JFK und „Operation Walküre“, Teil 2

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Im zweiten Teil seines Rechercheberichts befasst sich Lars Schall mit einer aktuellen eidesstattlichen Erklärung im Zusammenhang mit dem Kennedy-Attentat; weist auf “Nazis in Space“ hin; besichtigt den Tatort Dallas; und zeigt anhand von Dokumenten und Aussagen: die CIA besaß „ein großes Interesse an Oswald, das sehr eng auf der Need-to-know-Basis gehalten wird.“

Von Lars Schall

Achtung: Es handelt sich bei dem Zweiteiler „JFK und ,Operation Walküre‘“ um eine sich entwickelnde Recherche im nachfolgenden Sinne: a) geht es u.a. um Gerichtsfälle, die im US-Bundesgericht in Washington DC aktuell verhandelt werden, und b) wurden zwei wissenschaftliche Studien zwar in Bestellung gegeben, sind aber noch nicht angekommen – und konnten somit noch nicht ausgewertet werden.

Der erste Teil von „JFK und ,Operation Walküre“ erschien hier am 21. November 2017. Den gesamten zweiten Teil können Sie hier mit Quellenangaben als PDF-Dokument herunterladen.

JFK und „Operation Walküre“, Teil 2

“We’re heading into nut country today.”

John F. Kennedy, am Morgen des 22. November 1963. (1)

 

Der Rechtsstreit “AARC vs. CIA“

Wie am Ende des ersten Teils von „JFK und ,Operation Walküre‘“ angemerkt worden war, zog das Assassination Archive and Research Center (AARC) Anfang 2017 vor Gericht, um von der Central Intelligence Agency (CIA) bestimmte Geheimdokumente zu erhalten, und zwar in Verbindung mit:

– Plänen zur Ermordung Adolf Hitlers und insbesondere CIA-Studien solcher Pläne im Herbst 1963 als Teil ihrer Bemühungen, den kubanischen Machthaber Fidel Castro zu stürzen – einschließen, aber nicht beschränkt darauf: alle Aufzeichnungen, die in irgendeiner Weise die Studien reflektieren, die von der CIA zu Attentatsplänen auf Hitler durchgeführt wurden, oder die darauf Bezug nehmen;

– Mitteilungen von oder an Allen Dulles über Hitler-Attentatspläne, die in seiner Dienstzeit bei den folgenden Behörden entstanden: Office of Strategic Services (OSS), Central Intelligence Agency (CIA) und Office of Policy Coordination (OPC).

Bekanntlich wurde bei dem Attentat, das Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze auf Adolf Hitler verübte, eine Bombe zur Zündung gebracht. Im Vorfeld von „Operation Walküre“ sollen aber auch andere Szenarien diskutiert worden sein: ein Schuss aus nächster Nähe oder der Einsatz eines Scharfschützen, dessen Zielobjekt in einem Autokorso sitzt. (2) Als er während des Zweiten Weltkriegs im schweizerischen Bern als Agent des Office of Strategic Services (OSS) arbeitete, befand sich Allen Dulles durch den deutschen Widerstandskämpfer Hans Bernd Gisevius über die Hitler-Attentatspläne im Bilde. Sowohl Dulles als auch Gisevius sollen sich gegen den Einsatz einer Bombe ausgesprochen haben. (3) Am Tag des Anschlags hielt sich Gisevius zeitweise im Bendlerblock auf, dem Zentrum der Verschwörung. Nachdem das Attentat (und der damit verbundene Staatsstreich) scheiterte, vermochte Gisevius, von der Gestapo verfolgt, „durch seine Flucht in die Schweiz nur knapp mit dem Leben davon“ zu kommen. (4)

Die Forderung des AARC, bisher unter Verschluss gehaltene Dokumente von der CIA vorgelegt zu bekommen, die im Zusammenhang mit Plänen zur Ermordung Hitlers bzw. Castros entstanden, kommt nicht von ungefähr. Aus einem am 25. September 1963 geschriebenen Memorandum geht hervor, dass die Joint Chiefs of Staff kurz zuvor von Desmond FitzGerald darüber informiert wurden, dass die CIA detailliert den Plan studiere, der dem Mordattentat auf Adolf Hitler zugrunde lag, um Fidel Castro von der Macht in Kuba zu entfernen. FitzGerald war zu diesem Zeitpunkt der Chef der CIA-Kuba-Taskforce.

Die CIA behauptet, sie habe keine Aufzeichnungen im oben genannten Kontext finden können. Das AARC zweifelt daran. In einem Antrag, der am 13. November 2017 im US-Bundesgericht in Washington DC eingereicht wurde, wird die Auffassung vorgebracht, dass die Behauptung der CIA nicht mit den verfügbaren Beweisen übereinstimme. Das besagte Memo vom 25. September 1963 stelle klar fest, dass sich die CIA mit der Verschwörung von 1944 zur Ermordung von Adolf Hitler im Detail befasste. Dementsprechend müsse es Dokumente und Materialien geben, folgerte das AARC, die sich auf diese detaillierten Attentatsanalysen beziehen. „Darüber hinaus startete die US-Regierung nach der Ermordung von Präsident Kennedy am 22. November 1963 eine offizielle Untersuchung des Attentats durch die Warren-Kommission. Aufzeichnungen über die Untersuchung der Hitler-Verschwörung durch die CIA, um einen Plan zum Sturz Fidel Castros zu entwickeln, wären für diese offizielle Untersuchung relevant gewesen und zu diesem Zweck erhalten geblieben.“ (5)

Ferner hätten das Church Committee des US-Senats und ein Report des CIA-Generalinspekteurs herausgefunden, dass Desmond FitzGerald Ende Oktober 1963 nach Paris reiste, um sich mit einem kubanischen Aktivposten der CIA zu treffen, bekannt unter dem Alias „AMLASH“. Der Zweck des Treffens bestand darin, ein Attentat auf Fidel Castro zu organisieren, um dessen Regime auf Kuba zu stürzen. Am Tag, als John F. Kennedy in Dallas erschossen wurde, traf sich ein weiterer CIA-Agent mit „AMLASH“ in Paris und übergab ihm eine Attentatswaffe, die zur Ermordung Castros benutzt werden sollte. (6)

Das AARC vertritt die Auffassung, dass mehrere Regierungsuntersuchungen des JFK-Mords die Möglichkeit in Erwägung gezogen hätten, „ob die Bemühungen der US-Regierung, Fidel Castro zu stürzen, die Ermordung des Präsidenten verursacht haben könnten.“ (7) Das Church Committee beispielsweise habe die Pläne des Jahres 1963 zur Ermordung bzw. zum Sturz von Fidel Castro untersucht – einschließlich des Komplotts um „AMLASH“, an dem Desmond FitzGerald persönlich beteiligt war, und ein damit zusammenhängendes Program, das zu einem Staatsstreich kubanischer Militärs führen sollte. (8) Die Untersuchung, die der CIA-Generalinspekteur durchführte und deren Ergebnisse am 23. Mai 1967 in Berichtsform vorgelegt wurden (“CIA IG Report on Plots to Assassinate Fidel Castro”), befasste sich spezifisch mit den Aktivitäten von Desmond FitzGerald im Jahre 1963, für die sich das AARC interessiert. (X) Und auch das House of Representative Select Committee on Assassinations (“HSCA”) ging diesen Spuren späterhin nach. (9)

Da der ehemalige Direktor der CIA (und frühere Leiter ihrer verdeckten Operationen) Richard Helms öffentlich verlautbarte, dass die CIA noch im November 1963 eine Untersuchung der Kennedy-Ermordung einleitete, welche damit begann herauszufinden, ob CIA-Agenten zum Zeitpunkt des Attentats in Dallas waren, müsse es auch dazu Aufzeichnungen geben. (10)

Allen Dulles, der CIA-Direktor von 1953 bis 1961, wird „zwangsweise“ von den Plänen, die zur Ermordung Castros während seiner Amtszeit als Chef der CIA entwickelt wurden, gewusst haben. In seiner Funktion als Mitglied der Warren-Kommission verschwieg er diese Pläne jedoch gegenüber den anderen Kommissionsmitgliedern. „Dieses Fehlverhalten verstärkt das öffentliche Interesse, um das es hier geht“, so das AARC. (11)

Die Position der CIA, es gäbe zu diesem Themenkomplex keinerlei Dokumente, sei schlicht und einfach „nicht glaubwürdig“. Das Memo vom 25. September 1963 mache die Tatsache deutlich, dass die Joint Chiefs of Staff zu diesen Aktivitäten Aufzeichnungen „erstellten, pflegten und aufbewahrten“, und die „logische Schlussfolgerung“ daraus sei, „dass die CIA dies ebenfalls tat“ – zumal Desmond FitzGerald selber ein Memorandum über sein Zusammentreffen mit den Joint Chiefs of Staff verfasst haben dürfte. (12)

Dokumente zu diesem Gerichtsfall am US-Bundesgericht in Washington DC:

PDF; PDF; PDF; PDF.

Am 13. November 2017 reichte das AARC darüber hinaus eine eidesstattliche Erklärung vor Gericht ein, die tags zuvor von William E. Kelly, Jr., einem US-Journalisten und Historiker, der die Kennedy-Ermordung seit Ende der 1960er Jahre untersucht, abgegeben wurde. Seine eidesstattliche Erklärung, kraft derer die im ersten Teil von „JFK und ,Operation Walküre‘“ angesprochene Verbindung D.H. Byrd / Werner von Alvensleben erstmals Eingang in den Rechtsstreit “AARC vs. CIA“ fand, wollen wir nunmehr näher betrachten.

Detaillierte „Walküre“-Studien der CIA

In der eidesstattlichen Erklärung legt Kelly zunächst dar, dass er im Rahmen seiner JFK-Recherchen im Januar 1995 ein Telefon-Interview mit Volkmar Schmidt geführt habe, „ein Gespräch, das mit seiner Erlaubnis aufgezeichnet, anschließend transkribiert und im Internet veröffentlicht wurde. (13) In diesem Interview berichtete Schmidt mir, dass er am 22. Februar 1963 in seinem Anwesen in Dallas eine Party ausdrücklich zu dem Zweck ausgerichtet hat, um Lee Harvey Oswald mit Michael Paine bekannt zu machen.”

Tatsächlich stammte die Idee für die Party, die der aus West-Deutschland eingewanderte Geologe Dr. Volkmar Schmidt gab, eigentlich von „Baron“ George de Mohrenschildt, einem weißrussischen Einwanderer. (14) Schmidt war nach Texas gezogen, um dort für Mobil Oil zu arbeiten. Sein langjähriger Freund de Mohrenschildt, ein Öl-Geschäftsmann mit geheimdienstlichen Kontakten, hatte Freundschaft zum mittellosen Oswald geschlossen, nachdem dieser in die Region Dallas gezogen war. (15)

Michael Paine erschien nicht auf der Party am 22. Februar 1963, dafür aber seine Ehefrau Ruth, die mit Marina, der russischen Ehefrau von Oswald, Freundschaft schloss. Sie sollte es später sein, die Lee Harvey Oswald auf ein aktuelles Job-Angebot im Texas School Book Depository (TSBD) hinwies.

Im Laufe der Party, so sagte Schmidt in dem Interview mit William Kelly, hätten der deutsche Geologe und der kommunistische Ex-„Überläufer“ „ein ausgedehntes Zwei-Stunden-Gespräch“ geführt, in dem der Partyveranstalter „die ,umgekehrte Psychologie‘ anwandte, eine Technik,“ die ihm von Dr. Wilhelm Keutemeyer beigebracht worden sei, einem Professor für psychosomatische Medizin an der Universität Heidelberg.

William Kelly in seiner eidesstattlichen Erklärung: „Keutemeyer, sagte Schmidt, habe zwei Mitarbeiter gehabt, die an dem Plan vom 20. Juli 1944, Hitler umzubringen, beteiligt gewesen waren: Herr von Halen und Dr. Adam von Trott zu Solz, beide hingerichtet aufgrund ihrer Beteiligung an dem Komplott. Schmidt gab zu, das Attentat vom 20. Juli 1944 gegenüber Oswald erwähnt zu haben. Er suggerierte, der rechtsstehende General Edwin Walker sollte getötet werden, genauso wie Hitler hätte getötet werden sollen.“

Herr Kelly macht sodann darauf aufmerksam, dass Oswald kurze Zeit nach dem Gespräch mit Volkmar Schmidt „über den Versandhandel unter dem Aliasnamen ,Hidel‘ nachweisbar eine Waffe erstanden“ hatte, obwohl er „eine nicht-rückverfolgbare Waffe ohne Identifizierung in jedem Sportwarengeschäft in Dallas hätte kaufen können. Oswald wird vorgeworfen, am 10. April 1963 auf Walker durch ein Fenster seines Hauses geschossen zu haben“ – ein Schuss, der danebentraf und dessen Überrest sich in Form der abgefeuerten Kugel in der Kennedy-Sammlung des National Archive befindet. „Kurz nach dem Schuss auf Walker kehrte Oswald in seine Heimatstadt New Orleans zurück, wo er einen Job und eine Wohnung bekam, während seine Ehefrau Marina mit Ruth Hyde Paine in Irving, Texas zusammenwohnte, bis Ruth H. Paine Marina und die Waffe nach New Orleans fuhr.“

Als nächstes kommt Kelly auf Desmond FitzGerald zu sprechen, der „nach ehemaligen kubanischen Militäroffizieren oder jemandem aus Castros Nähe gesucht“ habe und „sich mit Dr. Rolando Cubella Secades (AMLASH) traf, um ihn dazu zu bringen, Castro zu töten; ein anderer CIA Führungsoffizier traf sich am 7. September 1963 mit Cubella in Brasilien.“

Am gleichen Tag, an dem ein CIA-Agent mit „AMLASH“ in Brasilien zusammentraf, „besuchte Fidel Castro die brasilianische Botschaft in Havanna, wo er US-unterstützte Überfallkommandos und Versuche, kubanische Führer zu töten, verurteilte, so veröffentlicht in einer Meldung der Associated Press am 9. September 1963, angeblich gelesen von Lee Harvey Oswald in einer Zeitung in New Orleans.“

Marina Oswalds Freundin, die Russisch-lernende Ruth Hyde Paine, stattete im September 1963 ihren Verwandten einen Besuch ab, „darunter der Mutter ihres Mannes Michael, Ruth Forbes Paine Young – einer engen persönlichen Freundin und Reisebegleiterin von Mary Bancroft. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Mary Bancroft in der Schweiz eng mit Allen Dulles zusammen, Beamter im Office of Strategic Services (OSS). Sie standen dem militärischen Nazi-Geheimdienstoffizier Hans Bernd Gisevius nahe, einem Hauptbeteiligen des gescheiterten Attentats vom 20. Juli 1944, und unterstützten ihn bei seiner Flucht aus Deutschland. Während ihres Besuchs bei den Youngs im September 1963 schrieb Ruth Hyde Paine der schwangeren Marina in New Orleans und schlug ihr vor, nach Texas zurückzukehren und zusammen mit ihr in Irving zu leben, bis das Baby geboren sein würde.“ Ihre Antwort sollte Marina an sie unter der Adresse von „Arthur Young – Paoli, Pennsylvania“ richten. Marina akzeptierte das ihr unterbreitete Angebot und „und am 14. September 1963 verließ Ruth Paine die Farm der Youngs, fuhr nach New Orleans, holte Marina und die Waffe ab und fuhr sie nach Texas, während Oswald nach Mexico City ging.“

Am darauffolgenden Tag, dem 25. September 1963 fand im Pentagon unter dem Vorsitz des Stabschefs der US-Luftwaffe, General Curtis LeMay, und in Abwesenheit von General Maxwell D. Taylor, der in Vietnam weilte, dasjenige Treffen der Joint Chiefs of Staff statt, bei dem „sie von Desmond FitzGerald über verdeckte CIA-Operationen in Kuba unterrichtet wurden. Ein Memorandum des Treffens wurde von Colonel Walter M. Higgins Jr. verfasst, einem Mitarbeiter von General Victor H. Krulack, dem Special Assistant for Counterinsurgency and Special Activities (SACSA). In seinem Memo schrieb Higgins, dass FitzGerald berichtete, die CIA eine ,detaillierte Untersuchung‘ der Verschwörung gegen Hitler vom 20. Juli 1944 vorbereite, um diese zu adaptieren und dafür zu nutzen, gegen Castro in Kuba vorzugehen. Higgins schreibt, FitzGerald, ,hatte das Gefühl, dass es große Erfolge darin gab, näher an das Militärpersonal heranzukommen, welches möglicherweise mit Castro brechen würde, und gab an, dass es mindestens zehn hochrangige Militärangehörige gab, die zwar mit der CIA, aber bis jetzt nicht miteinander sprachen, da sich dieses Maß an Vertrauen noch nicht entwickelt hat. Er betrachtet es als Parallele in der Geschichte, sprich, das Attentat auf Hitler; und dieses Attentat wird detailliert untersucht, um eine Vorgehensweise zu entwickeln.‘ (Beweise beigefügt).“

(PDF Higgins-Memorandum 1963.)

