Die Woche im Rückspiegel betrachtet

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Jede Woche am Sonntag stelle ich eine Auslese der zehn bemerkenswertesten Geschichten und Veröffentlichungen vor, auf die ich bei meinen Streifzügen durch die Tiefen und Weiten des weltumspannenden Informationsnetzes gestoßen bin.

Von Lars Schall

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

ich heiße Sie herzlich willkommen zu Die Woche im Rückspiegel betrachtet. Mit diesem Format möchte ich Ihnen immer wieder des Sonntags im Schnelldurchlauf zehn bemerkenswerte Geschichten und Veröffentlichungen präsentieren, über die ich im Laufe der jeweils vorangegangenen sieben Tage via wilder Internet-Klickerei stolperte.

Und damit ohne weiteren Aufhebens zu den…

TOP 10-LINKS DER WOCHE

Auf Platz 10 handelt sich der NSA-Ausschuss des Dt. Bundestags einen Korb ein – vom Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald, der keine Böcke hat auf jämmerliches Lari und Fari und eben drum für eine Aussage nicht bereit steht:

“Greenwald begründete dies in einer E-Mail an den Ausschuss unter anderem mit dessen Umgang mit Snowden. … Greenwald schrieb, dass der Ausschuss eine Anhörung Snowdens in Deutschland ablehne zeige, dass es den Abgeordneten wichtiger sei, die Vereinigten Staaten nicht gegen sich aufzubringen, als die Spionageaffäre aufzuklären. Greenwald sagte, er lehne es ab, an einem ‘Ritual‘ teilzunehmen, das die ‘Illusion einer Untersuchung‘ darstellen solle, aber tatsächliche Aufklärung vermeide.

Snowden sei der ‘Schlüsselzeuge‘ in der Affäre, betonte Greenwald. Sollte der Bundestag den Mut finden, den früheren Geheimdienstmitarbeiter persönlich auf deutschem Boden zu befragen, würde auch er selbst seine Entscheidung noch einmal überdenken.“

So steht’s hier geschrieben.

Andernorts im Internet wird ebenfalls attestiert: “Die Bundesregierung und die Vertreter der Regierungskoalition im NSA-Untersuchungsausschuss kuschen vor den USA. Edward Snowden soll nicht eingeladen werden, die Bundesregierung sträubt sich, dem NSA-Whistleblower, der in Russland festsitzt, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen. Obgleich es aufgrund der Enthüllungen von Snowden zu einem ersten Showdown zwischen Berlin und Washington mit der Ausweisung des CIA-Manns in Berlin gekommen ist, will man offensichtlich nicht mehr Zwist riskieren und zeigt sich auch solidarisch, d.h. nicht souverän, beim Vorgehen gegen Russland.“

Mehr davon hier.

Auf Platz 9 stellt Dr. Uwe Krüger von der Universität Leipzig, der Autor des Buchs “Meinungsmacht“, in einem Vortrag die Frage: “Unabhängigkeit in Gefahr? Deutsche Top-Journalisten und transatlantische Netzwerke“ – worauf Sie hier stoßen.

Krügers wissenschaftlicher Output spielte zuletzt Aufmerksamkeit erregend in das Programm der ZDF-Satire-Sendung hinein, welche in der sprichwörtlichen Anstalt stattfindet; allein, gewissen Journalisten der “Zeit“ ging das a bisserl zu weit, und schwupps zogen sie vor Gericht – siehe hier und hier.

Dann gibbet auf Platz 9 obendrauf eine “Presseschau XXL“ von Friedrich Küppersbusch a.k.a. Fred, einem der wenigen (prinzipientreuen) Journalisten in deutschen Landen, die man noch ernst nehmen darf. Küppersbusch zeigt die Verwechselbarkeit zwischen “Spiegel“ und “Bild-Zeitung“ auf – siehe hier. Im exakt gleichen Kontext ist auch dieses hier in Augenschein zu nehmen, wie Sie danach feststellen werden, wetten…

Auf Platz 8 zeigen sich die “Bild“ und der Springer-Konzern von anderer Seite:

“Nachdem Bild-Chefreporter Hans-Wilhelm Saure vom Bundesverwaltungsgericht (BVG) Steine in den Recherche-Weg gelegt wurden, halfen ihm nun auch Deutschlands höchste Verfassungsrichter nicht weiter. In Karlsruhe wollte er die vollständige Einsicht in die BND-Akten des Nazi-Massenmörders Adolf Eichmann durchsetzen. Der BND darf die Dokumente weiterhin unter Verschluss halten.“

Damit doch noch eventuell etwas Licht in die trübe Angelegenheit kommt, will der Springer-Konzern wohl vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen – siehe hier.

