Über Halford Mackinder, die Ursprünge des Council on Foreign Relations und die Grand Area-Strategie

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Zweifelsohne gereicht es zum Verständnisvorteil, in diesen Zeiten ein wenig Geopolitik à la Mackinder und Council on Foreign Relations (CFR) zu betrachten. Ferner aber sollen auch einmal die Wurzeln des CFR selber ins Scheinwerferlicht gerückt werden.

Von Lars Schall

Der nachfolgende Artikel ist ein Auszug aus einem im Entstehen begriffenen Buch zum Thema Tiefenpolitik & 9/11. Ergänzend zum Council on Foreign Relations und den War and Peace Studies siehe auch den Buchauszug “Wem gehört und dient die Fed?“ – hier aufrufbar.

Über Halford Mackinder, die Ursprünge des Council on Foreign Relations und die Grand Area-Strategie

Zweifelsohne gereicht es zum Verständnisvorteil, in diesen Zeiten ein wenig Geopolitik à la Halford J. Mackinder und dem Council on Foreign Relations zu betrachten. Mackinder, bisweilen „Vater der Geopolitik“ genannt und Mitbegründer der London School of Economics (von 1903 bis 1908 fungierte er als ihr Direktor), schrieb im Jahre 1904 einen sehr einflussreichen Aufsatz: “The Geographical Pivot of History.“ In dieser Schrift (sowie später aktualisiert in “Democratic Ideals and Reality“) entwickelte Mackinder die Theorie vom „Herzland“ und der „Weltinsel“. Als das „Herzland“ figurierte Osteuropa beziehungsweise Russland, wohingegen Eurasien die „Weltinsel“ darstellte – sprich die ganze zusammenhängende Landmasse von der Westküste Portugals über Mittel- und Südeuropa bis hin zur Ostküste Russlands und Chinas am Pazifischen Ozean. Dazu zählen freilich denn auch mittendrin der Nahe und Mittlere Osten sowie Zentralasien – nicht gänzlich uninteressant, so man nach den größten Energievorkommen der Welt Ausschau hält.

Den Erkenntnissen Mackinders zufolge liegt der Zugriff zur Weltherrschaft in Eurasien, insbesondere in der Unterwerfung Osteuropas, dem eigentlichen Kern: ein Staat, der es versteht, sich dieses Gebiet (plus Afrika) mit seinem Ressourcen- und Bevölkerungsreichtum Untertan zu machen, besitzt exzellente Chancen, kraft dieses Sprungbretts auch zur Hegemonie über Australien, Amerika und Japan zu gelangen. In den Worten Mackinders nach dem Ersten Weltkrieg:

„Wer Osteuropa beherrscht, der beherrscht das Herzland; wer das Herzland beherrscht, der beherrscht die Weltinsel; wer die Weltinsel beherrscht, der beherrscht die Welt.“ (1)

Für Mackinder, der zum im ersten Kapitel erwähnten Round-Table-Milieu um Lord Milner zählte, bestand eine vorrangige Aufgabe des Britischen Empire darin, zu verhindern, dass sich eine solche Konstellation jemals zu Ungunsten Englands entwickeln würde, da „eine Allianz der vorherrschenden eurasischen Mächte einschließlich Deutschland, Russland und der zentralasiatischen Staaten das Potential hätte, zur vorherrschenden Weltmacht aufzusteigen, denn einerseits wäre es ein geografisch zusammenhängendes Gebiet, und andererseits besäße es alle erforderlichen wirtschaftlichen Rohmaterialien und eine ausreichend hohe Bevölkerungszahl, um jeden Rivalen herauszufordern.“ (2)

Anfang der 1920er Jahre fand diese grundlegende Idee dann ihren Weg über Karl Haushofer und dessen Schüler Rudolf Hess in das Hirn Adolf Hitlers. (3) Sie hat dort bleibenden Eindruck hinterlassen, wie die größte Militärkampagne der Menschheitsgeschichte, der Russlandfeldzug, unter Beweis stellte. Wobei es hier letzten Endes nicht ganz unerheblich um die reichlich vorhandenen Erdölvorkommen im Kaukasus ging. (4)

Die Grand Area-Strategie, die unter Verwendung von Finanzierungsgeldern der Rockefeller-Stiftung vom Council on Foreign Relations (CFR) und dem US-Außenministerium in New York City und Washington D.C. als Teil der War and Peace Studies entwickelt wurde, trug ähnlichen Gedanken Rechnung. Auf ihrem Konzept fußten späterhin zentrale Bestandteile der Weltordnung nach 1945. (5)

Über das Milieu, aus dem der CFR zu Beginn der 1920er Jahre als „Schwester-Organisation“ des Royal Institute of International Affairs (auch Chatham House genannt) hervorging, schrieb der US-Ökonom Murray N. Rothbard in der Abhandlung Wall Street, Banks, and American Foreign Policy:

„Während verschiedene finanzielle Interessen in der neuen Organisation vertreten waren, wurde der CFR von oben bis unten Morgan-dominiert. Ehrenpräsident war Elihu Root. Präsident war John W. Davis, Wilsons Generalstaatsanwalt und nunmehr Chefrechtsberater für JP Morgan & Co. Davis sollte 1924 Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden. Generalsekretär / Schatzmeister des neuen CFR war Harvard-Wirtschaftshistoriker Edwin F. Gay, Planungsdirektor der Schifffahrtsbehörde während des Krieges und nunmehr Chefredakteur der New York Evening Post, die seinem Mentor, dem Morgan-Partner Thomas W. Lamont, gehörte.

Es war Gay, der die Idee zur Gründung von Foreign Affairs hatte, der Vierteljahreszeitschrift des CFR, und der sowohl seinen Harvard-Kollegen Archibald Coolidge als ersten Editor, als auch New York Post-Reporter Hamilton Fish Armstrong als stellvertretenden Editor und geschäftsführenden Direktor des CFR vorschlug. Andere prominente Offizielle im neuen CFR waren: Frank L. Polk, ehemaliger Unterstaatssekretär im Außenministerium und nunmehr Anwalt für JP Morgan & Co; Paul M. Warburg von Kuhn, Loeb; Otto H. Kahn von Kuhn, Loeb; der ehemalige Unterstaatssekretär unter Wilson, Norman H. Davis, ein Bankpartner der Morgans; und als Vizepräsident Paul D. Cravath, Senior-Partner der Rockefeller-orientierten Wall Street-Kanzlei Cravath, Swaine and Moore.

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Council on Foreign Relations eher unter die Dominanz der Rockefeller-Interessen“ – und fort aus den kontrollierenden Händen der Morgans, was „eine Machtverschiebung (war), die eine generelle Veränderung der Finanzmacht in der Welt insgesamt widerspiegelte. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte der Aufstieg des Öls zu wachsender Bedeutung die Morgans und Rockefellers – einst intensive Rivalen – in ein Eastern Establishment“ zusammen, in dem „die Rockefellers die Senior-, und die Morgans die Junior-Partner waren.“  (6)

Die Milner-Gruppe, wechselweise auch Cliveden Set genannt, wurde 1891 begründet und nach Lord Alfred Milner benannt, dem Testamentsvollstrecker von Cecil Rhodes, mit dem Milner zusammen am Zweiten Burenkrieg in Südafrika beteiligt war (1899–1902), um der englischen Krone die Kontrolle über die südafrikanische Gold- und Eisenerzproduktion zu sichern.

