Wer finanzierte den Aufstieg Hitlers?

Lars Schall spricht mit dem niederländischen Geschichtsforscher und Künstler Jasper J. Wielaert über „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ („Die Geldquellen des Nationalsozialismus“).

Von Lars Schall

Jasper J. Wielaert, geboren im Februar 1959 in Veenendaal, Niederlande, ist Bildhauer, Konzeptkünstler und Autor. Nach jahrelanger Recherche veröffentlichte er in streng limitierter Auflage von je 125 Exemplaren: „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme en de bewogen levens van de Belgische avonturier Jean Gustave Schoup“ (2014) und „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme en het verrassend bonte spectrum van de aanhoudende nasleep. Een analytisch exposé“ (2015). Zum zweiten Band von 2015 können Sie hier eine Buchbesprechung lesen: https://www.larsschall.com/wp-content/uploads/2021/06/Buchbesprechung-Jasper-J-Wielaert.pdf.

Jasper, Sie haben viele Jahre zu einem Thema geforscht, dessen Hintergrund im Wesentlichen die Frage beinhaltet, wer Hitler / den Nationalsozialismus in seiner Aufstiegsphase finanziert hat. Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen und warum empfinden Sie es als wichtig?

Insgesamt habe ich zehn Jahre daran geforscht. Auch nach den Financiers, worüber ich sehr viel an Dokumentation zusammengetragen habe. Es ist noch nicht so weit, dass ich auch das in einem Buch zusammenfasse. Es fing ja auch mit ganz etwas anderem an.

Zu ihrer Frage. Schon als Jugendlicher haben mich der Erste und Zweite Weltkrieg interessiert. Und zwar nicht so sehr, wie sich die Armeen bewegten, sondern was dahintersteckte. Die Frage also, wie diese Kriege zustande kamen. Was und wer verursachte das ganze Elend? Wer hat davon profitiert? Die Ursachenforschung ist in den letzten Jahrzehnten vorangeschritten. Das geht oftmals sehr langsam, da Unterlagen und Dokumente in der Regel bis zu 100 Jahren in Archiven unter Verschluss gehalten werden.

Nun ja, damals gab es noch kein Internet und in der Bibliothek meines Vaters war über die Hintergründe dieser verheerenden Kriege kaum etwas aufzufinden. Allerdings schon über das Kriegsgeschehen an sich. So erfuhr ich natürlich über die Millionen von Toten und auch über den Holocaust. Das stärkte meine Frage: warum das ganze Elend? Wer hat was davon? Es begann mir dann zu dämmern, dass es überwiegend nicht um „Befreiungskriege“ oder so was ähnlich Formuliertes geht, sondern um Raubzüge und Ausdehnung von Macht über Bodenschätze. Das ist bis heute noch so.

Beispiele: das Öl von Irak und Libyen. Es ging nicht darum, ob Saddam Hussein bzw. Muammar Gaddafi Diktatoren waren oder nicht – den Bevölkerungen dieser beiden Länder ging es übrigens ganz gut dabei. Es geht darum, Regierungen, die nicht gefällig sind, wegzufegen, um sich dann an die Bodenschätze heranmachen zu können. Dazu redet die Propaganda-Maschinerie meist davon, dass „Freiheit“ und „Demokratie“ gebracht werden sollen. So kommt es dann gelegentlich zu einem Putsch (Regimechange) oder einem Krieg. Bei dem von der CIA in Syrien angestachelten Bürgerkrieg ist es genauso. Die Amerikaner halten die Ölquellen in diesen Gebieten (wie sie sagen) „in Schutz“. Faktisch aber plündern sie das Rohöl, das Syrien gehört. Tagtäglich. Eine dritte Methode ist, Machthaber zu diffamieren und dämonisieren, um somit Sanktionen zu rechtfertigen und unwillige Nationen in die Knie zu zwingen. Beispiele hierfür sind die sehr ölreichen Länder Venezuela und Iran. Afghanistan besitzt zwar kein Öl, aber andere Bodenschätze im Billionen-Dollar-Bereich, bspw. eine der größten Reserven der Welt an Lithium. Vergessen wir auch nicht den Opiumhandel. Eine fette Finanzquelle und Beute der CIA und der nun kläglich gescheiterten amerikanische Besatzungsmacht. Alles für „Freiheit“ und „Demokratie“ natürlich.