Auf Platz 7 haut die österreichische Zeitung “Die Presse“ raus: “So wird der Krieg gegen den Terror niemals enden. Drohnen, Sonderkommandos, fabrizierte Anschlagspläne: Der Kampf gegen den Jihadismus vergrößert das Übel, das er zu beseitigen versucht.“

C’mon Down and Welcome to the Terrordome – und zwar hier.

Auf Platz 6 landet diese Woche zunächst ein Offener Brief aus der Feder von Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat anlässlich des Vorschlags von Frank-Walter Steinmeier einer KSZE für den Mittleren und Nahen Osten im Tagesspiegel vom 21.07.2014:

“Sehr geehrter Herr Außenminister Frank-Walter Steinmeier,

mit großem Interesse las ich Ihren Vorschlag im Tagesspiegel vom 21.07.2014, möglichst schnell den Weg für eine KSZE für den Mittleren und Nahen Osten einzuschlagen. Ihre Initiative wird von einigen Kommentatoren kritisch gesehen und auch pessimistisch beurteilt. Auch ich selbst, kann Ihnen meine eigene Skepsis nicht vorenthalten. Sie rührt trotz meiner Freude über Ihren Vorschlag daher, dass bei allen laufenden Konflikten, die wir zur Zeit in der Ukraine, wie aber auch in Syrien und jetzt in Gaza, erleben, Deutschland und der gesamte Westen selbst zutiefst verstrickt sind. Dennoch sehe ich in Ihrem Vorstoß ein Zeichen der Hoffnung. Um weitere Katastrophen zu verhindern, ist es nie zu spät. Sie haben mit Ihrer Feststellung Recht, ‘der Nahe Osten gerät aus den Fugen‘. Spätestens jetzt führen die brutalen ISIS-‘Gotteskrieger‘ jedem, der es sehen will, vor Augen, welche Saat seit langem im Mittleren und Nahen Osten gesät worden ist und nun aufgeht. Durch eine gänzlich irrationale Fixierung auf kurzfristige Macht- und geopolitische Interessen der Mächtigen im Westen, waren Politiker in Europa leider sehr häufig außerstande, den notwendigen Weitblick walten zu lassen und ihr Handeln auf langfristige Lösungsmöglichkeiten auszurichten, nicht zuletzt auch wegen europäischer Eigeninteressen. Insofern hat man es auch immer wieder versäumt, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun.“

Weiter im Brief geht’s hier.

Zu Gaza wäre im Besonderen ein Artikel vom 29. Juli hervorzuheben, den ich auf der US-Website “Salon“ auftat. Darin steht zu lesen:

“Die Palästinenser hatten gerade ein außergewöhnlich brutales Wochenende zu ertragen: Im Gazastreifen überstieg die Zahl der Toten die erschreckende Benchmark von 1.000, überwiegend Zivilisten. In der Westbank töteten israelische Soldaten und Siedler mindestens neun Palästinenser inmitten von Protesten gegen die Zerstörung Gazas. Ich habe vor kurzem Israels irreführendes ‘menschliche Schutzschilde‘-Argument zu entlarven versucht…

Für die meisten Medien begann die aktuelle Krise mit der Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen in der Westbank. Dies ist natürlich ein beliebiger Startpunkt. Nur einen Tag vor den Entführungen wurden ein palästinensischer Mann und ein 10-jähriges Kind in Gaza von einem israelischen Luftangriff getötet. Warum war nicht das der Ausgangspunkt der Gewalt? Haben die Medien Israels Erzählung in einem solchen Ausmaß verinnerlicht, dass sie Israel lediglich auf Gewalt reagieren, statt diese initiierend sehen?

