Die Woche im Rückspiegel betrachtet

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Jede Woche am Sonntag stelle ich eine Auslese der zehn bemerkenswertesten Geschichten und Veröffentlichungen vor, über die ich bei meinen Streifzügen durch die Tiefen und Weiten des weltumspannenden Informationsnetzes gestolpert bin.

Von Lars Schall

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

willkommen bei Die Woche im Rückspiegel betrachtet. Mit diesem Format möchte ich Ihnen immer wieder des Sonntags im Schnelldurchlauf Geschichten und Veröffentlichungen zu 10 Themenbereichen präsentieren, die mir im Laufe der jeweils vorangegangenen Woche als wie auch immer beachtenswert auffielen.

Und damit ohne weiteren Aufhebens zu den…

TOP 10-LINKS DER WOCHE

Auf Platz 10 gehen Sie doch zunächst einmal hier Ihre Seele retten – und kommen danach zurück…

Auf Platz 9 ploppte in dieser Woche bei gewissen Recherchen für ein Buch der Anschlag auf die Berliner Diskothek “La Belle“ auf.

An dieser Stelle hier schrieb ich darüber, dass die 1981 gestartete “Follow the Money“-Initiative der National Security Agency (NSA) zum Befehl Ronald Reagans im April 1986 führte, die libyschen Städte Tripolis und Bengasi aus der Luft anzugreifen (Operation El Dorado Canyon). Wenige Tage zuvor war ein Terroranschlag in eben jener oben genannten Diskothek in West-Berlin verübt worden, bei dem ein US-Soldat zu Tode kam und zweihundert Zivilisten verletzt wurden. Die digitale Echtzeit-Bankenüberwachung der NSA, “Follow the Money“ genannt, hatte daraufhin angeblich Beweise erbracht, dass das Geld für den Anschlag vom Gaddafi-Regime in Libyen stammte.

Insgeheim und illegal setzte die NSA beim “Follow the Money“-Programm die PROMIS-Software von Inslaw ein, nachdem die “N.o S.uch A.gency“ 1981 vom US-Justizministerium eine nicht autorisierte, gegen Inslaws Urheberrecht verstoßene Kopie der IBM-Mainframe-Computer-Version von PROMIS erhalten hatte.

Nunmehr kreuzte sich mein Recherche-Weg mit dem des BBC-Journalisten Tom Bower, der 1987 aufzeigte, dass die Beweislage gegen die libysche Regierung nicht so eindeutig war, wie das Weiße Haus unter Ronald Reagan im Frühling 1986 der Weltöffentlichkeit weismachen wollte. Ursprünglich verwies die US-Regierung nicht auf eindeutige Kontobewegungen, um einen Gegenschlag zu rechtfertigen, sondern auf andere “unwiderlegbare“ Beweise in Form angeblich abgefangener Geheimdienstbotschaften. Rafi Eitan vom israelischen Geheimdienst, den ich wiederum eingehend hier in Sachen PROMIS erwähne, legte gegenüber Bower nahe, es habe sich am Ende um eine “politische Entscheidung“ gehandelt, Libyen anzugreifen – denn die Terrorangriffe wie in Berlin (und zuvor auf europäische Flughäfen wie Rom und Wien) seien wahrscheinlich von Syrien gesteuert worden, nicht vom Gaddafi-Regime. Ganz ähnlich äußerte sich Karsten Voigt, der als damaliger Abgeordneter des Deutschen Bundestags vom BND über die Hintergründe des Terrorakts in Berlin informiert wurde. Es scheint somit, als seien weder die Israelis noch die West-Deutschen von den US-Diensten über die Kontobewegungen, die der NSA vorgelegen haben sollen, in welcher Art auch immer in Kenntnis gesetzt worden. Dahingehende Nachfragen wurden von mir an diesen Mann hier geschickt, der das “Follow the Money“-Programm der NSA initiierte, und ich warte jetzt etwaige Antworten ab.

Die besagte TV-Dokumentation, die Tom Bower 1987 produzierte, finden Sie im Verlaufe eines hervorragenden Stücks Journalismus aus der Feder von Adam Curtis, welches Sie sich unter dem Titel “He’s Behind You – How Colonel Gaddafi and the Western Establishment Created a Pantomime World” hier zu Gemüte führen können. (Bowers Beitrag für die BBC ist das letzte eingebettete Video unter Kapitel 2: “Looney Tunes and Caped Crusaders“.)

Zur Operation El Dorado Canyon sei außerdem auf das dritte Kapitel eines Buchs des US-Völkerrechtlers Francis A. Boyle hingewiesen, “Destroying Libya and World Order – The Three-Decade U.S. Campaign to Terminate the Qaddafi Revolution“, hier bei Clarity Press erschienen.

Auf Platz 8 stellt man uns hier Andrew Freedman, eine zentrale Technokraten-Figur in der US-Marihuana-Politik, vor.

Auf Platz 7 blicken wir erst hier aufs Wohlstandsgefälle in den USA, ehe die Vereinigten Staaten von Amerika hier insgesamt als ziemlich krank daherkommen und wir hier schon einmal vorsichtshalber auf eine Trump-Dynastie eingestimmt werden.

Auf Platz 6 fragt sich: Was würde wohl geschehen, wenn die USA Waffen an die Ukraine lieferten? Schauen Sie mal hier.

Auf Platz 5 holen wir uns anschließend hier, hier und hier Erkundigungen über China und die Schulden ein.

Auf Platz 4 soll es viermal um Meinungsfreiheit gehen, und zwar hier, hier, hier und hier.

Auf Platz 3 geht der Westen hier weiterhin des Goldes verlustig, ohne dass es in dortigen Gefilden ein großes Thema darstellte.

Auf Platz 2 meint Alan “The Maestro“ Greenspan, der Aktienmarkt stecke in keiner Blase, dafür aber der Anleihemarkt. Siehe dazu hier und hier.

Und auf Platz 1 machen hier, hier und hier die Schlagworte USA, Trump, Russland, Putin, CIA, Sanktionen, EU und Erdöl in der einen oder anderen Art und Weise von sich reden – u. a. durch den Mund von Seymour Hersh.

Zuletzt noch das Musikstück der Woche: CHARLIE PARKER & VELLU HALKOSALMI (ARR.) – Summertime.

In dem Sinne, ganz der Ihre,

Lars Schall.

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