Die Woche im Rückspiegel betrachtet

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Jede Woche am Sonntag stelle ich eine Auslese der zehn bemerkenswertesten Geschichten und Veröffentlichungen vor, über die ich bei meinen Streifzügen durch die Tiefen und Weiten des weltumspannenden Informationsnetzes gestolpert bin.

Von Lars Schall

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

willkommen bei Die Woche im Rückspiegel betrachtet. Mit diesem Format möchte ich Ihnen immer wieder des Sonntags im Schnelldurchlauf Geschichten und Veröffentlichungen zu 10 Themenbereichen präsentieren, die mir im Laufe der jeweils vorangegangenen Woche als wie auch immer beachtenswert auffielen.

Und damit ohne weiteren Aufhebens zu den…

TOP 10-LINKS DER WOCHE

Auf Platz 10 schauen wir mal hier kurz zur Stippvisite in Davos vorbei.

Ein diesjähriger Gast auf dem dortigen Weltwirtschaftsforum war auch Don l’Orange, der in Sachen “Geheimdienstberatung“ hier bei einem Milliardär fündig geworden ist.

Ansonsten war über Don l’Orange hier zu vernehmen, dass er den Sonderermittler Robert Mueller loswerden wollte. Siehe dazu auch hier, hier  und hier.

Im Zusammenhang mit den Begriffen “FBI“, “9/11“, “Saudis“, “Florida“ und “Vertuschung“ taucht der Name von Herrn Mueller hier auf.

Derweil können die Medien in den USA auf oberflächliche Trump-Berichterstattung nicht verzichten – worüber wir hier ins (Fernseh-)Bild gesetzt werden.

Ein US-Journalist, der wenig Zeit für Oberflächlichkeiten besaß, Robert Parry, ist verstorben – wie Sie hier unterrichtet werden.

Auf Platz 9 bleiben wir bei den USA und Medien. Für gewisse Buchrecherchen unterhielt ich mich diese Woche mit Bill Hamilton, dem Erfinder der legendären PROMIS-Software. Zuvor war ich auf ein angebliches Zitat von Katherine Graham gestoßen, der ehemaligen Herausgeberin der Washington Post. Hier können Sie das Zitat zunächst im englischen Original lesen.

Es gelang mir, das Zitat als authentisch zu bestätigen, und zwar auf Seite 201 der von Stephen L. Vaughn herausgegebenen “Encyclopedia of American Journalism” (Routledge, New York, 2008). Das Graham-Zitat lautet in meiner eigenen Übersetzung:

“Es gibt einige Dinge, die die allgemeine Öffentlichkeit nicht wissen muss und sollte. Ich glaube, dass die Demokratie blüht, wenn die Regierung legitime Schritte unternehmen kann, um ihre Geheimnisse zu bewahren, und wenn die Presse entscheiden kann, ob sie drucken soll, was sie weiß.“

Graham verlautbarte dies November 1988 im CIA-Hauptquartier in Langley.

Bill Hamilton schickte mir im Laufe unserer Konversation, während der ich das Zitat ansprach, neun Leitartikel, die zwischen Oktober 1987 und Mai 1993 in der Washington Post erschienen. Besonders interessant ist der letzte Leitartikel, der am 29. Mai 1993 unter dem Titel “The Inslaw Investigation“ veröffentlicht wurde. Darin fragte die Washington Post, warum Justizministerin Janet Reno so lange zögere, den Bericht publik zu machen, der unter ihrem Amtsvorgänger zum PROMIS-Skandal entstand (der sogenannte Bua-Report). Die Washington Post zitierte Renos offiziellen Sprecher, wonach die Verzögerung der Notwendigkeit zugeschrieben wurde, den Untersuchungsbericht redigieren zu müssen, um Informationen zu entfernen, die den Bereich der “nationalen Sicherheit“ beträfen.

Die neun Leitartikel, die mir Bill Hamilton schickte, habe ich hier als PDF-Datei hochgeladen.

Die Washington Post hat derzeit einen Kino-Auftritt. Den hat sich David Swanson angesehen – und hier hält er seine Gedanken zu dem Film-Streifen fest.

Aktuelle Medien-Besitzverhältnisse rücken hier in unser Blickfeld.

