zurückzugeben, darunter sein Notebook und andere Computer-Dateien. (140)

Ich glaube, dass Peter Lance, nach all seiner akribischen Wissenschaft, zu identifizieren scheiterte, wer eigentlich wirklich durch diese Ausweichmaßnahme geschützt wurde. Er schreibt, dass Khalifa von 1983 bis 1991 “von al-Qaida mit dem Führen des Philippinen-Ablegers der International Islamic Relief Organization (IIRO) betraut wurde, eine ihrer wichtigsten NGOs.” (141) 

Aber die IIRO lag in den Händen einer weit größeren Macht als al-Qaida, die in jedem Fall im Jahre 1983 nicht existierte. Es war eine wohltätige Organisation, die 1979 durch ein königlich-saudisches Dekret genehmigt worden war, als Partner einer anderen Schlüsselinstitution der königlichen Familie, der Muslim World League (MWL). (142) Nach Angaben des ehemaligen CIA-Beamten Robert Baer wurde die IIRO “mit eiserner Hand” von Prinz Salman ibn Abdul- ziz al Saud (dem Bruder von Saudi-König Abdullah) regiert, der “persönlich alle wichtigen Aufträge und Ausgaben genehmigte.” 143

Das Kreationsdatum des Jahres 1979 spiegelt die wichtige Veränderung in diesem Jahr in der Haltung der saudischen Königsfamilie gegenüber dem politischen Islamismus der Muslimbruderschaft oder Ikhwan (von denen Mohammed Jamal Khalifa ein Senior-Mitglied war) wider. Wie bereits erwähnt, war 1979 das Jahr, als radikale Wahhabiten die Große Moschee in Mekka in ihre Gewalt brachten. Als Reaktion darauf begannen die Saudi-Familienstiftungen wie die IIRO, die Auswanderung der Muslimbruderschaft zu subventionieren. (144)

Der Status Khalifas in der IIRO war also nicht ungewöhnlich. Neben den Bombenanschlägen in Jordanien ist die IIRO auch mit der Unterstützung von Terroristen auf den Philippinen, (145) in Indien, (146), auf Indonesien, (147) in Kanada, (148) Albanien, Tschetschenien, Kenia, (149) und anderen Ländern in Verbindung gebracht worden, vor allem in Bosnien. (150) Insbesondere wurde Khalifa der Finanzierung der philippinischen Terrorgruppe Abu Sayyaf (die 1993 einen amerikanischen Bibelübersetzer entführt hatte) angeklagt. (151) Doch: “Die US-Regierung hat Khalifa nicht als finanziellen Unterstützer des Terrorismus bezeichnet.“ (152) 

US- und Königshaus-Schutz für al-Qaida-Plotter Khalid Sheikh Mohammed

Dem saudischen Königsschutz für Jamal Khalifa wurde von dem königlich-katarischen Schutz von Khalid Scheich Mohammed (KSM), Ramzi Yousefs Onkel und Mitverschwörer auf den Philippinen, mehr als gleichgekommen. Die 9/11-Kommission, die von KSM urteilt, “der Hauptarchitekt der 9/11-Angriffe” zu sein, gab eine leise Anerkennung dieses katarischen Schutzes für ihn zu: 

“Khalid Sheikh Mohammed – Yousefs Onkel, damals in Katar ansässig – war ein gemeinsamer Plotter von Yousef im Manila-Luftfahrt-Plot und hatte ihm auch etwas Geld vor der Trade Center Bombardierung überwiesen. Den US-Staatsanwalt erreichte eine Anklageschrift gegen KSM im Januar 1996, aber ein Offizieller der Regierung von Katar warnte ihn wahrscheinlich davor. Khalid Sheikh Mohammed konnte einer Ergreifung ausweichen (und blieb auf freiem Fuß, um eine zentrale Rolle in den 9/11-Angriffen zu spielen).“ (153)

Aus anderen Quellen, insbesondere durch Robert Baer, der damals ein CIA-Beamter in Katar war, erfahren wir, dass der “Offizielle” Scheich Abdallah bin Khalid bin Hamad al-Thani war, der katarische Minister des Innern und Bruder des damaligen Emirs von Katar, Sheikh Hamad bin Khalid al-Thani. (154) Laut ABC News: 

“Von Mohammed wird angenommen, dass er aus Katar mit einem Pass flüchtete, der ihm von der Regierung des Landes zur Verfügung gestellt wurde. Von ihm wird auch angenommen, dass ihm in Katar ein Haus und auch ein Job im öffentlichen Wasserwerk gegeben wurde. Beamte sagten, auch bin Laden selbst besuchte Abdallah bin Khalid al-Thani in Katar zwischen den Jahren 1996 und 2000. (155)

Der 9/11-Kommissionsbericht selbst  merkt in einer Fußnote an, dass: 

“Obwohl KSM behauptet, dass Scheich Abdallah kein Mitglied, Financier oder Unterstützer von al-Qaida war, gibt er zu, dass Abdallah eine Reise bezahlte, die KSM 1995 nach Bosnien zum Eintritt in den Dschihad unternahm. (156)

Dieses Eingeständnis ist schwerlich mit der offiziellen Feststellung der Kommission in Einklang zu bringen, dass: 

“Es scheint nicht so, dass irgendeine andere Regierung als die Taliban al-Qaida vor 9/11 finanziell unterstützte, auch wenn einige Regierungen al-Qaida-Sympathisanten beinhaltet haben könnten, die sich bei al-Qaidas Spendensammelaktivitäten blind stellten.“ (157)

Im Jahre 2013 zwang der syrische Alptraum die US-Medien zuzugeben, in den Worten von The Atlanti , dass Katar “ein globaler Geldgeber der Bruderschaft ” ist. (158) Dieses Eingeständnis erschwert die frühere Stereotyp-Etablierung politischer Islamisten wie KSM als “nicht-staatliche Akteure.” (159)

In Triple Cross konzentriert sich Peter Lance, der KSMs Flucht aus Katar nicht erwähnt, stattdessen auf die Weise, in der später im selben Jahr US-Bundesstaatsanwälte seinen Namen aus dem Verfahren gegen Ramzi Yousef im Zusammenhang mit dem 1993er World Trade Center-Bombenanschlag heraushielten: 

”Die Staatsanwälte Mike Garcia und Dietrich Snell präsentierten einen packenden Beweisfall … und charakterisierten das Material, das auf Ramzis Toshiba-Laptop abgerufen wurde, als “die verheerendsten aller Beweise. ” … Während Yousefs Toshiba-Laptop … alle Details des Plots enthielt, der später an 9/11 ausgeführt wurde, wurde von diesem Szenario während des Verfahrens nicht ein Wort erwähnt. …. Am meisten überrascht, während des gesamten Sommer-langen Prozesses wurde der Name des vierten Bojinka-Verschwörers, Khalid Shaikh Mohammed, … nur einmal per Name erwähnt, in Bezug auf ein Schreiben, das gefunden wurde in [Yousefs Wohnung].“(160)

Lance legt immer wieder nahe, dass die US-Staatsanwälte in New York und vor allem Dietrich Snell für die Verharmlosung der Rolle von Khalid Sheikh Mohamed und anderer Mängel verantwortlich waren, denn sie waren erpicht, “die volle Wahrheit hinter dem Versagen des Justizministeriums zu verstecken.” (161) Aber die Sache mit KSMs Flucht 1996, wie auch die Freilassung von Jamal Khalifa, war auf einer viel höheren Ebene als der von Staatsanwälten sensibel. Es war eine Sache, die zurück in das schwarze Loch reichte, das von der ultimativen USA-Abhängigkeit von Saudi-Arabien, Katar und der OPEC für die Verteidigung des Petrodollar repräsentiert wird. 

In anderen Worten war die Unterdrückung von KSMs Namen überhaupt nicht überraschend. Im Gegenteil, sie war völlig im Einklang mit einem der heikelsten und umstrittensten Eigenschaften der 9/11-Geschichte: der viel diskutierten Tatsache, dass vor dem CIA zwei Anti-Terror- Beamte zwei der mutmaßlichen zukünftigen Flugzeugentführer vor Erkennung und Überwachung durch das FBI geschützt hatten.

Bundesstaatlicher Schutz für angebliche 9/11-Hijacker 

Morgenthaus Hypothese, dass die CIA kriminellen saudischen Geheimdienst-Assets  Schutz gab, erhielt in der Folge von 9/11 weitere Bestätigung. Es gibt nun Hinweise, viele von ihnen systematisch von der 9/11-Kommission unterdrückt, dass vor 9/11 die CIA-Beamten Richard Blee und Tom Wilshire innerhalb der CIA-Bin Laden-Einheit, zusammen mit FBI-Agenten wie Dina Corsi, zwei der späteren angeblichen Entführer an 9/11, Khalid al-Mihdhar und Nawaf al-Hazmi, vor einer Untersuchung und Verhaftung schützten – stark dem ähnelnd, wie das FBI Ali Mohamed vor der Festnahme 1993 geschützt hatte.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass al-Mihdhar und al-Hazmi, wie Hampton-El vor ihnen, indirekt von der saudischen Botschaft in Washington Finanzmittel erhielten: 

”(Z)wischen 1998 und 2002 wurden bis zu US $ 73.000 in Bankchecks von [Saudi-Botschafter Prinz] Bandars Ehefrau Haifa – die die älteren Bushs einmal als ‘meine Mutter und meinen Vater‘ beschrieb – an zwei kalifornische Familien geschleust, von denen bekannt ist, dass sie al-Midhar und al-Hazmi finanziert haben. … Prinzessin Haifa schickte regelmäßige monatliche Zahlungen zwischen $ 2.000 und $ 3.500 an Majeda Dweikat, der Ehefrau von Osama Basnan, von dem von verschiedenen Forschern angenommen wird, dass er ein Spion der saudischen Regierung ist. Viele der Checks wurden weiter an Manal Bajadr ausgestellt, der Ehefrau von Omar al-Bayoumi, von dem vermutet wird, dass er selbst heimlich für das Königreich arbeitet. Die Basnans, die al-Bayoumis und die beiden 9/11-Entführer teilten einmal den gleichen Wohnblock in San Diego. Es war al-Bayoumi, die die Mörder begrüßte, als sie zum ersten Mal in Amerika ankamen, und ihnen unter anderem mit einer Wohnung und bei Sozialversicherungskarten Unterstützung gab. Er half den Männern auch, sich an Flugschulen in Florida anzumelden.“ (162)

Der Bericht der Congressional Joint Inquiry zu 9/11 (S. 173-77), obwohl an der Stelle stark geschwärzt, liefert bestätigende Informationen, einschließlich eines Berichts, dass Basnan einmal eine Party für den “Blinden Scheich” Omar Abdul Rahman gegeben hatte. Mit anderen Worten, die Untersuchung des Kongresses fand Hinweise darauf, dass diejenigen, die die islamistischen Verschwörer von 1993 unterstützten, jene waren, die 2001 die unterstützten, die schließlich für 9/11 beschuldigt wurden. 

