Die Woche im Rückspiegel betrachtet

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Jede Woche am Sonntag stelle ich eine Auslese der zehn bemerkenswertesten Geschichten und Veröffentlichungen vor, auf die ich bei meinen Streifzügen durch die Tiefen und Weiten des weltumspannenden Informationsnetzes gestoßen bin.

Von Lars Schall

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

willkommen bei Die Woche im Rückspiegel betrachtet. Mit diesem Format möchte ich Ihnen immer wieder des Sonntags im Schnelldurchlauf zehn bemerkenswerte Geschichten und Veröffentlichungen präsentieren, über die ich im Laufe der jeweils vorangegangenen sieben Tage via wilder Internet-Klickerei stolperte.

Und damit ohne weiteren Aufhebens zu den…

TOP 10-LINKS DER WOCHE

Auf Platz 10 beginnen wir mit Sport, genauer: mit einem extrem ungewöhnlichen Kickoff-Return-Spielzug, der dann versucht wird, wenn der angreifenden, noch gewinnen könnenden Mannschaft beim American Football die Spielzeit davonläuft bzw. ausgeht – denn dann muss der Ball in die gegnerische Endzone getragen werden, komme, was da wolle. Wie eine solche Alles-oder-Nichts-Notsituation erfolgreich gemeistert wird, sehen Sie hier vom Offensivteam der Miami Hurricanes gegen die Verteidigungsreihe der Duke University vorgeführt.

Auf Platz 9 hat einer der wenigen deutschsprachigen Gegenwartsautoren, mit denen unsereiner noch was anfangen kann, nämlich Rainald Goetz, den diesjährigen Büchner-Preis erhalten – und hier können Sie nachlesen, was der geehrte Autor zu sagen hatte.

Auf Platz 8 rangiert eine Forderung, welche von der Otto-Brenner-Stiftung stammt und dahin geht, dass die Medien einen besseren Dialog mit den Nutzern führen sollen, um einem zunehmenden Glaubwürdigkeitsverlust entgegenzuwirken.

Mehr unter “Studie: Medien sollen auf Nutzer eingehen“ hier.

Auf Platz 7 können Sie sich ein Radio-Feature von Rainer Link anhören, das im Deutschlandfunk zu den “Montags-Friedensmahnwachen“ lief, die 2014 für einigen Gesprächsstoff sorgten. Zum nachträglichen Hören ploppt das Feature „Mahnwachen für den Frieden – Ein rechtes Projekt auf den Trümmern linker Fundamente“ hier auf.

Auf Platz 6 wird der Öffentlichkeit wohl eine Beruhigungspille verabreicht: “Die jetzt von der Koalition beschlossene Reform der Geheimdienste sei nur eine Scheinreform, sagte der frühere BGH-Richter Wolfgang Neskovic im DLF. Es fehlten klare gesetzliche Regelungen, was der BND dürfe und was nicht. ‘Die haben zurzeit einen Freifahrtschein.‘“

Dazu mehr hier.

Auf Platz 5 ruft der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, nach den Pariser Anschlägen “nach erweiterter Vorratsdatenspeicherung“ für “mehr Überwachungsbefugnisse“ – siehe hier.

Manche sehen angesichts der Terrorserie von Paris Anlass gegeben, den NATO-Bündnisfall ins Spiel zu bringen, wie Sie hier und hier ersehen.

Das Personal für Geheimdienstarbeiten in der BRD wird aufgestockt, was ich hier las.

Hier war jemand dem Anschein nach bei Maybritt Illner im Studio bei der gestrigen Talkshowrunde als Zuschauer vor Ort dabei, während hier eine Prognose für weitere Anschläge prangt.