Cecil Rhodes (1853 – 1902) war im Diamanten- und Goldgeschäft zu überaus großem Vermögen gekommen. „Mit der finanziellen Unterstützung von Lord Rothschild und Alfred Beit konnte er die Diamantenminen Südafrikas als De Beers Consolidated Mines monopolisieren und ein großes Unternehmen für den Goldbergbau unter dem Namen Consolidated Gold Mines aufbauen.“ (X)

Rhodes, der Antrieb imperialistischer Politik Großbritanniens im südlichen Afrika, verfolgte mit einer von ihm gegründeten und finanzierten Geheimgesellschaft die Zurückgewinnung der USA ins Britische Empire, um die gesamte „,unzivilisierte Welt‘ unter britische Herrschaft zu bringen.“ Der Geheimbund war „eine kirchenähnliche Gesellschaft, deren ausgesuchte, geprüfte und durch Eid gebundene Mitglieder für den Rest ihres Lebens dieser Idee dienen sollten.“ (7) Keimzelle der Geheimgesellschaft war der Circle of Initiates (Kreis der Eingeweihten), unter anderem mit Lord Milner, dem Vorstandsvorsitzenden der bis heute bestehenden multinationalen Bergbaugesellschaft Rio Tinto Company, im Exekutivkomitee sitzend. Um den Circle of Initiates herum „sollte es einen äußeren Kreis geben, der ,Verbindung der Helfer‘ genannt wurde (er wurde später von Milner als die Round-Table-Organisation gegründet).“ (X)

Über die Round-Table-Group lesen wir bei dem Historiker Caroll Quigley, dass sie „später nicht ganz zutreffend nach dem Landsitz von Lord und Lady Astor Cliveden Set genannt wurde. Zu ihr gehörten Lord Milner, Leopold Amery und Edward Grigg (Lord Altrincham) ebenso wie Lord Lothian, Smuts, Lord Astor, Lord Brand (Schwager von Lady Astor und geschäftsführender Direktor der internationalen Bank Lazard Brothers), Lionel Curtis, Geoffrey Dawson (Herausgeber der Times) und ihre Freunde. Diese Gruppe hatte großen Einfluss, weil sie den Rhodes Trust kontrollierte, den Beit Trust, The Times aus London, The Observer, das einflussreiche und vollständig anonyme vierteljährliche Magazin, das als The Round Table bekannt war (gegründet 1910 mit Geld, das von Sir Abe Bailey und dem Rhodes Trust stammte, und mit Lothian als Herausgeber). Sie beherrschte das Royal Institute of International Affairs, genannt ,Chatham House‘ (dessen finanzielle Hauptunterstützer Sir Abe Bailey und die Astors waren, während der eigentliche Gründer Lionel Curtis war), den Carnegie United Kingdom Trust und All Souls College, Oxford.“ Als weitere Einrichtungen, die miteinander verflochten waren bzw. sind, zählt laut Quigley nicht nur die „Rhodes-Stipendienorganisation (deren Vorsitzender von 1905 bis 1925 Lord Milner und deren Sekretär von 1925 bis 1940 Lord Lothian war)“ und „die Round-Table-Gruppen (die in den Vereinigten Staaten, Indien und den britischen Dominions 1910 – 1917 entstanden waren)“, sondern eben auch der „Rat für auswärtige Beziehungen (Council on Foreign Relations) in New York.“ (8)

Zu diesem Netzwerk gehörte nicht minder Henry Hughes Wilson, im Ersten Weltkrieg Großbritanniens Hauptverbindungoffizier zur französischen Armee. Als er vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Generalmajor befördert wurde, „speiste Wilson … mit Charlie Hunter und Lord Milner. … Wilsons enge Kontakte zu nützlichen Politikern brachten ihm den Ruf eines politischen Intriganten ein. Zu seinem Bekanntenkreis zählten einige konservative Meinungsmacher – neben Charlie Hunter Leopold Amery und Lord Derby, alte Freunde aus südafrikanischen Tagen“, aber auch der spätere Premier Bonar Law. (9)

„Der Schillerndste und Einflussreichste von allen wird wohl Alfred Milner (1854 – 1925) gewesen sein. Der Fürsprecher des Imperialismus hatte 1909 zusammen mit … einer Reihe früherer Mitarbeiter die ,Round-Table-Bewegung‘ gegründet mit dem Ziel, die Exponenten der englischsprachigen Bevölkerung der Welt zunächst an einen Tisch und dann unter britische Herrschaft zu bringen. In seiner Funktion als Gouverneur der Kapkolonie und Hochkommissar für das Südliche Afrika (1897 – 1905) hatte Milner junge, gut ausgebildete Männer von Oxford und Toynbee Hall rekrutiert und in seiner Administration auf wichtige Posten eingesetzt – spöttisch sprach man von ,Milners Kindergarten‘. Mit ihnen gewann er Einfluss in Regierungs- und Finanzkreisen und letztlich auch auf die britische Politik.“ (10)

Mitte des Ersten Weltkriegs wurde Milner Mitglied des britischen Kriegskabinetts und zählte als amtierender Kolonialminister schließlich zu den Unterzeichnern des Vertragswerks von Versailles. Auf seinen Schüler Philip Kerr, der am Versailler Vertrag konzeptionell beteiligt war, ging die Formulierung des Paragraphen 231 zurück, der die Schuld am Ersten Weltkrieg allein Deutschland und seinen Verbündeten zuschrieb.

Bei den Verhandlungen, die auf dieser Grundlage in Versailles stattfanden, war aus den USA unter anderem Thomas W. Lamont als Präsidentenberater anwesend. „Im Jahre 1919 war er maßgeblich für die Aushandlung der Reparationen, die Teil des Vertrags von Versailles werden sollten. Ein Grund dafür war, dass es wichtig für die Banken war, vor allem für die großen Banken, irgendeine Art von Stabilität in Europa zu haben, so dass sie sich grundlegend an Investitionen beteiligen konnten, am Wiederaufbau der Infrastrukturen in Europa. Und sie würden den Wiederaufbau der Infrastrukturen auf allen Teilnehmerseiten des Weltkriegs finanzieren.“ (11)

Zusammen mit Lord Robert Cecil, der zur Round Table-Gruppe gehörte, kam Lamont zum „Entschluss, die künftige anglo-amerikanische Zusammenarbeit auf eine feste und dauerhafte institutionelle Grundlage zu stellen, um eine bessere politische Koordination zu ermöglichen und ,Material zur Verfügung zu stellen, mit dessen Hilfe diejenigen, die am einflussreichsten sind und am meisten Wissen, Verständnis und perspektivisches Denken in außenpolitischen Angelegenheiten entwickeln, die öffentliche Meinung formen können.‘“(12)

Im Pariser Hotel Majestic, in dem das englische Diplomatenkorps untergebracht war, kam es am 30. Mai 1919 zu einer historischen Zusammenkunft, an der neben Lamont und Lord Cecil unter anderem auch Lionel Curtis, Philip Kerr und Colonel Edward House teilnahmen.  Die Anwesenden aus den USA repräsentierten die 1917 gegründete Inquiry Group, der unter anderem von Walter Lippman zugearbeitet worden war, dem Ghostwriter von Woodrow Wilsons 14 Punkteplan. (X) Bei dem Treffen im Majestic wurde die Absicht getroffen, „auf privater Grundlage eine forschende und beratende politikwissenschaftliche Einrichtung mit Niederlassungen in London und New York entstehen zu lassen, welche die Formulierung einer gemeinsamen anglo-amerikanischen Politik anregen, fördern und lebendig erhalten sollte.“ (13) In seiner Rede vor den Anwesenden brachte Lionel Curtis zum Ausdruck, dass der Frieden davon abhinge, „inwieweit die öffentliche Meinung in diesen Ländern richtig oder falsch wäre. Die richtige öffentliche Meinung wird in der Hauptsache von einer kleinen Zahl von Menschen hervorgebracht, die in wirklichem Kontakt zu den Tatsachen stehen und die Angelegenheiten durchdacht haben.‘“(14)