Adolf Hitler und seine Bande wollten den Kommunismus im Dienste des westlichen Kapitalismus zerschlagen. Jawohl, der Westen fürchtete die aufkommende Macht der Sowjets. Aber wer konnte dagegen angehen? Deutschland. Und wem sollte dieses Kunststück gelingen? Dem fanatischen Agitator Adolf Hitler, der Anfang der Zwanziger Jahre in München auffällig wurde. Viel mehr noch als den Kommunismus zerschlagen, wollten die Nazis sich aber an die Kornfelder und Ölquellen der Sowjetunion heranmachen. Wie konnten sie das schaffen? Es kostet ja alles Geld. Also, wer finanzierte den Aufstieg Hitlers? In dieser Hinsicht stolperte ich irgendwann in Fußnoten über ein Büchlein mit dem Titel „De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme – Drie gesprekken met Hitler“. Übersetzt: „Die Geldquellen des Nationalsozialismus – Drei Gespräche mit Hitler“. Das erschien mir interessant, aber ich war als Jugendlicher noch kein Forscher. Das Büchlein konnte ich nirgendwo finden. Aber ich kannte immerhin den Titel.

Nun, 2004 erstand ich ein anderes recht seltenes Buch. Der Titel des 1932 publizierten Werkes: „In Vlaanderen heb ik gedood” (In Flandern habe ich getötet). Es ist ein Antikriegsroman über die ersten Monate des Ersten Weltkriegs. Sehr beindruckend und qualitätsmäßig vergleichbar mit Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“. Der Autor war ein gewisser J.G. Schoup. Ich fragte mich, wer dieser Schriftsteller war. Zwar gab es nun schon seit längerem das Internet, aber es war nichts über diesen Autor aufzufinden, außer dass gerade er etwas mit „De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ zu tun hatte. Ich bekam bald danach Kontakt mit der noch lebenden Enkelin Schoups und ihres Ehegatten. Sie waren sehr neugierig, was ich zu erzählen hatte – was im Grunde nichts war. Zu meinem Erstaunen wussten die Nachfahren aber auch so gut wie nichts über Großvater Schoup… Meine neugierige Natur war schon immer etwas zügellos. So begann zwangsläufig meine Forschungsarbeit. Mein Vorhaben wurde es, einerseits das Leben von Jean Gustave Schoup zu rekonstruieren, und andererseits der Geschichte des Pamphlets „De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ nachzugehen. Diese zweigleisige Forschung hat 10 Jahre gedauert.

Das Buch, mit dem Sie sich beschäftigten, „De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“, erschien im Herbst 1933 in den Niederlanden. Sie nennen dieses Buch eine „Faktion“. Was ist das?

„Faktion“ ist ein Begriff aus der Literatur. Es geht dabei um Romane oder Pamphlete, die auf Basis einer Mischung aus Fakten und Fiktion verfasst sind. Faktion beruht auf erkennbaren Ereignissen unter Einbeziehung echter Persönlichkeiten in der fiktionalen Handlung. Um auf Schoups „In Flandern habe ich getötet“ zurückzukommen: auch das Buch habe ich durchforscht. Es stellte sich heraus, dass es sich in erster Linie um eine weitgehend autobiographische Geschichte handelt.

Schoup erlebte als Grenadier die ersten zwei Monate des Ersten Weltkrieges in Belgien. Somit war er Augenzeuge der Geschehnisse. Er hat im August 1914 den ersten belgischen Feldzug gegen das deutsche Heer und auch die Ausbrüche aus der Festung Antwerpen miterlebt. Anhand vieler geschichtlicher Fakten und auch Dokumente gelang es mir zu belegen, dass sein Antikriegsroman weitgehend auf Wahrheit beruht. Im Archiv des belgischen Kriegsmuseums fand ich sogar die Tagesaufzeichnungen des führenden Kapitäns seiner Kompagnie. So stellte sich heraus, wo J.G. Schoup Tag für Tag war. Anhand dieser Tatsachen war es sogar möglich herauszufinden, in welchem Palast er zusammen mit anderen Soldaten tatsächlich ein Trinkgelage hatte und welchen Bauernhof seine Kompagnie im Oktober 1914 zu verteidigen hatte.

Es stellte sich aber auch heraus, dass Schoup wahrscheinlich nie getötet hat…! Um sein Ziel zu erreichen, eine Antikriegsgeschichte zu schreiben, erfand er – wie es in jeden Roman erfundene Passagen gibt – blutige Szenen. In dem Sinne ist dieses Buch nicht nur autobiographisch, sondern auch Faktion. Das Buch wurde (mit zwei Auflagen) in den Jahren 1932-33 eine Art Bestseller, vor allen Dingen in pazifistischen und sozialistischen Kreisen.