Der von John F. Kennedy im Jahre 1961 gefeuerte Ex-CIA-Direktor Allen Dulles besaß um diesen Zeitraum (September – Oktober 1963) herum „den geschäftigen Terminkalender eines Mannes, der noch immer im Zentrum der Geheimdienstarbeit steht“, schreibt der US-Autor David Talbot (“The Devil’s Chessboard“). Dulles traf sich nach Angaben von Talbot „mit entscheidenden Leuten aus der Abteilung für verdeckte Operationen der CIA wie Desmond Fitzgerald, der – zusammen mit David Phillips – die gewaltsamen Komplotte gegen Kuba beaufsichtigte; er traf sich mit [James Jesus] Angleton und seinem Stellvertreter Cord Meyer und mit einem wichtigen Mitarbeiter von [Richard] Helms, Thomas Karemessines. Alle diese Männer wurden von Ermittlern später auf die eine oder andere Weise mit der Ermordung Kennedys in Verbindung gebracht.“ (16)

Anlässlich von Vortragsreisen, die an der Pazifik- und Atlantikküste der USA stattfanden, ging Allen Dulles auf Einladung auch nach Texas, wo er Ende Oktober „mit alten Freunden in Houston und Dallas“ zusammenkam „und vor dem Dallas Council on World Affairs sprach.“ (17)

Im selben Monat, in dem Dulles in Dallas war, sprich Oktober 1963, fand Oswald eine Anstellung im Texas School Book Depository – nachdem er von Ruth Paine auf ein Jobangebot aufmerksam gemacht worden war. Wie von William Kelly in der eidesstattlichen Erklärung erwähnt wird, war Ruth Paines Schwiegermutter Ruth Forbes Paine Young „eine enge persönliche Freundin und Reisebegleiterin von Mary Bancroft“ – der Mitarbeiterin von Allen Dulles während des Zweiten Weltkriegs in Bern.

Talbot schreibt bezüglich dieser Tatsachen: „Dulles selbst räumte ein, wie verrückt diese merkwürdigen Tatsachen waren, tat sie aber in seiner charakteristischen Art einfach mit einem Lachen ab. Für die Verschwörungstheoretiker wäre es ja ein Festtag, kicherte er, wenn sie wüssten, dass er drei Wochen vor dem Attentat Dallas besucht hatte und eine persönliche Verbindung zu der Frau hatte, die als Marina Oswalds ,Vermieterin‘ identifiziert wurde.“ (18)

Die Schwiegermutter von Marina Oswalds „Vermieterin“, Ruth Forbes Paine Young, hatte im Sommer 1933 ihre New Yorker Freundin Mary Bancroft auf eine Schiffsreise nach Europa begleitet. Bancroft heiratete während des Europa-Aufenthalts einen Schweizer Bilanzprüfer, Jean Rufenacht – und blieb. 1934 zog sie nach Zürich, lernte Deutsch und Französisch, und ging nach Ausbruch der kriegerischen Handlungen zwischen USA und Deutschland / Japan auf Anwerbeavancen des Office of Strategic Services (OSS) ein. Schließlich wurde sie als Agentin (und Geliebte) für Allen Dulles, dem Leiter der OSS-Stelle in Bern, tätig. Dulles gab ihr den Auftrag, mit Hans Bernd Gisevius zusammenzuarbeiten, der sie (und Dulles) in der Folgezeit über die Vorbereitungen des Attentats auf Hitler im Zuge des „Unternehmens Walküre“ auf dem Laufenden hielt.

Anfang Oktober 1963 traf Dulles (laut Terminkalender) ferner mit C. Douglas Dillon zusammen, einem ehemaligen Wall Street-Investmentbanker (Dillon, Read & Co.), der unter Kennedy als US-Finanzminister diente – und damit zuständig war für den Secret Service, der wiederum Kennedys Leben beschützen sollte. (19) Im Zeitraum des Kennedy-Attentats verabschiedete sich Dillon in den Urlaub: „Ende Oktober informierte Dillon den Präsidenten, dass er im November einen ,aufgeschobenen Sommerurlaub‘ nehmen und seinen Posten in Washington bis zum 18. des Monats verlassen und zum Hobe Sound reisen wolle. Danach, teilte der Finanzminister seinem Präsidenten mit, plane er mit anderen Kabinettsmitgliedern einen offiziellen Besuch in Tokio, der ihn vom 21. Bis 27. November in Anspruch nehmen würde.“ Und so ereignete sich der JFK-Mord am Freitag, den 22. November „nicht unter seiner Aufsicht; er saß zu dieser Zeit im Flugzeug über dem Pazifik.“ (20)

Als die Mordtat auf der Elm Street in Dallas „näher rückte, verbrachte Dulles viel Zeit fern von seiner Heimatbasis in Georgetown. Die Tour mit seinem neuen Buch Im Geheimdienst lieferte dem Agentenführer eine gute Entschuldigung zum Reisen. In den Tagen vor dem Attentat hatte er Auftritte in Buchläden und Medien in Bosten und New York. Am frühen Morgen des 22. November nahm er einen Flug der Piedmont Airlines zurück nach Washington und landete um 8:30 Uhr auf dem National Airport. Er ließ sich zu einem Hotel in Williamsburg, Virginia, fahren, wo er vor einer morgendlichen Tagung der Brookings Institution sprach. Nachdem er die Nachricht aus Dallas um etwa 13:30 mittags gehört hatte, nahm Dulles mit John Warner, einem CIA-Anwalt, einen Wagen zurück nach Washington.“ (21)

Am anschließenden Wochenende hielt sich Dulles (laut seinem Terminkalender) aber nicht zu Hause auf, sondern in einer „streng geheimen CIA-Einrichtung“ in Nord-Virginia, deren offizieller Name Camp Peary lautete; innerhalb der CIA war die Anlage als „die Farm“ bekannt. (22)

In seiner Dienstzeit als Direktor der CIA „hatte Dulles sich selbst ein komfortables Heim auf der Farm gebaut“. Der ehemalige Kongressermittler Dan Hardway nennt die Farm „praktisch ein alternatives CIA-Hauptquartier, von dem aus Dulles Operationen leiten konnte.“ (23)

Der eidesstattlichen Erklärung von William Kelly ist zu entnehmen, dass der Besitzer des Gebäudes, in dem Lee Harvey Oswald im Oktober 1963 eine Anstellung fand, (D. H. Byrd), „ein enger, persönlicher Freund des Stabschefs der US-Luftwaffe, General Curtis LeMay, war, der beim JCS-Meeting im Pentagon am 25. September 1963 den Vorsitz hatte.“

Curtis LeMay, ein Mitbegründer der RAND Corporation, ließ durch sein „unablässiges Drängen auf einen nuklearen Endkampf mit der Sowjetunion den Präsidenten an seiner geistigen Gesundheit zweifeln“, berichtet David Talbot in diesem Zusammenhang. „LeMay stellte Byrd im Mai 1963 ein glühendes Anerkennungsschreiben für seine Rolle bei der Gründung der Civil Air Patrol aus, der militärischen Hilfstruppe, die auch den Teenager Oswald zu ihren Kadetten zählte.“ (24)

Der regionale Ableger des Council on World Affairs in Dallas, vor dem Allen Dulles Ende Oktober 1963 sprach, zählte D.H. Byrd zu seinen Mitgliedern. Er wurde von Neill Mellon initiiert, einem Freund von George Herbert Walker Bush, damals Öl-Unternehmer in Texas. Unter dem Dach des Dallas Council on World Affairs brachte Mallon „viele der mächtigsten Bürger von Dallas“ zusammen, darunter Ölmagnaten, Unternehmer der Rüstungsindustrie und auch „deutsche Wissenschaftler, die den Trümmern Hitler-Deutschlands entflohen waren, um an der Fertigung von Waffen gegen die kommunistische Bedrohung mitzuarbeiten.“ (25)

Der Mann, der im Oktober 1962 zum Freund von Lee Harvey Oswald wurde, als dieser erstmals in der Region Dallas auftauchte, George de Mohrenschildt, fand sich zu jener Zeit unter den „regulären Teilnehmern der Council on World Affairs-Treffen“, die in Dallas abgehalten wurden. (26) Außerdem war er (wie D.H. Byrd) ein Mitglied des Dallas Petroleum Club. Viele Mitglieder des Dallas Council on World Affairs zählten zugleich zur texanischen Gruppe der „Crusade for Freedom“-Kampagne – darunter auch Neil Mallon, der „einen direkten Draht zu Allen Dulles“ besaß. „Prescott Bush vermerkte in einem Brief aus dieser Zeit, dass Mallon ,Allen Dulles wohlbekannt war und versuchte, der CIA hilfreich zu sein, besonders bei der Anwerbung von möglichen Mitarbeitern dieses wichtigen Dienstes‘.“ (27) Weitere Mitglieder: „E.M. ,Ted‘ Dealey, Herausgeber der Dallas Morning News“, der als „harscher Kritiker von Kennedy“ bekannt war, und D.H. Byrd. (28) Letztgenannter „gehörte außerdem zur Suite-8F-Gruppe, eine Vereinigung rechtsgerichteter texanischer Tycoons, die ihren Namen von dem Zimmer im Lamar Hotel in Houston ableitete, wo sie ihre Versammlungen abhielt.“ (29)

Kommen wir zur eidesstattlichen Erklärung von William E. Kelly, Jr. zurück.

Dort lesen wir gen Ende hin:

„Am 22. November 1963 war D. H. Byrd auf Safari in Afrika, zusammen mit Werner von Alvensleben, einem deutschen Jäger, der einen Essay zur Unterstützung der am Attentat vom 20. Juli 1944 Beteiligten geschrieben hatte und dessen Vater in einem OSS-Dokument als ,Attentats-Spezialist‘ bezeichnet wurde. Werner von Alvenslebens Lieblingswaffe war eine Mannlicher-Schönauer, die griechische Version der Mannlicher-Waffe, welche angeblich bei der Ermordung von Präsident Kennedy benutzt wurde. Im Dezember 1963 besuchte von Alvensleben Byrd in Dallas.

Am 22. November 1963, zur Zeit des Attentats, trafen sich die Vereinigten Stabschefs mit dem Deutschen Generalstab, zu dem auch zwei frühere Nazi-Offiziere gehörten, die direkt an dem Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt waren, General Hans Speidel und General Adolf Heusinger.

Später berichtete D. H. Byrd Freunden, darunter dem Präsidenten der Dallas Morning News, dass er das südöstliche Eckfenster des Texas School Book Depository entfernen ließ, von dem er glaubte, dass von dort die tödlichen Schüsse auf den Präsidenten gekommen waren, und stellte es in seinem Haus zusammen mit seinen Tiertrophäen aus, ,wo es zum Mittelpunkt vieler gesellschaftlicher Zusammenkünfte wurde.‘“

Herr Kelly schließt mit der Bemerkung, dass die Anfrage nach den „Walküre“-Studienpapieren „nicht groß“ sei, dafür „aber sehr konkret“, wobei vor allem nach Dokumenten von diesen Gruppen und Personen gesucht werden sollte: Joint Chiefs of Staff; Assistant Army Secretary Joe Califano; General Victor H. Krulak; Desmond Fitzgerald; Rolando Cubella; und „allen, die bei den Planungen der verdeckten Operationen in Kuba 1963 involviert waren. (X) Wenn die CIA sagt, dass der Plan vom 20. Juli 1944, Hitler umzubringen, ,detailliert untersucht wird, um eine Vorgehensweise zu entwickeln‘, Castro zu töten, dann ist es unmöglich, dass zu dieser ,detaillierten‘ Studie keinerlei dokumentarische Aufzeichnung existiert. Und in Anbetracht der zahlreichen weiteren Verbindungen zwischen dem Plan vom 20. Juli 1944 und dem JFK-Attentatsnarrativ, kann seine Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

(PDF-Kelly-Gerichtserklärung.)

Die eidesstattliche Erklärung von William E. Kelly, Jr., die am 12. November 2017 abgegeben wurde, um tags darauf vom Assassination Archive and Research Center (AARC) vor Gericht eingereicht zu werden, kehrt zum ersten Mal im Fall “AARC vs CIA” (Civil Action No. 17- 00160) die Verbindung von D.H. Byrd und Werner von Alvensleben hervor. Im vom AARC betreuten Fall “Aron DiBacco, et. al. vs. U.S. Dep’t of Army, et. al.” (Civil Action No. 87-3349) wurde diese Verbindung schon 2016 erwähnt. In  “DiBacco vs. U.S. Army” verlangt das AARC unter anderem, die Visa-Papiere von Werner von Alvensleben für das Jahr 1963 vorgelegt zu bekommen. (30)

Bezüglich der Angaben, die in beiden Gerichtsfällen zu Werner von Alvensleben gemacht werden, setzte ich mich kurzfristig mit Christian von Alvensleben in Verbindung, der Anfang der 1960er Jahre als junger Photograph auf dem „Safarilandia“-Jagdgelände seines Onkels arbeitete. Tatsächlich war Herr von Alvensleben vor Ort, als D.H. Byrd von Anfang November bis Anfang Dezember 1963 in Portugiesisch-Ostafrika (Mosambik) jagen ging.

Die erste Frage, die ich dem angesehenen Photokünstler stellte, war: „Benutzte Werner von Alvensleben Jr. das Mannlicher-Schönauer-Gewehr als Waffe der Wahl beim Jagen während der Sechziger Jahre?“

Herr von Alvensleben antwortete mir: „Werner von Alvensleben besaß eine Mannlicher-Schönauer, Kaliber 6,5, die ich selbst in Händen hielt. Zu meiner Zeit hat WvA meines Wissens aber nicht mehr mit seiner Mannlicher und überhaupt nur noch sehr selten geschossen. Wenn er Jagdkunden begleitete, war sie aber in seinem Gepäck.“

Im Zusammenhang mit dem anschließenden Aufenthalt des Großwildjägers von Alvensleben in Dallas zur Jahreswende 1963/64, erklärte mir sein Neffe: „WvA nutzte die Regenzeit (Dezember-Februar) jährlich für Reisen und Besuche alter und neuer Kunden in Europa und in den USA.“

Die Jagd-Tour, die D.H. Byrd zusammen mit Thomas May in „Safarilandia“ verbrachte, endete, als die Regensaison einsetzte.