Um das Vorhaben zu konkretisieren, gründete sich ein Komitee unter Beteiligung von Lionel Curtis und Isaiah Bowman, aus dem schließlich am 5. Juli 1920 das Royal Institute of International Affairs (RIIA) in London und am 29. Juli 1921 der Council on Foreign Relations (CFR) in New York City hervorgingen. Mitbegründer des CFR waren George L. Beer, ein amerikanischer Korrespondent des Round Table Journals in Großbritannien; Whitney Shepardson, ein ehemaliger Rhodes-Stipendiat, der als Berater von Colonel House an den Pariser Friedensverhandlungen beteiligt war und später im Zweiten Weltkrieg die Secret Intelligence Branch des Office of Strategic Services (OSS) leiten sollte, während er zugleich in einer Führungsposition an den War and Peace Studies des CFR mitwirkte; Jerome D. Green, ein Wall Street-Banker und späterer Treuhänder der Rockefeller Foundation, der der Pariser Friedenskonferenz als Sekretär der Reparationskommission diente; Elihu Root, ein New Yorker Anwalt, der John D. Rockefeller zum Klientenkreis zählte; die deutschstämmigen Banker Paul Warburg und Otto Hermann Kahn, tätig bei Kuhn Loeb & Co; und natürlich Lamont und House. Der letztliche Hauptsitz des CFR sollte im April 1945 an der Upper East Side in Manhattan gefunden werden, als man im ehemaligen Wohnhaus des Standard Oil-Direktors Harold Irving Pratt Quartier bezog. Pratt diente dem CFR von 1923 bis 1939. 1944 vermachte seine Witwe das Wohnhaus an der Ecke der 68. Straße und Park Avenue dem CFR. Bis heute heißt das Gebäude Harold Pratt House.

Der CFR gab von den Zwanzigerjahren an die Marschrichtung der US-Außenpolitik vor: „Außenpolitische Entscheidungen beispielsweise für Deutschland treffen von nun an Banker, allen voran aus dem Hause J.P. Morgan. Und jene Banker treffen sich im New Yorker Council on Foreign Relations. Die Banker und Industriellen wollen Deutschland wieder auf die Beine bringen, um den ehemaligen Kriegsgegner in ihr fein gesponnenes Finanzsystem einzuweben. Also soll die US-Regierung aufhören, Deutschland zu schikanieren. Und: der US-Präsident möge bitte schleunigst die Sowjetunion anerkennen. Das ist Herzenssache für die Council-Männer. Denn nur so kommen sie wieder an ihre verlorenen Besitztümer heran. Und die Bolschewiken brauchen Geld und bieten daher dem Council-Banker Averell Harriman Manganvorkommen in der UdSSR zum Ausbeuten zu absoluten Vorzugskonditionen an.“ (X)

In seinem Buch To Have and Have Not bringt Jonathan Marshall vor, dass „keine private Organisation oder Interessengruppe eine tiefgreifendere Wirkung auf die Regierungspolitik und das Denken in dieser Zeit“ besaß als der CFR. Nach dem Ersten Weltkrieg, so Marshall, etablierte sich der CFR schnell „als einflussreichster außenpolitischer Wahlkreis der Nation“, finanziell unterstützt vom Hause Morgan, von den Carnegie- und Rockefeller-Stiftungen und anderen wichtigen Geldgebern. (15)

Das ehemalige Mitglied der Inquiry Group, Walter Lippman, der 1921 zu den Gründern des CFR zählte, sprach sich dafür aus, dass „ein ,Social Set‘, also ein kleiner Männerkreis in informeller Runde am knisternden Kamin oder auch auf dem Golfplatz die großen Entscheidungen auskungeln“ solle, um sich als Elite im Verborgenen zu betätigen: „Die gemeinsamen Angelegenheiten“, so Lippman, „können nur durch eine spezialisierte Klasse geregelt werden, deren persönlicher Horizont über lokale Grenzen hinausgeht. Diese Klasse ist nicht rechenschaftspflichtig, denn sie entscheidet aufgrund von Informationen, die nicht Gemeingut sind, in Situationen, die die Öffentlichkeit nicht in ihrem großen Zusammenhang begreift; und diese Klasse kann nur zur Rechenschaft gezogen werden, nachdem die Tatsachen vollendet sind.“ (X)

Rekrutiert werden die Mitglieder ausschließlich dadurch, dass sie vom CFR dazu eingeladen werden. So bleibt man unter sich. Ferner: „Lippmans Social Set, die diskrete kleine Gruppe, die tatsächlich das Sagen hat, potenziert ihre Wirkung durch zwei Mittel: den ,Drehtür-Effekt‘ (,Revolving Door Effect‘) und durch das ,Interlocking Directorate‘, wofür es im Deutschen keinen Ausdruck gibt, vielleicht trifft es am ehesten: ,Ämterhäufung‘.

Drehtüreffekt. Der Elitemensch wechselt ganz locker zwischen Führungsposten verschiedener Sektoren hin und her. Ist einmal Staatssekretär in der Bundesregierung, im nächsten Moment Dekan einer Uni, dann vielleicht im Vorstand eines Rüstungskonzerns. Man kann sagen, was man will: persönliche Bindungen sind immer noch, oder heute mehr denn je, das Entscheidende bei gesellschaftlichen Weichenstellungen. Die Ziele, auf die sich ein kleiner exklusiver Klüngel verständigt hat, werden schnell durch alle Führungsebenen mithilfe der Drehtür-Männer kommuniziert und in die Tat umgesetzt, ohne dass die demokratische Öffentlichkeit etwas davon erfährt. Zudem hat ein Elitemensch möglicherweise eine Unzahl von Aufsichtsratssitzen, Vorstandsposten in Politik, Bildung und Kultur, wo er den Institutionen die Agenda seines Rudels aufprägen kann – das ist das Interlocking Directorate. … So ist es möglich, auf eine Handvoll gleichgesinnte Personen extrem viel Einfluss zu konzentrieren. Trotzdem gibt es beim Council und ähnlich gelagerten Insiderclubs eine Art von Kastensystem. Ganz oben stehen unstreitig dank ihrer Geldmacht die Inhaber und Manager der großen Konzerne und Banken. Viele unter diesen sind das, was ich Scharniernetzwerker nenne: Alpharüden des Kapitals, die an mehreren schwergewichtigen Runden Tischen Führer sind und die die verschiedenen Runden Tische durch ihre Position verbinden.“ (X) Darunter folgt die Ebene des gehobenen Servicepersonals: „Spitzenpolitiker, Universitätspräsidenten, Verbandschefs, Medienleute und weniger wichtige Manager.“ (X) Eine weitere Ebene darunter kommt das einfache Servicepersonal: „Scharen von hauptamtlichen Mitarbeitern, die nicht zum ,Inner Circle‘ gehören.“ (X) Sie erarbeiten Expertisen, verfassen Essays und Bücher, organisieren Diskussionen und beraten die eigentlichen Entscheidungsträger.

Anders ausgedrückt: oben im Kastensystem befinden sich die, die etwas sind; darunter die, die noch etwas werden wollen.

Prominente Vertreter der Regierung von Franklin D. Roosevelt wirkten beim CFR mit: Adolf Berle, Norman Davis, Herbert Feis, Joseph Grew, Stanley Hornbeck, Henry Morgenthau, Leo Pasvolsky, Francis Sayre, Sumner Welles und Henry Stimson. (16) Stimsons damaliger Berater John Jay McCloy, später Präsident der Weltbank und Vorstandsvorsitzender der Chase Manhattan Bank (sowie mit Eric M. Warburg Gründer des American Council on Germany und der Atlantik-Brücke und späterer CFR-Präsident), fasste es so zusammen: „Wann immer wir einen Mann brauchten, blätterten wir durch die Mitgliederliste des Rates und tätigten einen Anruf nach New York.“ (17) Roosevelt selbst war kein CFR-Mitglied, gründete aber die Woodrow Wilson-Stiftung, die zur Finanzierung des CFR beitrug. Hamilton Fish Armstrong, der bei Foreign Affairs verantwortlich zeichnete, wurde später Stiftungspräsident.

