Die Woche im Rückspiegel betrachtet

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Jede Woche am Sonntag stelle ich eine Auslese der zehn bemerkenswertesten Geschichten und Veröffentlichungen vor, über die ich bei meinen Streifzügen durch die Tiefen und Weiten des weltumspannenden Informationsnetzes gestolpert bin.

Von Lars Schall

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

willkommen bei Die Woche im Rückspiegel betrachtet. Mit diesem Format möchte ich Ihnen immer wieder des Sonntags im Schnelldurchlauf Geschichten und Veröffentlichungen zu 10 Themenbereichen präsentieren, die mir im Laufe der jeweils vorangegangenen Woche als wie auch immer beachtenswert auffielen.

Und damit ohne weiteren Aufhebens zu den…

TOP 10-LINKS DER WOCHE

Auf Platz 10 halten wir zum Start Rückschau ins alte Jahr, nämlich hier (wichtige Nachrichten 2017) und hier (wissenschaftliche Durchbrüche 2017).

Was 2018 in Sachen Internet-Freiheit zu erwarten steht, lässt man uns hier wissen, während Sie hier einige Angaben zu den aktuellen Zahlungsherausforderungen bei unseren Freunden von der NSA einholen können.

Auf Platz 9 hat Steve Bannon verlautbart, dass POTUS Trump befürchten muss, wegen Geldwäsche zu Fall gebracht zu werden. So steht’s bei Michael Wolff geschrieben, dessen neues Buch diese Woche für Furore sorgte und beste präsidiale Werbung erhielt (indes die von mir erwähnte Anmerkung Bannons weitestgehend unterging). Zum Thema “Donny allein im Weißen Haus“ siehe hier und hier.

Auf Platz 8 schlägt der Begründer eines großen Hedgefonds Alarm: Wenn die US-Wirtschaft einen Wachstumsrückgang erleiden werde, könnten sich die Bewohner der USA eventuell gegenseitig an die Kehlen springen. Mehr dazu hier.

In den USA herrscht eine Super-Börsen-Rally, und die macht jene reich, die auch tatsächlich in den USA Aktien besitzen. Diese Sonder-Spezies wird hier in den Fokus gerückt.

Steht den USA im neuen Jahr eine spürbar scharf steigende Inflation ins Haus? Nee, heißt’s hier.

Auf Platz 7 lässt sich fragen: wer hätte das gedacht? Nichts scheint es so viel zu geben, wie Sand am Meer. Doch Pustekuchen, denn beim Sand liegt eine Knappheit vor, welche Infrastrukturprojekte gefährdet, inklusive die OBOR-Initiative der Chinesen. Zu diesem Resourcen-Problem geht es hier entlang.

Auf Platz 6 wandte ich mich für gewisse Buchrecherchen dem Unwesen des “Bacha Bazi“ zu.

Kurzgefasst ist die Geschichte jene, dass US-Steuergelder die Vergewaltigung afghanischer Kinder finanzieren:

Seit 2002 steckten die USA Jahr für Jahr Milliarden an Dollar in die Ausbildung afghanischer Polizei- und Militärkräfte, während US-Truppen zur gleichen Zeit darüber klagten, dass diese Rekruten einheimische Kinder als Sexsklaven benutzten. Die Afghanen haben sogar einen eigenen Begriff für diese Praxis, “Bacha Bazi“ (zu Deutsch: “Knabenspiel“). Die Politik des Pentagon unterband die Versuche amerikanischer Soldaten, misshandelte Kinder zu retten, und führte dazu, dass sich den Taliban ein starkes Rekrutierungsmittel im Kampf gegen die USA bot.

Das Pentagon bemühte sich, die Missbrauchsanschuldigungen, die vom Sonderbeauftragten des US-Senats für den Wiederaufbau Afghanistans (Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction, SIGAR) in einem Report vom 30. Juli 2017 bestätigt wurden, zu vertuschen. Das für Washington Heikle an der Angelegenheit: Mit der stillschweigenden Duldung des “Bacha Bazi“ verstoßen die USA gegen eine 1997 vom Kongress verabschiedete Gesetzgebung, namentlich gegen den Leahy Act, welcher der US-Regierung untersagt, “ausländische militärische Kräfte zu unterstützen, die unter dem Verdacht ,grober Menschenrechtsverletzungen‘ stehen.“ Der Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau Afghanistans pochte in seinem Bericht auf eine Einhaltung des Leahy Act, korrespondierend mit Konsequenzen für die afghanische Regierung.

Dazu klicke hier, hier, hier, hier und hier.

Auf Platz 5 gelten in der EU neue Geldwäscherichtlinien, die Sie sich hier zu Gemüte führen können.

Einen weiteren Blick auf das Thema Geldwäsche vermögen Sie hier zu werfen.

Auf Platz 4 folgt hier eine (mit Quellenangaben versehene) Visualisierung der Tatsache, dass Korruption in den USA legal ist. Ausgangspunkt der Betrachtung ist “Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens” – eine wissenschaftliche Arbeit, die ich in der Vergangenheit hier behandelte.

Auf Platz 3 verdoppelte sich zu Neujahr die Fähigkeit der VR China, Erdöl aus dem East Siberia-Pacific-Ocean-Pipelinesystem (ESPO) beziehen zu können. Durch einen nunmehr in Betrieb genommenen zweiten Strang des ESPO-Netzes vermag China fortan pro Jahr 30 Million Tonnen (oder circa 600.000 Barrel pro Tag) an Rohöl aus Russland zu importieren. Russland war letztes Jahr Chinas größter Rohöllieferant, wobei China wiederum der größte Erdölabnehmer der Welt ist. Das ESPO-System pumpt Rohöl über die beiden Verbindungen direkt nach China und für Seetransporte in den fernöstlichen Pazifikhafen Kozmino. Die China National Petroleum Corp. hatte Mitte 2016 begonnen, die zweite Linie zu verlegen, und schloss die Arbeiten an der 940 Kilometer langen Strecke im August 2017 ab.

Dazu siehe hier, hier und hier.

BP geht davon aus, dass die russischen Gasexporte nach Europa in den nächsten Jahren nicht zurückgehen, sondern steigen werden: von derzeit rund 30 Prozent aller europäischen Gasimporte auf bis zu 40 Prozent im Jahr 2035. Dies wäre diesem Artikel hier zu entnehmen.

Auf Platz 2 wird uns 2018 gewiss weiterhin der Abstieg des US-Imperiums bei gleichzeitigem Aufstieg Chinas beschäftigen – mehr oder minder in diesem Sinne hier.

Und auf Platz 1 deutete sich hier an, dass Pakistan und China untereinander dem US-Dollar zugunsten des Yuan den Laufpass geben könnten – ehe es dann hier so weiterging.

Zuletzt noch das Musikstück der Woche: RICHARD „GROOVE“ HOLMES – Song For My Father.

In dem Sinne, ganz der Ihre,

Lars Schall.

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