Der 9/11-Kommissionsreport, FBI-Berichte verwerfend, bestritt einfach, dass saudisches Botschaftsgeld die beiden Hijacker unterstützt hatte. (163) Er erkannte an, dass es ein Versagen der Geheimdienste in Bezug auf al-Mihdhar und al-Hazmi gegeben hatte, aber behandelten es als ein Unfall, der womöglich nicht aufgetreten wäre, “wenn mehr Mittel aufgebracht worden wären.” (164) Diese Erklärung ist jedoch inzwischen vom 9/11-Kommissionsvorsitzenden Tom Kean zurückgewiesen. Gefragt, ob das Versagen bei der Handhabung von al-Mihdhar und al-Hazmi ein schlichter Fehler gewesen sein könnte, erwiderte Kean:

“Oh, es war nicht leichtsinniges Versehen. Es war zielgerichtet. Kein Zweifel. … Der Schluss, zu dem wir kamen, war, dass in der DNA dieser Organisationen Geheimhaltung war. Und Geheimhaltung bis hin zum Punkt, dass man nichts mit irgendwem teilt.“ (165) 

2011 demonstrierte ein wichtiges Buch von Kevin Fenton, Disconnecting the Dots, eindeutig, dass die Informationszurückhaltung zweckmäßig und nachhaltig über einen Zeitraum von achtzehn Monaten war. (166) Diese Störungen und Manipulationen wurden besonders krass und kontrovers in den Tagen vor 9/11. (167)

Vor dem Lesen von Fentons Buch war ich mit Lawrence Wright Spekulationen zufrieden, dass die CIA die zwei Saudis womöglich anwerben wollte; und dass “(d)ie CIA möglicherweise eine Operation in Übersee schützte [womöglich in Verbindung zu Saudi-Arabien] und fürchtete, dass das FBI sie bloßstellen würde.” (168) Aber ich bin jetzt überzeugt, überzeugt, dass Lawrence Wrights Erklärung, dass die CIA eine verdeckte Operation schützte, vielleicht die Anfänge des Zurückhaltens im Januar 2000 erklären mag, mitnichten aber ihre Erneuerung in den Tagen kurz vor 9/11. 

Fenton analysiert eine Liste von fünfunddreißig verschiedenen Anlässen, bei denen die beiden mutmaßlichen Entführer auf diese Weise von Januar 2000 bis zum 5. September 2001 geschützt wurden, weniger als eine Woche vor den Flugzeugentführungen. (169) Die Vorfälle gehören in seiner Analyse zwei Hauptgruppen zu. In den früheren Vorfällen sieht er die Absicht, ‘eine CIA-Operation zu decken, die bereits im Gange war.‘ (170) Nachdem allerdings im Sommer 2001 “das System rot blinkte“ und die CIA einen unmittelbar bevorstehenden Angriff erwartete, vermag Fenton keine andere Erklärung zu sehen, als dass “der Zweck der Auskunftsverweigerung der geworden war, die Angriffe voranschreiten zu lassen.“ (171)

Zur Unterstützung von Fentons Schlussfolgerung gibt es Hinweise (von ihm nicht erwähnt), die darauf hindeuten, dass Mitte 2001 der CIA-Anti-Terror-Center (CTC), der der Hauptlieferant des CIA-Schutzes war, glaubte, dass ein al-Qaida-Anschlag unmittelbar bevorstand, und dass al-Mihdhar dafür wichtig war. Am 15. August teilte CIA-Anti-Terror-Chef Cofer Black einer geheimen Pentagon-Konferenz: “Wir werden in Kürze getroffen werden …. Viele Amerikaner werden sterben, und es könnte in den USA sein.” (172) Drei Wochen zuvor hatte CTC-Deputy Chief Tom Wilshire geschrieben, dass “Wenn die nächste große Operation  durchgeführt wird, wird … Khallad [bin Attash] an oder nahe der Spitze sein. … Khalid Midhar sollte sehr hohes Interesse sein. ” (173) Doch Wilshire (wie sein Vorgesetzter, Richard Blee), tat, statt dem FBI zu sagen, was er über al-Mihdhar wusste, das Gegenteil; er: 

“unterließ es nicht nur, irgendjemand anderem Beteiligten in der Jagd [nach Al-Mihdhar] zu sagen, dass Almihdhar wahrscheinlich bald ein Teilnehmer in einem großen al-Qaida-Angriff in den USA sein würde, sondern unterstützte auch ein dubioses Verfahren, das bedeutete, dass das FBI nur einen Bruchteil der Ressourcen, die es hatte, der Jagd widmete.“ (174)

Fentons ernste Anschuldigung muss im Licht der früheren Schutz-Beispiele gesehen werden, die wir untersuchten: 

    1) der Schutz, der Salameh und Abouhalima 1990 im Kahane-Mord gegeben wurde, sie auf freiem Fuß lassend, um im World Trade Center-Bombenanschlag von 1993 teilzunehmen;

    2) die Unterlassung für zwei oder drei Jahre, Ali Mohameds 1991 beschlagnahmten Dokumente zu bearbeiten, die das World Trade Center-Bombardement von 1993 womöglich hätten verhindert können; 

    3) die Freisetzung von Ali Mohamed aus RCMP-Haft im Jahre 1993, ihn auf freiem Fuß lassend, um an der Botschaftsbombardierung 1998 in Nairobi teilzunehmen;

    4) die Behandlung von Ali Mohamed als “nicht-angeklagter Mitverschwörer” im 1993er WTC-Bomben-Fall und im Wahrzeichen-Fall, ihn frei lassend, um an der Botschaftsbombardierung 1998 in Nairobi teilzunehmen. 

Eine fortdauernde Vertuschung, die mit 9/11 nicht endete

Es gibt noch andere Indikatoren, dass diese Ereignisse Teil einer einzigen langfristigen Vertuschung war, eine, die immer noch im Gange ist. Einer der Verbindungsanschlüsse ist Scheich Abdul Rahmans Al-Salaam-Moschee in Jersey City, 1989 von Ali Mohamed und seinen Auszubildenden besucht, und angeblich von zwei der angeblichen 9/11-Entführer (Mohamed Atta und Marwan al-Shehhi) im Jahr 2000-01 besucht. (175) 

Direkt neben der Moschee in Jersey City war die Sphinx Trading Company, deren Gründer und Leiter, Waleed Abouel Nour, wie Ali Mohamed als nicht-angeklagter Mitverschwörer in der Wahrzeichenverschwörungs-Fall von 1995 gelistet wurde.  (Die New York Times berichtete später, dass das FBI Nour als Terroristen identifizierte. (176))

“Von mindestens zweien von Ali Mohamed trainierten Mitgliedern der New Yorker Zelle – El Sayyid Nosair und Siddig Ali Siddig – ist bestätigt, Postfächer bei Sphinx Trading in den 1990er Jahren gehalten zu haben, so wie der blinde Scheich selbst. Ein Jahrzehnt später wurden die Postfächer immer noch von mit al-Qaida verbundenen Terroristen benutzt. In eidesstattlicher Erklärung in einem geschlossenen Verfahren im Jahre 2002 sagte ein New Jersey-Polizist, dass ihm das FBI gesagt habe, dass ‘einige der Flugzeugentführer vom 11. September auch Postfächer in dem Standort hatten.‘ Die Polizei durchsuchte das Büro eines Geschäftsmannes in New Jersey [Mohamed el-Atriss], dessen Name im Sozietätsvertrag von Sphinx Trading Co. erschien, und fand die Namen und Telefonnummern von mehreren Entführern unter seinen Papieren. Der Geschäftsmann gab schließlich zu, gefälschte Ausweise an zwei der Hijacker verkauft zu haben.“ (177) 

[Eine der gefälschten IDs wurde Khalid al-Mihdhar gegeben. (178)]

Diese wichtige Untersuchung der Infrastruktur der Ali Mohamed-Connection wurde schnell vom FBI geschlossen: 

“Der Polizist sagte 2002 aus, dass das FBI die polizeiliche Untersuchung dieser Zusammenhänge in New Jersey ohne Erklärung geschlossen hatte, aber inmitten unbestätigter Gerüchte (berichtet von der New York Times), dass der Geschäftsmann selbst ein FBI-Informant war. Alle Terrorismus-Anklagepunkte gegen den Geschäftsmann wurden schließlich fallengelassen.“ (179)

Der saudisch-amerikanische Petroleum-Komplex und die Verteidigung des Petrodollar 

Diese laufende Vertuschung einer terroristischen Infrastruktur, die sich über ein Jahrzehnt spannt, wird durch die Zensur der Befunde des Congressional Joint Inquiry über Osama Basnan im Weitergeben von saudischen Botschaftsgeldern an al-Mihdhar, und zuvor als Gastheber einer Party für Abdul Rahman gespiegelt. Ein Faktor, der die Vertuschung ermöglicht, ist die übergreifende und wenig verstandene US-Saudi-Beziehung. Um sie zu verstehen, müssen wir auch den Kontext von Petrodollar, der OPEC und den großen Ölgesellschaften berücksichtigen.