Nun wird es interessant. Durch diesen literarischen Erfolg kam Schoup in Kontakt mit der Anarcho-Sozialistischen Bewegung in Holland. Das waren keine Kommunisten, aber sie waren so links, wie man als Sozialist nur links sein kann. Diesen Leuten war bekannt, dass Schoup eine gute Story verfassen könnte. Im Juli 1933 war Schoup in Bentveld bei Zantvoort bei einem Symposium dieser Gruppierung anwesend. Es gibt sogar ein Gruppenfoto, auf dem auch er abgelichtet wurde. Diese Anarcho-Sozialisten und Pazifisten hielten Vorträge füreinander. Diese sind erhalten geblieben, denn sie wurden dokumentiert. Aus dieser Zeit ist mir also exakt bekannt, was Schoup selbst auf diesem Symposium von sich gab.

Und dann erscheint Ende September 1933 plötzlich das Pamphlet „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“. Es ist nicht zu beweisen, aber die Vermutung liegt nahe, dass Schoup von dieser Gruppe beauftragt wurde, ein Pamphlet gegen Hitler zu schreiben, und gleichfalls durchschimmern zu lassen, wer die Finanziers waren. Die Geschichte an sich ist jedoch Faktion. Die „drei Gespräche mit Hitler“ sind erfunden. Aber es fallen reichlich Namen (u.a. „der junge Rockefeller“ und „Montagu Norman“) und, unter einem Decknamen, jemand der Asiatic Petroleum Co., damals eine Tochtergesellschaft der Royal Dutch Shell. Viele Namen also. Auch Göring, Goebbels und Strasser treten im Büchlein auf. Ebenso der deutsche rechtsradikale Anwalt Walter Lütgebrune. Er war nach dem gescheiterten Bierkellerputsch 1923 Verteidiger im Prozess gegen General Ludendorff. Danach war Lütgebrune Staranwalt der rechtsradikalen Szene in Prozessen wegen Fememorde. Und so gibt es in dem Büchlein noch viel mehr Namen von real existierenden Persönlichkeiten. Es ist und bleibt aber Faktion.

Der Autor des Geschehens soll ein gewisser „Sidney Warburg“ gewesen sein. In der Einleitung schreibt J.G. Schoup, diesen Mann, einen amerikanischen Bankier, gekannt zu haben. Das ist nicht so. Schoup war als Person sowieso reichlich phantasiebegabt. Er war ein Abenteurer, der Menschen an der Nase herumführen konnte. Nachdem der Skandal um das Büchlein sich im November 1933 international entfaltete (siehe z.B. den Artikel „Hoax on Nazis Feared“, New York Times, 24. November 1933), behauptete Schoup dennoch, Sidney Warburg gekannt zu haben. Den hat es aber nie gegeben. Einen James Paul Warburg gab es allerdings schon, auch wenn Schoup diesen New Yorker Bankier sicherlich ebenso nie getroffen hat.

Ist das Buch „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ ein antisemitisches Buch?

Nein, keineswegs. Dieses Pamphlet, das im Dezember 1933 in Holland aus dem Handel gezogen wurde und dessen Auflage Januar 1934 vernichtet wurde, ist geradezu ein Aufschrei gegen die aufkommende Gefahr des Nationalsozialismus in Deutschland. Implizit war es also auch ein Aufschrei gegen die Geldgeber Adolf Hitlers. Fakt ist allerdings auch, dass z.B. der Hamburger Bankier Max M. Warburg noch bis weit in die Dreißiger Jahre hinein Geschäfte mit den Nazis hatte, bevor er dann nach New York ging. (1) Im zweiten Kapitel des Pamphlets („1931“, Seite 47) kommt – ohne dessen Namen zu erwähnen – Max M. Warburg sogar vor, und zwar als „Hamburger Bankier, den ich noch von früher kannte“. James Paul Warburg war ein Neffe von Max M. Warburg. James Warburg war (1932-1935) Vize-Präsident der Bank of Manhattan Company seines Vaters, Paul Moritz Warburg. Von 1929 bis 1931 war James Warburg Präsident der International Manhattan Company und danach, von 1931 bis 1932, Präsident der International Acceptance Bank. Diese Banker machten Geschäfte mit der Weimarer Republik, die bekanntlich nach dem Wall Street-Crash im Oktober 1929 zunehmend in Zahlungsunfähigkeit geriet. Nichts Unnormales also. Business as usual.

In einem Inserat der Zeitschrift „Die deutsche Volkswirtschaft“ (Nr. 16, November 1933) stehen viele Bankiers als Aktionäre der Vereinigten Stahlwerke A.G., Düsseldorf aufgelistet. Das sind die Stahlwerke von Fritz Thyssen, bekanntlich ein Finanzier Hitlers. Darunter finden sich auch jüdische Bankiers wie S. Bleichröder, Simon Hirschland, Sal. Oppenheimer jr. & Cie und A. Levy. Diese Bankiers werden in „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ gar nicht genannt. Da aber sowohl Staaten als auch Privatfirmen bei jeder Bank anklopfen, sind auch jüdische Banken dabei im Geschäft. Ich wiederhole: dieses Pamphlet ist Ende September 1933 als antimilitaristische Warnung vor dem Nazismus publiziert worden und keineswegs als antisemitisches Büchlein zu erkennen. Ganz im Gegenteil.