Auf Platz 4 verlinke ich auf einen Redebeitrag des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU), welcher die Neuauflage eines Untersuchungsausschusses zum NSU am 11. 11. so begründete (ich sah’s live bei „Phoenix“):

“Warum eigentlich diese zweite Auflage? Weil es nicht nur ein Trio war, sondern mehr Täter. Weil wir den Kopf des Trios gar nicht kennen. Die perfide Genialität dieser Verbrechensserien passen nicht zu den Psychogrammen der drei, die wir kennen. Immerhin haben sie den Föderalismus an seine Grenzen der Leistungsfähigkeit gebracht und darüber hinaus. Weil es kein verabredeter Mord war, Selbstmord, in Eisenach. Weil die Wohnung in der Frühlingsstraße gar nicht so in die Luft geflogen ist, wie wir’s bisher glauben. Weil das Unterstützernetzwerk größer war. Weil die V-Leute-Szene es doch wusste und weil Kiesewetter von mehr als zwei Tätern umgebracht wurde. Sie wundern sich jetzt, ich kann’s nicht beweisen. Aber wir alle das Gegenteil auch nicht.”

Das zitierte Statement beginnt hier ab Minute 1:43.

Auf Platz 3 hält das Auswärtige Amt der BRD den Landkartenort “Afghanistan“ nicht für sicher. Das ist misslich, will die Bundesregierung doch Flüchtlinge von diesem traurigen Flecken Erde dorthin zurückschicken.

„Das Auswärtige Amt hält die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan einem Zeitungsbericht zufolge für kaum möglich. Der Politische Direktor des Ministeriums, Andreas Michaelis, habe bei einem Treffen mit Außenpolitikern der Union auf die prekäre Sicherheitslage hingewiesen, berichtete der ‘Spiegel‘ am Donnerstag vorab. Der Diplomat habe sich dabei auf einen internen Lagebericht der Botschaft in Kabul berufen. Die ‘Ausdehnung der Taliban‘ sei heute größer als zu Beginn des militärischen Eingreifens der Nato 2001, heiße es darin. Die Bedrohung habe sich dramatisch erhöht. Die Gefahr für Leib und Leben sei in jedem zweiten afghanischen Distrikt hoch oder extrem. Selbst in Landesteilen, die bisher als relativ sicher gegolten hätten, wachse die Bedrohung rasant.“

Dies lesen Sie hier.

Auf Platz 2 meint meine Kollegin Nomi Prins (die das Buchprojekt, an dem ich arbeite, mit exklusiven Informationen und Beiträgen unterstützt), dass das Schneeballsystem des globalen Finanzsystems seinem Ende zugehe, doch da gäbe es Marktakteure (Zentralbanken), die verschiedene Teile des Systems zusammenzuhalten versuchten – „und deshalb sehen wir diese ausgeprägte Volatilität“ in den globalen Märkten. Das Ende komme, „sobald es keine weiteren kreativen Konzepte seitens dieser Zentralbanken mehr gibt, um die künstliche Stimulation der Märkte bereitzustellen.“ Dies „könnte Mitte oder Ende 2016 der Fall sein“. Unterdessen werde der hohen Volatilität in den globalen Märkten „mit entsprechenden Eingriffen begegnet, was beispiellos ist. Die Stimulation existiert und wir müssen das anerkennen, so beispiellos und bizarr das auch ist, und es gibt Hinweise darauf, dass es so weitergehen wird. So wird das künstliche Spiel bis Mitte oder Herbst 2016 am Laufen gehalten.“

Nomis Gedanken fand ich hier.

Dem Ende geht wohl auch Euroland entgegen – jedenfalls meint das hier jemand, der ausgeschlafen zu sein scheint.

Und auf Platz 1 mache ich eine Art Rolle rückwärts. Ist nämlich so, dass ich im Wochenrückspiegel vom 4. Januar diesen Jahres auf einen Artikel namens “Grandmaster Putin’s Trap” hinwies, geschrieben von Dmitry Kalinichenko. Der Autor brachte vor, dass Russland offenbar etwas mache, das ich seit Jahr und Tag als zukünftige Entwicklung vorausgesagt habe, nämlich den Verkauf von Öl und Gas gegen Gold.

Nun wurde ein zweiter Teil von “Grandmaster Putin’s Trap” geliefert – lesen Sie ihn hier.

Herr Putin scheint übrigens fester im Sattel zu sitzen, als sich das manche wünschen – wie hier aufgeklärt wird.

Zuletzt noch das Musikstück der Woche: FREDERICK DELIUS – Paris: The Song Of A Great City.

In dem Sinne, ganz der Ihre,

Lars Schall.

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