Israel beschuldigte die Hamas zunächst für die ‘Entführung‘ der Jugendlichen und ‘reagierte‘ mit einem gewalttätigen Amoklauf in der West Bank, dem Eindringen in Privatwohnungen, der Tötung von Demonstranten und der Verhaftung von Hunderten von Palästinensern, darunter 60 Hamas-Mitgliedern, die in einem früheren Gefangenenaustausch befreit worden waren. Stellen Sie sich das gegenteilige Szenario für einen Moment vor: Als die israelischen Truppen auf Film dabei erwischt wurden, wie sie nur wenige Wochen vor der Entführung der israelischen Teenager unbewaffnete palästinensische Jugendliche töteten, stellen Sie sich vor, wenn die Hamas mit dem Einmarsch in israelische Häusern reagiert hätte, dem Erschießen von israelischen Demonstranten und der Entführung von Hunderten israelischer Truppen. Würden die Medien solche Aktionen mit der gleichen Sympathie und dem gleichen Verständnis berichten, die sie für Israels Aktionen aufbrachten?“

Der Artikel bemängelt, dass selten beachtet wird, wann die Hamas eigentlich fortfuhr, Raketen ins Innere Israels zu schießen, und weist darauf hin, dass die Hamas in der Tat überhaupt nicht für die besagte Entführung verantwortlich gewesen sei. Diesbezügliche Geheimdiensterkenntnisse haben offiziell seit dem 30. Juni vorgelegen.

Es folgen weitere Zurückweisungen israelischer Anti-Hamas-Behauptungen, um später im Text hervorzukehren:

“Wenn Sie alles berücksichtigen, was ich bisher erwähnte, beginnen Sie zu erkennen, dass die allgegenwärtige Gesprächsthemasetzung ‘Israel wurde gezwungen, sich gegen Hamas-Raketen zu verteidigen‘ in drei Punkten falsch ist: 1) Diese Runde der Gewalt fing nicht mit den Hamas-Raketen an; 2) Israel war zu dieser Konfrontation nicht ‘gezwungen‘; und 3) Israel ist sich als die Besatzungsmacht sicherlich nicht am ‘verteidigen‘.

Unter diesen Umständen macht die grausame Bombardierung von Gaza und die Tötung von Hunderten von Zivilisten deutlich, dass die israelische Botschaft an die Palästinenser diese ist: Ihr werdet unter unseren Militärstiefel zu leben haben, besetzt, belagert, enteignet und gedemütigt, ohne jeden Anschein von Freiheit. Manchmal können wir sogar gewalttätige Randale gegen Euch machen, aber Ihr solltet besser nicht reagieren. Denn wenn jemand es von Euch jemals wagen sollte, auf unsere Gewalt mit Gewalt zu reagieren, werden wir gezwungen sein, ‘uns selbst zu verteidigen‘, indem wir unsere überwältigende militärische Macht einsetzen, um Eure komplette Gesellschaft der Unterwerfung anheimzugeben.“

Omar Baddars Artikel “Debunking the myths about Gaza: The truth behind Israeli and Palestinian talking points” finden Sie samt und sonders dortigen Verlinkungen hier.

Auf Platz 5 zuckt der ehemalige US Federal Rerserve-Vorsitzende Alan Greenspan vis-à-vis des größten Finanzzyklus‘ aller Zeiten unschuldig mit der Schulter: „Finanzblasen sind eine Funktion der menschlichen Natur“, sagt er.

Unterstützung bekommt er von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die “das Problem der Weltwirtschaft vor kurzem auf den Punkt gebracht (hat) … Demnach werden die ‘normalen‘ Konjunkturzyklen seit langem von einem ‘Finanzzyklus‘ überlagert, der entstanden ist, weil die führenden Notenbanken und allen voran die Federal Reserve die Geldpolitik im Aufschwung zu langsam verschärft und im Abschwung zu sehr erleichtert hätten. Die Folge ist eine globale Überschuldung weiter Teile des privaten wie des öffentlichen Sektors, die in allen Industriestaaten zu beobachten ist und die zu zunehmend schweren Finanzkrisen führt, deren nächste wohl alle vorangegangenen in den Schatten stellen wird.

