Das wahre Große Schachbrett und die Profiteure des Kriegs

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Die imperiale Dominanz-Ideologie hinter dem globalen Krieg gegen den Terror mag aus öffentlicher Sicht wahnhaft, ja, vielleicht in der Tat verrückt sein. Gleichwohl muss konstatiert werden, dass das, was aus öffentlicher Sicht wahnsinnig erscheint, aus einer engeren Perspektive derer, die von der Bereitstellung privater unternehmerischer Gewaltausübung und Geheimdienstarbeit profitieren, in Form klingender Münze Sinn ergibt. Ein Essay von Peter Dale Scott.

Von Peter Dale Scott, Übersetzung Lars Schall

Die Übersetzung des nachfolgenden Essays, der im Original unter der Überschrift “The Real Grand Chessboard and the Profiteers of War“ hier erschien, wurde von Peter Dale Scott ausdrücklich und persönlich für LarsSchall.com autorisiert.

Peter Dale Scott, einer der scharfsinnigsten und provokantesten Denker unserer Zeit, ist ein ehemaliger kanadischer Diplomat und Professor für Englisch an der University of California, Berkeley. Der Sohn des bekannten kanadischen Dichters und Verfassungsrechtlers F.R. Scott und der Malerin Marian Dale Scott, der in Montreal, Kanada am 11. Januar 1929 geboren wurde, zog im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Menge Aufmerksamkeit für seine politisch-historischen Schriften an.

Scott studierte an der McGill University, Montreal und am University College, Oxford. Seine Dissertation schrieb er zum Thema “Die sozialen und politischen Ideen von T.S. Eliot”. Er unterrichtete zunächst an der Sedbergh School und an der McGill University. Danach trat er in dem kanadischen Department of External Affairs (1957-1961) und der kanadischen Botschaft in Warschau, Polen (1959-1961) bei. Ins akademische Leben zurückkehrend, lehrte Peter Dale Scott 30 Jahre lang an der University of California, ehe er 1994 emeritierte.

Seine Prosa-Bücher umfassen u. a.:

  • The War Conspiracy (1972)
  • Crime and Cover-Up: The CIA, the Mafia, and the Dallas-Watergate Connection (1977)
  • Einleitung zu Henrik Krugers The Great Heroin Coup: Drugs, Intelligence, & International Fascism (1980)
  • The Iran-Contra Connection (in Zusammenarbeit, 1987)
  • Cocaine Politics: Drugs, Armies, and the CIA in Central America (in Zusammenarbeit, 1991, 1998)
  • Deep Politics and the Death of JFK (1993, 1996)
  • Oswald, Mexico, and Deep Politics (1994, 2013)
  • Drugs, Oil and War (2003)
  • The Road to 9/11: Wealth, Empire and the Future of America (2007)
  • The War Conspiracy: JFK, 911, and the Deep Politics of War (2008 Neuauflage und Erweiterung der Ausgabe von 1972)
  • American War Machine: Deep Politics, the CIA Global Drug Connection, and the Road to Afghanistan (2010)

Seine wichtigsten Gedichtbände sind die drei Bände der Trilogie “Seculum”:

  • Coming to Jakarta: A Poem About Terror (1989)
  • Listening to the Candle: A Poem on Impulse (1992)
  • Minding the Darkness: A Poem for the Year 2000 (2000)

Zusätzlich hierzu veröffentlichte er:

  • Crossing Borders: Selected Shorter Poems (1994)
  • Mosaic Orpheus (2009)
  • Tilting Point (2011)

In seinen Prosa-Büchern ist Scott besonders daran interessiert, die so genannte “Tiefenpolitik“ / “Deep Politics” zu untersuchen. Er definiert “Deep Politics” auf diese Weise: “All jene politischen Praktiken und Arrangements, absichtlich oder nicht, die im öffentlichen Diskurs eher verdrängt, statt anerkannt werden.“ Damit verbunden sind “Tiefenereignisse” / “Deep Events”, die Scott als  “die traumatischen und unerwarteten Episoden” definiert, “die in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verändern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese ‘Tiefenereignisse’ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens führt.”

Scotts eigene Website findet sich unter: www.peterdalescott.net.

Das wahre Große Schachbrett und die Profiteure des Kriegs
von Peter Dale Scott

“Wir müssen in den Regierungsräten auf der Hut sein vor unberechtigten Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes, ob diese gewollt oder ungewollt sind. Die Gefahr für ein katastrophales Anwachsen unbefugter Macht besteht und wird weiter bestehen. Wir dürfen niemals zulassen, dass das Gewicht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unseren demokratischen Prozess bedroht. Wir dürfen nichts als selbstverständlich nehmen. Nur eine aufmerksame und wissende Bürgerschaft kann eine angemessene Verbindung der riesigen industriellen und militärischen Maschinerie der Verteidigung mit unseren friedlichen Zielen und Methoden sicherstellen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen gedeihen können.“ Dwight D. Eisenhower, “Militärisch-Industrieller Komplex-Rede”, 1961. [1]

„Meine Beobachtung ist, dass die Auswirkungen nationaler Wahlen auf das Geschäftsklima für SAIC minimal gewesen sind. Die Betonung, wo die Ausgaben des Bundes auftreten, verschiebt sich in der Regel, aber die Gesamtausgaben des Bundes nehmen niemals ab. SAIC ist trotz der Veränderungen der politischen Führung in Washington immer weiter gewachsen.“ Ehemaliger SAIC-Manager, zitiert in Donald L. Bartlett und James B. Steele: “Washington’s $8 Billion Shadow”, Vanity Fair, März 2007. [2]

“Wir machen die amerikanische Militär-Doktrin.” Ed Soyster, MPRI. [3]

Der Mythos vom Grand Chessboard: Geopolitik und Imperial Folie de Grandeur

In meinem Buch Road to 9/11 fasste ich die Dialektik offener Gesellschaften zusammen: Wie sie sich aus ihrer Energie heraus erweitern, was zu einem höheren Niveau geheimnishütender Unternehmen und Behörden führt, die schließlich durch unnötige und vernichtende Kriege das Heimatland schwächen. [4] Ich bin nicht allein darin, Amerika in der letzten Phase dieses Prozesses zu sehen, der seit der Renaissance Spanien, die Niederlande und Großbritannien erledigte.

Vieles, was ich schrieb, fasste die Gedanken von Autoren wie Paul Kennedy und Kevin Phillips zusammen. Aber es gibt einen Aspekt des Fluches der Expansion, den ich unterbetonte: Wie Dominanz die größenwahnsinnige Illusion unüberwindlicher Kontrolle kreiert, und wie sich diese Illusion wiederum in einer vorherrschenden Ideologie der Dominanz herauskristallisiert. Ich bin überrascht, dass bisher so wenige darauf hingewiesen haben, dass diese Ideologie aus öffentlicher Sicht wahnhaft, ja, vielleicht in der Tat verrückt ist. In diesem Essay werde ich jedoch argumentieren, dass das, was aus öffentlicher Sicht wahnsinnig erscheint, aus einer engeren Perspektive derer, die von der Bereitstellung privater unternehmerischer Gewaltausübung und Geheimdienstarbeit profitieren, Sinn ergibt.

Die Ideologie der Dominanz wurde für die britischen Herrscher von Sir Halford Mackinder im Jahre 1919 ausgedrückt: „Wer Osteuropa regiert, beherrscht das Herzland; wer das Herzland regiert, beherrscht die Weltinsel; wer die Weltinsel regiert, beherrscht die Welt.“ [5] Dieser Satz, obwohl erst geäußert, nachdem die Macht Großbritanniens bereits zu sinken begonnen hatte, artikulierte die Sorgen der imperialen Planer, die sich selbst “das Große Spiel“ spielen sahen, und die deshalb 1809 eine ganze britische Armee von zwölftausend Mann in der Wüste Afghanistans opferten.