Ist das Buch „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ antisemitisch genutzt worden?

Oh je, gute Frage, Herr Schall. Das ist sehr oft der Fall gewesen. Sie müssen verstehen, dass das Büchlein schon sehr bald nach der Veröffentlichung aus dem Handel gezogen und vernichtet wurde. Nur sehr wenige Exemplare, die schon verkauft wurden, blieben erhalten. Weltweit habe ich in Bibliotheken und Instituten bisher nur 16 Exemplare aufspüren können. Manche Privatbibliotheken mögen auch noch ein Exemplar haben. Zum Beispiel habe ich beim Archiv der Shell-Zentrale in Den Haag nachgefragt. Ich bekam keine Antwort, aber weil im Büchlein auch Shell als Drahtzieher erwähnt wird, dürfte es so sein.

Nun, es war also ein leichtes Spiel für allerhand Gruppierungen, meistens Antisemiten, einen Text vor ihre Karre zu spannen, den niemand einsehen konnte. Der ganze Schlamassel fing 1936 mit dem ehemaligen NSDAP-Politiker Otto Strasser an, der damals in Prag im Exil lebte. Er publizierte in seiner Zeitung „Die deutsche Revolution“ zum ersten Mal etwas über das verschollene Pamphlet. Dies wurde dann vom Schweizer Verleger René Sonderegger aufgegriffen.

Die beiden kannten sich schon. Sondereggers Verlag (Reso-Verlag, Zürich) hatte 1935 unter den Titel „Die deutsche Bartholomäusnacht“ Otto Strassers Buch über den Röhm-Putsch herausgegeben. Ursprünglich war Sonderegger ein eher links orientierter Verleger. So brachte er 1935 das Buch „Henry Dunant, Revolutionär“ heraus. Henry Dunant war der Gründer des Roten Kreuzes. Als heruntergekommener Bankier wurde Dunant eine Zeit lang im Hause des Vaters Sondereggers aufgenommen. Ab 1935 fing René Sonderegger an, politische Pamphlete herauszugeben. Das waren seine sogenannten „Kulturpolitischen Schriften“. Es sind in der Serie 10 Stück erschienen. In Nummer 9 (fälschlicherweise Nummer 8 genannt) findet man den Artikel „Finanzielle Weltgeschichte“. Darin geht es umfassend um das Pamphlet, das Otto Strasser ausgegraben hatte. Keine Spur von Antisemitismus hier. Aber so begann es.

Danach haben verschiedenste Gruppierungen den Text von „Sidney Warburg“ für eigene Zwecke ausgenutzt. Es ging bis nach Spanien, wo der notorische Antisemit, Antifreimaurer und Kommunistenhasser Mauricio Carlavilla 1955 den Text sogar in Spanisch übersetzt unter dem Titel „El dinero de Hitler“ herausgab. In meinem Buch kann man ziemlich viel über diesen vom Ursprung her spanischen Polizisten und Spion der Linken erfahren. Es gab aber auch umgekehrt Kommunisten und Sozialisten, die damit gegen Kapitalisten wetterten. Sogar Andrei Gromyco in seinem Buche „The overseas expansion of capital, past and present“ (1985) ist mit von der Partie. Es gab Pazifisten, wie den Schweizer Werner Zimmermann, die das Büchlein über Hitlers Geldgeber ernst nahmen. Zimmermann erwähnte es, keineswegs antisemitisch, 1948 in seinem Buch „Liebet eure Feinde“. Aber auffällig viele Autoren missbrauchten den Text für antisemitische Zwecke. Sie wollten damit „beweisen“, dass Hitler von Juden in den Sattel gehoben wurde. Das muss man sich mal vorstellen. Sogar die Beträge, die im Büchlein stehen – es geht um insgesamt 10 (1929) + 15 (1931) + 7 (1933) = 32 Millionen Dollar –, sind erfunden.

Dass Hitler von jüdischen Geldgebern finanziert wurde, steht allerdings gar nicht drin. Erstens ist es Faktion, keine wahre Geschichte. Zweitens ist es zwar aus der Sicht eines (erfundenen) New Yorker und jüdischen Bankiers namens „Sidney Warburg“ geschrieben, aber so, dass dieser fiktive Bankier nicht-jüdische Finanziers geradezu tadelt. Die Namen, die genannt werden: Rockefeller, Shell und auch einen „Von Heydt“. Gemeint ist der deutsche Bankier Eduard von der Heydt, der u.a. mit dem deutschen Kaiser befreundet und Mitglied der NSDAP war und während des Zweiten Weltkrieges Nazi-Gold für Devisen umtauschte.