Der Export von Saudi-Öl, von allen Kunden in US-Dollar bezahlt und im Falle der USA weitgehend durch den Export von US-Waffen nach Saudi-Arabien ausgeglichen, ist eine wichtige Untermauerung der amerikanischen Petrodollar-Wirtschaft. Wie ich an anderer Stelle dokumentierte wird ihre aktuelle Stärke von der OPEC-Forderung  (durch eine geheime Vereinbarung in den 1970er Jahren zwischen den USA und Saudi-Arabien gesichert und bis heute intakt) unterstützt, dass alle OPEC-Ölverkäufe in Dollar bezahlt werden. (180) $ 600 Milliarden an saudischen Dollar-Gewinnen wurden im Ausland reinvestiert, das meiste davon in US- Unternehmen wie Citibank (wo die beiden größten Aktionäre Mitglieder der saudischen Königsfamilie sind. (181)) 

Diese Verschmelzung von US-amerikanischen und saudischen Regierungsinteressen ist so politisch, wie sie ökonomisch ist. Die ersten Ölpreiserhöhungen von 1972 bis 1973, von Nixon mit dem König von Saudi-Arabien und den Schah von Iran arrangiert, halfen bei der Bezahlung, um den Iran und Saudi-Arabien als US-Proxies in der Region nach dem Rückzug der britischen Truppen aus der Region 1971 zu bewaffnen. (182) Die Ölpreiserhöhungen von 1979 bis 1980 waren auf der anderen Seite sicher nicht die Absicht von Präsident Carter, einem politischen Opfer der Preissteigerungen.  Sie wurden jedoch glaubwürdig der Arbeit der Ölkonzerne wie BP zugeschrieben, möglicherweise in Absprache mit den Republikanern; und hatten das Ergebnis, bei der Wahl von Ronald Reagan (wie auch Margaret Thatcher in England) zu helfen. (183)

Ich lege nahe, dass es eine High-Level-Fusion von Interessen zwischen den US- und Saudi-Regierungen, Ölgesellschaften und Banken (um Allianzen wie die Carlyle Group nicht zu erwähnen), die die CIA fortwährend zu vertreten neigt und nicht nur ad hoc um eines bestimmten Ziels willen. Der laufende Schutz, der über die Jahre an Verbrecher wie Salameh, Ali Mohamed, al-Mihdhar und al-Hazmi gegeben wurde, sollte als Folge dieser High-Level-Fusion der Interessen angesehen werden. Unnötig hinzuzufügen, dass 99 Prozent des gewöhnlichen amerikanischen Volks, das als Folge eine Reihe von wiederkehrenden Angriffen erlebte (die erste World Trade Center-Bombardierung, die Botschaftsbombenanschläge von 1998, vielleicht sogar 9/11 selbst), zu Verlierern dieses Arrangements wurden. 

Ich bin überzeugt, dass das Geheimnis des Schutzes für Terroristen durch die US-Regierung teilweise auf dieses “Dach“ der unergründlichen Regierungs-, Finanz-, und Unternehmensbeziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien zurückgeführt werden kann. Es gibt ein “schwarzes Loch” in der Mitte dieses Daches, in dem die Interessen der Regierungen, der Petrodollar-Banken, Geheimdienste und multinationalen Ölgesellschaften unergründlich gemischt sind.

Diese multinationale Pyramide, mit Interessen, die im Widerspruch zu denen des amerikanischen Volkes stehen, wird immer stärker. Im März 2007 hat der US-Konzern Halliburton, eine der wichtigsten Kräfte hinter dem US-Engagement im Kaspischen Becken, verkündet, dass er “einen Unternehmenssitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten von Dubai öffnen und seinen Vorsitzenden und CEO, David J. Lesar, dorthin verlagern“ werde. (184) Man kann sehen, warum. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein Unternehmensparadies mit niedrigen Steuern und Gewerkschaften, die per Gesetz verboten sind. (185) 

Ihre Petrodollars befähigen sie, Trends in Richtung eines demokratischen Nahen Osten zu kontern: zum Beispiel marginalisieren die $ 8 Milliarden an Hilfen, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Saudis an al-Sisi nach dem Militärputsch in Ägypten versprochen wurden, nunmehr das armselige jährliche Hilfspaket der Vereinten Staaten von $ 1.5 Milliarden. (186)

Und in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird es eine zunehmend anspruchsvollere Infrastruktur für eine globale Reichweite geben, immun gegen öffentliche Aufsicht. Eine geheime US-geführte Söldnerarmee wird für die VAE von Erik Prince, dem Milliardär-Gründer von Blackwater, aufgebaut, der jetzt ein VAE-Bürger ist. (187) 2013 heuerten die Vereinigten Arabischen Emirate Booz Allen an, einem der wichtigsten Vertragspartner der National Security Agency, “um den weltweit größten und mächtigsten Geheimdienst im Sand von Abu Dhabi zu replizieren.” (188) 

An der Spitze der Pyramide sind wahrscheinlich immer noch die Banken und die Kolosse des militärisch-industriellen-Erdöl-Komplexes. Franklin Roosevelt schrieb Col. House 1933: “Die wirkliche Wahrheit. . . ist, wie Sie und ich wissen, dass ein Finanzelement in den größeren Zentren die Regierung seit den Tagen von Andrew Jackson besessen hat.” (189) Ein Jahr später hatte Senator Gerald Nye, ein Republikaner, den Vorsitz über eine Reihe einflussreicher Anhörungen zu  Rüstungsfirmen und Banken inne, wonach Senator Nye kommentierte , es sei “völlig fair zu sagen, dass diese Banker [bezugnehmend auf das "House of Morgan“] im  Herzen und Zentrum eines Systems waren, das unsere Gang in den Krieg unvermeidlich gemacht hat.” (190)

Diese Unausweichlichkeit scheint durch die Einführung angeschwollener Saudi-Ölprofite in das amerikanische politische System verstärkt worden zu sein. Von Adnan Khashoggi, einem wohlhabenden politischen Fixer in den 1960er und 1970er Jahren, wird gesagt, er soll einmal eine Aktentasche mit einer Million Dollar bei Nixon im Weißen Haus liegengelassen haben, und er soll Einlagen von 200 Millionen Dollar in der Bank von Nixons Kumpan Bebe Rebozo gehalten haben. (191) 1977 taten sich die Saudi-Milliardäre Khalid bin Mahfouz und Ghaith Pharaon mit dem  ehemaligen Gouverneur von Texas, John Connally, zusammen, um die Main Bank in Houston zu kaufen – eine Bank, die sich durch ihre “sehr ungewöhnliche” Praxis unterschied, “mehr als zehn Millionen Dollar pro Monat in Hundert-Dollar-Scheinen“ zu bekommen und auszuzahlen. (192) Khalid bin Mahfouz hat auch bei der “Finanzierung der Houston Wolkenkratzer für die Texas Commerce Bank (geholfen), in der [Reagans Stabschef] James Baker einen wesentlichen Besitzanteil hatte.” (193) Wiederholte Investitionen in die sich abmühende Ölgesellschaft des jungen George W. Bush (Arbusto, später Teil von Harken Energy), führten zu Spekulationen “einer kenntnisreichen Saudi-Quelle”, dass sie “möglicherweise Teil der gleichen Strategie der Saudis von Investitionen in US-Unternehmen waren, die mit mächtigen Politiker verbunden waren.” (194) 

Wenn wir unseren Staat je vom unsichtbaren Tiefenstaat dahinter befreien und unsere Institutionen und Menschen vor Angriffen ausländischen Reichtums schützen wollen, muss als ein erster Schritt, bin ich überzeugt, eine nähere öffentliche Prüfung unseres Pseudo-Kriegs gegen den Terror stehen.

QUELLEN:

1 Dana Priest and William Arkin, Top Secret America: The Rise of the New American Security State (New York: Little Brown, 2011), 52.

2 E.g. Marc Ambinder and D.G. Grady, Deep State: Inside the Government Secrecy Industry (New York: Wiley, 2013); John Tirman, “The Quiet Coup: No, Not Egypt. Here,” HuffingtonPost, July 9, 2013, here.

3 Erich Lichtblau, “In Secret, Court Vastly Broadens Powers of N.S.A.,” New York Times, July 6, 2013.

4 In addition there are unproven allegations that the United States granted a green card to Ayman al Zawahiri, identified in the 9/11 Commission Report (p. 57) as “the most important Egyptian in bin Laden’s circle,” and since 2011 the leader of al-Qaeda (Nafeez Mosaddeq Ahmed, The War On Truth: 9/11, Disinformation And The Anatomy Of Terrorism [Northampton, MA: Olive Branch Press, 2005], 46). It is not contested that “Foreign trial transcripts and U.S. court records confirmed that Zawahiri had previously flown to America, once in the early 1990s, and again in 1994…. Ali Mohamed, bin-Laden’s American-trained military adviser, served as Zawahiri’s host during the 1994 American fundraising campaign” (Jayna Davis, The third terrorist: the Middle East connection to the Oklahoma City bombing [Nashville, TN: WND Books, 2004], 318-19).