Von Karl Haushofer und anderen Deutschen zur angeblichen „Wissenschaft“ der Geopolitik erweitert, half diese Doktrin bei der Inspiration von Hitlers verheerendem Drang nach Osten, der in kurzer Zeit die tausendjährigen Hoffnungen des Dritten Reichs der Nazis beendete. Man könnte meinen, dass durch die Lehren von Napoleon und Hitler alle Illusionen, dass irgendeine einzelne Macht die „Weltinsel“, geschweige denn die ganze Welt kommandieren könnte, nunmehr gedämpft seien.

Kissinger für seinen Teil scheint diese Lektion gelernt zu haben, als er schrieb: „Mit geopolitisch meine ich einen Ansatz, der den Anforderungen des Gleichgewichts Beachtung schenkt.“ [6] Aber Kissinger wurde (vor allem wegen seines Engagements um ein Gleichgewicht in der Weltordnung) von den Ereignissen in der Mitte der 1970er Jahre beiseite gefegt, was zum Triumph der globalen Dominanz-Denkweise führte, wie sie von Denkern wie Zbigniew Brzezinski ausgedrückt wurde. [7]

Brzezinski selbst hat erkannt, wie seine unnötigen Machenschaften in Afghanistan 1978-79 die Reaktionen von al-Qaida und Dschihad-Terrorismus hervorbrachten. Gefragt, ob er 1998 sein Abenteurertum bereute, antwortete Brzezinski:

„Was bereuen? Die geheime Operation war eine exzellente Idee. Sie zog die Russen in die afghanische Falle, und Sie wollen von mir, dass ich das bereue? An dem Tag, an dem die Sowjets offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter, indem ich im Wesentlichen sagte: ‘Wir haben jetzt die Möglichkeit erhalten, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu geben.'“

Nouvel Observateur: „Und Sie bereuen auch nicht, islamischen Fundamentalismus unterstützt zu haben, was an zukünftige Terroristen Waffen und Beratung gab?“

Brzezinski: „Was ist wichtiger in der Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zusammenbruch des Sowjetimperiums? Einige agitierte Muslime oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?“

Als er gefragt wurde, ob der islamische Fundamentalismus eine Weltbedrohung repräsentiere, antwortete Brzezinski: „Unsinn!“ [8]

In gewisser Weise ist der Post-Afghanistan-Brzezinski moderater in seinen Erwartungen der US-Macht geworden: bemerkenswerterweise warnte er gegen den Golfkrieg 1990 und auch gegen Vize-Präsident Cheneys Agitationen für eine Art von Präventivschlag gegen den Iran. Er hat aber nie von der Mackinder-haften Rhetorik seines 1997er Buchs The Grand Chessboard Abstand genommen, das die Illusion der „Kontrolle“ des eurasischen Herzlands wiederbelebt:

“Zum ersten Mal ist ein außer-eurasischer Staat nicht nur als der Schiedsrichter eurasischer Machtverhältnisse, sondern auch als die überragende Weltmacht schlechthin hervorgetreten. Das Scheitern und der Zusammenbruch der Sowjetunion war der letzte Schritt zum Aufstieg einer Macht der westlichen Hemisphäre, der Vereinigten Staaten, zur einzigen und im Grunde ersten wirklichen Weltmacht.“ (S. xiii)

“Für Amerika ist der geopolitische Hauptgewinn Eurasien … Nun ist eine nicht-eurasische Macht in Eurasien vorherrschend – und der Fortbestand der globalen Vormachtstellung Amerikas hängt direkt davon ab, wie lange und wie effektiv es sich in Eurasien behaupten kann.“ (S. 30)

“Um es in einer Terminologie auszudrücken, die zum brutaleren Zeitalter der alten Weltreiche zurückreicht, sind die drei großen Imperative einer imperialen Geostrategie die Verhinderung von Absprachen und die Aufrechterhaltung der Abhängigkeit in Fragen der Sicherheit unter den Vasallen, die tributpflichtigen Staaten fügsam und geschützt zu halten, und dafür zu sorgen, dass die Barbarenvölker sich nicht zusammenschließen.“ (S. 40) [9]

Diese Art der kecken Rede beschränkt sich nicht nur auf Brzezinski. Seine Forderung nach unilateraler Dominanz ließ den Entwurf der DPG (Defense Planning Guidance) von 1992 nachklingen, der durch die Neocons Paul Wolfowitz und Lewis „Scooter“ Libby für Verteidigungsminister Cheney vorbereitet worden war: „Wir müssen die Mechanismen zur Abschreckung potentieller Konkurrenten bewahren, um sie davon abzuhalten, auch nur eine größere regionale oder globale Rolle anzustreben.“ [10] Sie klang sowohl in der PNAC-Studie “Rebuilding America’s Defenses” von 2000, als auch in der Nationalen Sicherheitsstrategie von Bush-Cheney vom September 2002 (NSS 2002) an. [11] Und sie wird vom größenwahnsinnigen JCS-Strategiedokument Joint Vision 2020 verkörpert: „Full-spectrum dominance [ungefähr: “Überlegenheit auf ganzer Front“] bedeutet die Fähigkeit der US-Truppen, allein oder mit Verbündeten zu arbeiten, um jeden Gegner zu besiegen und jede Situation im Bereich militärischer Operationen zu beherrschen.“ [12]

Solch übertriebene Rhetorik ist wirklichkeitsfremd, gefährlich wahnhaft, und wohl auch verrückt. Sie ist jedoch sinnvoll, sogar unerlässlich für jene Unternehmen, die sich daran gewöhnt hatten, vom Kalten Krieg zu profitieren, und die in den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit tiefen Einschnitten der US-Verteidigungs- und Geheimdienstausgaben konfrontiert waren. Ihnen gesellen sich anderen Gruppe zu (siehe unten), die auch ein wirtschaftliches Interesse an der Erhaltung der Dominanz-Denkweise in Washington haben. Dazu gehören die neuen Lieferanten privatisierter Militärdienstleistungen oder dessen, was unternehmerische Gewalt genannt werden kann, als Reaktion auf Einsparungen im Verteidigungshaushalt.

Das wahre Große Schachbrett: Jene, die von anhaltender Gewalt profitieren

Die wahnhafte Großartigkeit der Brzezinski-Rhetorik wohnt vor allem der falschen Metapher seines Buchtitels inne. „Vasallen“ sind keine Schachfiguren, die mühelos von einer Hand bewegt werden. Sie sind menschliche Wesen mit ihren eigenen Vorstellungen; und unter Menschen wird ein ungerechter Machtexzess sicherlich nicht nur Unmut provozieren, sondern letztlich erfolgreichen Widerstand. Man kann dies leicht in Asien sehen, von der Entwicklung des Anti-Amerikanismus im Iran bis hin zu Hizb-ut-Tahrir (HT) in Zentralasien: obwohl anscheinend immer noch gewaltfrei, ist HTs Rhetorik nunmehr immer aggressiver anti-amerikanisch. [13]

Die Vorstellung eines einzigen Schachspielers ist ebenso falsch, vor allem in Zentralasien, wo dominante Staaten (USA, Russland und China) und lokale Staaten gleichermaßen schwach sind. Hier sind große multinationale Konzerne wie BP und Exxon wichtige Akteure. In Ländern wie Kasachstan und Aserbaidschan stellen sie sowohl die lokale Staatsmacht, als auch die staatliche Präsenz der USA, ob offiziell oder verdeckt, in den Schatten. Die wahren lokalen Mächte sind zum einen die „agitierten Muslime“, die Brzezinski wahnsinnig verspottete, und zum anderen die Kontrolleure des illegalen Handels, vor allem des Drogenhandels. [14]