Die wichtigste Frage, die es angesichts der gerichtlich dokumentierten Informationen zu stellen gab, lautete schließlich, wo Werner von Alvensleben, ein Könner an der Mannlicher-Schönauer-Repetierbüchse, am 22. November 1963 gewesen war. Der Augenzeuge Christian von Alvensleben, der ihn am fraglichen Tag sah, erwiderte: „In Safarilandia.“ (31)

Vertreter des Assassination Archive and Research Center (AARC) hatten Herrn von Alvensleben im Vorfeld ihres letzten Antrags, der in Sachen “AARC vs CIA” am US-Bundesgericht in Washington DC am 13. November 2017 gestellt wurde, nicht kontaktiert. Auch nicht im Fall “Aron DiBacco, et. al. vs. U.S. Dep’t of Army, et. al.”, der die Verbindung D.H. Byrd / Werner von Alvensleben bereits letztes Jahr thematisierte. (32)

Gefragt, ob Werner von Alvensleben „einen Essay zur Unterstützung der am Attentat vom 20. Juli 1944 Beteiligten geschrieben“ haben könnte, wie oben vorgebracht, antwortete Cristian von Alvensleben, davon wisse er nichts.

Nachweisen lässt sich anhand eines OSS-Reports aus dem Monat Oktober 1944, dass Werner von Alvensleben – eine Quelle der OSS-X-2-Abteilung – jedenfalls zusammen mit einem Landsmann (Hans Georg Dedek) „unter den Deutschen in Laurenco Marques ein Manifest zum kürzlichen Mordanschlag auf Hitler“ in Umlauf brachte.

(PDF-OSS-Report 1944.)

Nachweisen lässt sich weiterhin, dass sein Vater, Werner von Alvensleben Senior, Kontakte zum „Deutschen Widerstand“ unterhielt. Nach dem gescheiterten Anschlag vom 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze auf das Leben von Adolf Hitler infolge des „Unternehmens Walküre“, wurde er festgenommen und über die Hintergründe der Verschwörung vernommen (siehe beispielsweise den Bericht von Ernst Kaltenbrunner, Leiter der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS, an den „Sekretär des Führers“ Martin Bormann vom 29. Juli 1944). Im Anschluss steckten ihn die Nazis bis Ende des Krieges in Gefängnis- und Lagerhaft.

Das AARC vertritt im Gericht über den deutschen Safari-Unternehmer die Auffassung:

„Als ein wertvoller Doppelagent für das OSS während des Zweiten Weltkriegs, wäre Werner von Alvensleben ein erstklassiger Kandidat gewesen, um nach dem Krieg als CIA-Aktivposten in Portugiesisch-Ostafrika (Mosambik) zu dienen.“ (33)

Deshalb verlangt das AARC, dass nach Dokumenten der CIA und des US-Außenministeriums im Zusammenhang mit W.v.A. Jr. gesucht wird.

Für den 22. November 1963, dem Tag des Kennedy-Attentats, gibt es durch die Auskunft, die mir Christian von Alvensleben erteilte, nunmehr eine Augenzeugenaussage, wonach sich W.v.A. Jr. auf dem „Safarilandia“-Gelände befand.

25 Jahre „Walküre“: „Der Adler ist gelandet“

Der vielleicht am bizarrsten anmutende „Walküre“-Bezug, der zum ermordeten John F. Kennedy hergestellt werden kann, besteht darin, dass am 25. Jahrestag des „Unternehmens Walküre“ die Mondlandung durch Astronauten der NASA stattfand – ein Ereignis, das Kennedy mit auf den Weg brachte. Öffentlich hatte er den USA das Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond zu schicken. An der Rice University in Houston, Texas sagte Kennedy am 12. September 1962, nachdem er tags zuvor die National Aeronautics and Space Administration (NASA) besucht hatte:

 „Warum, fragen viele, der Mond? Warum soll das unser Ziel sein? Und sie können auch fragen, warum steigen sie nicht auf den höchsten Berg? Warum flogen wir vor 35 Jahren über den Atlantik? Wir haben uns entschlossen, zum Mond zu fliegen. Wir haben uns entschlossen, in diesem Jahrzehnt auf den Mond zu kommen, nicht weil es leicht wäre, sondern gerade weil es schwer ist, weil diese Aufgabe uns helfen wird, unsere besten Energien und Fähigkeiten einzusetzen und zu erproben, weil wir bereit sind, diese Herausforderung anzunehmen und sie nicht widerwillig aufschieben werden, und weil wir beabsichtigen, zu gewinnen.“ (34)

Die Mondlandung, die sich am 20. Juli 1969 mit den Worten “The Eagle has landed“ ereignete, (35) machten stramme Anti-Kommunisten mit dubioser Vergangenheit möglich.

Kurt Debus, ein Spezialist für Raketenstarts, war Anfang 1939 der SS beigetreten, nachdem er zuvor von 1933 bis 1936 der SA angehört hatte. In einem US-Regierungsgeheimbericht hieß es über ihn nach dem Zweiten Weltkrieg: „Er sollte als Bedrohung für die Sicherheit der Alliierten interniert werden.“ (36)

Der NASA diente Debus von 1962 bis 1974 als erster Direktor des Launch Operations Centers in Cape Canaveral. Als solcher hatte er Kennedy im September 1962 und im November 1963 in Empfang genommen. (37) Nach dem Attentat, das JFK das Leben kostete, wurde das NASA-Raketenstartzentrum ihm zu Ehren umbenannt; seither trägt es den Namen “Kennedy Space Center“.

Ein weiteres ehemaliges SS-Mitglied, das an der Mondlandung beteiligt war und quasi das PR-Gesicht abgab, war „Weltraumpionier“ Wernher Magnus Maximilian Freiherr von Braun. Unter der SS-Mitgliedsnummer 185.068 hatte er sich bis zum Sommer 1943 in den Rang eines Sturmbannführers hochgedient.

Arthur Rudolph (NSDAP-Mitglied seit 1931, von 1940 an SS-Hauptsturmführer), der im Zweiten Weltkrieg im Rahmen des V-2-Raketenprogramms für den Tod Tausender Zwangsarbeiter verantwortlich zeichnete, leitete das Team, das den USA die Saturn-V-Mondrakete baute. In dem ihm gewidmeten US-Regierungsgeheimbericht wurde er als „100 Prozent Nazi, gefährlicher Typ“ beschrieben. (38)

Diplomingenieur Walter Robert Dornberger, der im Dritten Reich die Position eines Generalmajors der Wehrmacht einnahm, war von 1936 bis 1943 Chef der Raketenabteilung innerhalb des Heereswaffenamtes. Auch er war im Zuge des „Wunderwaffen“-Programms verantwortlich für den Tod Tausender Zwangsarbeiter.

Nachdem es den Raketenwissenschaftlern, die für Dornberger arbeiteten, gelungen war, am 3. Oktober 1942 von Peenemünde aus erstmalig ein von Menschen geschaffenes Objekt in den Weltraum zu schicken, sagte ihr Chef: „Wir haben mit unserer Rakete in den Weltraum gegriffen.“ Ferner rief er den „Beginn einer neuen Ära im Transportwesen“ aus, das Zeitalter der „Raumfahrt“. (39)

Als die V2-Rakete knapp zwei Jahre später an der Westfront eingesetzt werden konnte, erhielt Dornberger das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern.

Ruth Hyde Paine, die enge Freundin und „Vermieterin“ von Marina Oswald, war mit Michael Paine verheiratet. Ihre Schwiegermutter, Ruth Forbes Paine Young, entstammte der in Boston ansässigen Forbes-Familie. Sie hatte 1948 Arthur M. Young geheiratet, den Erfinder des „Modells 30“ – d.h.: des ersten Hubschraubers, den die Bell Aircraft Company (als Bell 30) herstellte.

Young hatte die im Staate New York ansässige Bell Aircraft Company 1941 auf seine Idee für einen kommerziellen Helikopter hingewiesen – und die von Lawrence D. Bell gegründete Firma stellte den Erfinder sogleich ein. Der erste Flug, den Bell 30 unternahm, fand am 29. Dezember 1942 statt. Aus dem Bell 30 ging der Bell 47 hervor – der am 8. März 1946 als erster Hubschrauber für zivilen Gebrauch freigegeben wurde.

Im Jahr 1960 übernahm der Textron-Konzern, ein in Rhode Island beheimatetes Unternehmen, einen Teil von Bell Aircraft Corporation, namentlich Bell Aerospace. Hierzu gehörte auch die Helikopter-Sparte der Bell Aircraft Corporation. Der Zusammenschluss hieß fortan Bell Helicopter Company.

Während des „Apollo“-Programms verwendete die NASA einige Bell 47-Hubschrauber für das Mondlandefähre-Training der US-Astronauten. Die Entwicklung der Mondlandefähre (Lunar Module, LM), führte ab 1963 die Grumman Aerospace Corporation durch, nachdem die NASA 1960 erste Planungen dazu angestellt hatte. (In den Neunziger Jahren fusionierten die Grumman Aerospace Corporation und die Northrop Corporation als Northrop Grumman miteinander.)

Im Vietnamkrieg wurde der von der Bell Helicopter Company für die U.S. Army hergestellte UH-1 Iroquis-Mehrzweckhubschrauber (Spitzname „Huey“) ein gewinnreicher Erfolg. Wie die kürzlich veröffentlichte PBS-Serie von Ken Burns über Vietnam dokumentierte, wurde der „Huey“ zum Symbol des Vietnamkrieges.

Nachdem er bei seinem Vater das Handwerk des Hubschrauber-Designers erlernt hatte, arbeitete Michael Paine später auch für die Bell Helicopter Company.

Michael Paines Frau Ruth war es, die im Oktober 1963 Lee Harvey Oswald auf das aktuelle Jobangebot im Texas School Book Depository aufmerksam machte, welches sich im Besitz von D.H. Byrd befand. Byrd, der 1941 zusammen mit Gill Robb Wilson die Civil Air Patrol (CAP) in Texas gründete, saß 1938 in der Texas Civil Aeronautics Commission, die der damalige texanische Gouverneur James Allred einberief.

Kurt Debus, Wernher von Braun, Arthur Rudolph und Walter Robert Dornberger waren durch die US-Operation „Projekt Paperclip“ (wie mehr als 700 weitere deutsche Wissenschaftler auch) nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA gekommen. Das Ziel, welches mittels „Projekt Paperclip“ verfolgt wurde, „war simpel: ,Deutsche Wissenschaftler für die amerikanische Forschung auszubeuten und diese geistigen Ressourcen der Sowjetunion zu verweigern.‘“ Im August 1945 gab US-Präsident Harry S. Truman sein Einverständnis zur Durchführung von „Projekt Paperclip“ – „und am 18. November erreichten die ersten Deutschen Amerika.“ (40)

Dornberger stand nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten drei Jahre in Diensten der U.S. Air Force. Im Laufe der Fünfziger Jahre half er bei der Auswahl von deutschen Wissenschaftlern, die an Projekten der U.S. Air Force mitwirken sollten. Darunter befand sich der Raketentechniker Krafft Arnold Ehricke – der ebenfalls durch „Projekt Paperclip“ in die USA gelangt war. Ehricke hatte am Raketenentwicklungsprogramm in Peenemünde teilgenommen. Zu Beginn der Fünfziger Jahre nahm er eine leitende Stelle in der Astronautics Division von Consolidated Vultee Aircraft Corporation (heute: General Dynamics) ein. Am Ende der Fünfziger Jahre wurde er auf den Direktorposten des „Centaur-Programms“ berufen, welches letztlich die weltweit erste von flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff angetriebene Raketenstufe hervorbrachte.

Der ehemalige Generalmajor der Wehrmacht Walter Robert Dornberger arbeitete nach dem Dienst, den er bei der U.S. Air Force verrichtete, zwischen 1950 und 1965 als Angestellter der Bell Aircraft Corporation (er brachte es bis zum Posten des Vizepräsidenten des Unternehmens). Dornberger machte die von Bell hergestellte ASM-A-2 möglich, eine für das Strategic Air Command entwickelte Luft-Boden-Rakete. Das Space Shuttle, welches die USA in späteren Jahren für bemannte Weltraumausflüge einsetzten, ging unter anderem auch auf seine Ideen zurück.

Ein weiterer „Nazi in Space” wäre der Luftfahrtmediziner Hubertus Strughold, der Zwangsexperimente an Häftlingen im Konzentrationslager Dachau vornahm, die diese mit dem Tode bezahlten. 1947 kam er im Rahmen von „Projekt Paperclip“ in die USA, um anschließend ein Held der NASA zu werden. Strughold wurde für seine Rolle bei der Erforschung der physikalischen und psychologischen Auswirkungen der bemannten Raumfahrt auch „Vater der Weltraummedizin“ genannt. (50)

John F. Kennedy, der im September 1962 die Losung ausgegeben hatte, „in diesem Jahrzehnt auf den Mond zu kommen“, unterbreitete ein Jahr später, am 20. September 1963, der Führung der UdSSR in einer Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen ein Angebot: das eines gemeinsamen Mondprogramms. Am Ende seiner UN-Rede sagte Kennedy: „In einem Gebiet, in dem die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion besondere Fähigkeiten haben – der Weltraum –, besteht Raum für eine neue Zusammenarbeit.“ Er fügte hinzu, er sehe unter anderem die Möglichkeit „einer gemeinsamen Expedition zum Mond“, doch dazu sei „eine neue Herangehensweise an den Kalten Krieg“ erforderlich. (41)

Die Sowjet-Führung unter Nikita Chruschtschow ging auf den Vorschlag zunächst nicht ein. Aber Anfang November 1963 änderte Chruschtschow seine anfängliche Meinung. Er beschloss, Kennedys Angebot anzunehmen oder doch zu erwägen  – wie Sergei Chruschtschow, der älteste Sohn des ehemaligen Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, im Jahr 1997 öffentlich äußerte. „Mein Vater entschied, dass er vielleicht das Angebot von Kennedy annehmen sollte, angesichts des Stands der Weltraumprogramme der beiden Länder“, sagte Chruschtschow am Rande einer NASA-Konferenz. (42)

Mit den tödlichen Schüssen, die am 22. November 1963 auf Kennedy abgefeuert wurden, war das Angebot „einer gemeinsamen Expedition zum Mond“ vom Tisch. Die Mondlandung von „Apollo 11“, die sich am 25. Jahrestag der „Operation Walküre“ zutrug, fand ohne die Kosmonauten der Sowjetunion statt. Das „Wettrennen um das Weltall“ dauerte an. (43)

Tatort Dallas 

Die Entscheidung, hinsichtlich des Wahlkampfes ’64 dem US-Bundesstaat Texas einen Besuch im November 1963 abzustatten, wurde der Öffentlichkeit auf der sogenannten “Conservation Tour“ („Erholungstour“) mitgeteilt, zu der John F. Kennedy Ende September 1963 nach Pennsylvania, Wisconsin und in den Mittleren Westen aufbrach. (44)

Bevor er die genannten Stationen bereiste, hatte JFK im Weißen Haus ein National Security Action Memorandum (NSAM 261) unterzeichnet, das sich auf “Project Four Leaves“ bezog, ein bis heute nicht offengelegtes Kommunikationssystem des Militärs.

Gesicherte Kommunikationswege spielten bei den Planungen eine zentrale Rolle, welche die US-Regierung unter dem Kürzel “COG“ durchführte – “Continuity of Government“; womit die Regierungsfortführungsfähigkeit beim Auftreten einer großen Krisensituation gemeint ist.