5 Richard Clarke, Against All Enemies: Inside America’s War on Terror (New York: Free Press, 2004), 30.

6 It is relevant that in 2011 the U.S. provided assistance to the armed overthrow of Gaddafi in Libya, by a violent resistance force in which the MB were prominent. See Peter Dale Scott, “The Libyan War, American Power and the Decline of the Petrodollar System”,” Asian-Pacific Journal: Japan Focus, April 27, 2011, here.

7 E.g. Mark Mazzetti, “Spy Agencies Say Iraq War Worsens Terrorism Threat,” New York Times, September 23, 2006, here.

8 A recent FBI circular instructs enforcement officials that people should be “considered suspicious” of possible involvement in “terrorist activity” if they hold the “attitude” described as “Conspiracy theories about Westerners” (Ralph Lopez, “FBI calls half of populace with 9/11 doubts potential terrorists,” Crime, September 19, 2013, here; citing FBI circular, “Potential Indicators of Terrorist Activities Related to Sleepers”).

9 Jean-Charles Brisard and Guillaume Dasquié, Ben Laden: la vérité interdite (Paris: Denoël, 2001), 14.

10 Robert Baer, See No Evil: the true story of a ground soldier in the CIA’s war on terrorism (New York: Crown Publishers, 2002), 243-44; discussion in Peter Dale Scott, Drugs, oil, and war: the United States in Afghanistan, Colombia, and Indochina (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2003). 28-31; The Road to 9/11: Wealth, Empire, and the Future of America (Berkeley: University of California Press, 2007), 170-72.

11 Cf. my enlargement of the concept of an American deep state beyond parallel government in Peter Dale Scott, American War Machine (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2010), 20-23; Peter Dale Scott, “The ‘Deep State’ behind U.S. democracy,” VoltaireNet, April 6, 2011, here; etc.

12 All of America’s military engagements since 1950 have involved defense of the petrodollar system. See Peter Dale Scott, “The Libyan War, American Power and the Decline of the Petrodollar System,” Asian-Pacific Journal: Japan Focus, April 27, 2011, here.

13 Peter Lance, Triple Cross: How bin Laden’s Master Spy Penetrated the CIA, the Green Berets, and the FBI — and Why Patrick Fitzgerald Failed to Stop Him (New York: Regan/ HarperCollins, 2006), 120-25. Cf. Toronto Globe and Mail, November 22, 2001; Tim Weiner, Enemies: a history of the FBI (New York: Random House, 2012),  397.

14 Ali H. Soufan, The Black Banners: The Inside Story of 9/11 and the War Against al-Qaeda (New York: Norton, 2011), 75-77.

15 Lance, Triple Cross, 373. Cf. J.M. Berger, “Paving the Road to 9/11,” Intelwire, here: “Ali Mohamed was the utility player who created al Qaeda’s terrorist infrastructure in the United States — a series of connections, ideas, techniques and specific tools used by the [9/11] plot’s hijackers and masterminds…. Mohamed described teaching al Qaeda terrorists how to smuggle box cutters onto airplanes.”

16 Lance, Triple Cross, 123-24.

17 Soufan, The Black Banners, 561. The testimony of former FBI agents like Ali Soufan that Mohamed was not incarcerated has been challenged in a curious book by Special Forces veteran Pete Blaber, The Mission, The Men, and Me: Lessons from a Former Delta Force Commander (New York: Berkley Trade, 2010). Blaber claims to have interviewed Mohamed in a prison cell, after reading Mohamed’s perceptive document on how to track down Osama bin Laden. Blaber argues strenuously that Mohamed was not a double agent, but fails to deal with any of the countervailing evidence (such as the RCMP release).

18 “D.E.A. Deployed Mumbai Plotter Despite Warning,” New York Times, November 8, 2009; cf. Scott, American War Machine, 246-47. Cf. The Globe and Mail (Canada), May 26, 2011: “FBI thought Mumbai massacre plotter worked for them, court told.” Another much simpler domestic example of this puzzle is Richard Aoki, the FBI informant who in the 1960s supplied the Black Panthers in Oakland with arms (Seth Rosenfeld, Subversives: The FBI’s War on Student Radicals, and Reagan’s Rise to Power [New York: Macmillan, 2012], 418-24, etc.).

19 Peter Dale Scott, The Road to 9/11: Wealth, Empire, and the Future of America (Berkeley: University of California Press, 2007), 151-60. For a summary, see Peter Dale Scott, “Bosnia, Kosovo, and Now Libya: The Human Costs of Washington’s On-Going Collusion with Terrorists,” Asian-Pacific Journal: Japan Focus, July 29, 2011, here.

20 Steven Emerson, American jihad: the terrorists living among us (New York: Free Press, 2002), 57-58; Peter L. Bergen, Holy war, Inc.: inside the secret world of Osama bin Laden (New York: Free Press, 2001), 135; Lawrence Wright, The Looming Tower: Al-Qaeda and the Road to 9/11 (New York: Knopf, 2006), 181-82. Wright gives a detailed summary of John Zent’s ensuing interview with Mohamed in May 1993, but says not a word about Zent’s intervention with the RCMP. To my knowledge the only privileged book to do so is Tim Weiner, Enemies: a history of the FBI (New York: Random House, 2012), 397: “He explained that he was working for the FBI and he offered the telephone number of his Bureau contact in San Francisco. The Canadians released Mohamed after the agent vouched for him.” Weiner’s relative candor came in 2012, long after this FBI scandal had already been publicized by Lance and other authors, including myself.

21 Cf. Washington Post, June 1, 2012: “Soufan’s case was unusual because he never worked for the CIA. The PRB’s [Publications Review Board’s] authority [i.e. legal authority] is grounded in the secrecy agreements signed by agency employees that require them to submit any material prepared for public disclosure ‘either during my employment . . . or at anytime thereafter.’” In other words, the CIA’s PRB had no legal right to censor Soufan’s book, but did so anyway – an example of the blurring of past bureaucratic distinctions in today’s shadow state.

22 Michael Scheuer, Osama bin Laden (New York: Oxford University Press, 2011), 218n.

23 “Ali Mohamed Case,” Defense Human Resources Activity (DHRA), Department of Defense, here; citing the Toronto Globe and Mail.

24 Benjamin Weiner and James Risen, “The Masking of a Militant: A special report; A Soldier’s Shadowy Trail In U.S. and in the Mideast,” New York Times, December 1, 1998. This embarrassing exercise in damage control cannot be found on Lexis Nexis.

25 Peter Waldman, Gerald F. Seib, Jerry Markon, Christopher Cooper, “Sergeant Served U.S. Army and bin Laden, Showing Failings in FBI’s Terror Policing,” Wall Street Journal, November 26, 2001.

26 Daniel Coleman, Affidavit, Sealed Complaint, United States of America v Ali Abdelseoud Mohamed, U.S. District Court, Southern District of New York, September 1998 (obtained by INTELWIRE.com), p.7, here. In fact Mohamed had been an FBI informant since at least 1992 (see below).

27 I had no choice but to remove certain relevant material from The Road to 9/11. As British and American lawyers pointed out to me, my sources had already retracted their statements before me.

28 Lance, Triple Cross, 125. Cf. Steven Emerson, “Osama bin Laden’s Special Operations Man,” Journal of Counterterrorism and Security International, September 1, 1998, here: “In a seemingly bizarre twist, while in California, Mohammed volunteered to provide information to the FBI on a smuggling operations involving Mexicans and other aliens not connected to terrorist groups. Within time, officials say, the relationship allowed Mohammed to divert the FBI’s attention away from looking at his real role in terrorism into examining the information he gave them about other smuggling.” But it could not have diverted the FBI’s attention for very long. By May 1993, five months later, Mohamed had described to Zent in some detail his activities with Obama and al-Qaeda (Wright, Looming Tower, 181-82; J. M. Berger, ed., Ali Mohamed: An Intelwire Sourcebook (Intelwire Press, 2006), 31-32).

29 Lance, Triple Cross, 95. Cf. Tim Weiner, Enemies, 397.

30 Lance, Triple Cross, 99. Similarly Tim Weiner writes that the FBI agents handling Mohamed “did not comprehend him” (Weiner, Enemies: a history of the FBI, 397).

31 “Ali Mohamed Case,” Defense Human Resources Activity (DHRA), Department of Defense, here, emphasis added.

32 Miller, Stone, Mitchell, The Cell, 90-91.

33 U.S. vs. Omar Abdel Rahman et al., September 11, 1995; quoted in Berger, Ali Mohamed, 210; cf. Lance, Triple Cross, 48.

34 “Sergeant Served U.S. Army and bin Laden,” Wall Street Journal, November 26, 2001: “At the time, the FBI wrote them off as harmless zealots, fired up to help the mujahedeen fighting the Soviet puppet government in Afghanistan.”

35 Bergen, Holy War, Inc., 134. The al-Kifah Center (al-Kifah means “the struggle”) was “known informally as ‘the jihad office.’… There was no problem finding volunteers, who might stay in Afghanistan up to three months at a time…. The volunteers joined the forces of the Hezb-I-Islami (Party of Islam), led by Gulbuddin Hekmatyar” (Stephen Franklin, “Slain Muslim Had Link To Radical Cleric,” Chicago Tribune, July 11, 1993, here.)

36 Mitchell D. Silber, The Al Qaeda Factor: Plots Against the West (Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 2012), 169-70.