Letztlich wird Brzezinski jedoch nicht durch seine Schach-Metapher eingeschränkt. Das Ziel eines Schachspiels ist es, zu gewinnen. Brzezinskis Ziel ist ein ganz anderes: die Ausübung dauerhafter Behinderungen der Macht von China und vor allem von Russland. Er hat daher sinnvollerweise destabilisierenden Zügen wie einem westlichen Schlag gegen den Iran Widerstand geleistet, während er die dauerhafte Hemmung Russlands durch einen Ring von westlichen Basen und Pipelines unterstützte. (1995 flog Brzezinski nach Aserbaidschan und half bei den Verhandlungen der Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, die Aserbaidschan mit der Türkei verbindet). [15]

Wie ich schon an anderer Stelle ausgeführt habe, fördert Brzezinski (obwohl er zweifellos für sich selbst in den Kategorien der Strategie denkt) damit eine Politik, die den Bedürfnissen der Öl-Industrie und ihrer Hintermänner stark gelegen kommt. Zu Letzteren gehören seine Gönner, die Rockefellers, die ihn als erste zu nationaler Prominenz verhalfen. [16]

Im März 2001 hatten die größten Ölkonzerne (Exxon Mobil, Chevron, Conoco und Shell) ihre Gelegenheit, die Energiestrategien der neuen Regierung festzulegen, einschließlich der Nahost-Politik, und zwar durch die geheime Teilnahme an Vize-Präsident Cheneys Energy Task Force. [17] Die Task Force, lernten wir später, entwickelte eine Karte von irakischen Ölfeldern, auf der der Südwesten in neun „Explorationsblöcke“ aufgeteilt wurde. Einen Monat zuvor wies ein Dokument von Bushs nationalem Sicherheitsrat darauf hin, dass Cheneys Task Force „Maßnahmen bezüglich der Eroberung neuer und bestehender Öl- und Gasfelder“ prüfen würde. [18] Zuvor hatten die Ölgesellschaften an einer Nicht-Regierungs-Task-Force teilgenommen, die “eine sofortige Überprüfung der Politik gegenüber dem Irak“ forderte, “einschließlich militärischer, energiewirtschaftlicher, ökonomischer und politischer/diplomatischer Einschätzungen.“ [19]

Natürlich drängten Ölkonzerne nicht allein auf eine Militäraktion gegen den Irak. Nach 9/11 richteten Rumsfeld, Wolfowitz und Douglas Feith das neokonservative Office of Special Plans (OSP) des Pentagon ein, das bald „sowohl mit der CIA, wie auch mit der Pentagon eigenen Defense Intelligence Agency, der DIA , als Präsident Bushs Hauptquelle der Geheiminformationen in Bezug auf Iraks möglichen Besitz von Massenvernichtungswaffen und mögliche Verbindung zu Al-Qaida wetteiferte.“ [20] Der Neocon-Einfluss in der Administration, durch Lewis Libby in Vize-Präsident Cheneys Büro unterstützt, übertrumpfte die Skepsis von CIA und DIA: diese beiden falschen Anschuldigungen gegen Saddam Hussein – oder was ein Kritiker als „Glaubens-basierte Geheiminformationen“ bezeichnete – wurden kurzzeitig die offizielle Ideologie der Vereinigten Staaten. Einige, vor allem Dick Cheney, haben sie nie widerrufen.

Viele Journalisten waren erpicht darauf, die OSP-Doktrinen zu fördern. Judith Miller von der New York Times schrieb eine Reihe von Artikeln über Saddams Massenvernichtungswaffen, die sich, wie das OSP selbst, auf die Propaganda des Exil-Irakers Ahmed Chalabi stützten. [21] Millers Buch-Kollaborateurin Laurie Mylroie ging sogar noch weiter und argumentierte, dass „Saddam nicht nur hinter dem Trade Center-Angriff von ‘93 steckte, sondern auch hinter jedem anti-amerikanischen Terroranschlag der letzten zehn Jahre, von den Bombenanschlägen auf US-Botschaften in Kenia und Tansania bis zur Einebnung des Bundesgebäudes in Oklahoma City und zum 11. September selbst.“ [22] Viele dieser Befürworter, insbesondere Feith, Libby und Mylroie, hatten Verbindungen zu Israel, das für den Wunsch, dass US-Armeen militärisch in Zentralasien etabliert würden, so viele Gründe wie jede Ölgesellschaft hatte. [23]

Private militärische Auftragnehmer (Private Military Contractors, PMCs), deren Geschäft Gewalt für Profit ist

Die Unangemessenheit einer militärischen Antwort auf die Bedrohung des Terrorismus ist durch eine Reihe von Anti-Terror-Experten, wie dem pensionierten US-Armee-Oberst Andrew Bacevich, festgestellt worden:

“das Konzept des globalen Kriegs als Reaktion auf gewalttätigen islamischen Radikalismus ist makelhaft. Wir sollten uns nicht im Geschäft der Invasion und Besetzung anderer Länder üben. Das wird die Bedrohung nicht adressieren. Es wird auf der anderen Seite das Land bankrott machen und das Militär brechen.“ [24]

Aufgrund der Haushaltszwänge hat Amerika auf unkontrollierbare Untergebene zurückgegriffen, um seine öffentliche Macht in diesen abgelegenen Orten zu repräsentieren. Ich werde mich in diesem Essay vor allem auf eine Gruppe von ihnen konzentrieren, die sogenannten Private Military Contractors (PMCs), die berechtigt sind, Gewalt im Namen ihrer Arbeitgeber auszuüben. Diese Unternehmen erinnern an die marodierenden Condottieri oder privaten Söldnerarmeen, die von den wohlhabenden Stadtstaaten im Italien der Renaissance unter Vertrag genommen wurden. [25]

Mit dem Rückblick auf die Geschichte können wir die Mitwirkung der notorisch kapriziösen Condottieri an der Gewalt sehen, um die sie sich angeblich kümmern sollten. Einige, wenn arbeitslos, wurden wenig mehr als räuberische Banditen. Andere, wie der berühmte Farinatas, den Dante im Inferno platzierte, wandten sich gegen ihre Mutterstädte. Vor allem bedeutete die de facto Macht, die von den Condottieri akkumuliert wurde, dass sie im Laufe der Zeit ihren angeblichen Arbeitgebern die Bedingungen diktieren konnten. [26] (Sie waren ein frühes Beispiel für unternehmerische Gewalt, und die häufigste Art, um ihren Pfad der Zerstörung zu vermeiden, war die, sich eine „Gnadenfrist durch das Angebot von Bestechungsgeldern zu erkaufen.“ [27])

Um den Druck begrenzter Streitkräfte wettzumachen, eskalierte Donald Rumsfeld die zunehmende Nutzung von PMCs im Irak-Krieg. An einem Zeitpunkt wurden mehr als 100.000 Mitarbeiter von PMCs in der Irak-Besetzung der USA eingesetzt. Einige von ihnen waren an umstrittenen Ereignissen dort beteiligt, wie dem Abu Ghraib-Gefängnisskandal und der Tötung und Verbrennung von vier Vertragsnehmermitarbeitern in Falludscha. Die Lizenz der umstrittensten Firma, Blackwater, wurde von der irakischen Regierung 2007 beendet, nachdem acht irakische Zivilisten unnötigerweise in einem Feuergefecht getötet wurden, das einer Autobombenexplosion folgte. [28] (Nach vieler negativer Publicity benannte sich Blackwater 2009 in Xe Worldwide um.)

In der öffentlichen Aufregung über PMCs wie Blackwater wurde vom Unterschied der Motivation zwischen ihnen und dem Pentagon unzureichend Notiz genommen. Während das erklärte Ziel von Rumsfeld und der Streitkräfte im Irak war, die Gewalt dort zu beenden, hatten die PMCs eindeutig ein finanzielles Interesse an deren Fortsetzung. Daher ist es keine Überraschung, dass einige der größten PMCs auch politische Unterstützer für die Ausübung des schlecht durchdachten „War on Terror“ waren.