Der Plan, den Stabsoffizier Henning von Tresckow (zusammen mit Graf von Stauffenberg) im August und September 1943 insgeheim umgestaltete, namentlich „Unternehmen Walküre“, war auch ursprünglich zur Regierungsfortführung beim Auftreten einer großen Krisensituation gedacht gewesen.

Die Geheimarbeiten der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika an COG, (im Inneren des Pentagon umgangssprachlich als das „Doomsday-Projekt“ bekannt), wurden zuzeiten des Kalten Krieges von den US-Präsidenten Truman und Eisenhower „ursprünglich als Planung für eine Reaktion auf einen lähmenden Atomangriff autorisiert, der die Regierung enthauptet hätte“. (45) Hieraus entwickelte sich das, was erst Office of Emergency Planning, dann Office of Emergency Preparedness, und schließlich seit 1982 National Program Office hieß.

Mit an den COG-Planungen beteiligt war die U.S. Army Intelligence.

Eine ihrer Einheiten, und zwar die in Dallas, stellte 1963 falsche Geheimdiensterkenntnisse über Lee Harvey Oswald her, „die entworfen schienen, um Vergeltungsmaßnahmen gegen Kuba zu provozieren.“ (46)

Der kanadische Ex-Diplomat und Politikwissenschaftler Peter Dale Scott nennt solche Vorgänge „Geschichten der Phase Eins“ – womit Ereignisse / Spuren gemeint sind, die „Oswald als kommunistischen Verschwörer darstellen“ sollen, „(im Gegensatz zu den späteren Geschichten der Phase Zwei, ebenso falsch, die ihn als einen unzufriedenen Einzelgänger portraitierten). Ein auffälliges Beispiel für eine solche Geschichte der Phase Eins ist ein Kabel vom Kommando der Vierten Armee in Texas, das einen Tipp eines Polizisten in Dallas meldete, der auch in einer Reserveeinheit des Armee-Geheimdienstes war:

,Der Stellvertretende Leiter Don Stringfellow, Geheimdienstabteilung, Polizeibehörde Dallas, teilte der 112. INTC [Geheimdienst-] Gruppe mit, dass Informationen, die man von Oswald erhielt, enthüllten, dass er 1959 nach Kuba desertierte und eingetragenes Mitglied der Kommunistischen Partei ist.‘“ (47)

Das zitierte Kabel ging direkt ans „US-Einsatzkommando in Fort MacDill in Florida, die für einen möglichen Vergeltungsschlag gegen Kuba bestimmte Basis.“ (48) Es stellte „keinen vereinzelten Ausreißer“ dar, sondern fügt sich ins Narrativ, das „von anderen falschen Phase-Eins-Geschichten“ erzählt wird – wie zum Beispiel Informationen zu Oswalds angeblichem Mannlicher-Carcano-Gewehr und den Übersetzungen, die von Marina Oswalds Zeugenaussage angefertigt wurden, „um nahezulegen, dass Oswalds Gewehr in Dallas eines war, welches er in Russland besessen habe. (49)

Peter Dale Scott schreibt:

„Diese letzten falschen Berichte, scheinbar unzusammenhängend, lassen sich ebenfalls zu Don Stringfellows 448. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes zurückverfolgen. (50) Der Dolmetscher, der als Erster die falsche Übersetzung der Äußerungen von Marina lieferte, Ilja Mamantov, wurde vom Erdölunternehmer Jack Crichton aus Dallas und dem stellvertretenden Polizeichef von Dallas, George Lumpkin, ausgewählt. (51) Crichton und Lumpkin waren zugleich Chef beziehungsweise Stellvertreter der 448. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes. (52)

Chrichton war auch ein Rechtsextremist im Lager der Erdölunternehmer in Dallas: Er war Treuhänder der H.-L.-Hunt-Stiftung und Mitglied der American Friends of the Katanga Freedom Fighters, eine Gruppe, die gegründet worden war, um Kennedys Politik im Kongo Widerstand zu leisten.

Wir müssen bedenken, dass einige der Stabschefs der US-Armee über den Verlauf der Kuba-Krise 1962 sehr verärgert waren. Sie hatten gehofft, sie würde zu einer Invasion Kubas führen. Unter seinem neuen Vorsitzenden General Maxwell Taylor war der Generalstab noch im Mai 1963 der festen Überzeugung, dass ,eine militärische Intervention in Kuba notwendig ist‘. (53) Diese Haltung herrschte vor, obwohl Kennedy vor gerade einmal sechs Monaten Nikita Chruschtschow im Rahmen der Lösung der Kuba-Krise ausdrücklich (wenn auch sehr eingeschränkt) zugesichert hatte, dass die USA nicht in Kuba einmarschieren würden. (54) Das hielt die Abteilung J-5 des Generalstabes (die Abteilung für Planungen und Politik) nicht davon ab, eine Übersicht ,fabrizierter Provokationen‘ hervorzubringen, ,um ein militärisches Eingreifen zu rechtfertigen.‘ (55) (Ein vorgeschlagenes Beispiel ,fabrizierter Provokationen‘ sah den ,Einsatz von MIG-Typ-Flugzeugen durch US-Piloten zum … Angreifen von Versorgungsschiffen oder US-Militär‘ vor. (56))

Die Täuschungen über Oswald, die aus Dallas kamen, setzten unmittelbar nach der Ermordung Kennedys ein; deshalb etablieren sie noch nicht, dass die Ermordung selbst eine Verschwörung nach dem Muster Provokation-Täuschung war. Sie enthüllen jedoch genug von der Anti-Castro-Geisteshaltung der 488. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes in Dallas, um zu bestätigen, dass sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Geisteshaltung der J-5 im vorangegangenen Monat Mai aufweist – die Geisteshaltung, die ein Menü ,fabrizierter Provokationen‘ hervorbrachte, um Kuba anzugreifen. (Nach Angaben von Crichton gehörten etwa 100 Personen zur [488. Reserveeinheit des Militärgeheimdienstes], und etwa 40 oder 50 von ihnen arbeiteten in der Polizeibehörde von Dallas.‘“ (57))

Der Leiter der 488. Army Intelligence-Reserveeinheit von Dallas, Jack Crichton, war Teil des COG-Netzwerks, das mit den Doomsday-Planungen befasst war. Crichton versah den Chef-Posten des Geheimdienstes für die Zivilverteidigung von Dallas – und als solcher arbeitete er „von einem unterirdischen Notfallcenter aus“. (58) Und da „,es für die ,Kontinuität der Regierung‘ während eines Angriffs bestimmt war, war [das Center] vollständig mit Kommunikationsgeräten ausgestattet.‘ (59) Eine Rede, die bei der Einweihung des Zentrums im Jahre 1961 gehalten wurde, liefert weitere Details: ,Dieses Notfalloperationscenter [in Dallas] ist Teil des nationalen Plans, um Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden in einem Kommunikationsnetz zu verknüpfen, von dem aus Rettungsmaßnahmen in der Zeit des lokalen oder nationalen Notfalls gelenkt werden können. Es ist ein wichtiger Teil des nationalen, bundesstaatlichen und lokalen Operational Survival Plan.‘“ (60)

Das Hauptzentrum des geheimen COG-Kommunikationssystems war in der US-Militäranlage Mount Weather untergebracht – ebenfalls unterirdisch. In seiner Chef-Position des Nachrichtendienstes für die Dallas Civil Defense war Crichton ein „Teil dieses Mount Weather-COG-Netzwerks.“ (61)

D.H. Byrd soll einen Direktoriumsposten in der texanischen Firma Nafco Oil and Gas innegehabt haben, in der Jack Alston Crichton zur gleichen Zeit Präsident war. (62)

Zum COG-Netzwerk gehörte ferner die White House Communications Agency (WHCA) – eine spezialisierte Einheit des Militärs, die dem US-Präsidenten, seinem Vize, dem Secret Service und weiteren Behörden der US-Regierung sichere Kommunikationsmöglichkeiten bereitstellt.

Hierzu merkt Peter Dale Scott an:

„Die WHCA rühmt sich auf ihrer Website, dass die Behörde ,ein wichtiger Akteur in der Dokumentation der Ermordung von Präsident Kennedy‘ gewesen sei. (63) Allerdings ist nicht klar, für wen diese Dokumentation durchgeführt worden war, da die WHCA-Protokolle und -Transkripte der Warren-Kommission tatsächlich verweigert wurden. (64)

Der Secret Service hatte einen tragbaren WHCA-Funk im ersten Auto des Präsidentenkorsos installiert. (65) Dieser wiederum stand in Kontakt mit dem Polizeifunk des Pilotenautos davor, in dem DPD-Deputy Chief Lumpkin von der 488. Army Intelligence-Reserveeinheit saß. (66) Die Aufzeichnungen der WHCA-Kommunikation gelangten nie zur Warren-Kommission, dem House Committee on Assassinations oder Assassination Records Review Board. (67) Somit können wir nicht sagen, ob sie einige der Anomalien auf den beiden Kanälen des Dallas Police Department erklären würden. Sie könnten zum Beispiel Licht auf den Anruf auf den Bändern der Dallas-Polizei bezüglich eines Verdächtigen werfen, der genau die falsche Größe und das falsche Gewicht für Oswald in seinen FBI- und CIA-Akten hatte. (68)

In einem Interview, das ich im Sommer 2014 veröffentlichte, sprach ich Peter Dale Scott auf Parallelen an, welche zwischen dem Attentat auf Kennedy 1963 und den 9/11-Terroranschlägen 2001 bestehen. (69) Eine Parallele ist an dieser Stelle von Belang.

LS: Nun, ich würde Sie gerne über bestimmte Kommunikationskanäle befragen, die sowohl in JFK als auch in 9/11 beteiligt waren. Warum ist das vielleicht die wichtigste Ähnlichkeit?

PDS: Nun, ich glaube, dass das nationale Kommunikationsnetzwerk – es hatte verschiedene Namen im Laufe der Jahre, aber es ist das spezielle Netzwerk, das in Verbindung mit der Continuity of Government-Planung aufgebaut wurde, und es geht bis in die 1950er Jahre zurück, und die ganze Zeit über verändern sie den Namen.

Seit vielen Jahren war mir bekannt, dass die White House Communications Agency [WHCA] ein Faktor in der Kennedy-Ermordung war, weil in Verbindung mit der Untersuchung von JFK durch die Warren-Kommission veröffentlichten sie die Polizei-Transkripte und bestimmte Secret Service-Nachrichten, aber es war bekannt, dass es zwei Kanäle der Polizei gab, beide veröffentlicht, doch es gab auch noch einen dritten Kanal, der in Dealey Plaza verwendet wurde, und der Secret Service nutzte den Kanal der sogenannten White House Communications Agency.

Seit Jahren war mir bewusst, dass wir darankommen müssten, und wir waren nicht in der Lage, daran zu kommen. 1993, als sie ein [Assassination Records] Review Board einrichteten, ging ich zum Review Board und ich sagte, sie sollten an die Datensätze herankommen; aber sie sind nicht freigegeben. Und doch gibt die White House Communications Agency auf ihrer Website damit an – ich denke, dass es das dort immer noch zu lesen gibt –, dass sie dazu beigetragen haben, das Kennedy-Attentat zu lösen. Und das ist sehr interessant, weil die Aufzeichnungen nie die Warren-Kommission erreichten, die angeblich dazu da war, es zu lösen.

LS: Ist der Secret Service in beiden Ereignissen von besonderem Interesse?

PDS: Sie sind gerade wegen dem, worüber wir gerade gesprochen haben, von Interesse; weil sie die White House Communications Agency für ihre Kommunikation nutzen.

Im gleichen Interview meinte Scott zu mir:

PDS: Für alle, die etwas über die Kennedy-Ermordung wissen, eines der Dinge, die nie erklärt worden sind, ist, wie sie auf dem Polizeifunk eine Beschreibung des Täters senden konnten, von dem Mann, der Kennedy erschossen hatte, angeblich von einem Fenster aus, und sie gaben eine ziemlich genaue Beschreibung: 5 Fuß 10 groß, 165 Pfund schwer, und sie konnten nie erklären, wo diese Beschreibung herstammte. Sie schrieben es schließlich einem Mann namens Howard Brennan zu, der unten stand; aber er hatte nur die obere Hälfte des Mannes im Fenster gesehen, wie sollte er das also wissen, 5 Fuß 10, 165 Pfund?

Das interessante daran ist – das war die Beschreibung von Lee Harvey Oswald in seiner FBI-Akte und in seiner CIA-Akte, auch wenn sie nicht wahr war. Innerhalb von 15 Minuten sendeten sie eine Beschreibung des Täters (wenn ich sage sendeten, meine ich auf dem internen Polizeifunk), die aus der FBI-Akte und der CIA-Akte entnommen worden war; und das FBI hat nie wirklich erklären können, niemand hat je erklären können, wie das von Seiten der Regierung getan werden konnte. (70)

Im Laufe eines Essays zum COG-Netzwerk breitete Peter Dale Scott eine Hypothese aus, („für die ich weder Beweise noch eine alternative Erklärung habe“), die den Bereich der „Phase-Eins-Verschwörungserzählung“ betrifft:

„nämlich, dass jemand auf dem WHCA-Netzwerk die Quelle für die wichtige ungeklärte Beschreibung eines Verdächtigen auf den Dallas Police-Bändern gewesen sein könnte, die genau die falsche Größe und das falsche Gewicht (5 feet 10 inches, 165 pounds) hatte, das für Oswald in seinen FBI- und CIA-Akten aufgezeichnet worden war.

Beachten Sie, dass es keine anderen bekannten Quellen gibt, die diese spezielle Größe und dieses spezielle Gewicht Oswald zuschreiben. Zum Beispiel, als er in Dallas festgenommen und am gleichen Tag unter Anklage gestellt wurde, wurde Oswald mit einer Größe von 5 feet 9 ½ inches und einem Gewicht von 131 pounds beschrieben. Der erste Hinweis auf Oswald mit 5 feet 10 inches und 165 pounds war jener, den Oswalds Mutter Marguerite dem FBI-Agenten Fain im Mai 1960 dargebracht hatte, als Oswald selbst in Russland war.“ (71)

Noch einmal: Jack Crichton war Teil des Kommunikationsnetzes des Office of Emergency Planning (OEP), welches die COG-Planung durchführte. Crichton sollte nach der Mordtat vom 22. November 1963 „zusammen mit dem stellvertretenden Polizeichef von Dallas, George Lumpkin, den Russisch-Dolmetscher für das erste (und verfälschte) FBI-Interview von Marina Oswald“ auswählen.“ (72) Ein anderer Mann, der auf das gesicherte Kommunikationsnetzwerk zurückgreifen konnte, hieß Winston Lawson – „der Secret Service-Agent, der im Führungsfahrzeug der Autokolonne für die Secret Service-Radio-Kanäle verantwortlich war.“ (73)

Nach dem Attentat vor dem Texas School Book Depositry auf der Elm Street berichtete Lawson unter anderem:

„…dass die Motorräder an ,den rechten und linken Flanken des Präsidentenautos‘ eingesetzt wurden. Am Morgen des 22. November wurden die Befehle jedoch geändert, so dass die Motorräder entgegen dessen, was Lawson gegenüber der Warren-Kommission ausgesagt hatte, ,nur hinter dem Präsidentenauto‘ fuhren. Captain Lawrence von der Dallas Police sagte aus, dass die vorgeschlagene Seiteneskorte auf Lawsons eigene Anweisung nach hinten verschoben wurde. Dies scheint den Präsidenten anfälliger für ein mögliches Kreuzfeuer gemacht zu haben.