Warum wurde das Buch kurz nach Erscheinen wieder aus dem Verkehr gezogen?

Nun ja, obwohl Faktion, eine erfundene Story über „drei Gespräche mit Hitler“, hat J.G. Schoup wohl zu viel Wahrheit drin verpackt. Die Namen, die Ereignisse, auch wirtschaftlich betrachtet. Aufgrund seiner Kenntnisse der finanziellen Welt und mit seiner Fähigkeit als Schriftsteller, verfasste er diese Faktion als Augenzeugenbericht. Bedenken Sie: Jean Gustave Schoup war selbst einst in Brüssel Bankier gewesen und zuvor, gegen Ende des Ersten Weltkrieges, Wirtschaftsjournalist. Es war sicherlich ein fanatischer Zeitungsleser und ich weiß, dass er eine große Bibliothek besaß. Ein hochintelligenter Typ also, der Politik und Gesellschaft verfolgte und somit Bescheid wusste.

Und dann kommt so ein konfrontierendes Büchlein gegen den deutschen Regierungschef Adolf Hitler und dessen Finanziers auf den Markt. Das hat damals einen riesigen Medienrummel verursacht, nicht nur in Holland. Obwohl ich (noch) keine Beweise dingfest machen konnte: es ist logischerweise anzunehmen, dass der überaus renommierte Amsterdamer Verlag, Holkema, Warendorf & Co. aus verschiedenen Richtungen verklagt und gezwungen wurde, das Büchlein aus dem Handel zu ziehen.

Auf welche Spuren sind Sie bei Ihrer Recherche gestoßen, wer Hitler / den Nationalsozialismus finanzierte? In Ihrer niederländischen Heimat gab es beispielsweise Henri Deterding, nicht wahr?

Oh, da gab es viele. Es führt zu weit, das hier zusammenzufassen. Es waren deutsche Klein- und Großindustrielle, und auch der deutsche Adel war dabei. Sogar der deutsche Ex-Kaiser, der allerdings in Holland im Exil verweilte. Sehr wahrscheinlich (bereits Anfang der Zwanziger Jahre) der amerikanische Autoproduzent Henry Ford. (2) Damals vielleicht sogar auch Benito Mussolini. Weiterhin Mitglieder des rechtsradikalen Herrenklubs. Wahrscheinlich später der britische Medienmogul Lord Rothermere.

Diese Finanzierung ist nur schlecht zu belegen. Es ist auch heutzutage noch gang und gebe, dass Politiker geschmiert werden, nicht nur für ökonomische Zwecke, sondern auch um politische oder geopolitische Ziele zu erreichen. Niemand will aber damit offensichtlich etwas zu tun haben. Vieles spielt sich verdeckt ab. Ich müsste genauer nachschauen, aber ich erinnere mich, dass Hermann Göring für die NSDAP kofferweise Bargeld von Fritz Thyssen empfing.

Was bei der Finanzierung Hitlers auffällt, ist der gemeinsame Nenner. Es waren allesamt Geldgeber, die Angst vor dem Kommunismus hatten. Einer der fanatischsten Kommunistenhasser war Shell-Direktor Sir Henri Deterding. Er war wütend, dass die Sowjets sich nach der Russischen Revolution die Ölquellen in Baku unter den Nagel gerissen hatten. (3) Er tat alles, um die Sowjets zu untergraben. Auch ökonomisch. In dieser Hinsicht ist die Tscherwonzen-Affäre zu erwähnen. Dabei ging es 1926-27 darum, in der Sowjetunion massenweise gefälschtes Geld in den Umlauf zu bringen, um die Währung zu schwächen. Das gelang sogar, nur die Sache flog auf. Und wer steckte dahinter? Sehr wahrscheinlich Sir Henri Deterding.

Vielleicht ist in der Hinsicht auch noch etwas Faktion erwähnenswert, und zwar in Form des Buches „Die Macht“, geschrieben vom jüdischen Schriftsteller Robert Neumann und 1932 publiziert. Deterding tritt darin unter dem Namen Vanderzee auf. Die Gebiete am Kaspischen Meer sind Teil der Sowjetunion; zuvor aber waren die Erdölkonzessionen im Besitz der Shell. Das Druckmittel, das der Ölkonzern habhaft werden konnte, sind Originaldruckplatten von sowjetischen Geldnoten, den Tscherwonzen. Vanderzees Plan ist es nun, die Druckplatten in Einsatz zu bringen, also in großen Mengen Tscherwonzen drucken zu lassen, um damit die sowjetische Währung zu konterminieren. Mit diesem Druckmittel will Vanderzee ein günstiges Einvernehmen mit der sowjetischen Erdölkonkurrenz auf dem europäischen Markt erzielen, die ihn durch Dumpingpreise um seine Marktanteile zu bringen droht. Eine wahre Geschichte, aber verpackt in einem Roman.