Blackwater war das bekannteste Beispiel; Erik Prince, der Gründer und Alleininhaber, ist Teil einer Familie, die zu den Hauptgeldspendern der Republikanischen Partei und anderer rechter Anliegen, wie dem Council for National Policy, zählt. Seine Schwester sagte einmal der Presse, dass „meine Familie der größte einzelne Spender weichen Gelds an die nationale Republikanische Partei (ist).“ [29]

Private geheimdienstliche Unternehmen und die Bereitstellung von Gewalt

Blackwater hat die kritische Aufmerksamkeit der amerikanischen Mainstream-Medien auf sich gezogen. Aber es war nur ein Springer auf dem großen Schachbrett, wenn auch einer mit der Fähigkeit, die Bewegungen des Spiels zu beeinflussen. Weit weniger Aufmerksamkeit wurde Diligence LLC gegeben. Diligence, ein mächtigeres Unternehmen, dass im Gegensatz zu Blackwater stark mit der Wall Street verbandelt ist, hat „eine Filiale in Bagdad eröffnet [im Juli 2003], um die Sicherheit für Unternehmen bereitzustellen, die am Wiederaufbau des Irak beteiligt sind. Im Dezember gründete es eine neue Tochtergesellschaft namens Diligence Middle East und erweiterte seine Dienstleistungen um Selektion, Überprüfung und Ausbildung von lokalen Neueinstellungen und um die Bereitstellung von täglichen Geheiminformationsunterrichtungen für Unternehmenskunden.“ [30]

Gewiss hat die politische Schlagkraft von Diligence die von Blackwater überstrahlt und überdauert. Zwei der Gründungsdirektoren (Lanny Griffiths und Ed Rogers) waren ebenfalls Gründer des einflussreichen republikanischen Lobbyteams Barbour Griffiths and Rogers (später in BGR umbenannt). Haley Barbour, der ranghohe Gründer von BGR, diente von 1993 bis 1997 auch als Vorsitzender des Republican National Committee [nationales Organisationsgremium der Republikanischen Partei].

Diligence LLC wurde die Lizenz gegeben, um im Irak als privater militärischer Auftragnehmer zu arbeiten. Es könnte aber als ein privater Geheimdienst-Auftragnehmer (Private Intelligence Contractor, PIC) bezeichnet werden, da es praktisch ein CIA-Ableger ist:

“Diligence wurde von William Webster gegründet, dem einzigen Mann, der sowohl der Central Intelligence Agency (CIA), als auch dem Federal Bureau of Investigation vorstand. Mike Baker, der Chief Executive Officer, verbrachte 14 Jahre bei der CIA als verdeckter Feldoperationen-Beamter, spezialisiert auf Anti-Terror und Aufstandsbekämpfung. Whitley Bruner, der Chief Operating Officer in Bagdad, war einmal CIA-Chef im Irak.“ [31]

Partner in Diligence Middle East (DME) ist New Bridge Strategies, deren Zweck von der New York Times als „eine Beratungsfirma für Unternehmen“ beschrieben wurde, “die im Irak Geschäfte machen wollen, einschließlich jener, die nach Stücken der vom Steuerzahler finanzierten Wiederaufbauprojekte trachten.“ [32] Ihre politische Schlagkraft wurde in der Financial Times umrissen:

“New Bridge wurde im Mai [2003] gegründet und erregte öffentliche Aufmerksamkeit wegen der republikanischen Schwergewichte im Vorstand – die meisten davon mit [Offiziellen] der Bush-Regierung oder der Familie selbst verbunden. Dazu gehören Joe Allbaugh, Präsidentschaftswahlkampfmanager von George W. Bush, und Ed Rogers und Lanny Griffith, ehemalige Referenten von George H. W. Bush.“ [33]

Die Firma Barbour, Griffith and Rogers war der ursprüngliche Geldgeber von Diligence, das eine Büroetage mit BGR und New Bridge in einem Gebäude vier Blocks vom Weißen Haus teilt. Die Financial Times verband den Erfolg von New Bridge in der Sicherung von Verträgen durch ihre Beziehung zu Neil Bush, dem Bruder des Präsidenten. [34] Als Mack McLarty, Clintons Stabschef im Weißen Haus, zurücktrat, wurde er ein Direktor bei Diligence und schloss sich auch Henry Kissinger an, um bis 2008 Kissinger McLarty Associates anzuführen.

Die älteste und vielleicht größte der PICs ist Booz Allen Hamilton, eine Managementberatungsfirma, die 1940 vom US-Militär angeheuert worden war, um (in den Worten der Website des Unternehmens) „zu helfen, die Nation für den Krieg und später für den Frieden vorzubereiten.“ 1953 wurde Booz Allen von der US-Regierung angeheuert, um auf den Philippinen zur Unterstützung des dortigen Aufstandsbekämpfungsprogramms des CIA-Beamten Edward Lansdale Landbesitz-Dokumente zu studieren und neu zu organisieren. [35] In den 1950er Jahren stellte das Unternehmen auch ein temporäres Heim und ein nicht-offizielles Cover für den legendären CIA-Agenten Miles Copeland bereit, der später als Sachbearbeiter für den ebenso legendären CIA-Spion Adnan Khashoggi agierte. [36]

Bis 2006 hatte das Unternehmen 18.000 Mitarbeiter weltweit, darunter (laut Information Week im Jahre 2002) mehr als tausend ehemalige Geheimdienstbeamte. [37] Es hatte in Verteidigungsminister Donald Rumsfeld einen starken Verbündeten, der

“zum Firmensitz mit intimen Kenntnissen von Booz Allens Fähigkeiten (kam). In den 1970er Jahren, als Direktor des Office of Economic Opportunity während Richard Nixons Regierung, hatte er Booz Allen angeheuert, um das OEO zu reorganisieren und viele seiner Programme zu beenden oder auszulagern. Unter Rumsfeld wurde Booz Allen derart vertraut, dass es im Jahre 2004 angeheuert wurde, um bei der Vorbereitung von Präsident Bushs nationalem Verteidigungshaushalt zu helfen. …Und als Berater für das Central Command befand sich das Unternehmen inmitten des ersten Präventivkriegs in der Geschichte der USA.“ [38]

Ein anderer Kommentator wies darauf hin, dass Booz Allen Hamilton mehr als 3 Milliarden US-Dollar durch Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium in den letzten sechs Jahren erhalten hatte, bevor man den Auftrag erhielt, das Budget auszuarbeiten. [39] Und in den letzten beiden Bush-Jahren nahm Booz Allens Vize-Präsident Mike McConnell eine Beurlaubung, um der Regierung als zweiter Director of National Intelligence (DNI) zu dienen.

Ein weiterer privater Geheimdienst-Auftragnehmer ist die Science Applications International Corporation (SAIC), eine $ 8 Milliarden-Gesellschaft, die an Verträgen in der Verteidigung, den Geheimdiensten und der inneren Sicherheit beteiligt ist. In den Worten der Journalisten-Veteranen Donald Barlett und James Steele:

“SAIC hat eine unheimliche Fähigkeit gezeigt, in jedem denkbaren politischen Klima zu gedeihen. Es ist die unsichtbare Hand hinter einem großen Teil des nationalen Sicherheitsstaates – der eine Sektor der Regierung, dessen Finanzmittel grenzenlos sind und dessen weiteres Wachstum jedes Mal sichergestellt wird, wenn ein Politiker das Wort ‘Terrorismus‘ ausspricht. SAIC stellt mit anderen Worten ein privates Unternehmen dar, das eine Form der permanenten Regierung geworden ist. … [SAIC] verkörpert etwas jenseits des schlimmsten Albtraums von Eisenhower – den ‘militärisch-industriellen Terrorismusbekämpfungskomplex‘.“ [40]

(Später machte ihr Artikel deutlich, dass SAIC keine einheitliche Bürokratie ist, sondern mehr eine Plattform für individuelles Unternehmertum beim Erlangen von Verträgen: „bei SAIC war der grundlegende Job der Verkauf von High-Tech-Ideen und MarktkapitalisierungsExpertise an [jede] Regierungsbehörde, die Geld zum Ausgeben und den Impuls zum Kauf hatte.“) [41]

Bevor er Verteidigungsminister wurde, war Robert M. Gates Mitglied des SAIC-Vorstands. SAIC-Personal wurde auch von CIA, NSA und DARPA rekrutiert.