Am 22. November in der Frühe installierte Lawson bei Love Field in dem Auto, das das Führungsfahrzeug werden würde, das Basisradio, dessen Frequenzen von allen Agenten des Secret Service auf der Autokolonne verwendet wurden. Dieser Funkkanal, der von der White House Communications Agency (WHCA) betrieben wurde, wurde für einige der wichtigsten Entscheidungen vor und nach dem Attentat verwendet, doch seine Aufzeichnungen sind der Warren-Kommission oder jeder späteren Untersuchung im Gegensatz zu denen der Kanäle Eins und Zwei des Dallas Police Department (DPD) nie zur Verfügung gestellt worden. Das Band wurde nicht zurückgehalten, weil es irrelevant war; im Gegenteil, es enthielt sehr wichtige Informationen. (74)

Vincent Palamara schrieb, dass das WHCA-Band der „Schlüssel“ zum Lösen des Rätsels sei, „wer die Autokolonne nach den Schüssen zum Parkland-Krankenhaus umgeleitet hatte. Die Bedeutung dieses scheinbar einfachen Befehls, zu dem es viele widersprüchliche Zeugenaussagen gibt, erhöht sich, wenn wir auf dem Dallas Police-Radiotranskript wiederholt den Befehl lesen, ,den gesamten Verkehr zu sperren für den Krankenwagen, der nach Parkland fährt Code 3‘.“ Der Krankenwagen aber, der erwähnt wurde, „hatte nichts mit dem Präsidenten zu tun (dessen Erschießung auf dem DPD-Radio noch nicht bekanntgemacht worden war). In der Tat war der Krankenwagen etwa zehn Minuten vor dem Attentat entsandt worden, um jemanden vor dem Texas School Book Depository (TSBD) abzuholen, von dem zu Unrecht vermutet worden war, dass er einen epileptischen Anfall erlitten habe.“ (75)

Dem Secret Service gegenüber erklärte Winston Lawson später:

„…dass er auf seinem Radio gehört habe, ,dass wir zum nächstgelegenen Krankenhaus gehen sollten‘. Er schrieb auch, dass er ,Chief Curry bat, das Krankenhaus zu kontaktieren‘, und dann: ;Unser Führungsfahrzeug unterstützte die Motorräder beim Begleiten des Präsidentenfahrzeug zum Parkland Hospital‘. Mit anderen Worten, nachdem er etwas auf dem WHCA-Radio gehört hatte, trug Lawson dazu bei, dass die Präsidentenlimousine die Strecke folgen würde, die von den Motorrädern bereits für den Epileptiker vorbereitet worden war. (In seiner sehr detaillierten Aussage gegenüber der Warren-Kommission sagte Lawson nichts darüber, dass die Route bereits freigemacht worden war. Im Gegenteil, er sagte aus, dass ,wir einige Autos anhalten und unsere Hände aus dem Fenster halten und die Sirenen anschalten mussten, um durchzukommen‘.

Der WHCA-Funkkanal, der von Lawson und anderen verwendet wurde, kommunizierte fast direkt mit der WHCA-Basis am Mount Weather in Virginia, der Basisanlage des COG-Netzwerks. Von dort aus wurden Secret Service-Kommunikationen ans Weiße Haus via Batterien von Kommunikationsgeräten weitergeleitet, die Mount Weather sowohl mit dem Weißen Haus und ,Raven Rock‘ – dem Untergrund-Pentagon 60 Meilen nördlich von Washington – verbanden, als auch mit fast allen rund um den Globus stationierten US-Militäreinheiten.“ (76)

Der Beamte des Dallas Police Departments, der zur erwähnten Personenbeschreibung des Verdächtigen (Lee Harvey Oswald) beitrug, die auf dem Polizeikanal bekanntgegeben wurde, hieß Herbert Sawyer. Er hörte die Beschreibung „angeblich von jemandem außerhalb des Texas School Book Depository (TSBD), den er nicht identifizieren oder beschreiben konnte. Der Warren-Bericht sagte kategorisch, dass seine Quelle Howard Brennan war, und dass Brennan am Abend des 22. Novembers ,Oswald als die Person in der Aufstellung identifizierte, die die größte Ähnlichkeit mit dem Mann im Fenster aufwies, aber er sagte, dass er nicht in der Lage war, eine eindeutige Identifikation zu machen‘.“ (77)

Anthony Summers (“Conspiracy“) wies auf Widersprüche in Brennans eigener Aussage hin und Ian Griggs legte nahe, „dass Brennan an diesem Abend Oswald nie in einer Gegenüberstellung gesehen hat. (Es gibt Polizeiakten, die Oswald in drei Gegenüberstellungen führen, und übereinstimmende Zeugenberichte von ihnen; aber es gibt überhaupt keinerlei Beweise, dass Brennan an irgendeiner von den dreien teilnahm.)“ Ein weiterer Grund, um daran Zweifel zu hegen, dass Brennan die Quelle für die Beschreibung war, wäre: „Brennan bezeugte später gegenüber der Warren-Kommission, dass er seinen Verdächtigen in einem Fenster des Texas School Book Depository sah, ,aufrecht stehend und sich gegen die linke Fensterbank lehnend‘. Danach gedrängt, zu beschreiben, wie viel er vom Verdächtigen gesehen habe, antwortete Brennan: ,Ich konnte wahrscheinlich seinen ganzen Körper sehen, von seinen Hüften an. Aber zu der Zeit, als er die Waffe feuerte, möglicherweise von seinem Gürtel aufwärts‘.“ (78)

Ganz, teilweise… – die Sprache wies „auf das fundamentale Problem an der Beschreibung hin. Es ist schwer, sich irgendjemanden vorzustellen, der eine vollständige Größen- und Gewichtsschätzung von jemandem abgibt, den er nur teilweise in einem Fenster gesehen hat. Es gibt also Grund zu der Annahme, dass die Beschreibung aus einer anderen Quelle stammen muss. Und wenn wir sehen, dass die gleiche Beschreibung in Oswalds FBI- und CIA-Akten gefunden werden kann – und nirgendwo anders –, gibt es Gründe zu vermuten, dass die Quelle von geheimen Akten der Regierung stammte.

Wir haben gesehen, dass es in Dallas eine Interaktion zwischen den WHCA- und DPD-Radiokanälen gab, und zwar dank des WHCA-Mobilfunks, den Lawson im Führungsauto der Präsidentenkolonne installiert hatte. Dieser Funk wiederum stand über den Polizeifunk in Kontakt mit dem Pilotwagen davor, der den Deputy Chief des Dallas Police Department (DPD) Lumpkin von der 488. Army Intelligence-Reserve-Einheit mit sich führte. Zur gleichen Zeit, wie oben erwähnt, stand er in Kontakt mit dem COG-Nervenzentrum am Mount Weather, Virginia. Und Mount Weather hatte die erforderlichen Geheimkommunikationsmöglichkeiten, um Informationen aus klassifizierten Akten zu erhalten, ohne dass andere Teile der Regierung alarmiert wurden.“ (79)

Im Vorfeld des Attentats auf Kennedy kam es in Verbindung mit Lee Harvey Oswald zu wiederholtem „bürokratischen Fehlverhalten“ – was die Tatsache, dass Oswald am Morgen des 22. November 1963 dem Anschein nach nicht unter Beobachtung stand, begünstigte. In diese Kategorie „bürokratischen Fehlverhaltens“ fällt „die Entscheidung eines FBI-Agenten, Martin Gheesling“, der Oswald am 9. Oktober 1963 „von der Liste der Personen“ nahm, „die vom FBI überwacht wurden. Dies war kurz nach Oswalds Verhaftung in New Orleans im August und seiner berichteten Reise nach Mexiko im September. Normalerweise hätten diese Entwicklungen Oswald zu einem Kandidaten für eine verschärfte Überwachung machen müssen.“ (80)

Ähnliches Fehlverhalten trat auch bei der CIA zutage. Die Geheimdienstbehörde enthielt der Bundespolizei FBI im gleichen Monat Informationen vor, „denen zufolge sich Oswald in Mexiko-Stadt angeblich mit dem mutmaßlichen KGB-Agenten Walerij Kostikow getroffen hatte. Dies half sicherzustellen, dass Oswald nicht unter Beobachtung gestellt wurde. Tatsächlich beklagte sich der frühere FBI-Direktor Clarence Kelley in seinen Memoiren späterhin, diese Nichtweitergabe der Informationen sei der Hauptgrund dafür gewesen, warum Oswald am 22. November 1963 nicht unter Beobachtung gestanden habe.“ (81)

Ende September 1963 reiste der als „Überläufer“ bekannte Oswald laut Angaben der Warren Kommission nach Mexico City, um sich angeblich Visapapiere für Reisen nach Kuba und in die Sowjetunion zu besorgen. Seine diesbezüglichen Bemühungen blieben erfolglos, heißt es, und so fuhr er zurück nach Dallas.

Jane Roman, zur damaligen Zeit eine ranghohe CIA-Sachbearbeiterin, sagte Jahre später in einem Interview, dass die innerbürokratische Reaktion, die eine Kabelnachricht der CIA-Station in Mexico City im Zusammenhang mit Oswalds mysteriöser Reise bewirkte, auf „ein großes Interesse an Oswald“ schließen lasse, „das sehr eng auf der Need-to-know-Basis gehalten wird.“ (82)

Einer der Männer, die Jane Roman drei Jahrzehnte nach dem JFK-Attentat interviewten, Jefferson Morley, ein ehemaliger Reporter der Washington Post, legte erst letzten Monat ein Buch über den langjährigen Leiter der CIA-Spionageabwehrabteilung James Jesus Angleton vor, aus dem hervorgeht, dass die CIA ein intensives Interesse an Oswald hegte. Angleton persönlich kontrollierte die Akte, die über Oswald zweifelsohne im Office of Security der CIA geführt wurde. (83)

Morley zeigt in seinem Buch (“Ghost – The Secret Life of CIA Spymaster James Jesus Angleton“, St. Martin’s Press) auf, dass Lee Harvey Oswald nicht nur im Sommer und Herbst 1963 die Aufmerksamkeit von Angleton genoss, sondern tatsächlich durch die Jahre hinweg von November 1959 bis November 1963. (84)

Kürzlich publik gewordene Geheim-Dokumente geben preis: Bereits binnen weniger Stunden nach den tödlichen Schüssen, die an der Elm Street fielen, begann sich die CIA von jedwedem Wissen, das über Oswald bestanden haben könnte, öffentlich zu distanzieren. (85)

Fakt ist jedoch: Angleton und sein Mitarbeiterstab wurden vom FBI am 15. November 1963 über Oswalds Rückkehr aus Mexico City nach Dallas in Kenntnis gesetzt. (86)

John F. Kennedy hatte danach noch sieben Tage zu leben.

Texas School Book Depository, Ecke Houston / Elm Street

Zu den Tatsachen, mit denen wir uns in „JFK und ,Operation Walküre“ befassten, gehört das Memorandum, welches Colonel Walter M. Higgins am 25. September 1963 über ein Treffen der Joint Chiefs of Staff unter Vorsitz von Curtis LeMay schrieb. Aus dem Higgins-Memorandum, das 1998 im Rahmen des vom US-Kongress verabschiedeten President John F. Kennedy Records Collection Act of 1992 an die Öffentlichkeit gelangte, (87) geht hervor, dass Desmond FitzGerald, Chef der CIA-Kuba-Taskforce, die Joint Chiefs darüber unterrichtete, dass die CIA im Detail den Plan studierte, der hinter dem Attentat auf Adolf Hitler steckte, um eine Vorgehensweise für den Sturz von Fidel Castro, den Staats- und Regierungschef Kubas, zu entwickeln.

Curtis LeMay, der das Strategic Air Command (SAC) der U.S. Air Force entwickelt hatte, war 1961 zum Chief of Staff der U.S. Air Force aufgestiegen. Der Mitbegründer der RAND Corporation war ein enger Freund von D.H. Byrd, dem Co-Gründer der Civil Air Patrol (CAP) in Texas. Von LeMay bekam Byrd im Mai 1963 ein Anerkennungsschreiben (Scroll of Appreciation) für das in Sachen CAP Geleistete. (88) Der angebliche Todesschütze von John F. Kennedy, Lee Harvey Oswald, gehörte der Civil Air Patrol einst in New Orleans an.

Zu den Schüssen (drei in 5,6 Sekunden), die JFK auf der Elm Street das Leben auslöschten, soll Oswald mit einem italienischen Mannlicher-Carcano-Gewehr vom sechsten Stockwerk des Texas School Book Depository (TSBD) aus angesetzt haben. Das TSBD gehörte D.H. Byrd. Die ballistischen Beweise, die hernach im TSBD gesammelt wurden, „boten (…) ein heilloses Durcheinander. Die Kugeln und Hülsen vom Tatort passten nicht zur Tatwaffe und wurden von den Beamten schlecht markiert. Die sogenannte magische Kugel, die mit einem“ Treffer zunächst Kennedys Hals durchschlug, „bevor sie auf ihrem unwahrscheinlichen Weg“ sechs weitere Ein- und Austrittswunden bei Texas-Gouverneur John Connally verursachte, „tauchte später in genauso magischer Weise in nahezu makellosem Zustand auf einer Bahre im Parkland Memorial Hospital auf, wohin der tödlich getroffene Präsident eilends gebracht worden war.“ Darüber hinaus war da „die Tatsache, dass FBI-Techniker, die das Mannlicher-Caracano-Gewehr untersuchten, keinen Fingerabdruck von Oswald auf der Waffe entdecken konnten, und der Polizei von Dallas gelang es nicht, irgendeine Spur von Schießpulver an der Wange des Verhafteten festzustellen, ein Hinweis, dass er an jenem Tag kein Gewehr abgefeuert hatte.“ (89)

Lee Harvey Oswald (O-Ton: “I’m just a patsy“) wurde auf das Jobangebot, das ihm im Oktober 1963 eine Anstellung im TSBD einbrachte, von Ruth Paine, der Freundin seiner Ehefrau Marina, aufmerksam gemacht. Paine hatten die Eheleute Oswald auf einer Party kennengelernt, die der deutsche Geologe Volkmar Schmidt auf Anregung von George de Mohrenschildt gab.

