China und Japan gemeinsam ohne US-Dollar

Die zwei größten Käufer von US-Staatsanleihen, China und Japan, stehen kurz davor, das Zahlungsmittel der USA aus ihren gegenseitigen Handelsbeziehungen herauszuhalten.

Von Lars Schall

Die zwei größten Käufer von US-Staatsanleihen, China und Japan, stehen kurz davor, das Zahlungsmittel der USA aus ihren gegenseitigen Handelsbeziehungen herauszuhalten. Dies berichtet die japanische Tageszeitung Yomiuri Shimbun mit Sitz in Tokio unter diesem Link:

http://www.yomiuri.co.jp/dy/business/T120526002702.htm.

Demnach könnte es ab Juni soweit sein, dass Japan und China untereinander direkt den Yen und Yuan benutzen. Beide Staaten befinden sich laut Yomiuri Shimbun in der finalen Phase der Verhandlungen, um in Tokio und Shanghai Devisenmärkte zu diesem Zwecke einzurichten. Eine offizielle Vereinbarung steht unmittelbar bevor.

Bezüglich des Handels beider Nationen sprechen wir von einem derzeitigen Export-Volumen, das im Fall von Japan an China bis zu 19 Prozent des japanischen Gesamtexports (12.48 Billionen Yen), und im Fall von China an Japan bis zu 21 Prozent des chinesischen Gesamtexports (14.78 Billionen Yen) beträgt. Das neue Devisensystem, an dem seit Februar diesen Jahres gearbeitet wird, könnte von den Kräften des freien Marktes bestimmt werden; aber auch Interventionen seitens der chinesischen Zentralbank werden nicht ausgeschlossen. Das wäre jedoch ohnehin eher Zentralbanken-Alltag – siehe:

http://www.larsschall.com/2012/02/28/hilft-japan-bei-der-%E2%80%9Ceuro-rettung%E2%80%9C-aus/.

Dessen ungeachtet stünde eines fest: wenn die beiden Währungen direkt miteinander getauscht werden, werden US-Dollar-Transaktionen im bilateralen Handelsverkehr verschwinden. Dadurch werden nicht nur die Handelskosten reduziert, sondern auch Risiken durch Wechselkursschwankungen umgangen, die mit der Verwendung des US-Zahlungsmittels verbunden sind. Ferner wäre damit ein bilaterales Handels- und Devisenarrangement wiederholt, das China mit Russland bereits etabliert hat.

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