Die Notenbanken bringt das in eine Situation, wo einerseits die geldpolitische Lockerung – weil zu viele Wirtschaftssubjekte ihre eigenen Bilanzen sanieren und ihre Schulden abbauen wollen – nicht mehr wirken, und andererseits eine Verschärfung eben diese nächste Finanzkrise ausbrechen lassen dürfte, der weder Regierungen noch Notenbanken viel werden entgegensetzten können. Schließlich sind auch die meisten Staaten überschuldet und kaum zu weiteren fiskalischen Rettungspaketen fähig, während die führenden Notenbanken mittlerweile nicht nur ihre traditionellen, sondern auch schon ihre „unkonventionellen“ Instrumente bis zum Anschlag ausgenutzt haben.

Wollte man nun die Einzelperson identifizieren, die am stärksten zu dieser unschönen globalen Finanzblasenbildung beigetragen hat, kommt dafür wohl am ehesten der heute 88jährige Alan Greenspan in Frage, der von 1987 bis 2006 an der Spitze der Fed gestanden hatte. In einem Interview mit dem Finanzportal Marketwatch erklärte er sich jetzt allerdings für unzuständig und zum Opfer der eigenen Politik. So wären Finanzblasen ‘eine Funktion der menschlichen Natur‘, wofür jedoch „eine lange Periode mit stabiler wirtschaftlicher Aktivität und niedriger Inflation eine ebenso notwendige wie ausreichende Voraussetzung“ sei.

I have come to the conclusion that bubbles, as I noted, are a function of human nature. We don’t have enough observations, but my tentative hypothesis to what we’re dealing with is that both a necessary and sufficient condition for the emergence of a bubble is a protracted period of stable economic activity at low inflation. So it is a very difficult policy problem. I do believe that central banks that believe they can quell bubbles are living in a state of unrealism.

Alan Greenspan

Genau diese Voraussetzungen habe er geschaffen – was später als ‘Great Moderation‘ bezeichnet wurde -, während er es gleichzeitig für unmöglich erklärt, mit den Mitteln der Geldpolitik gegen Blasen einzuschreiten. Notenbanker, die meinen, Finanzblasen eindämmen zu können, würden sich hingegen ‘in einem Zustand mangelnden Realismus befinden‘.“

Weiteres dazu hier.

Auf Platz 4 swingen wir rüber auf die Website des Gold Anti-Trust Action Committee, GATA. Dort lesen wir:

Financial Times löschte Goldmanipulations-Geschichte, weil sie zu „sensibel“ ist

Mit großer Beharrlichkeit und ein wenig Ermutigung von GATA hat unser Freund R.B. in Großbritannien mehr oder weniger das Geheimnis gelöst, warum die Financial Times den Bericht vom 24. Februar über die Goldmarktmanipulation, „Fears Over Gold Price Rigging Put Investors on Alert; German and UK Regulators Investigate”, so schnell von ihrer Internetseite gelöst hatte.

Der Bericht blieb auf der Internet-Website von GATA hier erhalten, und bei Zero Hedge ist er hier.

Die Erklärung ist so ziemlich das, was man erwarten würde … die Frage ist einfach zu „sensibel“.

Sodann folgt hier die ganze Nacherzählung des besagten Vorgangs.

Auf Platz 3 heißt es in einer Analyse auf „EUobserver“:

„‘Manchmal ist ein Stock in der Luft besser als ein Stock auf dem Kopf.‘

Worte der Weisheit von Avi Dichter, einem ehemaligen Chef von Israels Inlandsgeheimdient Shin Bet, der ein oder zwei Dinge über psychologische Kriegsführung weiß.“

Etwas später heißt’s bezüglich Washingtons Top-Diplomatin in Sachen Ukraine, Victoria Nuland, dass diese vor der Presse gesagt habe, dass die wahre Zielgruppe beim Vorgehen gegen Russland im Ukrainekonflikt die Teilnehmer an den Finanzmärkten seien:

“‘Die Reaktion der Märkte ist vielleicht noch wichtiger als die Reaktion Moskaus … Es braucht Zeit, ehe dies Einfluss auf seine [Putins] geostrategisches Kalkül haben wird. Ich glaube nicht, dass irgendjemand über Nacht eine Richtungsänderung der Politik erwartete‘, sagte sie.