Der weißrussische Aristokrat, der sich gern „Baron“ nannte (obwohl er kein solcher war), war „[g]roßgewachsen, gepflegt kosmopolitisch, mit einem Netzwerk hochgestellter Freunde, das sich von den Kreisen der Ölleute in Dallas bis in die europäische Aristokratie erstreckte“ – und damit „alles, was Oswald nicht war.“ Im Oktober 1962 „schneite [er] in das fadenscheinige Leben der Oswalds in Fort Worth wie ein wohltätiger Märchenprinz.“ De Mohrenschildt, ein Freund und Geschäftspartner von George Herbert Walker Bush, „hatte es in Amerika zu etwas gebracht und griff nun einem verarmten jungen Paar, das kürzlich aus seinem Heimatland eingetroffen war, unter die Arme.“ (90) George de Mohrenschildt und Lee Harvey Oswald mussten damals „ein seltsames Paar abgegeben haben. De Mohrenschildt, der breitschultrige, weiße, mittelalte, russische Aristokrat, Antikommunist und Lebemann. Demgegenüber Oswald, ein hagerer, wortkarger, vermeintlich linker 21-Jähriger aus einer kaputten Familie der unteren Mittelschicht. Seine Frau Marina war eine vermeintlich apolitische Nichte eines Obersten der Russischen Geheimpolizei. Allen Ungleichheiten zum Trotz wurden de Mohrenschildt und Oswald bald unzertrennlich.“ (91)

George de Mohrenschildt zählte zu den Mitgliedern im Dallas Petroleum Club, „einer Brutstätte der Kennedy-Feindschaft, deren führende Mitglieder – darunter die Ölleute Clint Murchinston sr., H. L. Hunt und Sid Richardson – mit Dulles, Lyndon Johnson und J. Edgar Hoover im Bunde standen. Der Petroleum Club zählte auch D. H. Byrd, den Eigentümer des Texas School Depository, und Major Earle Cabell, den Bruder des ehemaligen Stellvertreters von Dulles, zu seinen regelmäßigen Gästen. De Mohrenschildt holte Byrds Frau in den Aufsichtsrat des Wohltätigkeitsvereins, den er gegründet hatte, um die Mukoviszidose-Forschung zu finanzieren. Alles kam im Petroleum Club zusammen – die Deals, die guten Werke und die dunkleren Dinge – bei Drinks in den holzgetäfelten Räumlichkeiten des Clubs im Stadtzentrum im eleganten Baker Hotel.“ (92)

Auf die Party von Volkmar Schmidt, die zur Bekanntschaft der Oswalds mit Ruth Paine führte, wurden der vermeintliche Todesschütze vom 22. November 1963 und seine russische Gattin Marina von den Eheleuten de Mohrenschildt mitgebracht. Bald danach verschwand George de Mohrenschildt nach Haiti. „Paine sagte der Warren-Kommission später, dass sie Baron de Mohrenschildt nie zuvor getroffen habe und ihn seit jenem schicksalhaften Abend auch nie wiedergesehen habe.“ (93)

Ruth Paine war die Schwiegertochter von Ruth Forbes Paine, einer nahen Freundin Mary Bancrofts – die Allen Dulles während seiner OSS-Dienstzeit in Bern als Agentin (und Geliebte) diente. Diese Verbindung „war den Warren-Kommissions-Mitgliedern“ – außer natürlich dem Kommissionsmitglied Allen Dulles selbst – „wahrscheinlich nicht bekannt. Man mag sich wundern, was sie aus dieser Verbindung für Schlüsse gezogen hätten, welche zwar indirekt aber nichtsdestotrotz suggestiv war.“ (94)

Fünf Monate, nachdem George de Mohrenschildt nach Haiti abgereist war und sich nun Ruth Paine der Oswalds annahm, „erhielt Oswald einen Job in einem Gebäude neben der Route, auf der knapp sechs Wochen später Kennedys Parade entlang führen würde. Dieses Gebäude würde später als das Texas School Book Depository bekannt werden.“ (95) Zur strittigen Frage, ob zum damaligen Zeitpunkt, Oktober 1963, jemand wissen konnte, „dass die Wagenkolonne am Gebäude vorbeiführen würde“, in dem Oswald ein Arbeitsverhältnis aufnahm, wäre zu sagen:

„[E]s gab nur zwei mögliche Routen durch Downtown zu Kennedys Ziel, dem Handelsmarkt in Dallas [Dallas Trade Mart], und das Texas School Book Depository stand an einer davon. Falls jemand Oswald entlang der Route platzieren wollte, so könnte er Oswald einen Job im Book Depository besorgt haben und dann die Route ausgewählt haben, welche daran vorbeiführte. Laut offiziellen Stellen wurde die Entscheidung, die Kolonne nicht wie ursprünglich geplant durch die Main-, sondern die Elm Street vor dem Book Depository fahren zu lassen, erst eine Woche vorher getroffen – durch zwei Agenten des Secret Service. Aber das heißt nicht, dass eine Entscheidung über die finale Route nicht schon weitaus früher getroffen wurde, durch jemanden, der die Informationen mit Oswald oder zumindest jemanden, der mit ihm in Kontakt stand, teilen konnte.

In jedem Fall: wenn es Oswalds Intention war, Kennedy vom Book Depository aus umzubringen, so konnte er auf sich allein gestellt unmöglich wissen, wie die Route verlaufen sollte, als er den Job angenommen hat. Nur ein Insider, welcher Einfluss auf den Verlauf von JFKs Route nehmen konnte, konnte zuversichtlich sein, dass das Depository-Gebäude entlang eben dieser liegen würde. Der Handelsmarkt war bereits bekannt als wahrscheinlicher Ort für Kennedys Rede anlässlich eines Mittagsessens, doch laut Secret Service würde die Route wahrscheinlich sogar im Fall eines Wechsels des Veranstaltungsorts nichtsdestotrotz entlang des Book Depository verlaufen. J. Lee Rankin, Rechtsberater der Warren Commmission, sagte, dass ,anzunehmen, dass dieser spezielle Ort am geeignetsten für etwas Derartiges wie dies … ist, ist in Anbetracht unserer Gespräche mit dem Secret Service begründet.‘“ (96)

Der Besitzer des Texas School Book Depository (TSBD), D.H. Byrd, kaufte zusammen mit James Ling zu Beginn des Monats November 1963 über Omega Corp. ein Aktienpaket seines eigenen Rüstungsunternehmens LTV im Wert von zwei Millionen Dollar. Zum Zeitpunkt des Attentats, das von Oswald im TSBD begangen worden sein soll, befand sich Byrd (zusammen mit Thomas May) beim deutschen Großwildjäger Werner von Alvensleben auf Safari-Tour in Mosambik. Zuvor waren Byrd und May in Kenia. Ihr Jagdpartner dort: General James Harold Doolittle. Dieser hatte 1954 von US-Präsident Eisenhower den Auftrag erhalten, eine streng geheime Studie über verdeckte CIA-Operationen durchzuführen. Der Doolittle-Bericht, der daraufhin entstand, forderte verstärkte CIA-Operationen und die Unterrichtung der US-Öffentlichkeit darüber, dass die amerikanischen Fairplay-Werte im Kalten Krieg entbehrt werden müssten („in einem solchen Spiel gibt es keine Regeln“). Der Doolittle-Bericht wünschte sich eine CIA, die – wenn nötig – „rücksichtsloser als ein rücksichtsloser Feind“ agiere. (97)

(PDF-Doolittle-Report 1954.)

Christian von Alvensleben, der Neffe von Werner von Alvensleben, der im November / Dezember 1963 in „Safarilandia“ als Photograph arbeitete, äußerte mir gegenüber die Vermutung eines deutschen Journalisten, der vor ca. 20 Jahren die damals geschossenen Photos gesehen hatte, nämlich dass die Safari-Tour, die D. H. Byrd zusammen mit Thomas May im November / Dezember 1963 in Mosambik unternahm, „eine ‚Alibi-Reise‘ gewesen sein könnte – Byrd und May könnten vom Plan des Attentats gewußt haben.“ (29)

Insgesamt begab sich D.H. Byrd zweimal in seinem Leben auf Safari nach Afrika und er war bekannt für den Trophäen-Raum, den er sich in seiner Privatvilla einrichtete. In diesem Trophäenraum landete später auch das Fenster, von dem aus Lee Harvey Oswald im Texas School Book Depository am 22. November 1963 auf John F. Kennedy geschossen haben soll: „Mr. Byrd erzählte Freunden, einschließlich des Präsidenten der Dallas Morning News zu jener Zeit, dass er das südöstliche Eckfenster still und leise entfernt und kurz eingelagert hatte. Später stellte er es in seinem Haus aus, wo es zum Mittelpunkt vieler gesellschaftlicher Zusammenkünfte wurde.“ (99)

Quellen:

(1) “The day of the assassination, 22 November 1963, the Dallas Morning News printed a full-page advertisement, ominously bordered in black, accusing Kennedy, again among a long list of other complaints, of being a Communist patsy. It was signed by the American Fact-finding Committee, which eventually was identified as a group of right-wingers led by Nelson Bunker Hunt, of the oil-rich Dallas family. It was this advertisement that prompted Kennedy’s remark: ‘We’re heading into nut country today’.” Vgl. Peter Pringle: “We’re heading into nut country today”, veröffentlicht von The Independent am 20. November 1993 unter: http://www.independent.co.uk/life-style/were-heading-into-nut-country-president-kennedy-said-this-to-an-aide-as-he-began-his-fatal-visit-to-1505387.html.

(2) So sagt der US-Autor Wiliam E. Kelly, Jr. in seinem Artikel “Valkyrie at Dealy Plaza revisited“, veröffentlicht von JFKCountercoup2 am 7. Januar 2016 unter: http://jfkcountercoup2.blogspot.de/2016/01/valkyrie-at-dealey-plaza-re-revisited.html. Siehe zum Thema der Attentatsvarianten, die Henning von Tresckow zeitweise in Erwägung zog (etwa die Verwendung einer Handfeuerwaffe oder auch eines Exekutionspeletons), Joachim C. Fest: „Staatsstreich – Der lange Weg zum 20. Juli“, Siedler Verlag, Berlin, 2004, Seite 194.

(3) Ebd.

(4) David Talbot: „Das Schachbrett des Teufels – Die CIA, Allen Dulles und der Aufstieg Amerikas heimlicher Regierung“, Westend Verlag, Frankfurt a.M., 2016, Seite 122.

(5) Vgl. Daniel S. Alcorn / James H. Lesar: “AARC’S Cross-Motion for Summary Judgement to Require CIA to Perform an Adequate Search and Release Non-Exempt Records, or Portions”, AARC vs CIA – Civil Action No. 17- 00160 (TNM), vor Gericht eingereicht am 13. November 2017.

(6) Ebd.

(7) Ebd. Siehe hierzu: “Alleged Assassination Plots Involving Foreign Leaders”, Interim Report of the Select Committee to Study Governmental Operations with respect to Intelligence Activities, United States Senate (“Church Committee”), 94th Congress, Report No. 94-465, November 20, 1975.

(8) Vgl. ebd.

(9) Vgl. ebd.

(10) Vgl. ebd. Das AARC bezieht sich auf ein TV-Interview mit Richard Helms, das am 28. November 2013 auf Youtube unter: https://www.youtube.com/watch?v=e3nDUEgh05o veröffentlicht wurde.

(11) Vgl. ebd.

(12) Vgl. ebd.

(13) Vgl. William E. Kelly, Jr., Telefongespräch mit Volkmar Schmidt im Januar 1995, veröffentlicht auf JFKCountercoup unter: http://jfkcountercoup.blogspot.com/2008/01/volkmar-schmidt-interview.html. Kelly schreibt dazu an anderer Stelle: “In a phone conversation with Schmidt, he told me that while talking with Oswald he used a reverse psychology technique he learned from a German doctor who knew some of those involved in the Valkyrie coup when he mentioned the plot to kill Hitler to Oswald. (…) Schmidt said that Dr. Wilhelm Keutemeyer of Heidelberg served as a foster father whose associates Frederick von Halen and Von Trott were directly involved in the Valkyrie plot. Schmidt: “….naturally it was a terrible responsibility, and for years when I drove past the underpass I literally had to cry because, you know. But I exonerate myself completely because I had the best intent, embarrassed Kennedy, and I certainly didn’t tell him to take a pot shot at him.” Der Warren-Bericht, der zur Untersuchung des JFK-Attentats erschien, spricht die Party an, auf der sich Volkmar Schmidt und Lee Harvey Oswald begegneten.

(14) William E. Kelly., Jr.: “Valkyrie at Dealey Plaza – ‘The Conspiracy Alone Must Speak’ (as revised)”, veröffentlicht von JFKCountercoup am 4. February 2016 unter: http://jfkcountercoup.blogspot.de/2016/02/valkyrie-at-dealey-plaza-conspiracy.html

(15) Über seine Bekanntschaft mit Lee Harvey Oswald sprach Schmidt auch u.a. in Interviews mit Edward Jay Epstein (“Legends – The Secret World of Lee Harvey Oswald”) und für eine Oswald-Dokumentation von “Frontline“ im Jahr 1993.

(16) David Talbot: „Das Schachbrett des Teufels“, a.a.O., Seite 494.

(17) Ebd., Seite 443.

(18) Ebd., Seite 488.

(19) Vgl. ebd., Seite 497.

(20) Ebd., Seite 507.

(21) Ebd. Seite 494.

(22) Ebd.

(23) Ebd., Seite 495.

(24) Ebd., Seite 489.

(25) Russ Baker: “Family of Secrets”, Bloomsbury Press, New York, 2009, Seiten 77-78.

(26) Ebd.

(27) Ebd., Seite 78.

(28) Ebd. David Talbot schreibt zu E. M. Dealey, dem Verleger der Dallas Morning News: [Er] „hielt so wenig von Kennedy, dass er ihn einmal bei einem Mittagsessen im Weißen Haus vor einer Gruppe texanischer Verleger beschimpfte. ,wir können Russland auslöschen, und das sollten Sie der sowjetischen Regierung klarmachen‘, belehrte Dealey den Präsidenten. ,Die allgemeine Meinung an der Basis in diesem Land ist, dass Sie und Ihre Administration schwache Schwestern sind. Wir brauchen einen Mann im Sattel, der diese Nation führt, und viele Leute in Texas und im Südwesten glauben, dass Sie das Dreirad von (Ihrer Tochter) Caroline fahren.‘

Der kühle Kennedy ließ seiner Wut nicht in öffentlichen Versammlungen freien Lauf. Aber er fixierte Dealey – dessen Familienname den Platz zierte, auf dem er sterben würde – mit strengem Blick. ,Der Unterschied zwischen Ihnen und mir, Mr. Dealey‘, erwiderte Kennedy in seinem eisigsten Bostoner Staccato, ,ist, dass ich der gewählte Präsident dieses Landes bin und Sie nicht. Ich trage die Verantwortung für das Leben von 180 Millionen Amerikanern, Sie nicht. … Es ist leichter, über Kriege zu reden, als sie auszutragen. Ich bin genauso hart wie Sie – ich bin nicht wegen meiner schwachen Urteilsfähigkeit zum Präsidenten gewählt worden.‘“ Talbot: „Das Schachbrett des Teufels“, a.a.O., Seiten 443-444.

(29) Talbot: „Das Schachbrett des Teufels“, a.a.O., Seite 489.

(X) Kelly an anderer Stelle: “The same September 25th day in Washington DC CIA officer Desmond Fitzgerald briefed the Joint Chiefs of Staff, temporarily chaired by Air Force Chief Gen. Curtis LeMay while Gen. Taylor was on a special mission to Vietnam. Fitzgerald reported to the Joint Chiefs on the CIA’s Cuban covert operations with emphasis on how the military could support them, an assignment given USMC Gen. Victor H. „Brute“ Krulak, Special Assistant for Counter Insurgency Activities, whose aide Colonel Walter M. Higgins, Jr. was in attendance. Higgins‘ memo of the meeting, released under the JFK Act, includes the bullet point that Fitzgerald mentioned the CIA was studying the Valkyrie plot and adapting it to use against Castro.“ William E. Kelly, Jr.: “Valkyrie at Dealey Plaza”, a.a.O.

(30)  Vgl. James H. Lesar: „Reply to Defandant’s Opposition to Second Renewed Motion for Partial Summary Judgement, etc.“, Aron DiBacco vs U.S. Department of the Army, C.A. No. 87-3349, 3. August 2016.

Im ersten Teil von „JFK und ,Operation Walküre‘“ sagte ich, mir habe Christian von Alvensleben gesagt gehabt, sein Onkel sei nach dem Zweiten Weltkrieg staatenlos geblieben.  Chr. v. A. meinte, W.v.A. habe den „Nansen Pass“ besessen. Chr. v. A. bot mir aber sogleich an, er könne eine sehr gute Freundin von Bibla und W.v.A. anrufen, „Frau V.“, die in Lissabon wohne. Da ich mir den Prozess, dem ein Staatenloser unterworfen ist, um an Visa-Papiere für die USA-Einreise zu kommen (W.v.A. im Dezember 1963 in Dallas, Texas), mühsam vorstellte, bat ich Chr. v. A. zwei Tage später, „Frau V.“ in Lissabon nach Genauerem zu fragen. „Frau V.“ sagte bei dem anschließenden Anruf, WvA habe ca. 1962 einen Deutschen Pass erhalten, ausgestellt vom damaligen Deutschen Konsul Behne in Beira, Mosambik, mit dem er laut „Frau V.“ befreundet gewesen sei. „Frau V.“ meinte, sie erinnere sich deshalb daran, weil sie 1962 dort geheiratet habe. WvA hätte wohl nur von 1944 bis ungefähr 1962 „den Nansen Pass“ besessen. (Persönliche Mitteilung vom 23. November 2017.)