37 Peter Bergen, Holy War, Inc., 130-31.

38 Lawrence Wright, Looming Tower, 180; citing Boston Globe, February 3, 1995; cf. Robert Friedman, “The CIA’s Jihad,” New Yorker, March 17, 1995; Paul L. Williams, Al Qaeda: brotherhood of terror ([Parsippany, NJ?]: Alpha, 2002), 117.

39 Lance Williams and Erik McCormick, “Al Qaeda terrorist worked with FBI,” San Francisco Chronicle, November 4, 2001.

40 “Ali Mohamed Case,” Pentagon, here.

41 Robert Friedman, “The CIA and the Sheik,” Village Voice, March 30, 1993; Evan Kohlmann, Al-Qaida’s Jihad in Europe (New York: Berg, 2004), 26.

42 John Miller, Michael Stone, Chris Mitchell, The Cell: Inside the 9/11 Plot, and Why the FBI and CIA Failed to Stop It (New York: Hyperion, 2002), 44. Cf. J.M. Berger, Jihad Joe: Americans who go to war in the name of Islam, (Washington, D.C.: Potomac Books, 2011), 44: “The stash included military training manuals and documents given to Nosair by Sergeant Ali Mohamed, the jihadist mole at Fort Bragg.”

43 Newsday, November 8, 1990.

44 New York Times, November 8, 1990.

45 New York Times, December 16, 1990. Compare the Pentagon’s terrorist account of the training given by Mohamed (“surveillance, weapons and explosives”) with the more benign version in the long article about Mohamed in the New York Times: “Mr. Mohamed met the local Muslims at an apartment in Jersey City, and taught them survival techniques, map reading and how to recognize tanks and other Soviet weapons, according to testimony by one of his students at Mr. Nosair’s 1995 Federal trial” (Weiner and Risen, “The Masking of a Militant: A special report,” New York Times, December 01, 1998).

46 TV journalist John Miller, a former New York deputy police commissioner who would later become the FBI’s Assistant Director for Public Affairs, reported in The Cell (44) that the disputed evidence from Nosair’s home was withheld from NYPD officer Edward Morris, who prepared the NYPD case against Nosair: “On the third day after the shooting, while Norris was out to lunch, the FBI removed Nosair’s 16 boxes of files from Norris’s squad room. Unfortunately the evidence was about to enter a black hole. The FBI now says it turned the files the evidence was about to enter a black hole. The FBI now says it turned the files over to the Manhattan District Attorney’s Office, after it was decided, following a series of meetings and phone calls, that the local prosecutor and the NYPD would have exclusive jurisdiction over the murder case. The Manhattan DA’s office won’t comment on what was done with the files before Nosair’s trial, though Norris was never informed they were available. But this much is certain: The bulk of the material remained untranslated and unread for nearly three years.” [This last sentence is hard to reconcile with the detailed description given at the time by Borelli.]

47 Friedman, “The CIA’s Jihad.”

48 Lance, Triple Cross, 58-62.

49 For the list, see Lance, Triple Cross, 574-75.

50 Steve Coll, Ghost wars: the secret history of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet invasion to September 10, 2001 (New York: Penguin Press, 2004), 251.

51 Quoted in Peter Lance, Triple Cross, 383.

52 Steve Coll, Ghost Wars, 255; “Since 1989 the FBI had been running paid informants inside circles of Islamic radicals in New York and New Jersey. In 1990, the FBI carted away forty-seven boxes of documents and training manuals from the home of El Sayyid Nosair.” Cf. Lance, Triple Cross, 73-75, etc.

53 Robert Friedman, “The CIA’s Jihad,” New Yorker, March 17, 1995.

54 Robert Dreyfuss, Devil’s Game: how the United States helped unleash fundamentalist Islam (New York: Metropolitan Books, 2003), 73-79, 98-108, 120-25. Cf. Robert Baer (a former CIA officer), Sleeping with the Devil (New York: Crown, 2003), 99: “The White House looked on the Brothers as a silent ally, a secret weapon against (what else?) communism. This covert action started in the 1950s with the Dulles brothers… when they approved Saudi Arabia’s funding of Egypt’s Brothers against Nasser;” Scott, Road to 9/11, 44.

55 Dreyfuss, Devil’s Game, 274-75; quoting John Cooley, Unholy Wars (London: Pluto Press, 1999), 31-32: “By the end of 1980, U.S. military trainers were sent to Egypt to impart the skills of the U.S. Special Forces to those Egyptians who would, in turn, pass on the training to the Egyptian volunteers flying to the aid of the mujahideen in Afghanistan.”

56 Joseph J. Trento, Prelude to terror: the rogue CIA and the legacy of America’s private intelligence network (New York: Carrol and Graf, 2005), 150, 247.

57 “Ali Mohamed Case,” here.

58 Cf. Emerson, “Osama bin Laden’s Special Operations Man:” “He had been in the United States earlier that decade, having graduated as a captain from a Special Forces Officers School at Fort Bragg in 1981 in a program for visiting military officials from foreign countries.”

59 Lance, Triple Cross, 194 (oath).

60 Scott, Road to 9/11, 161-62; citing Guardian (London), January 7, 1993; Kohlmann, Al-Qaida’s Jihad in Europe, 16.

61 Ferrukh Mir, Half Truth (iUniverse.com, 2011), 163-64: “In 1992, Ali Mohamed, a double agent and ex-US Special Forces officer with close ties to Al-Kifah, led a group of US militants who were all ex-US soldiers to train and fight in Bosnia. Abu Obadiah Yahiya, an ex-US Marine and security chief at the Brooklyn branch, lead [sic] a second group of US militants to fight in Bosnia.” Cf. Mark Huband, Trading Secrets: spies and intelligence in an age of terror (New York: I.B. Tauris, 2013), 112; “Mohamed – using the nom-de-guerre Abu ‘Abdallah – travelled to Bosnia as part of a team which trained and armed Muslim fighters there until June 1993, when he travelled on to Khartoum and was asked by bin Laden to set up the al-Qaeda cell in Nairobi, Kenya.”

62 Kohlmann, Al-Qaida’s Jihad in Europe, 39-41; citing Steve Coll and Steve LeVine, “Global Network Provides Money, Haven,” Washington Post, August 3, 1993. Bin Laden also gave money to the Third World Relief Agency to buy weapons for Bosnian fighters (Anonymous [Michael Scheuer], Through our enemies’ eyes: Osama bin Laden, radical Islam, and the future of America [Washington, D.C.: Potomac Books, Inc., 2006], 151).

63 Scott, Road to 9/11, 149-50; Kohlmann, Al-Qaida’s Jihad in Europe, 45, 73-75.

64 Scott, Road to 9/11, 149; Kohlmann, Al-Qaida’s Jihad in Europe, 73. I have been unable to identify this Prince Faisal securely. He is perhaps Prince Faisal bin Salman bin Abdulaziz Al Saud, who frequently visited the United States in connection with his horse-breeding interests in Kentucky. In 2003 Gerald Posner claimed that Faisal’s older brother and business partner Ahmed bin Salman had had ties to al-Qaeda and advance knowledge of 9/11 (Gerald Posner, Why America slept: the failure to prevent 9/11 [New York: Random House, 2003]), 202. Cf. Anthony Summers and Robbyn Day, The Eleventh Day: The Full Story of 9/11 and Bin Laden (New York: Ballantine Books, 2011), 405-07, 419, 563-64.

65 Friedman, “The CIA’s Jihad.” About this time, Ayman al-Zawahiri, in 2013 the leader of al-Qaeda, came without difficulty to America to raise funds in Silicon Valley, where he was hosted by Ali Mohamed (Lawrence Wright, New Yorker: “Zawahiri decided to look for money in the world center of venture capitalism-Silicon Valley. He had been to America once before, in 1989, when he paid a recruiting visit to the mujahideen’s Services Bureau branch office in Brooklyn. According to the F.B.I., he returned in the spring of 1993, this time to Santa Clara, California, where he was greeted by Ali Mohamed, the double agent.”)

66 Bruce O. Riedel, The Search for Al Qaeda: Its Leadership, Ideology, and Future (Washington, D.C.: Brookings Institution Press, 2008), 43: “Osama also worked with ISI in the creation of a key Kashmiri jihadist group in the late 1980s, the Lashkar-e-Tayyiba.” Cf. Yossef Bodansky, Bin Laden: The Man Who Declared War on America (Rocklin, CA: Forum, 2001), 320.

67 Michael Scheuer, “Central Asia in Al-Qaeda’s Vision of the Anti-American Jihad, 1979-2006,” China and Eurasia Forum Quarterly (2006), 3.

68 The Black Vault

69 Ahmed Rashid, “They’re Only Sleeping: Why militant Islamicists in Central Asia aren’t going to go away,” New Yorker, January 14, 2002, here; cf. Ahmed Rashid, Jihad (New Haven: Yale UP, 2002), 165; Svante Cornell, “Narcotics, Radicalism and Security in Central Asia: The Islamic Movement of Uzbekistan,” Uppsala University, December 2004, 19: “Bolot Januzakov, Head of the Kyrgyz Security Council, asserted in 2000 that the IMU controlled the majority, perhaps up to 70%, of the heroin entering Kyrgyzstan.”

70 Gretchen Peters, Seeds of Terror: How Heroin Is Bankrolling the Taliban and Al Qaeda (New York: Macmillan, 2009), 69, 87, 89, 132-33.