Auf Platz 8 bestätigen frisch veröffentlichte “Schneeflocken”, die von Donald Rumsfeld stammen, dass man im Pentagon am 10. September 2001 glaubte, der größte Feind, dem man gegenüberstehe, sei der eigene Bürokratie-Apparat. Die “Schneeflocken“ finden Sie hier beim National Security Archive.

Auf Platz 7 sei darauf hingewiesen, dass bis zum heutigen Tage nur ein Bruchteil des gesamten NSA-Datenmaterials, das Edward Snowden entwendete, veröffentlicht wurde – und es könnte, je nach Schätzung des Gesamtdatenumfangs, beim bisherigen Veröffentlichungstempo noch buchstäblich Jahrhunderte dauern, bis das Material vollständig veröffentlicht wurde. Mehr dazu hier und hier.

Diese Tatsache scheint mir nicht ganz irrelevant zu sein, wenn es hier, hier und (länger zurückliegend) hier um die Herrschaften Pierre Omidyar und Glenn Greenwald sowie “The Intercept“ gehen soll.

Weitgehend unbemerkt hat die NSA bisherige “Kernwerte“ verschwinden lassen. Wie, was, wo erfahren Sie hier.

Die nahe Zukunft der Überwachung stellt man Ihnen hier vor.

Darüber hinaus schickt sich die US-Regierung dem Anschein nach hier und hier an, einen bedeutenden Teil des US-Mobilfunknetzes zu nationalisieren.

Auf Platz 6 springt hier, laut NY Times, weltweit das Wirtschaftswachstum an, und hier klettert der US-Aktienmarkt unbeirrt höher, wohingegen der US-Dollar hier, hier und hier zunehmend “schwächer“ wird. Prompt steht hier bezüglich des letzten Punkts das Stichwort “Währungskrieg“ im Raum.

Nick Barisheff hielt diesen Monat eine Rede vor dem Empire Club of Canada in Toronto. Bei der Gelegenheit meinte er, dass die Goldpreismanipulation mittlerweile “selbstevident“ geworden sei. Die Drückung des Preises geschehe durch einen Derivatehandel, bei dem wirkliches Gold kaum bis gar keine Rolle spiele. Diesbezüglich zitierte Barisheff den Vize-Vorsitzenden der russischen Zentralbank Sergej Schwetsow mit den Worten, dass “die großen Gold produzierenden Nationen einen internationalen Goldpreis satt haben, der in einer synthetischen Handelsumgebung festgelegt wird, die wenig mit dem physischen Goldmarkt zu tun hat.“ Barisheff geht davon aus, dass der physisch hinterlegte Goldhandel in Asien dem Preisdrückungsmechanismus im Westen erfolgreich Paroli bieten wird.

Seinen Vortrag gibt es hier auf die Augen.

Bezüglich des Goldhandels in Asien tut sich hier etwas an der 1 Kilo-Barren-Front.

Davon abgesehen möchte Scott Galloway hier den Kapitalismus retten.

Auf Platz 5 wird der Verfall der USA vielfach unterschätzt, heißt’s hier.

Hinsichtlich des Verfalls der Infrastruktur in den USA, welchen Don l’Orange zu beenden versprach, tun wir uns hier um.

Auf Platz 4 beobachten wir hier, hier und hier das Anti-Kurden-Engagement der Türkei im Norden Syriens.

Eine Kampfansage erhält die Türkei hier von AfD-Politiker Björn “Der Wille zur Macht“ Höcke: Damit wir in D-land in Freiheit leben können, muss nämlich endlich am Bosporus Schluss sein mit den drei großen M!

Auf Platz 3 meldet sich hier der Erfinder des Begriffs “Soft Power“ zu Wort, namentlich Joseph S. Nye. Es geht Herrn Nye bei seinem Wortbeitrag um, Sie haben es erraten: “Soft Power“…

Wie wird China mit seiner Macht umgehen, sobald es eine ähnlich dominante Stellung in der Welt eingenommen haben wird, wie sie die USA heute genießen? Die Frage ploppt hier auf.

Auf Platz 2 versorgen wir uns hier mit afghanischem Heroin.

Und auf Platz 1 wissen Sie nach dieser Lektüre hier einiges über die wunderbare Welt der Biowaffen-Industrie des Pentagon.

Zuletzt noch das Musikstück der Woche: LALO SCHIFRIN & BBC BIGBAND – Mission: Impossible.

In dem Sinne, ganz der Ihre,

Lars Schall.

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