Vergessen wir nicht, dass die Sowjetunion ein riesiges Land war, mit recht schlechten Wegen. Es ging Deterding nicht nur darum, die Ölquellen wieder einzusacken. Es ging auch um einen riesiges zukünftiges Marktpotential. Asphalt wird bekanntlich aus Öl produziert. Damit lassen sich Wege und sogar Autobahnen legen. Seitlich davon braucht man dann Tankstellen. Es wurde eine Entwicklungsgesellschaft gegründet, um dies vorzubereiten.

Also, wie schon mal angedeutet, wie dachte Deterding für die Royal Dutch Shell wieder an die russischen Ölquellen zurückzukommen? Ein Angriff auf der Sowjetunion war die einzige Lösung. Er spendete den Nazis sicherlich Geld; das Dritte Reich bekam aber nach der Machtergreifung (auf Pump) auch riesige Öllieferungen der Royal Dutch Shell, damit es mit einer Invasion der Sowjetunion vorangehen konnte. Deterding lebte in den Dreißiger Jahren in seinem Schloss Dobbin, Mecklenburg-Vorpommern. Er war persönlich mit Hermann Göring befreundet. Als er im Februar 1939 starb, gaben die Nazis ihm ein feierliches Begräbnis. Das kommt nicht von ungefähr.

Mussten Sie viel Forschungsarbeit in Archiven verrichten? Wo waren Sie überall?

Das Archiv des Kriegsmuseums in Brüssel erwähnte ich schon. In Brüssel war ich auch im Nationalarchiv und in der Königlichen Bibliothek. In Antwerpen im Gemeindearchiv. In Den Haag war ich oft im Nationalarchiv aufzufinden, im Gemeindearchiv und in der Königlichen Bibliothek. In Amsterdam wurde das IISG (Internationales Institut für Sozial-Geschichte) frequentiert und das NIOD (National-Institut für Kriegsdokumentation). Im Berliner Zeitungsarchiv Moabit habe ich Monate verbracht. Endlos Mikrofilme sichten, bis man viereckige Augen bekommt. Endlos Zeitungen durchblättern, auf der Suche nach Nadeln in Heuhaufen. Im Berliner Bundesarchiv passierte dasselbe. Weiterhin auch im Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum (Apabiz) zu Berlin. Zwecks Rekonstruktion des Lebens von J.G. Schoup traf man mich in den Gemeindearchiven von Gouda und Rotterdam. Das Archiv der Universitätsbibliothek zu Utrecht musste auch sein. Und dazu die Archive, die ich hier noch vergessen habe.

Dies ging alles auf eigene Kappe. Meine Forschungsarbeit wurde nicht gefördert. Also ging finanziell betrachtet wirklich nicht alles. Daher gab es sehr viel Korrespondenz mit Universitätsbibliotheken und Archiven in der Schweiz, Frankreich und USA. Sehr hilfreich sind auch Zeitungsarchive gewesen, die heutzutage online öffentlich digital aufrufbar sind. Und ja, jetzt habe ich somit selbst ein riesiges Spezialarchiv aufgebaut.

Ein Autor, der sich mit „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ beschäftigte, ist der britische Historiker Antony C. Sutton gewesen. Ist aus dessen Auseinandersetzung etwas zu lernen?

Professor Antony C. Sutton befasste sich erstmals grundlegend mit der Finanzierung der Sowjetunion. Nach dem Erscheinen seiner ersten Trilogie, „Western Technology and Soviet Economic Development“ (1968-1973), folgte eine Art Zusammenfassung: „National Suicide – Military Aid to the Soviet Union“ (1973). Sutton machte sich damit nicht beliebt. Er wurde als Forscher der Stanford University gefeuert, weil er aufdeckte, dass der Militärisch-Industrielle Komplex der USA beide Seiten belieferte. Das war aber schon lange so. Henry Ford, der Automobilmagnat, der Hitler finanzierte, baute in den Zwanziger Jahren eine Ford-Fabrik in der Sowjetunion. Die Russen lernten industriell viel davon, und wäre das so nicht gekommen, so hätte Hitler vielleicht sogar den Zweiten Weltkrieg gewonnen.