Im Gegensatz zu Shin Bets ‘Stock‘ beschrieb Nuland die Schaffung von Marktunsicherheit als ‘ein Skalpell … ein neues Instrument der europäischen und der US-Außenpolitik‘.“

Den ganze Artikel namens “EU sanctions on Russia hurt more than it seems” finden Sie hier.

Ferner hätte ich einen Artikel von Michael D. Rich, Präsident und CEO der RAND Corporation, im Angebot, “A Missile’s Deadly Message”. Hier wiederum heißt’s – ich übersetze kurzerhand:

“Falls der russische Präsident Wladimir Putin vermutet haben sollte, dass das Einsetzen von Muskelkraft in der Ukraine ein Weg zur Erneuerung der globalen Achtung vor russischer Macht sei, verschätzte er sich. Putins Sturheit in Bezug auf die Ukraine hat internationale Verurteilung und Verachtung hervorgerufen, bedrohte Russlands bereits wackelige Wirtschaft, und ließ die NATO sich aufs Neue auf die Notwendigkeit fokussieren, einer möglichen russischen Aggression zu begegnen. Sie hat auch einen Anstieg der anti-russischen und pro-NATO-Stimmungen in Zentral-und Osteuropa ausgelöst. Der tragische Verlust eines Verkehrsflugzeugs und seiner unschuldigen Passagiere verstärkt diese Gefühle nur.

Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten sollten sich weiterhin bemühen, Russland aufzuzeigen, dass Übergriffe in der Ukraine seinen weltweiten Einfluss und der Entgegenbringung von Respekt nicht steigern, sondern tatsächlich den gegenteiligen Effekt haben. Der Ausschluss Russlands aus der G-8, jetzt die G-7, … und die Einführung von gezielten Wirtschaftssanktionen sind ein guter Anfang. Das Engagement mit der Regierung der Ukraine des neu-gewählte Präsidenten, Petro Poroschenko, ist der Schlüssel. Diese Art der Zusammenarbeit, einschließlich Direktbeihilfen, kann ein Signal an das ukrainische Volk und Moskau senden, dass die Vereinigten Staaten die Region als Priorität ansieht und verspricht, dass es Solidarität mit einer unabhängigen Ukraine ausübt.

Die USA stellt der Ukraine derzeit durch Foreign Operations Appropriated Assistance 120 Millionen Dollar pro Jahr zur Verfügung, um demokratische Institutionen zu fördern, Marktreformen zu expandieren, und die Beziehungen zwischen der Ukraine und Europa zu bauen. Klugerweise haben die Vereinigten Staaten die Hilfen an Kiew seit dem Frühjahr gesteigert, einschließlich Bürgschaften über $ 1 Milliarden, 50 Millionen Dollar für die Krisenreaktion, 23 Millionen Dollar für die Sicherheitsunterstützung und 48 Millionen Dollar für die Wirtschafts- und Verfassungsreformen. In einer Erklärung im Juni in Polen warnte Präsident Barack Obama Russland vor weiteren provokativen Handlungen und kündigte $ 1 Milliarde an Sicherheitshilfen für NATO-Staaten in Mittel-und Osteuropa an.“

Wenn Sie derlei interessiert, drücken Sie denn hier.

Die Realität vermasselt zumeist den besten Plot, und naja, im Fall von MH17 schildert sich diese wohl so:

“Der kanadische Fernsehsender CBC News hat den kanadischen OSZE-Beobachter Michael Bociurkiw interviewt. Dieser war einer der ersten OSZE-Ermittler an den Trümmern der malaysischen Maschine MH-17 kurz nach deren Absturz.