71 Peters, Seeds of Terror, 132-33.

72 9/11 Commission, “Monograph on Terrorist Financing: Staff Report to the Commission,” 7. Cf. 9/11 Commission Report, 171: “Al Qaeda has been alleged to have used a variety of illegitimate means, particularly drug trafficking and conflict diamonds, to finance itself…. While the drug trade was a source of income for the Taliban, it did not serve the same purpose for al Qaeda.” The footnote to this sentence (p. 499) adds: “No evidence indicates any such involvement in drug trafficking, and none of the detained al Qaeda operatives has indicated that this was a method of fund-raising.”

73 “Evidence Presented to the British Parliament, 4th October 2001,” Los Angeles Times, October 4, 2001. Cf. New York Times, October 4, 2001. For further documentation, see Peter Dale Scott, Drugs, Oil, and War, 32, 36.

74 New York Times, 7/20/93. Cf. J. R. de Szigethy, “Crime Scene — World Trade Center,” AmericanMafia.com, September 2004: “The murders [from the 1993 WTC bombing] were the result of a plot by members of an organized crime syndicate involved in drug trafficking.”

75 Jayna Davis, The Third Terrorist: The Middle East Connection to the Oklahoma City Bombing (Nashville: WND Books/Thomas Nelson, 2004), 303.

76 Boston Herald, 10/17/01; cf. 9/11 Report, 175.

77 Cf. Scott, American War Machine.

78 Steven Emerson, American jihad: the terrorists living among us (New York: Free Press, 2002), 28.

79 Yossef Bodansky, Terror! The Inside Story of the Terrorist Conspiracy in America (New York: S.P.I. Books, 1994), 166. Similarly Gerald Posner notes “rumors that [Mustafa] Shalabi [the head of the al-Kifah Center until he was murdered in February 1991] … might be involved in counterfeiting” (Posner, Why America slept, 8).

80 Berger, Jihad Joe, 37; citing USA v. Rahman, S5 93 Cr. 181, court transcript, April 3, 1995.

81 Scheuer, Through Our Enemies’ Eyes, 151.

82 Emerson, American jihad, 28.

83 Bin Laden’s and al-Qaeda’s proximity to Khattab is both asserted and disputed at high levels. See Robert W. Schaefer, The Insurgency in Chechnya and the North Caucasus: from gazavat to jihad (Santa Barbara, CA: Praeger Security International, 2011), 165-66.

84 Thomas Hegghammer. Jihad in Saudi Arabia: violence and pan-Islamism since 1979 (New York: Cambridge University Press, 2010), 56.

85 Soufan, Black Banners, 62. Jeremy Scahill also writes of Special Operations veterans in Blackwater with previous “experience in Chechnya” (Jeremy Scahill, Dirty Wars: The World Is a Battlefield [New York: Nation Books, 2013], 408.).

86 Berger, Ali Mohamed, 18 (discussed below).

87 Yaroslav Trofimov, The Siege of Mecca: The 1979 Uprising at Islam’s Holiest Shrine (New York: Anchor, 2008).

88 Peter Tomsen, The Wars of Afghanistan: messianic terrorism, tribal conflicts, and the failures of great powers (New York: PublicAffairs, 2011), 179-82, 195-99.

89 Coll, Ghost wars, 155. For Azzam’s and OBL’s Muslim Brotherhood memberships, see Steve Coll, The Bin Ladens: an Arabian family in the American century (New York: Penguin Press, 2008), 148, 253.

90 Ahmed Rashid, Taliban: Militant Islam, Oil and Fundamentalism in Central Asia (New Haven: Yale UP, 2001), 131. Cf. Steven A. Yetiv, The Petroleum Triangle: Oil, Globalization, and Terror (Ithaca, NY: Cornell University Press, 2011), 65.

91 Tomsen, The Wars of Afghanistan, 198.

92 Scott, Road to 9/11, 171; citing Rajeev Sharma, Pak Proxy War (New Delhi: Kaveri Books, 2002), 145-46.

93 Cf. John J. Loftus, “What Congress Does Not Know about Enron and 9/11,” May 2003, here: “The … block order, in force since the 1980’s, was against any investigation that would embarrass the Saudi Royal family. Originally, it was designed to conceal Saudi support for Muslim extremists fighting against the Soviets in Afghanistan and Chechnya, but it went too far. Oliver North noted in his autobiography, that every time he tried to do something about terrorism links in the Middle East, he was told to stop because it might embarrass the Saudis. This block remains in place.”

94 Scott, Road to 9/11, 172; citing Greg Palast and David Pallister, “Intelligence: FBI Claims Bin Laden Inquiry Was Frustrated,” Guardian, November 7, 2001, here.

95 Coleman affidavit, 2; in Berger, Ali Mohamed, 26.

96 Coll, The Bin Ladens, 399-401.

97 For a summary of some of the conflicting accounts, see Summers and Day, The Eleventh Day, 215-16.

98 Coll, Ghost Wars, 231, emphasis added. In 2001 Peter Bergen had claimed that bin Laden “used his family connections with King Fahd to convince the [Saudi] government that he needed to leave the country to sort out some business matters in Pakistan. Arriving there in April 1991, he then sent a letter to his family telling them that he would not be able to return home. After some months in Afghanistan he arrived in Sudan” (Bergen, Holy War, Inc., 81-82).

99 9/11 Commission Report, 57. In the December 2004 paperback edition of Ghost Wars (231-32), Coll adjusted his account to reconcile with the 9/11 Report. He replaced his sentence, “The escort put bin Laden on a plane out of Saudi Arabia,” with two new ones: “Two associates of bin Laden later offered a different version while under interrogation. They said a dissident member of the royal family helped him leave the country by arranging for bin Laden to attend an Islamic conference in Pakistan during the spring of 1991.” The “Islamic conference” is almost certainly a reference to the negotiations in Peshawar, which produced the Saudi-backed Peshawar Accord (finalized in April 1992) to end the Afghan Civil War. Bin Laden did play a part in these negotiations. Like Sheikh Rahman before him, he tried, vainly, to negotiate a truce between the warring mujahideen leaders, Massoud and Hekmatyar (Wright, Looming Tower, 161; Roy Gutman. How We Missed the Story: Osama Bin Laden, the Taliban and the Hijacking of Afghanistan [Washington DC., Endowment of the United States Institute of Peace, 2008], 34).

100 Steve Coll also suggests that the “interior ministry” (headed by the Prince) supplied bin Laden with “a one-time exit visa to travel to Pakistan to liquidate investments there” (Coll, The Bin Ladens, 381). Both motives may have been present in bin Laden’s mind, but his capacity to serve as a mediator may have been more influential in persuading the Saudis to arrange for his departure.

101 Wright, Looming Tower, 161. For Naif (or Nayef) as anti-American, see Coll, Ghost Wars, 399; Coll, The Bin Ladens, 437, 626n.

102 Tomsen, Wars of Afghanistan, 485: “Al-Qaeda, Muslim Brotherhood extremists, and Prince Turki’s General Intelligence Directorate supported the ISI’s extremist-centered Afghan strategy.”

103 Against this odd claim cf. e.g. Wright, Looming Tower, 154: “The minister of the interior, Prince Naif, … summoned bin Laden to his office…. Bin Laden had reported to Naif…many times during the Afghan jihad.” As noted above, Ahmed Rashid claims that bin Laden and Prince Turki became “firm friends and allies” in the same cause (Taliban, 131).

104 “A Biography of Osama bin Laden,” Frontline, PBS, here.

105 Anonymous [Michael Scheuer], Through our enemies’ eyes, 131.

106 Coll, Ghost Wars, 207.

107 Barnett R. Rubin, Afghanistan in the Post-Cold war Era (New York: Oxford UP, 2013), 86.

108 Coll, Ghost Wars, 215-16.

109 Coll, The Bin Ladens, 403-05: (“Osama now became a target; it is not entirely clear why”).

110 Tomsen, The Wars of Afghanistan, 337.

111 Tomsen, The Wars of Afghanistan, 406-07.

112 Coll, Ghost Wars, 225.

113 Scott, American War Machine, 94-105; Peter Dale Scott, The War Conspiracy: JFK, 9/11, and the Deep Politics of War (Ipswich MA: Mary Ferrell Foundation Press, 2008), 98-103.

114 Ahmed Rashid, Taliban, 145.

115 Thomas Goltz, Azerbaijan Diary: A Rogue Reporter’s Adventures in an Oil-Rich, War-Torn, Post-Soviet Republic (Armonk, NY: M. E. Sharpe, 1999), 272-75. Cf. Mark Irkali, Tengiz Kodrarian and Cali Ruchala, “God Save the Shah,” Sobaka Magazine, May 22, 2003, here. A fourth operative in MEGA Oil, Gary Best, was also a veteran of North’s Contra support effort. For more on General Secord’s and Major Aderholt’s role as part of Ted Shackley’s team of off-loaded CIA assets and capabilities, see Jonathan Marshall, Peter Dale Scott, and Jane Hunter, The Iran-Contra Connection: Secret Teams and Covert Operations in the Reagan Era (Boston: South End Press, 1987), 26-30, 36-42, 197-98.

116 It was also a time when Congress, under pressure from Armenian voters, had banned all military aid to Azerbaijan (under Section 907 of the Freedom Support Act). This ban, reminiscent of the Congressional ban on aid to the Contras in the 1980s, ended after 9/11. “In the interest of national security, and to help in `enhancing global energy security’ during this War on Terror, Congress granted President Bush the right to waive Section 907 in the aftermath of September 11th. It was necessary, Secretary of State Colin Powell told Congress, to `enable Azerbaijan to counter terrorist organizations’” (Irkali, Kodrarian and Ruchala, “God Save the Shah,” Sobaka Magazine, May 22, 2003).

