Die Woche im Rückspiegel betrachtet

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Jede Woche am Sonntag stelle ich eine Auslese der zehn bemerkenswertesten Geschichten und Veröffentlichungen vor, über die ich bei meinen Streifzügen durch die Tiefen und Weiten des weltumspannenden Informationsnetzes gestolpert bin.

Von Lars Schall

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

willkommen bei Die Woche im Rückspiegel betrachtet. Mit diesem Format möchte ich Ihnen immer wieder des Sonntags im Schnelldurchlauf Geschichten und Veröffentlichungen zu 10 Themenbereichen präsentieren, die mir im Laufe der jeweils vorangegangenen Woche als wie auch immer beachtenswert auffielen.

Und damit ohne weiteren Aufhebens zu den…

TOP 10-LINKS DER WOCHE

Auf Platz 10 dünkt es mich ein Lichtblick zu sein, dass eines Tages, siehe hier, Gespräche mit Delphinen möglich sein werden: Let’s make conversations great again…

Auf Platz 9 nenne ich Helmut (wie in: “Tötet Helmut Bohl!“) seit Jahren ja nur noch Helmet (siehe dazu hier). Diese Woche hatte Helmet “die Birne“ Kohl mit seinen schwarzen Kassen einen großen “Bimbes“-Auftritt beim SWR – und hier und hier wollen wir dazu etwas Nachlese treiben.

Da wir schon bei “Ich glotz TV…“ sind, folgt hier noch ein aktueller Fernsehprogrammhinweis zu “Tod eines Bankers – Der Skandal um die älteste Bank der Welt“ (Dienstag, 12. Dezember 2017, 21:50 Uhr auf ARTE). Ich erinnere mich, dass ich vor ziemlich genau einem Jahr in Berlin mit dem verantwortlichen Regisseur über exakt dieses Projekt sprach – und entsprechend bin nun gespannt zu sehen, wie’s Produkt geworden ist.

Guter Journalismus kann in Deutschland, wenn man einen besonders “geraden Weg“ verfolgt, darauf hinaus laufen, dass man das Leben verliert, führt aber langfristig zur Seligkeit – schauen Sie hier.

Auf Platz 8 tätigt die Saxo Bank einige Vorhersagen für 2018, darunter: die US Federal Reserve wird gegenüber dem US-Schatzamt an Unabhängig verlieren, während die Bank of Japan die Kontrolle über ihre Währungspolitik einbüßt. Außerdem wird die Einführung eines Öl-Terminkontrakts vorhergesagt, der an der Shanghai International Energy Exchange in Yuan in den Handel kommen soll. Hierbei handele es sich um einen Schritt, der “mit enormen geopolitischen und finanziellen Konsequenzen“ verbunden sei. Weiter heißt es, der neue Kontrakt dürfte sich als “ein rasender Erfolg“ erweisen. Für den Fall seiner tatsächlichen Einführung geht Saxo Bank von einer zehn prozentigen Aufwertung des Yuan gegenüber dem US-Dollar aus.

Für diese und weitere Prognosen siehe hier.

Saxo Bank tätigt auch eine Vorhersage zu Bitcoin – die lasse ich aber mal unter den Tisch fallen. Unter dem Tisch hervorziehen will ich zu Bitcoin lieber dieses hier, dieses hier und dieses hier.

Auf Platz 7 kratzte ich mich neulich für gewisse Buchrecherchen am Kopf, insofern ich wissen wollte, ob THC, der Wirkstoff von Marihuana, in den USA immer noch als Droge der Kategorie “Schedule I“ eingestuft wird – der restriktivsten aller Kategorien für Drogen. In “Schedule I“ befindet sich beispielsweise auch Heroin gelistet. Diese Einstufung geht zurück auf Richard “Tricky Dick“ Nixon, dem “Erfinder“ des sogenannten “War on Drugs“, der Marihuana in der Kategorie “Schedule I“ aufgenommen sehen wollte, obgleich eine (von ihm selbst einberufene) Kommission unter Leitung des republikanischen Gouverneurs von Pennsylvania, Raymond Shafer, den Besitz und die Weitergabe von Marihuana für den persönlichen Gebrauch entkriminalisiert sehen wollte.

Einer aktuellen Geschichte ist zu entnehmen, dass natürliches THC in der Tat nach wie vor in der “Schedule I“-Kategorie geführt wird – und jetzt kommt es: im Gegensatz zu synthetischem THC, das unter dem Namen Syndros vom Pharmazieunternehmen Insys Therapeutics hergestellt wird. Das synthetische THC gilt als “Schedule II“-Droge, was bedeutet, dass dieses THC von Ärzten per Rezept verschrieben werden darf. Natürliches THC dagegen, so die U.S. Drug Enforcement Agency (DEA), habe “keinen derzeit akzeptierten medizinischen Nutzen“, weise dafür aber “ein hohes Potenzial für Missbrauch“ auf.

Mehr dazu hier.

Auf Platz 6 ist’s nicht nett, wenn man in den USA als “RICO“ bezeichnet wird, d.h.: als “Racketeer Influenced Corrupt Organization”. Genau das widerfährt der Republikanischen Partei der USA hier. Auch nicht nett ist dies hier und dies hier.