(31) Persönliche Mitteilung an den Autor vom 20. November 2017.

(32) Ich hatte mir die Gerichtssachen von Daniel Alcorn vom AARC geben lassen. Später schrieb er mir eine Nachricht, deren Inhalt besagte, dass mich Russ Baker, der Herausgeber der US-Website WhoWhatWhy, sprechen wolle; er führe gerade Recherchen zu D.H. Byrd und Werner von Alvensleben durch. Wir setzten uns in Verbindung, doch nachdem Baker Kenntnis davon nahm, dass ich Christian von Alvensleben kontaktierte, um ihm eine konkrete Frage nach der Mannlicher-Schönauer-Repetierbüchse zu stellen, begann er sich zu beschweren und meinte, diese Art von Recherche sei seit geraumer Zeit erledigt worden. Ich brach den Kontakt zu Herrn Baker daraufhin ab. Es stellte sich auf Nachfrage bei Herrn von Alvensleben heraus, dass Baker ihm am 4. November 2017 geschrieben hatte. Sie sprachen miteinander über den Afrika-Aufenthalt von Byrd. Baker ließ Herrn von Alvensleben im Dunkeln darüber tappen, welche Verbindungen zum Kennedy-Attentat bezüglich seines Onkels in US-Gerichtsdokumenten gezogen werden. Baker fragte Chr. v. Alvensleben nicht nach der Verwendung des Mannlicher-Schönauer-Gewehrs durch W.v.A. in den Sechziger Jahren; er fragte nicht nach den Gründen für den Dallas-Aufenthalt von W.v.A. im Dezember ‘63 / Januar ’64; und vor allem stellte er nicht die entscheidende Frage danach, wo denn W.v.A. am 22. November 1963 gewesen war. Christian von Alvensleben sagte mir ferner, er sei weder von Daniel Alcorn,  noch von James Lesar vom AARC kontaktiert worden und auch nicht von William E. Kelly, Jr. (Persönliche Mitteilung vom 22. November 2017.)

(33) Vgl. James H. Lesar: „Reply to Defandant’s Opposition to Second Renewed Motion for Partial Summary Judgement, etc.“, a.a.O.

(34) Vgl. “John F. Kennedy Moon Speech – Rice Stadium – September 12, 1962”, veröffentlicht von JSC NASA unter: https://er.jsc.nasa.gov/seh/ricetalk.htm

(35) Apollo 11 brachte am 20. Juli 1969 außerdem das Lunar-Modul “Eagle“ mit, welches um 20:18 Uhr Coordinated Universal Time (UTC) auf der Mondoberfläche abgesetzt wurde.

(36) Andrew Walker: “Project Paperclip – Dark Side of the Moon”, veröffentlicht von BBC News am 21. November 2005 unter: http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/4443934.stm

(37) Siehe beispielsweise dazu “Kurt H. Debus Oral History Interview“, 31. März 1964, veröffentlicht von John F. Kennedy Presidential Library and Museum / John F. Kennedy Oral History Collection unter: https://www.jfklibrary.org/Asset-Viewer/Archives/JFKOH-KHD-01.aspx.

(38) Vgl. Walker: “Project Paperclip – Dark Side of the Moon”, a.a.O.

(39) Vgl. Walter Dorberger: „V2 – Der Schuss ins Weltall“, Bechtle Verlag, Esslingen, 1952.

(40) Bezüglich Project Paperclip heißt es in Walkers BBC-Artikel: “Its aim was simple: ‘To exploit German scientists for American research and to deny these intellectual resources to the Soviet Union.’” Walker: “Project Paperclip – Dark Side of the Moon”, a.a.O. Bezüglich „Projekt Paperclip“ wäre hinzuzufügen, dass die Dritte Armee von General Patton nicht zufällig gen Pilsen in der Nähe von Prag vorstoß. Dort befand sich Hans Kammler, der Chef-Ingenieur der SS. Kammler wurde im Mai 1933 Mitglied der SS, nachdem er im Jahr zuvor der NSDAP beigetreten war. Seit 1943/44 war Kammler u.a. zunehmend für das Raketenprogramm des Dritten Reichs verantwortlich. Offiziell soll Kammler am 9. Mai 1945 bei Pilsen Selbstmord begangen haben – wozu es verschiedene Berichte gibt. Es gibt aber auch Hinweise, denen zufolge Kammler von den USA versteckt wurde. Wenn dies der Fall gewesen sein soll, wäre dies eine Tatsache gewesen, die es unter allen Umständen zu verheimlichen galt. Vgl. Sven Felix Kellerhoff: „Versteckten die USA den Chef-Ingenieur der SS?“, veröffentlicht von Die Welt am 10. Juni 2017 unter: http://www.welt.de/geschichte/article128873148/Versteckten-die-USA-den-Chef-Ingenieur-der-SS.html.

(41) Vgl ebd.

(42) Vgl. Frank Sietzen: “Soviets Planned to Accept JFK’s Joint Lunar Mission Offer”, veröffentlicht von SpaceCast News Service am 2. Oktober 1997 unter: http://www.spacedaily.com/news/russia-97h.html

(43) Vgl. ebd. Auffällig ist auch, dass etliche Mitarbeiter der Reily Coffee Company, für die Lee Harvey Oswald in New Orleans arbeitete, direkt oder indirekt für die NASA tätig wurden.

(44) Vgl. Kelly: “Valkyrie at Dealey Plaza – ‘The Conspiracy Alone Must Speak’”, a.a.O. Auf der „Erholungstour“ traf JFK die (in Trennung lebende) Ehefrau von Cord Meyer, Mary Meyer. Cord Meyer war 1951 der CIA beigetreten. Vgl. ebd.

(45) Peter Dale Scott: „Die verborgene Regierungsgruppe, die JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11 miteinander verlinkt“, veröffentlicht von LarsSchall.com am 20. Oktober 2014 unter: http://www.larsschall.com/2014/10/20/die-verborgene-regierungsgruppe-die-jfk-watergate-iran-contra-und-911-miteinander-verlinkt/. Siehe ferner Ted Gupberryville: “Civil Defense Doomsday Hideaway”, veröffentlicht von Time am 24 Juni 2001 unter: http://content.time.com/time/m agazine/article/0,9171,156041, 00.html, und James Mann:  “The Armageddon Plan”, veröffentlicht von The Atlantic im März 2004 unter: http://www.theatlantic.com/mag azine/archive/2004/03/the-arma geddon-plan/302902/.

(46) Peter Dale Scott: „Das Doomsday-Projekt und Tiefenereignisse: JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11“, veröffentlciht von LarsSchall.com am 8. Januar 2014 unter: http://www.larsschall.com/2014/01/08/das-doomsday-projekt-und-tiefenereignisse-jfk-watergate-iran-contra-und-911/

Die folgenden Quellenangaben (47) bis (57), (59) bis (60) und (63) bis (68) sind diesem Essay entnommen.

(47) Scott, Deep Politics, 275; Scott, Deep Politics II, 80, 129n; HSCA Critics Conference of 17 September 1977, 181, link. Stringfellow worked under Jack Revill in the Vice Squad of the DPD Special Services Bureau. As such he reported regularly to the FBI on such close Jack Ruby associates as James Herbert Dolan, a “known hoodlum and strong-arm man” on the FBI’s Top Criminal list for Dallas (Robert M. Barrett, FBI Report of February 2, 1963, NARA#124-90038-10026, 12 [Stringfellow]; cf. NARA#124-10212-10012, 4 [hoodlum], NARA#124-10195-10305, 9 [Top Criminal]). Cf. 14 WH 601-02 Ruby and Dolan]. Robert Barrett, who received Stringfellow’s reports to the FBI, had Ruby’s friend Dolan under close surveillance; he also took part in Oswald’s arrest at the Texas Theater, and claimed to have seen DPD Officer Westbrook with Oswald’s wallet at the site of the Tippit killing [Dale K. Myers, With Malice: Lee Harvey Oswald and the Murder of Officer J.D. Tippit (Milford, MI: Oak Cliff Press, 1998), 287-90]).

(48) It was sent for information to Washington, which received it three days later (Scott, Deep Politics, 275; Scott, Deep Politics II, 80, 129n; Scott, War Conspiracy, 382).

(49) Warren Commission Exhibit 1778, 23 WH 383. (Marina’s actual words, before mistranslation, were quite innocuous: “I cannot describe it [the gun] because a rifle to me like all rifles” (Warren Commission Exhibit 1778, 23 WH 383; discussion in Scott, Deep Politics, 168-72).

An anderer Stelle führte Peter Dale Scott in diesem Zusammenhang aus:

Jack Crichton ist von Interesse, weil er zusammen mit DPD Deputy Chief George Lumpkin von der 488. Army Intelligence-Reserve-Einheit für die Wahl eines Russisch-Dolmetschers für Marina Oswald aus der rechten russischen Gemeinde verantwortlich war. Dieser Mann war Ilya Mamantov, der für Marina Oswald bei ihrem ersten DPD-Interview am 22. November übersetzte. Was sie angeblich in diesem Interview auf Russisch sagte, wurde später verwendet, um das zu stärken, was ich die „Phase Eins“-Geschichte genannt habe, die immer noch von einigen CIA-Quellen promotet wird, wonach Russland und / oder Kuba hinter dem Attentat steckten.

Wie vom FBI zusammengefasst, lautete Mamantovs Darstellung von Marinas russischsprachiger Aussage wie folgt:

MARINA OSWALD wies darauf hin, dass LEE HARVEY OSWALD ein Gewehr besaß, das er vor etwa zwei Jahren in Russland benutzt hatte. Sie beobachtete in einer Decke in der Garage von [Ruth Paines Wohnsitz], was sie als das gleiche Gewehr vermutete…. MARINA OSWALD erklärte, dass ihr am 22. November ein Gewehr im Dallas Police Department gezeigt worden war…. Sie erklärte, dass es eine dunkle Farbe hatte wie das, das sie gesehen hatte, aber sie erinnerte sich nicht an das Aussehen.

Diese speziellen Details – dass Marina sagte, sie habe ein Gewehr gesehen, das dunkel und ohne Zielrohr gewesen sei – wurden in einer eidesstattlichen Erklärung bestätigt (von Marina und Mamantov unterzeichnet, 24 WH 219), die vom DPD-Beamten B.L. Senkel entgegengenommen wurde (24 WH 249). Sie wurden am nächsten Abend von Ruth Paine erneut bestätigt, die das Mamantov-Interview als Zeugin erlebte (3 WH 82). Sie wurden in der nächsten Nacht in einem Interview von Marina mit dem Secret Service erneut bestätigt, das von Mamantovs engen Freund Peter Gregory übersetzt wurde. Aber eine Secret Service-Abschrift des Interviews zeigt, dass die Quelle dieser Details Gregory war, nicht Marina:

(Q) Diese Waffe, war es ein Gewehr oder eine Pistole, oder was für eine Waffe war es? Kann sie das beantworten?

(A) Es war eine Waffe.

Herr Gregory fragte: Können Sie sie beschreiben?

HINWEIS: Person sagte: Ich kann sie nicht beschreiben, weil ein Gewehr für mich wie alle Gewehre aussehen.

Gregory-Übersetzung: Sie sagte, sie kann es nicht beschreiben. Es war eine Art von dunklem Gewehr wie jedes andere gewöhnliche Gewehr..

Person in Russisch: Es war ein Buckel (oder Hebung), aber ich habe nie durch das Fernrohr gesehen….

Gregory Übersetzung: Sie sagt, es war eine Erhebung an dem Gewehr, aber es gab keinen Fernrohr – kein Teleskop.

Wir haben nicht nur zu schließen, dass Gregory Marinas Aussage verfälschte („ein Gewehr für mich wie alle Gewehre“); sondern dass das wahrscheinlich auch sein Freund Mamantov getan hatte, der später gegenüber der Warren-Kommission nicht weniger als sieben Mal aussagte, dass Marina das Wort „dunkel“ verwendet hatte, um die Waffe zu beschreiben. Es gab andere in Dallas, die behaupteten, dass Oswalds Waffe tatsächlich ohne Zielrohr gewesen war, bis Oswald ein Zielrohr durch den in Dallas ansässigen Büchsenmacher Dial Ryder installieren ließ. Der Warren-Bericht wies diese bekräftigte Behauptung auf elaborierte Weise zurück und stellte fest, dass „die Echtheit des Reparatur-Etiketts“, das benutzt wurde, um sie zu unterstützen, „großen Zweifeln unterliegt“ (WR 317).

Wir können hier sehen, was die Warren-Kommission nicht zu sehen wünschte – Anzeichen einer Verschwörung zur Falschdarstellung von Marinas Zeugenaussage und möglicherweise zur Verbindung von Oswalds Gewehr mit dem dunklen Gewehr ohne Fernrohr, das er in der Sowjetunion gehabt hatte. Unsere Bedenken, dass Mamantov sie falsch dargestellt hat, führen uns zu Bedenken darüber, weshalb zwei Offiziere der 488. Army Intelligence-Reserve-Einheit (Jack Crichton und der stellvertretender Chef des DPD, George Lumpkin) Mamantov als ihren Dolmetscher wählten. Unsere Bedenken werden erhöht, wenn wir sehen, dass B.L. Senkel, der DPD-Beamte, der Marinas eidesstattliche Erklärung entgegennahm, der Partner von F.P. Turner war, der das zweifelhafte Gewehr-Reparatur-Etikett einsammelte (24 WH 328), und dass beide Männer die meiste Zeit des 22. Novembers mit DPD-Deputy Chief Lumpkin verbrachten. Zum Beispiel waren sie mit Lumpkin im Pilotauto der Wagenkolonne, als Lumpkin mit Winston Lawson im Führungsauto hinter ihnen kommunizierte. Vgl. Scott: „Die verborgene Regierungsgruppe, die JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11 miteinander verlinkt“, a.a.O.

(50) Stringfellow himself was the source of one other piece of false intelligence on November 22: that Oswald had confessed to the murders of both the president and Officer Tippit (Dallas FBI File DL 89-43-2381C; Paul L. Hoch, “The Final Investigation? The HSCA and Army Intelligence,” The Third Decade, 1, 5 [July 1985], 3),

(51) WH 106; Scott, Deep Politics, 275-76; Russ Baker, Family of Secrets, 119-22.

(52) Rodney P. Carlisle and Dominic J. Monetta, Brandy: Our Man in Acapulco (Denton, TX: University of North Texas Press, 1999), 128.

(53) Joint Chiefs of Staff, “Courses of Action Related to Cuba (Case II),” Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1 May 1963, NARA #202-10002-10018, 12. Cf. pp. 15-16: “The United States should intervene militarily in Cuba and could (a) engineer provocative incidents ostensibly perpetrated by the Castro regime to serve as the cause of invasion…”

(54) Robert Dallek, An Unfinished Life, 568; James A. Nathan, The Cuban missile crisis revisited, 283; Waldron and Hartmann, Legacy of Secrecy, 9.