Entlassen machte Sutton auf eigene Kappe weiter. Er publizierte eine weitere Trilogie, nicht ganz so sehr wissenschaftlich verfasst, sondern mehr auf ein allgemeines Publikum abzielend. So folgten „Wall Street and the Bolshevik Revolution“ (1974), „Wall Street and FDR“ (1975) und „Wall Street and the Rise of Hitler“(1976).

In seinem Werk „Wall Street and the rise of Hitler“ hat Sutton sich als einer von sehr wenigen Forschern seriös mit dem Pamphlet von „Sidney Warburg“ auseinandergesetzt. In Abschnitt 10 fragt er sich, was es mit „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ auf sich hat. Er weiß in der Frage, wer Sidney Warburg war, zwar nichts, kommt aber mit einigen stichhaltigen Nebenargumenten, z.B. dass die Brüder Max und Paul Warburg Direktoren der I.G. Farben waren, dem deutschen Chemiekonzern, der (wie Sutton schreibt) Hitler finanzierte. Zitat: “‘Sidney Warburg‘ was a myth, but I.G. Farben directors Max Warburg and Paul Warburg were not myths”.

Und so gräbt Sutton dann in dieser Sache herum. Er präsentiert eine Synopsis des Inhaltes und stellt weitergehende Fragen. Es wird spannend. Im Jahr 1952 publizierte Ex-Kanzler Franz von Papen in Deutschland seine Memoiren. Er erwähnte darin auch das Büchlein von „Sidney Warburg“ und zeigte sich (Zitat) „dankbar“, dass James Paul Warburg das obskure Pamphlet als Erfindung ansah. Interessant daran ist, dass James Paul Warburg gar nicht darin vorkommt. Nun ja, dann erschien 1953 die englische Übersetzung. Darin, ganz hinten, befindet sich eine merkwürdige Rechtfertigung Warburgs, die in der deutschen Ausgabe nicht vorkommt. Wozu machte er das? Nun, weil der vorher schon erwähnte schweizerische Verleger René Sonderegger in einem Nachkriegsbuch „Spanischer Sommer“ fälschlich suggeriert hatte, „Sidney Warburg“ sei in Wirklichkeit James Paul Warburg gewesen.

Man kann darüber streiten, ob Sondereggers Buch antisemitisch war. Wer es liest, merkt davon nicht viel und seine Behauptung bzw. seine Theorie ist nicht belegbar. Aber James Paul Warburg fühlte sich komischerweise angegriffen und stellte Verteidigungsgeschütze auf. Wie Antony Sutton, aber viel ausgedehnter, gehe ich in meinem Buch dieser merkwürdigen Geschichte nach. Sondereggers Buch „Spanischer Sommer“ (1948) ist nicht so antisemitisch, wie James Warburg es ansah, und außerdem verwechselte James Warburg das Buch mit dem Original von „Sidney Warburg“, das er offensichtlich nie gelesen hatte. Hätte er es gelesen, hätte James Warburg gewusst, dass das Pamphlet von J.G. Schoup alles andere als antisemitisch gewesen ist.

Übrigens erwähnt Antony Sutton nur so nebenbei, dass der jüdische Bankier Eberhard von Oppenheim Hitler 200.000 Mark spendete. Das steht belegt im Buch „Ambassador Dodd’s Diary“ (1941) des damaligen US-Botschafters William E. Dodd. Botschafter Dodd war aber ebenso wenig Antisemit wie etwa Antony Sutton. Fakten sind nun mal Fakten. Es wurden Geschäfte gemacht. Und als diese Geschäfte gemacht wurden, war der kommende Holocaust noch vollkommen unvorstellbar. Übrigens arbeite ich an einem nächsten Buch, in dem ich die Ergebnisse meiner Forschung nach den wahren Geldquellen der NSDAP ausgiebig beleuchten werde. Aber eine solche Arbeit ist sehr zeitaufwändig. Es geht nie alles auf einmal.

In Deutschland befasste sich Hermann Lutz mit Shoups Buch. (4) Was ist hierbei zu beachten?

Interessante Frage. Tatsächlich, in einem Artikel, 1954 erschienen in die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, befasste sich Hermann Lutz auch mit „Sidney Warburg“  und J.G. Schoup. Also musste ich mich auch mit Herrn Lutz befassen. Als gebürtiger Deutscher wurde er Journalist in München. Anfang zwanziger Jahre hat er den Aufstieg Hitlers und der NSDAP also hautnah miterlebt.

Lutz, so stellte sich bei meiner Forschung heraus, war ein wendiger Opportunist. Seine Karriere fing 1919 mit einem heutzutage sehr seltenen Buch an, „Wilhelm II, periodisch geisteskrank. Ein Bild des wahren Kaisers“. An dem Titel riecht man schon, dass es um Propaganda geht.