Auf Platz 5 fragen wir uns zunächst hier, warum sich so viele Farmer in den USA umbringen, ehe wir Chris Hedges, dem Rufer in der Wüste, hier mal wieder beim Rufen in der Wüste zuschauen wollen.

Auch ein Rufer in der Wüste ist John Pilger – und hier können Sie ihm Ihr Ohr für einen Vortrag leihen.

Auf Platz 4 stellt “Gatekeeper“ Noam Chomsky, auch bekannt als “Amerikas berühmtester Anarchist“, so ziemlich das Gegenteil eines Rufers in der Wüste dar. Mit dem doch recht seltsam anmutenden Anarchismus, dem Chomsky frönt, vermögen Sie sich abisserl hier in einem älterem Beitrag des Center for a Stateless Society auseinanderzusetzen.

Auf Platz 3 lässt Daniel Ellsberg hier die “Doomsday“-Maschine raushängen.

Das US-Militär investiert hier in Technologie zur Ausrottung gewisser unliebsamer Planetenbewohner.

Die Gerätschaften, mit denen das US-Militär operiert, werden nicht gerade billiger – wie man Ihnen hier vorrechnet.

Truppen des Pentagon werden in Syrien bleiben, worauf Sie hier und hier stoßen.

China will auch Präsenz in Syrien zeigen – siehe hier.

Auf Platz 2 verlagern wir unseren Schwerpunkt hier vorläufig in den Indo-Pazifischen Raum.

Denn danach gehen wir mit China hier, hier, hier, hier und hier auf weitere Reisen.

Mit den Chinesen auf Reisen zu gehen, hat dieser Tage viel mit dem Projekt der “Neuen Seidenstraße“ zu tun.

Beim “Seidenstraßen-Forum“ in Tiflis trug sich kürzlich dieses zu:

„…Und dann, während am Nebentisch gerade ein georgischer Geschäftsmann einigen Chinesen mit dröhnender Stimme auf Englisch die Vorzüge des in seinen Unternehmen produzierten Weins erklärt, nimmt der chinesische Botschafter in Georgien nach vielen inhaltsleeren Floskeln über Kooperation, Chancen und Zukunft ganz von selbst das Wort ‘Geopolitik‘ in den Mund.

Damit führt er direkt zu der Frage, die wie ein Gespenst durch alle Wortmeldungen beim ‘Seidenstraßen-Forum‘ in Tiflis geistert – flüchtig, oft nur für einige Momente aufscheinend und von den meisten sorgsam gemieden: Geht es wirklich nur um Wirtschaft oder nicht doch um etwas ganz anderes? Bisher drehte sich in dieser Region seit dem Ende der Sowjetunion fast alles um die Frage, wie viel Einfluss Russland noch und der Westen schon hat. Tritt nun ein neuer großer Spieler auf den Plan? Vor vier Jahren verkündete Chinas Präsident Xi Jinping eine Initiative für eine neue Seidenstraße, die Asien und Europa über verschiedene Wirtschaftskorridore zu Land und auf See miteinander verbinden soll. In Europa ruft sie eine gewisse Nervosität hervor.

Außenminister Sigmar Gabriel hat im August gewarnt, hinter der Seidenstraßen-Initiative stecke eine große geopolitische, kulturelle, ökonomische und womöglich auch militärische Strategie, der die EU bisher nichts entgegenzusetzen habe. ‘Im Gegenteil: Wir fahren da alle hin und freuen uns, dass wir eingeladen werden und auch eine Rede halten dürfen.‘ Vorige Woche hatte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang in Budapest bei einem Gipfeltreffen mit den Regierungschefs von 16 ostmittel- und südosteuropäischen Staaten Investitionen über drei Milliarden Dollar in die Infrastruktur auf dem Balkan und in EU-Staaten im Osten zugesagt. Danach äußerten Europa-Parlamentarier die Befürchtung, China könne sich mit seinen Milliardenengagements Einfluss auf die europäische Politik kaufen und die EU spalten.“

Dies lesen Sie hier unter der Überschrift “Chinas Weg nach Europa führt durch Georgien“.

Sigmar Gabriel, alias “Dick&Doof in einer Person“, kommt ferner mit einer außenpolitischen Grundsatzrede hier und hier zu Wort.

Und auf Platz 1 habe ich mir für gewisse Buchrecherchen einen Artikel über die NSA-9/11-Kontroverse rund um die Programme Thinthread und Trailblazer angeschaut – und Ihnen empfehle ich, hier dasselbe zu tun.

Für gewisse Einschätzungen bin ich ferner diesen Monat zum Interview-Rendezvous mit dem im Ruhestand befindlichen U.S. Army Colonel Lawrence Wilkerson verabredet – welcher hier die Rolle Saudi-Arabiens in den 9/11-Anschlägen erörtert.

Wird es bald einen “privaten Geheimdienst“ in Konkurrenz zur CIA geben? Diese Frage zieht in US-Medien einige Kreise – so etwa hier, hier und hier.

Eine Privatisierung der Militär- und Polizeigewalt befürchten Experten hier.

Zuletzt noch das Musikstück der Woche: Franz Liszt – Klavierkonzert Nr. 2.

In dem Sinne, ganz der Ihre,

Lars Schall.

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