(55) Joint Chiefs of Staff, “Courses of Action Related to Cuba (Case II),” Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1 May 1963, NARA #202-10002-10018, 12.

(56) “Courses of Action Related to Cuba (Case II),” NARA #202-10002-10018, 20. I see nothing in this document indicating that the President should be notified that these “fabricated provocations” were false. On the contrary, the document called for “compartmentation of participants” to insure that the true facts were not leaked (“Courses of Action Related to Cuba (Case II),” NARA #202-10002-10018, 19).

(57) Quoted in Baker, Family of Secrets, 122. One of these, DPD Detective John Adamcik, was a member of the party which retrieved a blanket said to have contained Oswald’s rifle; and which the Warren Commission used to link Oswald to the famous Mannlicher Carcano. Adamcik was later present at Mamantov’s interview of Marina about the rifle, and corroborated Mamantov’s account of it to the Warren Commission. There is reason to believe that Mamantov’s translation of Marina’s testimony was inaccurate (Scott, Deep Politics, 268-70, 276).

(58) Vgl. Scott: „Das Doomsday-Projekt und Tiefenereignisse“, a.a.O.

(59) Russ Baker, Family of Secrets, 121.

(60) “Statement by Col. John W. Mayo, Chairman of City-County Civil Defense and Disaster Commission at the Dedication of the Emergency Operating Center at Fair Park,” May 24, 1961, link.

(61) Scott: „Die verborgene Regierungsgruppe, die JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11 miteinander verlinkt“, a.a.O.

(62) ”Crichton was president of Nafco Oil and Gas. He also owned a company called Dorchester Gas Producing. A fellow director was David Harold Byrd who along with Clint Murchison, Haroldson L. Hunt and Sid Richardson, was part of the Big Oil group in Dallas.” („Crichton war Präsident der Nafco Oil and Gas. Ihm gehörte weiterhin eine Firma namens Dorchester Gas Producing. Ein ihm bekannter Direktor war David Harold Byrd, welcher zusammen mit Clint Murchison, Harold L. Hunt und Sid Richardson Teil der Big Oil Group in Dallas war.“) Vgl. “Jack Alston Crichton”, veröffentlicht von Spartacus Educational unter: http://spartacus-educational.com/MDcrichton.htm.  Wie Murchison, Hunt und Richardson war Byrd ein Mitglied des Dallas Petroleum Club.

(63) “White House Communications Agency,” Signal Corps Regimental History, link.

(64) The Warren Commission staff knew of the WHCA presence in Dallas from the Secret Service (17 WH 598, 619, 630, etc.).

(65) Statement of Secret Service official Winston Lawson, 17 WH 630 (WHCA radio).

(66) Pamela McElwain-Brown, “The Presidential Lincoln Continental SS-100-X,” Dealey Plaza Echo, Volume 3, Issue 2, 23, link (police radio); Scott, Deep Politics and the Death of JFK, 272-75 (Lumpkin).

(67) In the 1990s the WHCA supplied statements to the ARRB concerning communications between Dallas and Washington on November 22 (NARA #172-10001-10002 to NARA #172-10000-10008).  The Assassination Records Review Board also attempted to obtain from the WHCA the unedited original tapes of conversations from Air Force One on the return trip from Dallas, November 22, 1963. (Edited and condensed versions of these tapes had been available since the 1970s from the Lyndon Baines Johnson Library in Austin, Texas.) The attempt was unsuccessful: “The Review Board’s repeated written and oral inquiries of the White House Communications Agency did not bear fruit. The WHCA could not produce any records that illuminated the provenance of the edited tapes.” See Assassinations Records Review Board: Final Report, chapter 6, Part 1, 116, link. In November 2011 AP reported that Gen. Chester Clifton’s personal copy of the Air Force One recordings was being put up for sale, with an asking price of $500,000 (AP, November 15, 2011, link).

(68) See Scott, War Conspiracy (2008), 347-48, 385-87

(69) Zu den Parallen zwischen JFK 1963 und 9/11 2001 vgl. Peter Dale Scott: “The War Conspiracy – JFK, 9/11, and the Deep Politics of War”, Skyhorse Publishing, New York, 2008. Für Beweise, dass das COG Projekt eine treibende Kraft sowohl bei der Kennedy Ermordung als auch 9/11 war, vergleiche Peter Dale Scott:“The American Deep State – Wall Street, Big Oil, and the Attack on U.S. Democracy“, Rowman & Littlefield, Lahnahm, 2015, Seiten 109 bis 120. Für die Entwicklung der Planung des COG von 1936 bis 2001 siehe ebenda S. 135 bis 150.

(70) Lars Schall: „Reden wir über den amerikanischen Tiefen Staat“, Interview mit Peter Dale Scott, veröffentlicht am 16. Juli 2014 unter: http://www.larsschall.com/2014/07/16/reden-wir-ueber-den-amerikanischen-tiefenstaat/. In einem drei Jahre zuvor entstandenen Interview sagte mir Scott: „Ich möchte eine Sache wissen, die sehr wie bei der Ermordung Kennedys ist: Sie gaben fast sofort bekannt, dass Lee Harvey Oswald der Verdächtige war, aber wir wissen nicht, wo sie diese Informationen her hatten. Ich habe in einem Buch argumentiert, dass die falsche Informations-Durchsage über Oswald von FBI- und CIA-Akten herzustammen scheint, was eine Art von Verschwörung auf hoher Ebene nahelegt.“ Siehe Lars Schall: „Amerika, würdest du bitte aufwachen!“, veröffentlicht von Lars Schall.com am 12. August 2011 unter: http://www.larsschall.com/2011/08/12/amerika-wurdest-du-bitte-aufwachen/.

(71) Scott: „Die verborgene Regierungsgruppe, die JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11 miteinander verlinkt“, a.a.O.

(72) Ebd.

(73) Ebd.

(74) Ebd.

(75) Ebd.

(76) Ebd.

(77) Ebd.

(78) Ebd.

(79) Ebd.

(80) Peter Dale Scott: „Das Doomsday-Projekt und Tiefenereignisse: JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11“, http://www.larsschall.com/2014/01/08/das-doomsday-projekt-und-tiefenereignisse-jfk-watergate-iran-contra-und-911/. Peter Dale Scott, The War Conspiracy, 354.

(81) Ebd. Peter Dale Scott, Deep Politics II, 30-33; Scott, The War Conspiracy, 387; Scott, American War Machine, 152. Clarence M. Kelley, Kelley: The Story of an FBI Director (Kansas City, MO: Andrews, McMeel, and Parker, 1987), 268, quoted in Scott, The War Conspiracy (2008), 389.

(82) John Newman / Jefferson Morley: “Interview with Jane Roman”, November 1994, veröffentlicht von History Matters unter: https://www.history-matters.com/essays/frameup/WhatJaneRomanSaid/JaneRomanTranscript.htm. Jane Roman, die die Frage beantwortete: “Is this indicative of some sort of operational interest in Oswald’s file?”, sagte zu dem Vorgang, der Anfang Oktober 1963 die Bereiche SAS, CI und Control innerhalb der CIA-Abteilung für Spionageabwehr betraf: “Well, to me, it’s indicative of a keen interest in Oswald, held very closely on the need-to-know basis.” Durch das Need-to-know-Prinzip erhalten ausgewählte Personen nur dann Zugang zu geheimen Informationen, wenn dies als notwendig erachtet wird. Siehe ferner Jefferson Morley: “What Jane Roman Said – A Retired CIA Officer Speaks Candidly About Lee Harvey Oswald”, veröffentlicht von History Matters unter: https://www.history-matters.com/essays/frameup/WhatJaneRomanSaid/WhatJaneRomanSaid_1.htm. Bei dem fraglichen Vorgang schrieben fünf Untergegebene von James Jesus Angleton am 10. Oktober 1963 ein Kabel über Oswald. Vgl. Jefferson Morley: “Oct. 10, 1963: Six top CIA officers discuss Lee Harvey Oswald among themselves”, veröffentlicht von JFK Facts am 10. Oktober 2016 unter: http://jfkfacts.org/oct-10-1963-top-cia-officers-vouch-for-oswalds-maturity/.

(83) Vgl. Grove Koger: “New Book Reveals Secrets About Boise-Born Spy James Angleton”, veröffentlicht von Boise Weekly am 25. Oktober 2017 unter: https://m.boiseweekly.com/boise/new-book-reveals-secrets-about-boise-born-spy-james-angleton/Content?oid=7397602

(84) Vgl. Jefferson Morley: “Ghost – The Secret Life of CIA Spymaster James Jesus Angleton“, St. Martin’s Press, Oktober 2017.

(85) Ray Locker: “JFK files: CIA started to disavow knowledge of Lee Harvey Oswald within hours of killing”, veröffentlicht von USA Today am 6. November 2017 unter: https://amp.usatoday.com/story/835030001/.

(86) Vgl. Jefferson Morley: “CIA Spyhunters Knew Lee Harvey Oswald Was in Dallas Days Before JFK’s Assassination”, veröffentlicht von The Daily Beast am 26. Oktober 2017 unter: https://www.thedailybeast.com/cia-spyhunters-knew-lee-harvey-oswald-was-in-dallas-days-before-jfks-assassination.

(87) Was die derzeitige Freigabe von bisher nicht veröffentlichten JFK-Geheimdokumenten im Rahmen des vom US-Kongress verabschiedeten President John F. Kennedy Records Collection Act of 1992 angeht, siehe beispielsweise Bill Simpich: “Trump Promised the JFK Files, but the Big Dogs Ate His Homework”, veröffentlicht von Reader Supported News am 27 Oktober 2017 unter: http://readersupportednews.org/opinion2/277-75/46528-focus-trump-promised-the-jfk-files-but-the-big-dogs-ate-his-homework, “What Happened Thursday with the JFK Records”, veröffentlicht von MaryFerrell.org am 28. Oktober 2017 unter: https://www.maryferrell.org/pages/Featured_What_Happened_Thursday.html, und Dan L. Hardway: “The Intelligence Community Flips Off America“, veröffentlicht von AARC am 4. November 2017 unter: http://aarclibrary.org/the-intelligence-community-flips-off-america/

(88) „On May 24, 1963, in Dallas, the U.S. Air Force presented to D. Harold Byrd its Scroll of Appreciation for his work with the Civil Air Patrol (where Oswald was a cadet). Among the Air Force Generals he counted as friends was Charles Cabell, Allen Dulles’ CIA deputy director, key Bay of Pigs figure, and brother of Dallas mayor Earle Cabell, also a good friend of Byrd’s.” Russ Baker: “Family of Secrets”, a.a.O., Seite 111.

(89) Talbot: „Das Schachbrett des Teufels“, a.a.O., Seite 509. Im Zusammenhang mit der sogenannten Single-Bullet-Theorie schreibt Talbot irrigerweise, dass es sich dabei um den tödlichen Treffer gehandelt habe, der Kennedys Schädel durchschlug. Dem ist nicht so. Die Single-Bullet-Theorie bezieht sich auf die Kugel, die Kennedys Hals durchschlug. (Warren Commission Exhibit 399 bzw. CE 399.)

(90) Ebd., Seite 472.

(91) Baker: “Family of Secrets”, a.a.O., Seite 101.

(92) Talbot: „Das Schachbrett des Teufels“, a.a.O., Seite 475. Talbot merkt zu den Öl-Interessen, die auf dem Spiel standen, an: „Die texanischen Ölleute waren auch wütend auf Kennedy, weil er sich anschickte, ihre Steuerschlupflöcher zu stopfen, insbesondere die Möglichkeit, die Gewinne aus der Ölförderung mit dem damit einhergehenden Wertverlust der Quelle zu verrechnen, was die Ölleute Millionen – vielleicht Milliarden – von Dollar Einbußen pro Jahr kosten konnte.“ Vgl. ebd., Seite 444.

(93) Ebd., Seite 484.

(94) Baker: “Family of Secrets”, a.a.O., Seite 102.

(95) Ebd., Seiten 102-103.

(96) Ebd., Seiten 110-111.

(97) Vgl. James H. Lesar: ”Reply to Defandant’s Opposition to Second Renewed Motion for Partial Summary Judgement, etc.“, Aron DiBacco vs U.S. Departement of the Army, C.A. No. 87-3349, 3. August 2016.

(98) Anfang Dezember 1963 schoss Christian von Alvensleben ein Trophäen-Photo auf dem „Safarilandia“-Jagdgelände seines Onkels: es zeigt einen erlegten Elephanten, dessen mit weißer Farbe beschriftetes Ohr hochgehalten wird. Auf dem Ohr steht: „Shot by Harold Byrd. 7 Dec.1963“. Vgl. Photos der Ausstellung “The Leopard’s Trail – Death in Mozambique“ auf der Website von Christian von Alvensleben unter: http://www.alvensleben-photography.de/exhibitions/the_leopards_trail.html. Unter der dort gezeigten Auswahl befinden sich auch zwei Photographien mit Thomas May. Auf einem der Bilder steht er auf der linken Seite (weißer Hut, weißes Hemd) mit zwei Männern, am Boden liegt eine tote Kudo-Antilope; auf einem anderen Photo ist er vor einem Jeep mit einem erlegten Zebra abgelichtet. Unter diesem Link: http://www.alvensleben-photography.de/gallery_03_cva.html, können auf der GALLERY 03 sieben Afrika-Fotos etwas grösser angeschaut werden (1. Reihe von Bild 06 bis 2. Reihe Bild 02). Laut Auskunft, die ich von Chr. v. Alvensleben erhielt, war Thomas May eigenem Bekunden nach nicht nur texanischer Schulbuch-Verleger (und Kundes des TSBD), sondern auch Angehöriger der Marines und ein General.

(99) Vgl. “Famed ‘Oswald Window‘“, veröffentlicht von The Washington Times am 2. Mai 2006 unter: https://www.washingtontimes.com/news/2006/may/02/20060502-103326-3519r/. An anderer Stelle liest man: “For more than two decades, the window–or what one man believed was the famous sniper’s perch window–hung like a trophy, or a deer’s head, in the banquet room of one of the wealthiest men in Dallas. Col. D. Harold Byrd kept it in his University Park home as a souvenir, a tragic keepsake he ordered removed from the building on Elm and Houston streets that he owned and leased to the Texas School Book Depository. Byrd kept it there until his death in 1986. (…) Until the end of the 1960s, the Texas School Book Depository Company remained in the building, which was owned by Col. D. Harold Byrd. Byrd was an oil millionaire and husband of Mattie Caruth, whose family once owned most of the land from downtown Dallas to Park Lane. (…) Afraid that curiosity seekers would carve off pieces of the sniper’s-nest window, Byrd instructed his employee, Buddy McCool, to remove the window six weeks after the assassination, according to interviews with McCool and Byrd filmed in the early 1970s. (…) [Byrd] decorated the bottom half of the window with newspaper clippings of the assassination and postcard pictures of Kennedy, Dealey Plaza, and the book depository; then he had the whole thing framed. He hung it in the banquet room of his Vassar Street mansion–later bought by oilman T. Boone Pickens–next to photos and mementos of his long, colorful career, which included co-founding the Civil Air Patrol, drilling numerous wildcat oil wells in East Texas, and funding the Antarctic explorations of his cousin, Admiral Richard E. Byrd, who named an Antarctic mountain range after the Texas colonel. Byrd held onto the former book depository building until 1970. (…) [Conover Hunt] knew several people, including Joe Dealey Sr., late publisher of The Dallas Morning News, who had seen the window hanging in Colonel Byrd’s house.” Vgl. Ann Zimmermann: “Stained Glass “, veröffentlicht von Dallas Observer am 27. November 1997 unter: http://www.dallasobserver.com/news/stained-glass-6402278.

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