Der prominente politische Kolumnist Joseph Kraft, der mit dem CFR selbst eng verbandelt war, beschrieb den CFR in Harper’s Magazine Ende der 1950er Jahre als eine „Schule für Staatsmänner“, die „nahe dran ist ein Organ dessen zu sein, was C. Wright Mills die Power Elite nannte – eine Gruppe von Männern, ähnlich in den Interessen und Anschauungen, die Ereignisse aus unverwundbaren Positionen hinter den Kulissen gestalten.“ (X)

Bis heute gilt der CFR als einer der weltweit wichtigsten Think Tanks – wie beispielsweise aus einem Ranking des Think Tank and Civil Societies Program der University of Pennsylvania hervorgeht, das 2011 veröffentlicht wurde. Demnach führten diese „Denkfabriken“ ihresgleichen auf der Welt an:

  1. Brookings Institution, USA
  2. Chatham House / Royal Institute of International Affairs (RIIA), Großbritannien
  3. Carnegie Endowment for International Peace, USA
  4. Council on Foreign Relations (CFR), USA
  5. Center for Strategic and International Studies (CSIS), USA
  6. RAND Corporation, USA
  7. Amnesty International, USA
  8. Transparency International, BRD
  9. International Crisis Group (ICG), Belgien
  10. Peterson Institute for International Economics, USA.

Siehe 2011 Global Go To Think Tanks Index Report von James G. McGann, University of Pennsylvania, Seite 33.

Im Ranking 2015 ist der CFR zurückgefallen, das Schwestern-Institut Chatham House / Royal Institute of International Affairs (RIIA) dagegen konnte seinen zweiten Rang einmal mehr bestätigen:

  1. Brookings Institution, USA
  2. Chatham House / Royal Institute of International Affairs (RIIA), Großbritannien
  3. Carnegie Endowment for International Peace, USA
  4. Center for Strategic and International Studies (CSIS), USA
  5. Bruegel, Belgien
  6. Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), Schweden
  7. RAND Corporation, USA
  8. Council on Foreign Relations (CFR), USA
  9. International Institute for Strategic Studies (IISS), Großbritannien
  10. Woodrow Wilson International Center for Scholars, USA

Siehe 2014 Global Go To Think Tank Index Report von James G. McGann, University of Pennsylvania, Seiten 64 – 65.

„Eine der frühesten und obsessivsten Interessen des CFR waren die Auswirkungen der ungleichen Rohstoff-Verteilung auf die internationalen Beziehungen. Sein Studienprogramm in diesem Bereich wurde vom unermüdlichen Geologen Charles K. Leith von der University of Wisconsin geleitet, der Präsident Wilsons Verhandlungsteam in Paris zu Mineralien-Fragen beraten hatte und später der Top-Mineralienberater der Roosevelt-Regierung wurde. Der CFR veröffentlichte mehrere Bücher und zahlreiche Artikel in Foreign Affairs über die Angelegenheit. Fast alle trugen die gleiche Botschaft: Als weltweit größte Verbrauchernation konnten die Vereinigten Staaten ihre Rohstoffversorgung nicht als selbstverständlich betrachten.“ (18)

Marshall argumentiert, dass der enorme Einfluss des CFR im Herbst 1939 erstmals richtig zum Tragen kam, als Hamilton Fish Armstrong und Walter Mallory, der geschäftsführende Direktor des CFR, dem US-Außenministerium einen Besuch abstatteten, um dort ein Angebot zu unterbreiten: „Angesichts der unzureichenden Ressourcen des Ministeriums und des überarbeiteten Personals würde sich der Rat verpflichten, für es die Nachkriegsplanung zu beginnen.“ Das Angebot wurde von Außenminister Cordell Hull dankend angenommen. (19)

„Die ganze Veranstaltung ist unter demokratischen Gesichtspunkten ein einziger Skandal: die Öffentlichkeit erfährt nichts über die neue Partnerschaft zwischen dem Council und der Regierung. Auch die untergeordneten Mitarbeiter im Außenministerium erfahren nur das Allernötigste. Von den damals 663 Mitgliedern des CFR wissen wiederum auch nur die unmittelbar an dem Coup Beteiligten Bescheid. Und Isaiah Bowman, der schon bei der Inquiry im Ersten Weltkrieg dabei war, weiß ganz genau, dass die amerikanische Öffentlichkeit diese private Übernahme der US-Außenpolitik keinesfalls billigt, wie er in einem Brief im November 1939 offen zugibt: ,Die Sache ist streng vertraulich, denn der ganze Plan würde ins Wasser fallen, wenn allgemein bekannt würde, dass das Außenministerium mit irgendeiner externen Gruppierung zusammen arbeitet.“ (X)

Die Arbeiten, die Anfang Dezember 1939 begannen, brachten im Laufe der nächsten sechs Jahre insgesamt 682 Studien für das Außenministerium und das Weiße Haus hervor. (20) Geistiges Kind des Programms war die Entwicklung der Grand Area-Strategie, bei der der Rohstoffzugang im Mittelpunkt stand – und zwar für einen „amerikanischen wirtschaftlichen Lebensraum“, wie sich das CFR-Führungsmitglied Isaiah Bowman ausdrückte. (21) Dieser „Lebensraum“ sollte „aus der westlichen Hemisphäre (d. h. ganz Nord- und Südamerika) sowie Westeuropa, dem Fernen Osten und dem ehemaligen Britischen Empire (das damals gerade demontiert wurde)“ bestehen. „Dazu kam aber auch noch die Kontrolle über die ungeheuer wichtigen Energieressourcen im Mittleren Osten (die damals zunehmend in amerikanische Hände übergingen, weil Frankreich und England hinausgedrängt wurden), die restliche Dritte Welt und, wenn möglich, der gesamte Erdball.“ (22)

Der Begriff „Lebensraum“ (living space) wurde – aus verständlichen Gründen – recht bald fallengelassen und durch „Amerikanisches Jahrhundert“ ersetzt – gemeint war freilich dasselbe.

„Im Mittelpunkt der Arbeit des Rates in den Jahren 1940 und 1941 stand eine lange und anhaltende Analyse der Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten durch die ,Teilung der Welt in zwei große politische und wirtschaftliche Einheiten, die mit einem absoluten Minimum an Handel zwischen den beiden riesigen politischen und wirtschaftlichen Blöcken jeweils fast völlig autark sind.‘ Unter welchen Bedingungen könnten die Vereinigten Staaten die schnelle Absorption der Erde in die geschlossenen, autarken Handelsblöcke Deutschlands, Japans und möglicherweise der Sowjetunion überstehen? Wie ein Teilnehmer es ausdrückte, war die Frage, wie viel ,Spielraum‘ die US-Wirtschaft benötigte, ,um ohne größere Anpassungen zu überleben‘.“ (23)

Eine langfristige Machtausübung der westlichen Hemisphäre „erfordert sicherlich die Erhaltung des Pazifik und der Länder des Fernen Ostens“, schloss eine große Analyse der abgeschlossenen Handelsblöcke im Jahre 1941. (24) Die Grand Area wurde als „der Anteil der Welt“ definiert, „den die Vereinigten Staaten am wirtschaftlichsten verteidigen können, das heißt, mit den geringsten Anpassungen der amerikanischen Wirtschaft.“ (25)

