Ein neuerlicher Goldmarkteingriff

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Chris Powell von GATA sieht in Marktmanipulationen die Daseinsberechtigung von westlichen Zentralbanken, Jim Sinclair nennt den heutigen Rückgang des Goldpreises “reine Augenwischerei“.

Von Jim Sinclair, Chris Powell und Lars Schall

Ehe ich den Tageskommentar von Jim Sinclair in der deutschen Übersetzung bringen werde, zunächst eine Zusammenfassung der heutigen Kommentare von Chris Powell. Ferner möchte ich im Zusammenhang mit Zentralbankeneingriffe auf dieses aktuelle Beispiel der Bank of Japan hinweisen:

http://www.larsschall.com/2012/02/28/hilft-japan-bei-der-%E2%80%9Ceuro-rettung%E2%80%9C-aus/.

Und dass die Devisenmärkte nicht autark vom Goldmarkt sind, darauf wies mich noch unlängst Ex-Fed-Chef Paul A. Volcker hin – siehe zum Beispiel:

http://www.larsschall.com/2012/01/27/eine-%E2%80%9Cone-note-samba%E2%80%9C-mit-paul-a-volcker/.

Doch nun zu Chris Powell vom Gold Anti-Trust Action Committee. Er schreibt:

Im heutigen Interview von King World News diskutiert John Embry von Sprott Asset MGMT das neuerliche Zusammenschlagen der Gold- und Silber-Papiermärkte durch ihre „Manipulatoren“, die Bullion-Banken:

http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2012/2/29_Em…

Der Marktanalyst und Goldminen-Unternehmer Jim Sinclair schreibt, dass die heutige Aktion im Goldmarkt eine „Intervention“ war, die als “Schaufensterdekoration“ („window dressing“) für mehr „quantitative Lockerung“ der Notenbanken fungierte:

http://www.jsmineset.com/2012/02/29/todays-window-dressing-fall-in-gold/

Selbst der Goldfondsmanager Jean-Marie Eveillard hat King World News gesagt, dass er von den heutigen Schlägen auf den Goldpreis denkt, dass sie Zentralbankeneingriffe waren:

http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2012/2/29_Ev…

Eveillard, der $50 Milliarden an Vermögenswerte managed, gehört zu den wenigen respektablen Figuren der Goldwelt, und seine erstaunliche Stellungnahme heute ist der Preis, den die westlichen Zentralbanken für ihre zunehmend unverfrorenen Marktmanipulation zu zahlen beginnen. Es ist ein Zeichen dafür, dass GATA Fortschritte macht, wenngleich langsam.

Eveillard schloss seine Kommentare gegenüber King World News, indem er sagte: „Ich würde mich nicht zu sehr wegen dem sorgen, was heute mit Gold und Silber passierte.“ Aber ehe er und andere respektable Figuren sich nicht zu sorgen beginnen, wird das, was heute geschah, wieder und wieder geschehen. Vielleicht sollte Eveillard seine Investoren fragen, ob sie die Manipulation des Goldmarkts ähnlich nonchalant betrachten wie er es tut.

Ferner zitiert MarketWatch Richard Hastings von Global Hunter Securities mit den Worten, dass die heutigen Kommentare von US-Notenbankchef Ben Bernanke möglicherweise „entworfen wurden, um einiges an Inflation aus dem Industrie- und Rohstoffbereich der Märkte gerade jetzt herauszunehmen, da die Fed nicht will, dass die Inflation hochkriecht und ihre ultra-niedrige Zinspolitik in dieser Zeit gefährdet“:

http://www.marketwatch.com/story/gold-futures-inch-higher-in-electronic-…

Das heißt, mehr Marktmanipulation durch die Federal Reserve, denn die Marktmanipulation ist, wie GATA seit vielen Jahren festgestellt hat, die Daseinsberechtigung der Zentralbanken:

„Und so sind wir in eine Ära der täglichen Markt-Interventionen der Zentralbanken gekommen – so sehr, dass der Hauptzweck der Zentralbanken nun darin besteht, gewöhnliche Märkte von vornherein zu verhindern.“ (http://www.gata.org/node/6242)

Nun ja, zumindest wird diese Manipulation und Intervention in der Öffentlichkeit jetzt öfter anerkannt. Aber fragen Sie nicht GATA, wann sie enden werden oder wann ausländische Zentralbanken und Staatsfonds den Stecker durch das Abstoßen von US-Staatsanleihen und den Kauf von Gold und Rohstoffen ziehen werden. Das Rebalancierung der Portfolios hat schrittweise über eine lange Zeit stattgefunden, und der Stecker wird erst gezogen werden, wenn sich diese ausländischen Zentralbanken und Staatsfonds vollständig abgesichert wähnen, und sie werden uns nicht in der Nacht zuvor Bescheid geben.

Chris Powell, Secretary / Treasurer
Gold Anti-Trust Action Committee Inc.

Und hier der kurze, knappe Tageskommentar von Jim Sinclair:

Bitte lassen Sie sich nicht von der heutigen Intervention stören. Die folgende Nachricht ist es, was die absolute Notwendigkeit für QE erzeugt.

Es ist die These meiner Formel von 2006, dass keine große Erholung stattfindet, die die Grundlage für meine These des unendlichen QE hergibt.

Treasury Yield Descending Signals Slowdown By John Detrixhe and Daniel Kruger – Feb 29, 2012 8:55 AM MT

The $10 trillion market for US Treasuries is signaling that the economic recovery may be poised to weaken even as consumer confidence rises toward pre-recession levels.

Yields (USGG10YR) on 10-year Treasury notes, the benchmark for everything from mortgage rates to corporate bonds, fell as low as 1.89 percent yesterday, down from this year’s high of 2.09 percent on Jan. 23, according to data compiled by Bloomberg. The yield averaged 2.76 percent in 2011 and 3.19 percent in 2010.

Mehr…

Als ein Beispiel gab es zusätzliche Nachrichten heute, die QE bestätigten, und zwar wenn Sie dem Geld folgen; dieses wird über Swaps finanziert, die von der US-Fed stammen.

Swaps sind kurzfristiger Natur, können aber bei jedem Fälligkeitstermin unendlich verlängert werden. Lassen Sie nie vom Wort “Federal Reserve Swap“ täuschen.

Der heutige Rückgang beim Gold ist reine Augenwischerei. Seien Sie unbesorgt.

Hochachtungsvoll,
Jim.

Anmerkung:

Zu John Embry siehe auch mein Interview mit ihm, “Das derzeitige Finanz-System wird völlig zerstört werden”, unter:

http://www.larsschall.com/2012/02/21/das-derzeitige-finanz-system-wird-vollig-zerstort-werden/.

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