Zahlreiche einflussreiche Mitglieder des nationalen Sicherheitsestablishments kletterten auf die Gehaltsliste von SAIC, darunter John M. Deutch, Staatssekretär des Energieministeriums unter Präsident Jimmy Carter und CIA-Direktor unter Präsident Bill Clinton; Konteradmiral William F. Raborn, der die Entwicklung des Polaris-U-Boots leitete; und Konteradmiral Bobby Ray Inman, der verschiedentlich als Direktor der National Security Agency, stellvertretender Direktor der CIA und Vizedirektor der Defense Intelligence Agency diente.“ [42]

SAIC half bei der Bereitstellung der falschen Informationen über Saddams Massenvernichtungswaffen, die dann reichlich Aufträge für SAIC im Irak generierten.

“SAIC-Personal war maßgeblich am Vorantreiben der Argumentation beteiligt, dass im Irak unter Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen existierten, und dass Krieg der einzige Weg war, um sie loszuwerden. Als keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, besetzte SAIC-Personal die Kommission, die eingerichtet wurde, um zu untersuchen, wie die amerikanische Geheimdienstinformation derart katastrophal falsch liegen konnte, darunter Gordon Oehler, der stellvertretende Direktor der Kommission, ein 25-Jahre CIA-Veteran; Jeffrey R. Cooper, Vize-Präsident und wissenschaftlicher Leiter von einer der Untereinheiten von SAIC; und Samuel Visner, ein SAIC-Vize-Präsident für Unternehmensentwicklung, der auch die Drehtür zur NSA passiert hatte. David Kay, der später den Vorsitz der Iraq Survey Group inne hatte (die zeigte, dass Hussein keine Massenvernichtungswaffen besaß, damit beweisend, dass der Krieg unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ins Leben gerufen wurde), ist ein SAIC-Aktionär und ehemaliger Direktor des Zentrums für Anti-Terror-Technologie und -Analyse von SAIC.“ [43]

Unnötig zu sagen, dass diese SAIC-gefüllte Kommission nicht berichtete, dass SAIC selbst ein großer Teil des Problems gewesen war. Laut Barlett und Steele hatte der gleiche David Kay 1998 dem Armed Services Committee des Senats gesagt:

„dass Saddam Hussein ‘mit Massenvernichtungswaffen an der Macht bleibt‘, und dass ‘militärische Maßnahmen erforderlich sind.‘ Er warnt davor, wenn Amerika nicht jetzt handele, ‘werden dem größten Militär der Welt die Hände gebunden sein.‘

Im Laufe der nächsten vier Jahre hämmerten Kay und andere mit SAIC Verbundene weiter auf der Bedrohung durch den Irak herum. Wayne Downing, ein pensionierter General und ein enger Mitarbeiter von Ahmad Chalabi, missionierte stark für eine Invasion des Irak, indem er sagte, dass die Iraker ‘bereit sind, den Krieg nach Übersee zu bringen. Sie würden jedes Mittel einsetzen, das sie zur Verfügung haben, um uns anzugreifen.‘ Bei vielen seiner Auftritte auf Netzwerk- und Kabel-TV-Sendern im Vorfeld des Krieges wurde Downing einfach als ‘Militäranalytiker‘ identifiziert. Es wäre genauso zutreffend gewesen, wenn angemerkt worden wäre, dass er Mitglied des SAIC-Vorstands und Aktionär des Unternehmens war….

9/11 war eine persönliche Tragödie für Tausende von Familien und eine nationale Tragödie für ganz Amerika, diente aber den Interessen der privaten Geheimdienst- und Militärauftragnehmer, einschließlich SAIC. Infolge der Anschläge hat die Bush-Administration den ‘Global War on Terror‘ (GWOT) gestartet, dessen Hauptkonsequenz es war, zig Milliarden in die Unternehmen zu kanalisieren, die versprachen, dass sie etwas – irgendetwas – tun könnten, um zu helfen. SAIC war bereit. Vier Jahre zuvor, die nächste große Quelle an Einkünften vom Staat antizipierend, hatte SAIC das Zentrum für Anti-Terror-Technologie und -Analyse eingerichtet. Laut SAIC war der Zweck der neuen Einheit, ‘einen umfassenden Überblick über terroristische Bedrohungen‘ einzunehmen, ‘einschließlich der vollständigen Palette von Massenvernichtungswaffen, mehr traditionellen hochexplosiven Sprengstoffen und Cyber-Gefahren für die nationale Infrastruktur.‘ Im Oktober 2006 teilte das Unternehmen etwaigen Investoren schlankweg mit, dass der Krieg gegen den Terror weiterhin eine lukrative Wachstumsbranche sein werde.“ [44]

Barlett und Steele hätten erwähnen können, dass SAIC-Senior Analyst Fritz Ermarth, ein langjähriger Mitarbeiter von Gates während seiner Jahre in der CIA, jetzt ein Funktionär des Nixon Center ist. Außenminister Colin Powells Briefing des UN-Sicherheitsrat 2003 kommentierend, lobte Ermarth Powell für seine Behauptung (eine von Judith Millers falschen Geschichten wiederholend) über Saddams Erwerb von Aluminiumrohren „für Zentrifugen und nicht Raketentechnik“. Ermarth bemängelte an Powell jedoch, dass er zwei Angelegenheiten nicht erwähnt hatte: eine irakische Beteiligung an der World Trade Center-Bombardierung von 1993 (ein Vorwurf von Laurie Mylroie, der nun generell diskreditiert ist), und dass: „Während der 1970er und 1980er Jahre … die Sowjetunion und ihre Verbündeten Terroristen in Westeuropa und in der Türkei unterstützten“ (in Anspielung auf die falschen Anschuldigungen, zu der Zeit von Robert Gates und Claire Sterling gefördert, über Mehmet Ali Agças versuchtes Attentat auf Papst Johannes Paul II). [45]

Ich will sicherlich nicht nahe legen, dass SAIC den Willen, im Irak zu kämpfen, im Alleingang herstellte. Die gemeinsamen Anstrengungen von Rüstungsunternehmen, Ölgesellschaften, PMCs und PICs kreierte eine Denkweise, in der alle, die begierig nach Macht wurden, gefangen waren, darunter, muss ich sagen, karriereorientierte Akademiker. Im Irak wie in Afghanistan und in Vietnam eine Generation zuvor war ein sicheres Ticket für Konsultationen in Washington die Unterstützung für Interventionen, von denen gewöhnliche Menschen sehen konnten, dass sie fatal werden würden.