117 Goltz, Azerbaijan Diary, 272-75; Peter Dale Scott, Drugs, Oil, and War (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2003), 7. As part of the airline operation, Azeri pilots were trained in Texas. Dearborn had previously helped Secord advise and train the fledgling Contra air force (Marshall, Scott, and Hunter, The Iran-Contra Connection, 197). These important developments were barely noticed in the U.S. press, but a Washington Post article did belatedly note that a group of American men who wore “big cowboy hats and big cowboy boots” had arrived in Azerbaijan as military trainers for its army, followed in 1993 by “more than 1,000 guerrilla fighters from Afghanistan’s radical prime minister, Gulbuddin Hekmatyar.” (Washington Post, 4/21/94) Richard Secord was allegedly attempting also to sell Israeli arms, with the assistance of Israeli agent David Kimche, another associate of Oliver North. See Scott, Drugs, Oil, and War, 7, 8, 20. Whether the Americans were aware of it or not, the al- Qaeda presence in Baku soon expanded to include assistance for moving jihadis onwards into Dagestan and Chechnya.

118 Cooley, Unholy Wars, 180; Scott, Drugs, Oil, and War, 7. These important developments were barely noticed in the U.S. press, but a Washington Post article did belatedly note that a group of American men who wore “big cowboy hats and big cowboy boots” had arrived in Azerbaijan as military trainers for its army, followed in 1993 by “more than 1,000 guerrilla fighters from Afghanistan’s radical prime minister, Gulbuddin Hekmatyar.” (Washington Post, April 21, 1994). The Azeri “Afghan Brigade” was formally dissolved in 1994, after which it focused more on sabotage and terrorism (Cooley, Unholy Wars, 181),

119 As the 9/11Commission Report notes (58), the bin Laden organization established an NGO in Baku, which became a base for terrorism elsewhere. It also became a transshipment point for Afghan heroin to the Chechen mafia, whose branches “extended not only to the London arms market, but also throughout continental Europe and North America (Cooley, Unholy Wars, 176).

120 Rubin, Afghanistan from the Cold War, 86.

121 Bergen, Holy War, Inc., 67. Cf. Ali Soufan, Black Banners, 565 (murder of Anwar Sadat, watch list); Berger, Jihad Joe, 24 (watch list).

122 Lawrence Wright, Looming Tower, 180; cf. Paul L. Williams, Al Qaeda: brotherhood of terror ([Parsippany, NJ?]: Alpha, 2002), 117.

123 “A Soldier’s Shadowy Trail In U.S. and in the Mideast,” New York Times, December 1, 1998, here.

124 Phil Karber, Fear and faith in paradise: exploring conflict and religion in the Middle East (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2012), ZZ; cf. Wright, Looming Tower, 164-65.

125 Summers, The Eleventh Day, 393: “Citing a U.S. intelligence source, the author Simon Reeve reported as much in 1999 – well before it became an issue after 9/11.”

126 Summers and Swan, The Eleventh Day, 394.

127 Coll, The Bin Ladens, 399-401. Cf. Geoffrey Wawro, Quicksand: America’s pursuit of power in the Middle East (New York: Penguin Press, 2010): “Osama mixed business and religion. He committed to build an airport at Port Sudan;” Karber, Fear and faith in paradise: “Bin Laden promised the people of Sudan an airport at Port Sudan.”

128 Wright, Looming Tower, 165.

129 The text of the State Department paper of August 14, 1996, “State Department Issues Factsheet on Bin Ladin,” is reproduced in Brisard and Dasquié, Ben Laden: la vérité interdite, 257-58.

130 The Faisal Islamic Bank of Sudan and the Faisal Islamic Bank of Egypt were both founded in 1977 with official approval by Prince Mohammed al-Faisal al-Saud, a graduate of Menlo College in California. Cf. “Sudan Islamic Banking,” Photius, here: “The Faisal Islamic Bank, whose principal patron was the Saudi prince, Muhammad ibn Faisal Al Saud, was officially established in Sudan in 1977 by the Faisal Islamic Bank Act. The ‘open door’ policy enabled Saudi Arabia, which had a huge surplus after the 1973 Organization of Petroleum Exporting Countries (OPEC) increases in the price of petroleum, to invest in Sudan. Members of the Muslim Brotherhood and its political arm, the National Islamic Front, played a prominent role on the board of directors of the Faisal Islamic Bank, thus strengthening the bank’s position in Sudan.”

131 Dreyfuss, Devil’s Game, 180-81.

132 Jane’s Intelligence Review, August 1, 2001; quoted in Scott, Road to 9/11, 356.

133 John Crewdson, “Swiss Officials Freeze Bank Accounts Linked to Supporters of Terrorist Groups.” Chicago Tribune, November 3, 2001, Cf. Ahmed, War on Truth, 98; Financial Times, November 29 2001: “A US State Department report in 1996 and a French investigation into the bank separately concur that bin Laden invested $50m in the bank on his arrival in Sudan in 1991, an allegation Mr Ismail [of the bank] denies.” Cf. also Brisard, Ben Laden: La Verité Interdite, 119-21, 308-10, etc.

134 Coll, The Bin Ladens, 413. There is a brief reference to the State Department White Paper in Bergen, Holy Wars, Inc. (2001), 83: “Bin Laden…sank $50 million of his own money into the Al-Shamal Islamic Bank in Khartoum” (cf. 264n). The controversial author Yossef Bodansky links both the Faisal Islamic Bank and the Al-Shamal Bank to significant jihad activities, as well as possible drug trafficking (Bodansky, Bin Laden, 42-43).

135 Lance, Triple Cross, 157-59, citing State Department Cable 1994STATE335575.

136 Steve A. Yetiv, The petroleum triangle: oil, globalization, and terror (Ithaca, NY: Cornell UP, 2011), 114-15.

137 Zachary Abuza, Militant Islam in Southeast Asia: Crucible of Terror (Boulder, CO: Lynne Rienner, 2003), 108. At ease in Saudi Arabia, Khalifa became a misleading source, rather than a topic of inquiry, in privileged bin Laden books like Lawrence Wright’s The Looming Tower (112-13, 450).

138 Anonymous [Michael Scheuer], Through our enemies’ eyes, 151.

139 Lance, Triple Cross, 161, citing personal interview.

140 Lance, Triple Cross, 162.

141 Lance, Triple Cross, 157-58.

142 Khalifa also “headed the Muslim World League office in Peshawar in the 1980s. In 1988, he moved to Manila and opened a branch office of the World Assembly of Muslim Youth [an allied royal creation]” (Tomsen, The Wars of Afghanistan, 198).

143 Baer, Sleeping with the Devil, 167, 140.

144 Tomsen, The Wars of Afghanistan, 179-82, 195-99.

145 Abuza, Militant Islam in Southeast Asia, 93.

146 Baer, Sleeping with the Devil, 69; Aaron Mannes, Profiles In Terror: The Guide To Middle East Terrorist Organizations (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2004), 41.

147 Kumar Ramakrishna (ed.), After Bali: The Threat of Terrorism in Southeast Asia (Singapore: Institute of Defence and Strategic Studies, 2003), 139.

148 Wesley J. L. Anderson, Disrupting Threat Finances: Utilization of Financial Information to Disrupt Terrorist Organizations in the Twenty-First Century (S.l.: BiblioScholar, 2012), 14.

149 Girma Yohannes Iyassu Menelik, Europe: The Future Battleground of Islamic Terrorism (München: GRIN-Verlag, 2010), 95.

150 Kohlmann, Al-Qaida’s Jihad in Europe, 41-42. Before being captured in Pakistan, Ramzi Yousuf was being sheltered by his maternal uncle Zahid al-Shaikh, a principal with Mercy International (Lance, 1000 Years for Revenge, 189). Mercy International was another Islamic NGO involved in recruiting “international volunteers” for the war in Bosnia (Richard Labévière, Dollars For Terror: The United States and Islam (New York: Algora, 2000), 151.

151 Larry Niksch, Abu Sayyaf: Target of Philippine-U. S. Anti-Terrorism Cooperation (Washington, D.C.: Congressional Research Service, Library of Congress, 2007), CRS-4.

152 Peter L. Bergen, The Osama Bin Laden I Know: An Oral History of Al Qaeda’s Leader (New York: Free Press, 2006), 444.

153 9/11 Commission Report, 73; citing Joint Inquiry Report (classified version), 324-28. Cf. pp. 146, 148: “In 1992, KSM… moved his family to Qatar at the suggestion of the former minister of Islamic affairs of Qatar, Sheikh Abdallah…, In January 1996, well aware that U.S. authorities were chasing him, he left Qatar for good.”

154 Robert Baer, Sleeping with the Devil, 18-19, 194-96. Baer heard from another member of the al-Thani family, former police chief Hamad bin Jasim bin Hamad al-Thani, that when KSM came from the Philippines, Abdallah bin Khalid gave him 20 blank Qatari passports. Later, “As soon as the FBI showed up in Doha” in 1996, the emir ordered Abdallah to move KSM out of his apartment to his beach estate, and eventually out of the country (pp. 195-96).

155 Brian Ross and David Scott, “Al Qaeda Ally? Member of Qatari Royal Family Helped Senior Al Qaeda Official Get Away,” ABCNEWS.com, February 7, 2003, here.

156 9/11 Commission Report, 488; citing Intelligence report, interrogation of KSM, July 23, 2003.

157 9/11 Commission Report, 171. A Sarajevo paper confirmed that KSM worked for a relief group in Bosnia that “was just a cover for the Cairo-based Islamist movement, the Muslim Brotherhood” (Adnkronos, January 20, 2009, here).