‘… Da gab es zwei oder drei Teile des Flugzeugrumpfs, die wirklich durchlöchert waren, es sieht fast wie Maschinengewehrbeschuss aus, sehr sehr starker Maschinengewehrbeschuss, der diese charakteristischen Spuren hinterlassen hat, die wir sonst nirgends gesehen haben. Wir wurden zum Beispiel auch danach gefragt, ob wir irgendwelche Raketenteile gesehen haben. Die Antwort lautet: Nein, haben wir nicht …‘

Diese Einschußlöcher widersprechen der Behauptung vom Raketen-Abschuß, passen jedoch zu einem Luft-Luft-Angriff durch einen Kampfjet. Tatsächlich befand sich laut Augenzeugen, die in einem BBC-Video zu Wort kamen, ein Kampfflugzeug in der Nähe von MH-17. Es ist bemerkenswert, daß dieses Video inzwischen aus dem BBC-Archiv gelöscht wurde. Paßte es nicht zur propagierten US-Version?“

Dieses und das Video des CBC News-Beitrags ploppt hier bzw. hier auf.

Auf Platz 2 rangiert ein Interview von Mathias Ohanian mit Marc Chesney, Professor an der Finanzfakultät der Universität Zürich. Überschrift: “Die Bevölkerung leidet unter einem Finanzkrieg“.

Herr Chesney, in ihrem Buch “Vom Grossen Krieg zur permanenten Krise“ ziehen sie Parallelen zwischen der Gesellschaft von 1914 und der heutigen. Im Gegensatz zu damals herrscht in Europa heute Frieden. Wie kommen sie auf den Vergleich?

Zwar gibt es keinen Krieg im Kern Europas zwischen Deutschland und Frankreich. Aber wir haben eine Weltkrise, die entgegen der Beteuerungen der Politik nicht vorbei ist. Weltweit sind Millionen mehr Menschen arbeitslos als kurz vor der Finanzkrise. Ein grosser Teil der Bevölkerung leidet unter einem Krieg anderer Art – einem Finanzkrieg. Regierungen behaupten oft, dass es in die richtige Richtung geht. Das ist aber nicht der Fall.

In den südeuropäischen Ländern bessert sich die Lage. In Deutschland herrscht Vollbeschäftigung. Und der Schweiz geht es ohnehin sehr gut.

Aber zu welchem Preis? In Deutschland gibt es rund zwölf Millionen Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Warum ist nach Ansicht vieler Medien die Krise vorbei? Weil die Börsen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Das zeigt allerdings nur, dass die Finanzmärkte sich immer mehr von der Realwirtschaft abkoppeln. Die Schulden sind heute in vielen Ländern riesig, die Lage ist instabil. Das grösste Problem: Das Finanzsystem stellt eine ständige Bedrohung für die Weltwirtschaft dar.

Welche Parallelen ziehen Sie noch zu 1914?

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges gab es schon Lobbys, wie zum Beispiel Waffenhersteller in Frankreich und Deutschland, die einen grossen Einfluss auf die Politik hatten. Heute ist es der Finanzsektor, der eine mächtige Lobby besitzt und in der Lage ist, seine Interessen der Gesellschaft aufzuzwingen.

Das vollumfängliche Interview steht hier für Sie parat.

Zum Buch von Marc Chesney, “Vom Großen Krieg zur permanenten Krise: Der Aufstieg der Finanzaristokratie und das Versagen der Demokratie“ (Versus Verlag, 96 Seiten), wird es im Übrigen aller Voraussicht nach ein Video-Interview geben, das der Autor und ich auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober produzieren werden. Stay tuned…

Und auf Platz 1 spricht Abby Martin für RTs “Breaking the Set“ mit Mark Crispin Miller, Professor für Medien-Studien an der New York University, über fünf historische Bücher, die nachweislich aktiv unterdrückt wurden. Diese fünf Bücher sind:

The Lords of Creation: The History of America’s 1 Percent
von Frederick Lewis Allen; (–> siehe dazu hier: A Disappeared Book on Wall Street History Provides a Dead Serious Warning)

Blowback: America’s Recruitment of Nazis and Its Destructive Impact on Our Domestic and Foreign Policy
von Christopher Simpson;

The Phoenix Program: America’s Use of Terror in Vietnam
von Douglas Valentine;

The Search for an Abortionist: The Classic Study of How American Women Coped with Unwanted Pregnancy before Roe v. Wade
von Nancy Howell Lee;

Interference: How Organized Crime Influences Professional Football
von Dan E. Moldea.