Die Ja-Sagerei von Akademikern hat sogar die Privatisierung der geheimdienstlichen Arbeit gutgeheißen, die wir gerade beschrieben haben. Laut Politologin Anna Leander:

“Private Firmen bieten nicht nur, sondern analysieren auch geheimdienstliche Erkenntnisse. Private Übersetzer, Analysten und ‚Vernehmer‘ werden eingestellt, wie von der Beteiligung von Titan und CACI in Abu Ghraib illustriert. Noch direkter werden private Firmen angeheuert, um Gefahren und Risiken zu beurteilen und zu empfehlen, was dagegen getan werden kann. Dies beinhaltet die Konstruktion eines Sicherheitsbildes, wie zum Beispiel von Diligence LLC und SAIC, zwei Firmen, die auf das Sammeln und Analysieren von Geheiminformationen spezialisiert sind. … Diese Privatisierung der geheimdienstlichen Arbeit hat direkte Folgen für die Beziehung zwischen PMCs und Sicherheitsdiskursen. Sie stellt die Unternehmen in eine Position, wo sie direkt an der Herstellung dieser Diskurse beteiligt sind. Sie stellen einen wachsenden Anteil der Informationen, die die Grundlage für Entscheidungen darüber sind, ob etwas ein Sicherheitsproblem darstellt oder nicht.“

Leander schlussfolgert, dass diese Privatisierung von Vorteil ist: sie “stärkt ein mehr militärisches Verständnis von Sicherheit, das wiederum PMCs als besonders legitime Sicherheitsexperten stärkt.“ [46]

Ein anderer Politikwissenschaftler, Chaim Kaufmann, hat kritischer angemerkt, dass die Argumente für die Eskalation und das, was er Bedrohungsinflation gegen den Irak nennt, nicht vom „Marktplatz der Ideen“ diszipliniert wurden. Er gibt fünf Gründe für dieses Scheitern an, die richtigerweise von anderen politischen Wissenschaftlern unterstützt werden. Aber der offensichtliche Grund, der von Barlett und Steele erwähnt wurde – Profit –, wird nicht erwähnt. [47]

Wie der Profit korrumpiert, wird von Raymond McGovern, einem ehemaligen CIA-Analysten, der die täglichen Situationsberichte der CIA an Präsident George H.W. Bush lieferte, lapidar hervorgehoben:

“Es ist schwer genug für einen Regierungsanalysten, zu erzählen, wie es ist, und nur einen Schritt vom Präsidenten entfernt zu sein. Aber denken Sie darüber nach, wie viel schwieriger es für einen Analysten ist, der für Booz Allen Hamilton oder SAIC arbeitet. Es ist Druck da; es gibt viel mehr Freiheit für die Leute, ihre Analyse zu etwas zurecht zu schneidern, von dem man denkt, dass der Auftragnehmer es mag. … Auftragnehmer sind um des Geldes wegen dabei.“ [48]

Operationen unter falscher Flagge, SAIC und Überwachung

Worüber wir bisher gesprochen haben, ist Interessenvertretung, die sich als Expertise verkleidet. Aber Übersee-Assoziierte von Diligence LLC und ihren Verbündeten wurden auch Operationen unter falscher Flagge angelastet, die einen Krieg zu provozieren beabsichtigten. Und auch wenn uns nicht wohl ist, darüber nachzudenken, ist es doch offensichtlich, dass wir mindestens eine tödliche Operation unter falscher Flagge gegen unschuldige Zivilisten in den Vereinigten Staaten erlebten. Ich beziehe mich auf die Anthrax-Briefsendungen von 2001, für die das FBI einst Steven Hatfill von SAIC verdächtigte, und später Bruce Ivins vom US-Regierungslabor USAMRIID in Fort Detrick, einem Labor, wo Hatfill früher gearbeitet hatte und mit dem Hatfill und SAIC Geschäfte trieben. [49] In Bezug auf Fort Detrick wies Salon-Reporter Glenn Greenwald später darauf hin, dass „das gleiche Regierungslabor, von dem die Anthrax-Anschläge selbst kamen, der gleiche Ort war, wo die falschen Berichte entstanden, die den Irak für diese Angriffe verantwortlich machten.“ [50]

Die beiden Senatoren, an die todbringende Anthrax-Briefe verschickt wurden – die Senatoren Daschle und Leahy –, waren beide Demokraten, die zunächst Zweifel am hastig eingebrachten Patriot Act-Gesetzentwurf angemeldet hatten. [51] Nach dem Anthrax-Schrecken wechselten beide Senatoren die Positionen und stimmten für den Gesetzentwurf. Die Verabschiedung des Patriot Act erzeugte ein neues Reich des Profits für SAIC-Auftragnehmer – Inlandsüberwachung der US-Bürger – sowie neue Geheimdienst-Fusionszentren, um sie durchzuführen.

„Als Teil der inneren Sicherheitsmission des Pentagon schuf der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld 2002 das Spionageabwehr-Tätigkeitsfeld-Büro [Counterintelligence Field Activity office, CIFA] und füllte den Mitarbeiterstab mit Auftragnehmern von Booz Allen, BAE Systems, SAIC und andere Anbietern befugten Personals. CIFA, wie wir gesehen haben, wurde gegen Menschen eingesetzt, die verdächtigt wurden, böse Absichten gegen die Bush-Regierung und ihre Politik zu hegen. … Derzeit gibt es dreiundvierzig aktuelle und geplante Fusionszentren in den USA, wo Daten von Geheimdiensten, vom FBI, der örtlichen Polizei, Privatsektor-Datenbanken und anonyme Tippgebern von Anti-Terror-Analysten kombiniert und analysiert werden. … Laut dem Electronic Privacy Information Center schärft das Projekt das „DHS mit enormen inländischen Überwachungsbefugnissen.“ [52]

Diese Fusionszentren, „die das Militär, das FBI, die Staatspolizei und andere kombiniert, wurden intern von der US-Armee als Mittel gefördert, um Einschränkungen zu vermeiden, die die Bespitzelung der eigenen Bevölkerung durch das Militär verhindern.“ [53] Als Reaktion auf diese Kritik erklärte die Ministerin der Abteilung für Heimatschutz, Napolitano, im März 2009, das Mandat der Fusionszentren sei nicht, unabhängige inländische Überwachungsmaßnahmen zu starten, sondern die Punkte zwischen rechtmäßig erhaltenen Informationen zu verbinden, die bereits in fragmentierten „Silo“-Datenbanken vorhanden sind. [54] Sie hatte nicht erwähnt, dass einige dieser Informationen von privaten und auch anonymen Quellen stammten.

Eine SAIC-Auftragnehmerin, Neoma Syke, arbeitete in einem solchen Fusionszentrum, zwei Hüte tragend:

“Im Zeitraum 2003-2004 „arbeitete (sie) für SAIC“ als eine Force-Schutzanalystin mit „SAICs“ 205. Military Intelligence Battalion. Und während sie „eine Auftragnehmerin für SAIC „war, speziell für „SAICs“ 205. Military Intelligence Battalion, diente sie offenbar auch als Abwehrspionage-Wachoffizierin beim Crisis Action Center von USARPAC. [55]

QUELLEN:

[1] Dwight David Eisenhower, “Military-Industrial Complex Speech,” 1961,
http://avalon.law.yale.edu/20th_century/eisenhower001.asp.

[2] Former SAIC manager, in Donald L. Barlett and James B. Steele, “Washington’s $8 Billion Shadow.” Vanity Fair, March 2007,
http://www.vanityfair.com/politics/features/2007/03/spyagency200703?currentPage=1.

[3] The Economist, July 8, 1999.

[4] Peter Dale Scott, The Road to 9/11: Wealth, Empire, and the Future of America (Berkeley and Los Angeles: University of California Press, 2007), 7-9.

[5] Halford J. Mackinder, Democratic Ideals and Reality (New York: Holt, 1919).

[6] Henry Kissinger, in Colin S Gray, G R Sloan. Geopolitics, Geography, and Strategy (Portland: Frank Cass Publishers, 1999).

[7] For the events leading to the displacement of Kissinger see Scott, The Road to 9/11, 50-54, etc.

[8] Le Nouvel Observateur, January 15-21, 1998. In his relentless determination to weaken the Soviet Un ion, Brzezinski also persuaded Carter to end U.S. sanctions against Pakistan for its pursuit of nuclear weapons (David Armstrong and Joseph J. Trento, America and the Islamic Bomb: The Deadly Compromise (Steerforth, 2007). Thus Brzezinski’s obsession with the Soviet Union helped produce, as unintended byproducts, both al Qaeda and the Islamic atomic arsenal.