158 “How Saudi Arabia and Qatar are the Tortoise and the Hare of the Middle East,” The Atlantic, August 27, 2013, here. Qatar’s motives for this support seem to be the same as Saudi support earlier, for protection at home: “By aligning itself with [the Brotherhood] Qatar could extend its influence and protect itself from revolution on its own soil, turning the Muslim Brotherhood into an ally rather than a threat” (Frida Ghitis, “Qatar’s Risky Bet on the Muslim Brotherhood,” World Policy Review, January 31, 2013).

159 E.g. Kimberley N. Trapp, State Responsibility for International Terrorism (New York : Oxford University Press, 2011), 51.

160 Lance, Triple Cross, 253; emphasis in original. Lance does discuss the role of Qatar’s Sheikh Abdullah in helping KSM to escape the FBI (Cover up: what the government is still hiding about the war on terror [New York: Regan Books, 2004], 168-69).

161 Lance, Triple Cross, 342.

162 Summers and Day, The Eleventh Day, 410-15, 559-62; Former Senator Bob Graham, Keys to the Kingdom, 131-32; cf. David B. Ottaway, The king’s messenger: Prince Bandar bin Sultan and America’s tangled relationship with Saudi Arabia (New York: Walker & Company, 2008), 198-99.

163 9/11 Commission, ”Appendix A: The Financing of the 9/11 Plot, Staff Report, Terrorist Financing, 1.“Despite persistent public speculation, there is no evidence that the hijackers who initially settled in San Diego, Mihdhar and Hazmi, received funding from Saudi citizens Omar al Bayoumi and Osama Bassnan, or that Saudi Princess Haifa al Faisal provided any funds to the hijackers either directly or indirectly. A number of internal FBI documents state without reservation that Bayoumi paid rent on behalf of Mihdhar and Hazmi, a claim reflecting the initial view of some FBI agents. More thorough investigation, however, has determined that Bayoumi did not pay rent or provide any funding to the hijackers.”

164 9/11 Commission Report, 266-72 (272).

165 Rory O’Connor and Ray Nowosielski, “Who Is Rich Blee?” 911Truth.org, September 21, 2111; Rory O’Connor and Ray Nowosielski, “Insiders voice doubts about CIA’s 9/11 story,” Salon, October 14, 2111, here. O’Connor and Nowosielski add corroboration from former Counterterrorism Chief Richard Clarke. “Clarke said he assumed that ‘there was a high-level decision in the CIA ordering people not to share that information.’ When asked who might have issued such an order, he replied, ‘I would think it would have been made by the director,” referring to Tenet — although he added that Tenet and others would never admit to the truth today “even if you waterboarded them.’

166 Kevin Fenton, Disconnecting the Dots (Walterville, OR: TrineDay, 2011); cf. Peter Dale Scott, “9/11 as a Deep Event: How CIA Personnel Helped Allow It To Happen,” in James R Gourley, ed., The 9/11 Toronto Report: International Hearings on the Events of September 11, 2001 (Seattle, WA: CreateSpace Independent Publishing Platform, 2012), 109-27. According to Fenton (pp. 72-79), the post-9/11 cover-up of Wilshire’s behavior was principally the work of one person, Barbara Grewe, who worked first on the Justice Department Inspector General’s investigation of Wilshire’s behavior, then was transferred to two successive positions with the 9/11 Commission’s staff.

167 On August 29, less than two weeks before 9/11, this interference led one FBI agent, Steve Bongardt, to predict accurately that “someday someone will die” (9/11 Commission Report, 259, 271; Lawrence Wright, Looming Tower, 352–54; Scott, American War Machine, 203).

168 Lawrence Wright, “The Agent,” New Yorker, July 10 and 17, 2006, 68; cf. Wright,Looming Tower, 339-44; discussion in Scott, The War Conspiracy, 355, 388-89.

169 Fenton, Disconnecting the Dots, 383-86.

170 Fenton, Disconnecting the Dots, 48. Cf. Lawrence Wright, “The Agent,” New Yorker, July 10 and 17, 2006, 68; quoted approvingly in Peter Dale Scott, American War Machine, 399.

171 Fenton, Disconnecting the Dots, 371, cf. 95.

172 Quoted in Jeremy Scahill, Dirty Wars, 21.

173 Tom Wilshire, July 23, 2001, in “United States v. Zacarias Moussaoui (No. 01-455), Substitution for the Testimony of ‘John.’” U.S. Court for the District of Alexandria, July 31, 2006; quoted in Fenton, Disconnecting the Dots, 274, 401.

174 Fenton, Disconnecting the Dots, 276.

175 Berger, Ali Mohamed, 17; citing Wayne Parry, “Mysterious pair in custody perplexes federal investigators,” Associated Press, November 11, 2001; Falasten M. Abdeljabbar, “Neighborhood tired of suspicions and fear,” The Jersey Journal, December 18, 2001.

176 Robert Hanley and Jonathan Miller, “4 Transcripts Are Released In Case Tied to 9/11 Hijackers,” New York Times, June 25, 2003.

177 Berger, Ali Mohamed, 18; citing John Kifner, “Kahane Suspect Is a Muslim With a Series of Addresses,” New York Times, November 7, 1990; Transcript, Sealed Bail Hearing, US v. El-Atriss, November 19, 2002. The transcripts were unsealed after a lawsuit by several organizations including the New York Times and the Washington Post.

178 Wayne Parry, “September 11 Fake ID Suspect Flees U.S.,” Associated Press, July 31, 2003, here.

179 Berger, Ali Mohamed, 18; citing Robert Hanley and Jonathan Miller, “4 Transcripts Are Released In Case Tied to 9/11 Hijackers,” New York Times, June 25, 2003; Wayne Parry, “Judge releases transcripts in Sept. 11 fake IDs case,” Associated Press, June 24, 2003. The New York Times story is worth quoting further: “*Mr. Atriss was a co-founder of a Jersey City check-cashing company, Sphinx Trading Company, that had bank accounts with millions of dollars and had as a co-owner Waleed Abouel Nour, whom the F.B.I. had identified as a terrorist. That business was at the same location, on Kennedy Boulevard, used as a mailing address by several of the hijackers and earlier by Sheik Omar Abdel Rahman, whose followers were convicted of the 1993 bombing of the World Trade Center.”

180 Peter Dale Scott, Drugs, Oil, and War, 53. Cf. David E. Spiro, The Hidden Hand of American Hegemony: Petrodollar Recycling and International Markets (Ithaca: Cornell UP, 1999), x: “In 1974 [Treasury Secretary William] Simon negotiated a secret deal so the Saudi central bank could buy U.S. Treasury securities outside of the normal auction. A few years later, Treasury Secretary Michael Blumenthal cut a secret deal with the Saudis so that OPEC would continue to price oil in dollars. These deals were secret because the United States had promised other industrialized democracies that it would not pursue such unilateral policies.

181 See e.g. Michael Quint, “Saudi Prince Becomes Citicorp’s Top Stockholder.” New York Times, February 22, 1991.

182 Andrew Scott Cooper, The Oil Kings: How the U.S., Iran, and Saudi Arabia Changed the Balance of Power in the Middle East (New York: Simon & Schuster, 2011), 275, etc.; Scott, Road to 9/11, 33-34.

183 F. William Engdahl, A Century of War: Anglo-American Oil Politics and the New World Order (London: Pluto Press, 2004), 173; Andrew Gavin Marshall, “The Imperial Anatomy of Al-Qaeda. The CIA’s Drug-Running Terrorists and the ‘Arc of Crisis.’” Global Research, September 4, 2010, here. Cf. Scott, Road to 9/11, 86-89.

184 “Halliburton to Move Headquarters to Dubai,” New York Times, March 11, 2007, here. Halliburton made this announcement after it was “being investigated by different government agencies for various allegations of improper business dealings, and it is in the cross hairs of Democrats in Congress for alleged overbilling” (ABC News, March 12, 2007, here).

In 2013 the hotel conglomerate Starwood, operating Sheraton and Westin hotels, announced a similar move for a month as “a grand experiment” (Business Insider, April 11, 2013, here).

185 Energy analyst Roger Read said that if Halliburton “formally incorporates itself in the U.A.E., the banking mecca of the Middle East, company profits will soar…. ‘You’d probably be looking at a tax savings of several hundred million [dollars]. … It’s a win for the shareholders’” (ABC News, March 12, 2007, here).

186 “Egypt Is Arena for Influence of Arab Rivals,” New York Times, July 9, 2015, here

187 “Secret Desert Force Set Up by Blackwater’s Founder,” New York Times, May 14, 2011, here.

188 David E. Sanger and Nicole Perlroth, “After Profits, Defense Contractor Faces the Pitfalls of Cybersecurity,” New York Times, June 15, 2013, here).

189 Kevin Phillips, Wealth and Democracy: a political history of the American rich (New York: Broadway Books, 2002), 71.

190 “Nye Denies Inquiry ‘Cleared’ Morgan, New York Times, February 10, 1936;

quoted in Oliver Stone and Peter Kuznick, The Untold History of the United States (New York: Gallery Books, 2012), 76.

191 Summers with Swan, Arrogance of Power, 283; Baer, Sleeping with the Devil, 43 (briefcase); Renata Adler, “Searching for the Real Nixon Scandal,” Atlantic [December 1976], 76–84 Rebozo’s bank).

192 Russ Baker, Family of secrets: the Bush dynasty, the powerful forces that put it in the White House, and what their influence means for America (New York: Bloomsbury Press, 2009), 304; citing Craig Unger, House of Bush, House of Saud, 34.

193 Unger, House of Bush, House of Saud, 101.

194 Unger, House of Bush, House of Saud, 122; cf. Scott, Road to 9/11, 176-78.

 

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