Das Gespräch zwischen Martin und Miller sehen Sie hier; siehe außerdem hier.

Da wir schon bei buchstäblich merkwürdigen Büchern sind, so blitzte in Sachen des deutschen Golds bei der New York Fed und der Volksverdummung, die die Deutsche Bundesbank in der Affäre betreibt, diese Woche bei mir so auf, dass man diese Volksverdummung seitens der Bundesbank nur recht verstehen kann, wenn man das Jahr 1941 annähernd verstanden hat oder wenigstens plausible Vermutungen zusammenfügen kann.

Das heißt aber sich in alle deutschen Situationen und Institutionen so hineinzuversetzen, dass nicht aus Zorn, Empörung oder sonstwelchen berechtigten Erregungen ein Impuls entsteht und sich mit Gewalt geltend macht, der Hitlers törichten Kriegserklärung vom Dezember 1941 gleichkäme.

Diese Beobachtungen hier von Peter G. Spengler sind geschrieben worden noch bevor die zweite Auflage der „Vulcans“ sich im Weissen Haus breitmachte – sehr bemerkens- und beachtenswert.

Um zu verstehen was die deutsche Führung, das Auswärtige Amt im Krieg 1914/18 und schließlich Hitlers Koterie 1941, verfehlt haben, und warum sie es taten, sollte man neben Fritz Hesses „Spiel um Deutschland“ unbedingt Saul Friedländers „Auftakt zum Untergang – Hitler und die USA 1939-1941“ verdaut haben – dort vor allem die Zuspitzung der Situation zwischen FDR und Deutschland (wie sie ja auch Possony in seinem Bericht über Pearl Harbour schildert) insbesondere mit dem Beginn des Seekrieges und der Geltendmachung der Atlantik-Charta, des „Atlantizismus“, in FDRs Kaminrede vom 11. September 1941 (zufällig auch der Tag der Grundsteinlegung des Pentagon). Das ist zusammen mit den dazu gehörigen Anmerkungen 142 und 143 nachzulesen ab Seite 197 (falls Sie das Buch erwerben und aufschlagen…).

Friedländers Buch ist lange vor der Verleihung des Friedenspreises an ihn in Vergessenheit geraten (worden). In den sechziger Jahren fand sich dazu etwas im „Spiegel“ – siehe hier.

Bei allen wichtigen Beobachtungen, die Valentin Falin hier und hier beizusteuern hat, entscheidend sind die Momente, die sich aus dem Zusammentreffen der Greer und U 652 ergeben und dann FDRs „Bellizismus“ aktivieren, noch bevor an Pearl Harbour zu denken ist.

Mir scheint es lehrreich zu sein, diese Hintergründe für ein „Reverse Re-engineering“ des Allys Germany als Momente der Konstitution von Motivation zu Rate zu ziehen und aus diesem Kontext Volksverdummung und Selbstverdummung, vor allem aber Selbstbornierung zu minimieren, wenn es um Verteidigung geht.

Lassen Sie mich Ihnen dazu last but not least noch einen eingehenden Hinweis auf diesen Beitrag in der FAZ hier geben. “Gold gab ich für Eisen“ ist eine gründliche Erinnerung, erfasst aber nur den kurzen Moment, der der Finanzrevolution im deutschen Reich durch die Konzeption Karl Helfferichs vorausging und dazu die Initialzündung war. Jener, der die ganze Geldgeschichte des zweiten Reiches auswendig konnte, weil er sie auch mitgestaltet hatte, war der größte Optionshasardeur aller Zeiten in Deutschland: Er zwang eine ganze Nation dazu auf den Sieg der deutschen „Kultur“ eine Call-Option zu kaufen. Wie wenig aussichtsreich das von außen betrachtet schon vor und während des Krieges aussah, das hat Niall Ferguson wirklich brillant in seinem „Der Falsche Krieg“ belegt und erörtert.

Zuletzt noch das Musikstück der Woche: DEPECHE MODE – Fly On The Windscreen.

Death is everywhere
There are lambs for the slaughter
Waiting to die…

In dem Sinne, ganz der Ihre,
Lars Schall.

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