[9] Zbigniew Brzezinski, The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives (New York: basic Books), xiii, 30, 40.

[10] Memorandum of February 18, 1992, http://www.gwu.edu/~nsarchiv/nukevault/ebb245/index.htm.

[11] For specific parallels to The Grand Chessboard, see Scott, Road to 9/11, 191-2.

[12] “Joint Vision 2020 Emphasizes Full-spectrum Dominance,” DefenseLink,
http://www.defenselink.mil/news/newsarticle.aspx?id=45289, emphasis added.

[13] Zeyno Baran, “Hizb-ut-Tahrir: Islam’s Political Insurgency,” Nixon Center, December 2004,
www.HizbutahrirIslamsPoliticalInsurgency.pdf.

[14] Brzezinski was so unafraid of Islamic jihadism that when National Security Adviser he convened a working group to deliberately stir up Muslim dissatisfaction inside the Soviet Union (Scott, Road to 9/11, 70-71).

[15] He has since taken credit for persuading President Aliyyev of Azerbaijan to commit to the Baku-Tbilisi-Ceyhan pipeline (Zbigniew Brzezinski, “Geopolitically Speaking: Russia’s `Sphere of Influence’ – Chechnya and Beyond,” Azerbaijan International, Spring 2000, p. 24,
http://www.azer.com/aiweb/categories/magazine/81_folder/81_articles/81_brzezinski.html.

This pipeline, a favor to U.S. and British oil companies, makes geopolitical but not economic sense; and is further destabilizing an already tense region. See Pepe Escobar, “Liquid War Across Eurasia and the Asia-Pacific: Postcard from Pipelineistan,” The Asia-Pacific Journal: Japan Focus, http://japanfocus.org/-Pepe-Escobar/3149.

[16] Scott, Road to 9/11, 70-79.

[17] Dana Milbank and Justin Blum, “Document Says Oil Chiefs Met With Cheney Task Force,” Washington Post, November 16, 2005. This story noted that CEOs of three majors had falsely denied this: ” A White House document shows that executives from big oil companies met with Vice President Cheney’s energy task force in 2001 — something long suspected by environmentalists but denied as recently as last week by industry officials testifying before Congress….In a joint hearing last week of the Senate Energy and Commerce committees, the chief executives of Exxon Mobil Corp., Chevron Corp. and ConocoPhillips said their firms did not participate in the 2001 task force. The president of Shell Oil said his company did not participate `to my knowledge,’ and the chief of BP America Inc. said he did not know. Chevron was not named in the White House document, but the Government Accountability Office has found that Chevron was one of several companies that ‘gave detailed energy policy recommendations’ to the task force.”

[18] Scott, Road to 9/11, 188-89; citing Linda McQuaig, Crude Dudes,” Toronto Star, September 20, 2004; Jane Mayer, “Contract Sport,” New Yorker, February 16-23, 2004.

[19] Scott, Road to 9/11, 189; “Strategy Energy Policy: Challenges for the 21st Century,” Report of the James A. Baker Institute of Public Policy and Council on Foreign Relations Task Force, 40, emphasis added.

[20] Seymour M. Hersh, “Selective Intelligence: Donald Rumsfeld Has His Own Special Sources. Are They Reliable?” New Yorker, May 6, 2003

[21] Michael Massing, “Now They Tell Us,” New York Review of Books, February 26, 2004, http://www.nybooks.com/articles/16922.

[22] Peter Bergen, “Armchair Provocateur — Laurie Mylroie: The Neocons’ favorite conspiracy theorist,” Washington Monthly, December 2003,
http://www.washingtonmonthly.com/features/2003/0312.bergen.html.

[23] For Israel links, see Michael Lind, Made in Texas (New York, Basic Books), 139 (Feith); John J. Mearsheimer, Stephen M. Walt, The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy (New York: Farrar, Straus and Giroux, 2007), 166, etc. (Libby); Michael Isikoff and David Corn, Hubris: The Inside Story of Spin, Scandal, and the Selling of the Iraq War (New York: Crown, 2006), 68-70 (Mylroie).

[24] Jon Wiener, “Obama’s Limits: An Interview With Andrew Bacevich,” Nation, August 28, 2008,
http://www.thenation.com/blogs/notion/350252/obama_s_limits_an_interview_with_andrew_bacevich.
Cf. Andrew Bacevich, The Limits of Power: The End of American Exceptionalism (New York: Metropolitan Books, 2008). Michael Scheuer also argues that the campaign against terrorism took a big step backwards when the U.S. invaded Iraq. “Experts Fears ‘Endless’ Terror War,” MSNBC, July 9, 2005, http://www.msnbc.msn.com/id/8524679. Peter Bergen agrees: “Many jihadists are so happy that the Bush administration invaded Iraq. Without the Iraq war, their movement—under assault from without and riven from within—would have imploded a year or so after Sept. 11″ (Bergen, “The Jihadists Export Their Rage to Book Pages and Web Pages,” Washington Post, September 11, 2005). So does Richard Clarke (Against All Enemies, 246): “Nothing America could have done would have provided al Qaeda and its new generation of cloned groups a better recruitment device than our unprovoked invasion of an oil-rich Arab country.”

[25] I am not the first to notice the analogy. See e.g. Thomas Jäger and Gerhard Kümmel, Private Military and Security Companies (Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007), 22; Eugene B. Smith, “The New Condottieri and US Policy: The Privatization of Conflict and Its Implications,” U.S. Army War College, Parameters, Winter 2002,
www.carlisle.army.mil/usawc/Parameters/02winter/smith.pdf, 104.

[26] Michael Mallett, Mercenaries and their Masters: Warfare in Renaissance Italy (Lanham MD: Rowman and Littlefield, 1974), 22.

[27] Donald J. Kagay and L. J. Andrew Villalon (eds.), Crusaders, Condottieri, and Cannon (Leiden: Brill Academic Publishers, 2002), 286.

[28] “Iraq Reviewing Security Firms After Blackwater Shooting,” FoxNews.com, September 18, 2007,
http://www.foxnews.com/story/0,2933,297153,00.html.

[29] “The former Betsy Prince — Edgar and Elsa’s daughter, Erik’s sister — married into the DeVos family, one of the country’s biggest donors to Republican and conservative causes. (`I know a little something about soft money, as my family is the largest single contributor of soft money to the national Republican Party,’ Betsy DeVos wrote in a 1997 Op-Ed in the Capitol Hill newspaper Roll Call.) She chaired the Michigan Republican Party from 1996 to 2000 and again from 2003 to 2005, and her husband, Dick, ran as the Republican candidate for Michigan governor in 2006. Erik Prince himself is no slouch when it comes to giving to Republicans and cultivating relationships with important conservatives. He and his first and second wives have donated roughly $300,000 to Republican candidates and political action committees” (Ben Van Heuvelen, “The Bush administration’s ties to Blackwater,” Salon, October 2, 2007, http://www.salon.com/news/feature/2007/10/02/blackwater_bush/).
Cf. Robert Young Pelton, Licensed to Kill, Hired Guns in the War on Terror (New York: Crown Books, 2006).

[30] David Isenberg , “Corporate Mercenaries – Part 2: Myths and mystery,” AsiaTimes, May 19, 2004, http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/FE20Ak02.html.

[31] David Isenberg, “Myths and mystery,” Asia Times, 5/20/04. While in CIA, Bruner negotiated the deal for Ahmad Chalabi and the CIA to work together (Aram Roston, The Man Who Pushed America to War [New York: Nation Books, 2009], 76). Bruner later joined BGR and in 2007 became the full time chairman of BKI Strategic Intelligence. In 2004 Bruner participated with BGR and an Israeli PMC operative in a scheme to help re-elect George W. Bush. (Laura Rozen, “From Kurdistan to K Street,” Mother Jones, November 2008,
http://www.motherjones.com/politics/2008/11/kurdistan-k-street).