„Jede Schrumpfung des Zugangs der USA zur Grand Area würde nationale Interessen gewaltig bedrohen, behaupteten Studien des Rates: ,Um eine maximale Verteidigungsanstrengung aufrechtzuerhalten, müssen die Vereinigten Staaten eine wirtschaftliche Nachjustierung vermeiden, die durch eine Konstriktion des Handelsbereichs verursacht wird. … Was eine solche Konstriktion als Schwächung der Verteidigungswirtschaft bedeuten könnte, kann am besten gesehen werden, indem man sich die Belastung für die amerikanische Versorgung von Arbeiterschaft, Materialien und industrieller Kapazität bei dem Versuch vorstellt, Ersatz für oder ohne Gummi, Zinn, Jute und zahlreiche Pflanzenöle zu fertigen, statt diese Produkte aus Südostasien zu importieren.‘ Zu diesem Zweck schlossen die Arbeitsgruppen, ,war es von wesentlicher Bedeutung … Japan von der Beherrschung Südostasiens abzuhalten.‘ Sollte Japan bei seinen Zielen dort erfolgreich sein, ,wäre die Position der freien Welt in größter Gefahr‘, und ,die Vereinigten Staaten würden wirtschaftlich als auch militärisch durch eine einheitliche totalitäre Welt gehemmt‘.“ (26)

Am Ende des Weges, der daraufhin eingeschlagen wurde, standen Pearl Harbor und der Eintritt in den Zweiten Weltkrieg.

Die „Politik der offenen Tür“

Die Vorteile zu sichern, die sich gerade auch hinsichtlich des Aspekts „erweiterter Zugang zu Erdöl“ durch den siegreichen Ausgang des Zweiten Weltkriegs ergaben, stand fortan im Zentrum nationaler Sicherheitsstrategien der Vereinigten Staaten. Der britische Politikwissenschaftler Nafeez M. Ahmed macht in seinem Aufsatz „Die Strategien der USA seit 1945“ darauf aufmerksam, dass Lawrence Shoup und William Minter, die Verfasser des Buches “Imperial Brain Trust: The Council on Foreign Relations and US Foreign Policy“ aus dem Jahre 1977, „der Meinung (sind), dass die Wurzeln dieser Pläne in der sogenannten Grand Area-Strategie liegen, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Arbeitsgruppen“ entwickelt wurde. „Die Strategen erachteten es als ,essentiell wichtig für die Sicherheit und den wirtschaftlichen Wohlstand der USA und der westlichen Hemisphäre’, die Kontrolle über die Wirtschaft der Länder einer von ihnen ausgemachten so genannten ‚world area’, die die gesamte westliche Hemisphäre, das ehemalige britische Empire und den Fernen Osten einschloss, zu erlangen. Die Fähigkeit zur ‚Einschränkung von Unabhängigkeitsbestrebungen ausländischer Staaten’, die eine ‚Bedrohung’ für diese ’world area’ darstellten, galt als Vorraussetzung für die Erlangung dieser Kontrolle. Damit das effektiv möglich war, brauchte es ,eine abgestimmte Politik zur Erringung militärischer und wirtschaftlicher Vorherrschaft der USA’. Nach Meinung der Strategen sollte deshalb das Konzept der amerikanischen ,Sicherheitsinteressen’ auch auf Regionen, die ,für eine weltweite Kontrolle strategisch wichtig sind’, ausgedehnt werden.

Mit anderen Worten, die nationale und wirtschaftliche Sicherheit und die imperiale Konsolidierung waren eng verknüpfte Elemente der Grand Area-Strategie. Es war den Strategen vom State Departement auch klar, dass ,das britische Empire in seiner alten Form nicht wiederkehren wird’, dass die Umsetzung der Pläne des Departments aber dazu führen würde, dass ,die USA diesen Platz würden einnehmen müssen.’ Bei den Grand Area-Plänen ging es also um die Erfüllung der ,Bedürfnisse der USA in einer Welt, in der sie unumschränkte Macht für sich einfordern’. Eines der wichtigsten Ziele der Grand Area-Strategie war die Verbreitung des Prinzips der ,offenen Tür’ im internationalen Handel und bei Investitionen, wodurch ,amerikanischen Unternehmen im Ausland das Recht auf Zugang zu Rohstoffen und Märkten und zu Arbeitskräften des Gastlandes zu den gleichen Bedingungen wie einheimischen Unternehmen oder Unternehmen aus Drittstaaten garantiert werden sollte’. Der CIA-Historiker Gerald Haines bemerkt dazu, dass die Pläne der USA im Grunde nur eines bedeuteten: ,Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die USA – aus reinem Eigennutz – die Verantwortung für das Wohlergehen des weltweiten kapitalistischen Systems übernommen…(und) versucht, die Welt den amerikanischen Bedürfnissen und Standards anzupassen.’“ (27)

George F. Kennan, ein maßgeblicher Stratege des Kalten Kriegs im US-Außenministerium, schrieb im Februar 1948 eine interne Denkschrift (Policy Planning Study 23), die strenger Vertraulichkeit unterlag. „Wir besitzen etwa 50 Prozent des Reichtums dieser Welt, stellen aber 6,3 Prozent ihrer Bevölkerung“, rechnete Kennan darin vor. „In einer solchen Situation werden wir unweigerlich zur Zielscheibe von Neid und Missgunst. Unsere wirkliche Aufgabe besteht deshalb in der nächsten Zeit darin, eine Form von Beziehungen zu entwickeln, die es uns erlaubt, diese Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Dabei können wir uns keine Sentimentalitäten oder Tagträumereien leisten; unsere Aufmerksamkeit muss sich überall auf unsere unmittelbaren nationalen Ziele richten. Wir sollten uns nicht der Täuschung hingeben, dass wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltbeglückung leisten könnten.“ (X)

Umgesetzt werden sollten das Aufrechthalten des Wohlstandsunterschieds zugunsten der USA und das Konzept des Amerikanischen Jahrhunderts nach dem siegreich gestalteten Zweiten Weltkrieg, der Schaffung der Vereinten Nationen sowie den in Bretton Woods initiierten Finanzinstitutionen vornehmlich unter Einsatz der Soft Power der USA: „Unter dem Banner des ,freien Handels’ und der Öffnung bisher geschlossener Märkte in aller Welt würde das Big Business der USA freie Bahn haben, nach dem Krieg neue, bisher unerschlossene Märkte mit billigen Rohstoffen und neue Märkte für den Verkauf amerikanischer Waren zu erschließen.“ Letzteres war das Prinzip der „Politik der offenen Tür“. Dieses Prinzip war im Vergleich zu Hitlers „Drang nach Osten“ eine sehr viel, sagen wir, geschmeidigere Strategie: „Für die Rockefellers und andere weitsichtige Mitglieder des politischen Establishments der USA sollte die weltweite Macht nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in Begriffen wie ‚militärische Kontrolle über Kolonialgebiete’ gemessen werden. Das Britische Empire und andere Kolonialmächte Europas hatten gelehrt, dass ein solches System viel zu teuer und ineffizient war. Macht würde man fortan als wirtschaftliche Macht definieren.“ (28)

Dies ließ ich mir von dem deutsch-amerikanischen Historiker F. William Engdahl, einem Kenner der Erdöl-Geopolitik, näher erklären, ausgehend von der Fragestellung, ob das amerikanische Imperium – oder wechselweise das Amerikanische Jahrhundert – seinen Höhepunkt erreicht habe.

F. William Engdahl: Das ist eine Möglichkeit, um es auszudrücken. Das Projekt, das die amerikanische Hegemonie nach dem 2. Weltkrieg schuf, wurde – siehe da! – von den Rockefellers, der Rockefeller Foundation finanziert und durch den New Yorker Council on Foreign Relations durchgeführt, der zu diesem Zeitpunkt völlig von den Rockefellers beherrscht wurde.

LS: Sie sprechen über die “War and Peace Studies”?

F.W.E. Ja, und in den “War and Peace Studies” zogen Isaah Bowman, ein amerikanischer Geograph, der einer der Leiter des Projekts war, und die anderen Teilnehmer das Fazit – und das war im Jahre 1939, das Projekt begann schon, bevor Hitlers Panzer in Polen hinein rollten -, dass es zu einem zweiten Weltkrieg kommt, es wird ein Weltkrieg sein, kein europäischer Krieg. Und Amerika wird aus diesem Krieg als die weltweit führende Macht hervorgehen. Aber, sagten sie, wir werden nicht den Fehler wie die Briten und die Franzosen machen: Wir werden es nicht ein Imperium nennen. Das amerikanische Volk denkt von sich selbst nicht gerne als Imperialisten wie die Briten. Wir nennen es die Ausweitung der Demokratie und der demokratischen Freiheiten. Wir nennen es die Verbreitung des Systems des freien Unternehmertums in andere Teile der Welt, und unter diesem Deckmantel werden wir unsere Macht als unangefochtener Supremo auf dem Planeten erbauen. Und das, muss ich sagen, war einer der brillantesten Öffentlichkeitsarbeits-Propaganda-Tricks in der modernen Geschichte, es nicht ein Imperium zu nennen.

Aber de facto ist es das in jedem Sinne des Wortes, die Herrschaft des Pentagon und die Kontrolle ist genauso real wie das Britische Empire, sogar noch mehr. (29)

Den konzeptionellen Begriff der Soft Power prägte der Harvard-Gelehrte Joseph Nye, ein ehemaliger Rhodes-Stipendiat, der dem Direktorium des Council on Foreign Relations angehört. Nye berief sich dabei auf Antonio Gramscis Theorie der „kulturellen Hegemonie“, (X) bei der es darum geht, wie eine politisch-intellektuelle Führung (oder auch „herrschende Gesellschaft“ genannt) durch konsensfähige Ideen und eine dominante Kultur Kontrolle über das Volk ausübt und eine Art kollektiven Willen erzeugt, welcher den Interessen der „herrschenden Gesellschaft“ zugutekommt. Der „kollektive Wille“ ist also letztlich nichts anderes als der Wille der „herrschenden Gesellschaft“. Kultur meint bei Gramsci wiederum „eine kohärente, einheitliche und national verbreitete Konzeption des Lebens und des Menschen“, aus der ein gesellschaftliches Verhalten resultiert. (X) Zur Einnahme der Zivilgesellschaft, die dem Ringen um die Hegemonie als Zielvorstellung zugrunde liegt, werden Instrumente wie das Bildungswesen und die Massenmedien eingesetzt.

Eine „Kulturoffensive“ im Sinne der „kulturellen Hegemonie“ übte der Council on Foreign Relations aus, indem er nach dem Zweiten Weltkrieg Schritt für Schritt „fast in allen Staaten der Welt ,Partner‘-Organisationen“ initiierte, in denen er „die Eliten der Nationalstaaten … in exklusive Extra-Netzwerke und Runde Tische“ einband und weiterhin einbindet, „um ihnen das Gefühl besonderer Bedeutsamkeit zu geben. … Das Bauchpinseln der nationalen Eliten ist ein Teil der sanften Ausübung von Macht.“ (X)

Macht wird von Nye als die Fähigkeit definiert, das Verhalten anderer zu beeinflussen, um gewünschte Resultate zu erzielen. „Harte Macht ist die Machtausübung durch militärische oder polizeiliche Gewalt. Oder wenn ein unbequemer Politiker durch Geheimdienste erschossen wird. Die Anwendung harter Macht ist aber immer nur das letzte Mittel in der Pax Americana. Sie wird eigentlich nur angewendet, wenn die Instrumente der sanften Macht nicht greifen. Zum Arsenal der sanften – oder: weichen – Macht“ zählt als Schlüsselelement „die mentale Beeinflussung anderer Völker durch massenmediale Bearbeitung.“ (X)

In den Worten Joseph Nyes: „Sanfte Macht beruht auf dem Vermögen, die politische Tagesordnung auf eine Weise zu bestimmen, welche die Präferenzen anderer formt. Im privaten Leben wissen kluge Eltern, dass ihre Macht über die Kinder größer ist und länger dauert, wenn sie sie mit den richtigen Überzeugungen und Werten erzogen haben, als wenn sie sich auf Hiebe, Taschengeldkürzungen oder die Beschlagnahmung der Autoschlüssel verlassen hätten.“ (X)

Soft Power als Instrument der „kulturellen Hegemonie“ gedieh zur gängigen Praxis US-amerikanischer Elite-Netzwerke, ehe Jahrzehnte später der Begriff dafür von Nye geprägt wurde. „Die mentale Beeinflussung … durch massenmediale Bearbeitung“ zur Herstellung von Konsens läuft daheim wie in Übersee insbesondere über Mittel der Symbolik ab. So schrieb Walter Lippmann in den Anfangstagen des Council on Foreign Relations: „Wenn politische Parteien oder Zeitungen Amerikanismus, Progressivismus, Gesetz und Ordnung, Gerechtigkeit oder Menschlichkeit ausrufen, dann hoffen sie damit Gefühle widerstreitender Fraktionen zusammenzuschweißen, die anderenfalls auseinanderstreben würden, wenn sie anstelle der Symbole aufgefordert werden, ein bestimmtes Programm zu diskutieren. … Denn wenn erst einmal eine Koalition um das Symbol herum hergestellt ist, dann neigt das Gefühl eher zur Einförmigkeit unter dem Symbol als zu einer kritischen Hinterfragung der [ergriffenen] Maßnahmen. … Was Privilegien innerhalb einer Hierarchie bewirken, das bewirken Symbole für das Fußvolk.“ (X)

Wenn es der nicht-rechenschaftspflichtigen Klasse, die „aus unverwundbaren Positionen hinter den Kulissen“ agiert, angezeigt scheint, Formen der harten Macht zur Anwendung zu bringen, dürfen, nein, müssen die Massen geradezu hinters Licht geführt werden, wie Lippmann klarstellte: „Die Notwendigkeit ist häufig eingebildet, die Gefahr künstlich hergestellt. Doch wenn schnelle Ergebnisse das Gebot der Stunde sind, kann die Manipulation der Massen durch Symbole der einzige schnelle Weg sein, eine entscheidende Aufgabe zu erledigen. Häufiger ist es wichtiger zu handeln als zu verstehen. Es ist manchmal wahr, dass die Aktion scheitern würde, wenn jeder sie verstünde.“ (X)

Das Große Schachbrett

Zur Jahrtausendwende, als die wirtschaftliche und informelle Macht allein nicht mehr auszureichen schien, um das amerikanische Imperium intakt zu halten, fand Mackinders Konzept der Geopolitik abermals seinen Weg zurück auf die politische Weltbühne – diesmal, um vor allem rund um den afghanischen Kriegsschauplatz aufgeführt zu werden. So erklärte Elie Krakowski, ein Afghanistan-Experte, der früher für das US-Verteidigungsministerium arbeitete, hinsichtlich der strategischen Bedeutung Afghanistans, dass jenes Land von zentraler Wichtigkeit bleiben würde, „weil Afghanistan den Knotenpunkt darstellt zwischen dem, was Halford Mackinder das Herzland der Welt nannte, und dem indischen Subkontinent. Seine Bedeutung ergibt sich aus der Lage am Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege. Als Grenzgebiet zwischen Land- und Seemächten stellt es sich dar als Kollisionspunkt entgegengesetzter Kräfte, größer als es selbst. Alexander der Große durchquerte es auf seinen Eroberungszügen. Ebenso taten es die Mogule. Im 19. Jahrhundert umkämpft zwischen Britischem Empire und Russischem Reich, wurde es im 20. Jahrhundert zum Streitgegenstand zwischen den amerikanischen und sowjetischen Supermächten. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist es für die neuen zentralasiatischen Binnenstaaten zu einem wichtigen potentiellen Zugangsweg zum Meer geworden. Das Vorhandensein großer Öl- und Gasvorkommen in der Region ist zum Anziehungspunkt für Staaten und multinationale Konzerne geworden. Russland und China, ganz zu schweigen von Pakistan und Indien, beteiligen sich intensiv an dem Versuch, die Zukunft jenes Volkes zu gestalten, das vielleicht das unveränderbarste der Welt ist. Was immer in Afghanistan als wichtigem strategischem Dreh- und Angelpunkt geschieht, hat Auswirkungen auf den Rest der Welt.” (30)

QUELLEN:

(1) Halford J. Mackinder: “Democratic Ideals and Reality”, Henry Holt & Company, New York, 1919, Seite 150.