[32] Douglas Jehl, “Washington Insiders’ New Firm Consults on Contracts in Iraq,” New York Times, September 30, 2003.

[33] Financial Times, 12/11/03. Ed Rogers, Diligence’s vice chairman, was one of George H.W. Bush’s top assistants when he was US president. On resigning from the White House, he negotiated a lucrative contract to act as lobbyist for the former Saudi intelligence chief and BCCI front man Kamal Adham, at a time when American and British prosecutors were preparing criminal cases against him. Rogers used Adnan Khashoggi as a go-between to secure the contract, which was canceled after White House criticism of it (Truell and Gurwin, False Profits, 362-64).

[34] Ibid. Cf. Mother Jones, March/April 2004: “More recently, Bush scored a $60,000-a-year consulting deal from a top adviser to New Bridge Strategies, the firm set up by George W.’s ex-campaign manager to “take advantage of business opportunities” in postwar Iraq. His job description: taking calls for three hours a week.”

35 Tim Shorrock, Spies for Hire: The Secret World of Intelligence Outsourcing (New York: Simon & Schuster, 2008), 40, 41.

36 Two Booz Allen officers were also beneficiaries of the Paradise Island Bridge Company in Nassau, along with James Crosby of Resorts International, a company supplying the CIA with cover for its connections to the covert world of Paul Helliwell and Meyer Lansky (Peter Dale Scott, “Deep Events and the CIA”s Global Drug Connection,” Global Research, September 19, 2008, http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=10095 ). Richard Nixon also had a financial interest in the Paradise Island Bridge Company (Anthony Summers with Robbyn Swann, The Arrogance of Power: The Secret World of Richard Nixon [New York: Viking, 2000], 244-45).

37 Shorrock, Spies for Hire , 43; citing Information Week , February 25, 2002. In 2008 Booz Allen Hamilton split into two companies: Booz Allen Hamilton, now majority owned by private equity firm The Carlyle Group, handles the government business, while Booz & Company, with the commercial contracts, is owned and operated as a partnership.

38 Shorrock, Spies for Hire , 51.

39 Elizabeth Brown, “Outsourcing the Defense Budget: Defense contractors are writing the president”s defense budget,” Center for Public Integrity, July 29, 2004, http://projects.publicintegrity.org/report.aspx?aid=363&sid=200 .

40 “SAIC, which employs 44,000 people and took in $8 billion last year–sells brainpower, including a lot of the “expertise” behind the Iraq war….[SAIC is] a “stealth company” with 9,000 government contracts, many of which involve secret intelligence work” (Donald L. Barlett and James B. Steele, “Washington”s $8 Billion Shadow.” Vanity Fair , March 2007, http://www.vanityfair.com/politics/features/2007/03/spyagency200703?currentPage=1 ).

41 Barlett and Steele, “Washington”s $8 Billion Shadow.”

42 Barlett and Steele, “Washington”s $8 Billion Shadow: “Mark A. Boster left his job as a deputy assistant attorney general in 1999 to join SAIC, and was already calling Justice three months later on behalf of his new employers–a violation of federal law. Boster paid $30,000 in a civil settlement.” Yet another PIC for a while was Interop, combining former CIA director James Woolsey and former FBI director Louis Freeh with former Mossad chief Danny Yatom (Rozen, “From Kurdistan to K Street”).

43 Charlie Cray, “Science Applications International Corporation,” CorpWatch, http://www.corpwatch.org/section.php?id=17 ; cf. Barlett and Steele, “Washington”s $8 Billion Shadow.”

44 Barlett and Steele, “Washington”s $8 Billion Shadow.”

45 Fritz W. Ermarth, “Colin Powell”s Briefing to the Security Council: Brief Comments from an Ex-Intelligence Officer,” In the National Interest, http://inthenationalinterest.com/Articles/Powell%27s%20UN%20Speech/Powell%27s%20UN%20speech%20ermarth.html . Ermarth’s remarks were also posted by Laurie Mylroie, “Fritz Ermarth, Iraq & Al Qaeda, In The National Interest,” February 5, 2003, www.mail-archive.com/sam11@erols.com/msg00040.html .

46 Anna Leander, “The Power to Construct International Security: On the Significance of Private Military Companies,” Millennium – Journal of International Studies , 2005; 33; 803, emphasis added. At the time the Observer reported from ” sources in the Bush administration” an allegation that “members of the al-Qaeda network, detained and interrogated in Cairo, had obtained phials of anthrax in the Czech Republic” (“Iraq ”behind US anthrax outbreaks,’” Observer , October 14, 2001, http://www.guardian.co.uk/world/2001/oct/14/terrorism.afghanistan6 ).

47 Chaim Kaufmann, “Threat Inflation and the Failure of the Marketplace of Ideas,” International Security (Summer 2004). http://muse.jhu.edu/journals/international_security/v029/29.1kaufmann.html . Neither SAIC nor Diligence is mentioned in his essay.

48 Tim Shorrock, Spies for Hire: The Secret World of Intelligence Outsourcing (New York: Simon & Schuster, 2008), 344.

49 Marilyn W. Thompson, “The Pursuit of Steven Hatfill,” Washington Post , September 14, 2003 (Hatfill-SAIC). At the time Laurie Mylroie said on CNN, “it takes a highly sophisticated agency to produce anthrax in the lethal form. Not many parties can do that.” Saddam Hussein “continues his part of the war in the form of terrorism. It is unlikely that anthrax will remain in letters. It is likely that it will be used in the subway of a city, or in the ventilation system of a U.S. building. Saddam wants revenge against us. He wants to do to the U.S. what we”ve done to Iraq” (CNN, October 29, 2001, http://archives.cnn.com/2001/COMMUNITY/10/29/mylroie/).

50 Glenn Greenwald, “Vital unresolved anthrax questions and ABC News,” Salon, August 1, 2008, http://www.salon.com/opinion/greenwald/2008/08/01/anthrax/ .

51 Cf. Time , Nov. 26, 2001: “While Daschle, the Senate majority leader, could have been chosen as a representative of all Democrats or of the entire Senate, Leahy is a less obvious choice, most likely targeted for a specific reason. He is head of the Senate Judiciary Committee, which is involved in issues ranging from antitrust action to antiterror legislation ” [emphasis added]. See also Anthony York, “Why Daschle and Leahy?” Salon, November 21, 2001, http://dir.salon.com/story/politics/feature/2001/11/21/anthrax/index.html.

52 Tim Shorrock, Spies for Hire: The Secret World of Intelligence Outsourcing (New York: Simon & Schuster, 2008), 344.

53 Julian Assange, “The spy who billed me twice,” Wikileaks, <Ahref=”http://wikileaks.org/wiki/The_spy_who_billed_me_twice”>http://wikileaks.org/wiki/The_spy_who_billed_me_twice. The March 2009 Army manual “US Army Concept of Operations for Police Intelligence Operations” contains phrases such as “It [fusion] does not have constraints that are emplaced on MI [Military Intelligence] activities within the US, because it operates under the auspice and oversight of the police discipline and standards.”

54 Phil Leggiere, “Napolitano Praises Fusion Centers.” HSToday , March 13, 2009, http://www.hstoday.us/content/view/7616/149/ .

55 Assange, “The spy who billed me twice,” Wikileaks, http://wikileaks.org/wiki/The_spy_who_billed_me_twice . The March 2009 Army manual “US Army Concept of Operations for Police Intelligence Operations” contains phrases such as “It [fusion] does not have constraints that are emplaced on MI [Military Intelligence] activities within the US, because it operates under the auspice and oversight of the police discipline and standards.”

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