(2) F. William Engdahl: „Mit der Ölwaffe zur Weltmacht“, a. a. O., Seite 335.

(3) Vgl. zum Beispiel Joachim C. Fest: „Hitler. Eine Biographie“, Spiegel-Verlag, Hamburg, 2006, Seite 350 – 353. Es muss hinzugefügt werden, dass Karl Haushofer mit der Weltsicht Hitlers nichts anfangen konnte und den persönlichen Kontakt mied. Direkt nahm Haushofer in keiner Weise Einfluss auf das Denken Hitlers. Ferner warf Fritz Hesse in seinem 1953 erschienenen Buch „Das Spiel um Deutschland“ dem Außenministerium des Deutschen Reichs und Hitler vor, dass „diese die Geopolitik des Engländers Halford Mackinder nicht verstanden hätten. In Hesses Worten: ,Für die Angelsachsen war es völlig gleichgültig, wer Deutschland regierte. Die einfache Tatsache, daß Deutschland wieder zur größten Kontinentalmacht geworden war, reichte den Angelsachsen und den Franzosen, um in den Krieg zu ziehen.‘ … Solange Deutschland die eurasische Landmasse zu beherrschen drohte, war es für die britische Geopolitik der wichtigste strategische Rivale. Schon lange bevor Sir Halford Mackinder 1904 seine These vom Kampf ,Herzland gegen Weltinsel‘ aufgestellt hatte, versuchte Großbritannien gemäß seiner geopolitischen Doktrin des Machtgleichgewichts (balance of power) zu verhindern, daß eine kontinentaleuropäische Macht die Herrschaft über Eurasien gewann. … Hesse war mit Mackinders geopolitischen Vorstellungen vertraut und zitierte ihn sogar, um seine Argumentation zu untermauern. Er hatte verstanden, welche Motive die von Mackinder formulierte angelsächsische – und us-amerikanische – Geopolitik antrieben. Hesse unterstrich, daß das völlige Unverständnis der kontinentaleuropäischen Mächte, insbesondere Deutschlands, dieser Motive schon im vorangegangenen Jahrhundert der eigentliche Grund für die wiederholten Kriege gewesen war. Denn weder Großbritannien noch später auch die USA hätten zulassen können, daß eine kontinentaleuropäische Macht unangefochten den eurasischen Kontinent beherrschte.“ Vgl. F. William Engdahl: „Der Untergang des Dollar-Imperiums. Die verborgene Geschichte des Geldes und die geheime Macht des Money Trusts“, Kopp-Verlag, Rottenburg, 2009, Seiten 143 und 204.

(4) Vgl. Daniel Yergin: “The Prize. The Epic Quest for Oil, Money and Power“, Simon & Schuster, New York, 1992, Seite 317 – 322, sowie vor allem Dietrich Eichholtz: „Krieg um Öl: Ein Erdölimperium als deutsches Kriegsziel 1938 – 1943“, Leipziger Universitätsverlag, 2006.

(5) Siehe hierzu insbesondere Lawrence H. Shoup / William Minter: “Imperial Brain Trust: The Council on Foreign Relations and US Foreign Policy“, Monthly Review Press, New York, 1977.

(6) Murray N. Rothbard: “Wall Street, Banks, and American Foreign Policy”, Center for Libetarian Studies, 1995, veröffentlicht unter: http://mises.org/rothbard/WSBanks.pdf.

Nomi Prins betonte in einem Interview, das ich mit ihr zu ihrem Buch All the Presidents’ Bankers: The Hidden Alliances that Drive American Power führte, dass die Morgan Bank während des Ersten Weltkriegs „der herausragende Finanzier gewesen“ war, „der 75 Prozent der privaten Finanzierung im Ersten Weltkrieg bestimmte und sehr eng mit Woodrow Wilson und dem Finanzminister zu der Zeit verbunden war. Die Morgan Bank war in die Entscheidungen, die Washington über die Finanzierung der Kriegsanleihen in den Vereinigten Staaten traf, sehr eng eingebunden, um zusätzliche Mittel aufzutreiben. Doch zu der Zeit, als der Zweite Weltkrieg auftrat, war es Chase (die mehr eine Rockefeller-Bank war), und zwar aufgrund von Winthrop Aldrich, dem Vorsitzenden von Chase und Freund von FDR, die auf eine Verschiebung der Kriegsfinanzierung weg von der Morgan Bank drängte.

Die Anstrengungen im Zusammenhang mit dem Liberty Bond, der Kriegsanleihe für den Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten, wurde wirklich von Aldrich sowie der National City Bank angeführt, der anderen großen Bank, die von James Perkins geführt wurde, und nachdem er gestorben war durch ein paar andere Führungskräfte wie Randolph Burgess, der ein Direktor der New York Fed gewesen war, bevor er ein leitender Vizepräsident bei der National City Bank wurde, und der eine sehr enge Beziehung zu Roosevelts Finanzminister Morgenthau unterhielt.

Diese stärkeren Beziehungen zu den Regierungen von FDR, Truman und Eisenhower begannen sich in Richtung Chase und National City zu neigen. Außerdem hatten diese Banken ein anderes Modell als die Morgan Bank, welches darin bestand, dass sie das Geld der einzelnen Leute für die Kriegsanstrengung verwendeten und sie die Leute fragen würden, Konten bei ihnen zu eröffnen und von ihnen zugleich auch Kriegsanleihen zu kaufen. Daher gewannen sie während des Krieges neue Kunden hinzu, was auch zu ihrer Kraft hinterher beitrug, weil ihnen das mehr Kapital für die Zukunft gab, aber auch, weil sie kunstvoll mit Washington engagiert waren, mit der Kriegsanleihe, und mit privaten Finanzierungsbemühungen. Und so kippte die Balance aufgrund von Beziehungen, als auch aufgrund der Philosophie, einfache Leute mehr zu beteiligen.“

Siehe Lars Schall: „Finanzen sind ein Machtspiel“, Interview mit Nomi Prins, veröffentlicht auf LarsSchall.com am 22. Mai 2014 unter: http://www.larsschall.com/2014/05/22/finanzen-sind-ein-machtspiel/.

(X) Caroll Quigley: „Katastrophe und Hoffnung. Eine Geschichte der Welt in unserer Zeit“, Perseus Verlag, Zürich, 2006, Seite 95.

(7) Wolfgang Effenberger / Willy Wimmer: „Wiederkehr der Hasardeure – Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute“, Verlag Zeitgeist Print & Online, Höhr-Grenzhausen, 2014, Seite 129.

(X) Caroll Quigley: „Katastrophe und Hoffnung“, a.a.O., Seite 95.

(8) Ebd., Seite 428 – 430. Siehe zu Ursprung und Entwicklung der „Round-Table-Organisation“ im gleichen Werk auch die Seiten 93 – 103 und 516 – 523.

(9) Wolfgang Effenberger / Willy Wimmer: „Wiederkehr der Hasardeure“, a.a.O., Seite 157.

(10) Ebd., Seiten 157 – 158.

(11) Vgl. Lars Schall: „Finanzen sind ein Machtspiel“, a.a.O.

(X) Vgl. Hermann Ploppa: „Die Macher hinter den Kulissen – Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“, Nomen Verlag, Frankfurt a.M., 2014, Seite 58.

(12) Markus Osterrieder: „Welt im Umbruch: Nationalitätenfrage, Ordnungspläne und Rudolf Steiners Haltung im Ersten Weltkrieg“, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2014, Seite 1550. Unter dem Gesichtspunkt „Formung der öffentlichen Meinung“ sollte vielleicht hervorgehoben werden, dass sich unter den Gründungsmitgliedern des Council on Foreign Relations letztlich auch Walter Lippmann, der Autor des Buches Public Opinion, befand.

(13) Ebd.

(14) Ebd.

(X) Vgl. Hermann Ploppa: „Die Macher hinter den Kulissen“, a.a.O., Seite 59.

(15) Jonathan Marshall: “To Have and Have Not: Southeast Asian Raw Materials and the Origins of the Pacific War”, University of California Press, Berkeley, 1995, Seite 28.

(X) Vgl. Hermann Ploppa: „Die Macher hinter den Kulissen“, a.a.O., Seite 61-62.

(X) Ebd., Seite 62-64.

(X) Ebd., Seite 64.

(X) Ebd.

(16) Vgl. Jonathan Marshall: “To Have and Have Not“, a.a.O., Seite 28 – 29.

(17) Ebd., Seite 29. McCloy diente US-Verteidigungsminister Henry L. Stimson im Zweiten Weltkrieg nach Vermittlung durch CFR-Gründungsmitglied Elihu Root. 1944 machte sich McCloy im US-Verteidigungsministerium persönlich dafür stark, dass die zum Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau führenden Eisenbahntrassen nicht zerstört wurden – was durchaus möglich gewesen wäre. Die später von ihm mit-initiierten Gründungen des American Council on Germany und der Atlantik-Brücke fanden in der Zeit statt, als McCloy amerikanischer Hochkommissar in Deutschland war (1949 bis 1952).

(X) Zitiert in Murray N. Rothbard: “Rockefeller, Morgan, and War”, veröffentlicht auf Mises.org am 1. November 2011 unter: http://mises.org/library/rockefeller-morgan-and-war. Rothbard zitiert aus Joseph Kraft: “’School for Statesmen“, Harper’s Magazine, Juli 1958.

(18) Jonathan Marshall: “To Have and Have Not“, a.a.O., Seite 29.

(19) Ebd.

(X) Hermann Ploppa: „Die Macher hinter den Kulissen – Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“, Nomen Verlag, Frankfurt a.M., 2014, Seite 66.

(20) Jonathan Marshall: “To Have and Have Not“, a.a.O., Seite 29 – 30.

(21) Vgl. F. William Engdahl: „Der Untergang des Dollar-Imperiums. Die verborgene Geschichte des Geldes und die geheime Macht des Money Trusts“, Kopp-Verlag, Rottenburg, 2009, Seite 172.

(22) Ebd., Seite 169.

(23) Jonathan Marshall: “To Have and Have Not“, a.a.O., Seite 30.

(24) Ebd.

(25) Ebd.

(26) Ebd., Seite 31.

(27) Vgl. Nafeez M. Ahmed: „Die Strategien der USA seit 1945“, in Ronald Thoden (Hrsg.): „Terror und Staat“, a.a.O., Seite 38 – 39.

(X) Vgl. F. William Engdahl: „Der Untergang des Dollar-Imperiums“, a.a.O., Seiten 252 – 253.

(28) Ebd., Seite 172 – 173.

(29) Vgl.Lars Schall: “Wir sind inmitten einer epochalen tektonischen Verschiebung” – Teil 2, veröffentlicht auf LarsSchall.com am 30. März 2011 unter: http://www.larsschall.com/2011/03/30/wir-sind-inmitten-einer-epochalen-tektonischenverschiebung-%E2%80%93-teil-2/

(X) Vgl. Inderjeet Parmar / Michael Cox: “Soft Power and US Foreign Policy: Theoretical, Historical and Contemporary”, Routledge, 2010, Seite 12.

(X) Vgl. Gerd Würzberg: „Kultur und Politik – Der Beitrag Antonio Gramscis zur theoretischen Grundlegung der politisch-kulturellen Transformation Italiens“, Rita G. Fischer Verlag, Frankfurt a. M., 1978, Seite 100.

(X) Hermann Ploppa: „Die Macher hinter den Kulissen“, a.a.O., Seite 74.

(X) Ebd.

(X) Zitiert ebd., Seite 99. Im Zusammenhang mit der Ausübung von Soft Power sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Anwendung und Operationalisierung der sogenannten „Noopolitik“ im digitalen Netzzeitalter sowie nach den Einsichten und Beschreibungen von Pierre Teilhard de Chardin letztlich ein gründlicherer theoretischer und praktischer Ansatz von weicher Machtausübung zu sein scheint. Zur „Noopolitik“ siehe John Arquilla / David Ronfeldt: “The Emergence of Noopolitik – Toward An American Information Strategy“, RAND Corporation, 1999, online abrufbar unter: http://www.rand.org/pubs/monograph_reports/MR1033.html

(X) Zitiert in Hermann Ploppa: „Hitlers amerikanische Lehrer – Die Eliten der USA als Geburtshelfer des Nationalsozialismus“, Liepsen Verlag, Sterup, 2008, Seiten 101 – 102.

(X) Zitiert ebd., Seite 102.

(30) Elie Krakowski: “The Afghan Vortex”, veröffentlicht beim Institute for Advanced Strategic and Political Studies in Jerusalem als IASPS Research Papers in Strategy No. 9, April 2000 unter: http://www.israeleconomy.org/strategic9/strat9.htm

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4 Responses to “Über Halford Mackinder, die Ursprünge des Council on Foreign Relations und die Grand Area-Strategie”

  1. Lichtblick sagt:

    Klasse Artikel, wurde auh Herzensleben.de gerebloggt, mit Verlinkung hierher.

    http://herzensleben.de/die-urspruenge-des-council-foreign-relations-und-die-grand-area-strategie/

    alles Liebe

    Jochen/LIchtblick

  2. Peter sagt:

    Interessanter Artikel – gleich mal abgespeichert 🙂

  3. Peter sagt:

    Nachtrag zu Tiefenpolitik. Gibt es in dem Vorwort zu dem Buch auch eine Erläuterung was „Tiefenpolitik“ bedeutet? Ich musste auch erst mal nachschauen, ich habe folgende plausible Definition gefunden:

    „Bei der Tiefenpolititk handelt es sich um miteinander verflochtene, der öffentlichen Kontrolle unzugängliche Strukturen innerhalb und außerhalb des Staatsapparates, die Prozesse von historischer Tragweite in Gang setzten. Dabei wird das Bestreben von Gesellschaften vorausgesetzt, bestimmte Facetten der Politik des eigenen Landes zu verdrängen. …“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Dale_Scott

    Gehen Sie mit dieser Definition d’accord?

  4. admin sagt:

    Durchaus. Deep Politics à la Peter Dale Scott: “All jene politischen Praktiken und Arrangements, absichtlich oder nicht, die im öffentlichen Diskurs eher verdrängt, statt anerkannt werden.“ Damit verbunden sind “Tiefenereignisse” / “Deep Events”, die Scott als “die traumatischen und unerwarteten Episoden” definiert, “die in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verändern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese ‘Tiefenereignisse’ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens führt.”

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