Lutz wollte belegen, dass Kaiser Wilhelm II nicht ganz bei Sinnen war. So kam es dann, dass Lutz sich weiter mit der deutschen Kriegsschuld beschäftigte, und zwar so, dass er die deutsche Rolle beim Entstehen des Ersten Weltkrieges zu bagatellisieren versuchte. Er bekam Kontakt mit dem britischen Politiker Edmund Morel, der 1920 die Rheinlandbesetzung an den Pranger stellte. Lutz gab damals auf Deutsch das Pamphlet „Die schwarze Pest in Europa“ heraus, in dem eine Rede Morels beinhaltet war. Wieder Propaganda, und zwar gegen die farbigen Franzosen. Es ging um Morels Propaganda gegen die sogenannte „Schwarze Schmach“, eine rassistische Kampagne, bei der Schwarzafrikaner massenhafte Gewalttaten gegen Frauen und Kinder unterstellt wurden. Diese Kampagne erreichte zwischen 1920 und 1923 ihren Höhepunkt. Genau die Jahre des ersten Aufstiegs Hitlers.

Und so ging das dann weiter mit Lutz. Ein weiteres Pamphlet von seiner Hand war, (ich glaube, im Jahre 1924 erschienen), „Fair Play für Deutschland, ein Appell an das britische Volk“. Man merkt also an allen Ecken und Kanten, dass Lutz ein rechtsradikaler Deutsch-Nationalist war. Ich habe Gründe anzunehmen, dass Lutz in München sogar mit Adolf Hitler Kontakt hatte, allerdings noch vor der Zeit des Putschversuchs von 1923. Das ist auch logisch; beide lebten in München und beide wollten von der deutschen Kriegsschuld nichts wissen. Lutz‘ größtes Propagandawerk folgte in 1926-1927: drei dicke Bänder der „Britischen amtlichen Dokumente über den Ursprung des Weltkrieges“.

Das also ist Hermann Lutz. Ein ultrarechts orientierter Propagandist. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte er nach Palo Alto, Kalifornien um. Es gibt dort einen Nachlass des Herrn Lutz. Er wurde also Deutsch-Amerikaner, wie damals so viele andere Deutsche. Und 1954 wurde er vom ebenfalls rechts orientierten Institut für Zeitgeschichte auserwählt, etwas über „De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme“ zu verfassen.

Lutz tat das, wie gewöhnlich, propagandistisch. Sinn und Zweck der Sache war nicht, darüber aufzuklären, welche Elemente in diesem Text auf Wahrheit beruhen könnten. Nein, natürlich nicht. Lutz, der im Grunde genommen rechtsradikale Auftragspropagandist, beschäftigte sich in seinem Artikel „Fälschungen zur Auslandsfinanzierung Hitlers“ ausschließlich und ausgiebig damit, den Inhalt herunterzuspielen.

Ein Beispiel, das mir dabei in den Sinn kommt, ist seine Korrespondenz mit dem schon einmal erwähnten Bankier Eduard von der Heydt, auch ein wendiger Opportunist übrigens. Er kommt im holländischen Pamphlet als „Von Heydt“ vor. Jetzt muss man wissen, dass Eduard von der Heydt, ein Freund des deutschen Ex-Kaisers, in den Zwanziger Jahren in der holländischen Presse oftmals nur kurz „Von Heydt“ genannt wurde. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb dieser Bankier und ehemalige Parteigänger der NSDAP, an Hermann Lutz, dass er nie von einem „Von Heydt“ gehört habe.

Das war für Lutz dann auch genug, um nichts über die Geschäfte dieses Bankiers mit den Nazis zu erwähnen. Die waren damals aber sehr wohl bekannt. Und das, Herr Schall, ist ein typisches Merkmal von Propaganda. Alles auslassen, was nicht im Rahmen des Ziels einer Untersuchung passt. In meinem Buch habe ich Lutz‘ Artikel von A bis Z auseinandergenommen. Lutz legte sich gewieft ins Zeug um alles, was an dem Pamphlet wahr sein könnte, zu verneinen.

Welche Bücher, abseits der Ihren, sind empfehlenswert, wenn unsere Leser tiefer in das Thema der Hitler-Finanzierung eintauchen wollen?

Wo soll ich anfangen, wo aufhören? Es gibt sehr viel. Mal sehen, was mir dabei so in den Sinn kommt. Die erwähnten Bücher von Sutton. Weiterhin “I paid Hitler“ von Fritz Thyssen, als Zeitdokument. “Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.” von Wolfgang Zdral und “Hitlers Geld” von Wulf C. Schwarwäller. “Kapital, Reichswehr und NSDAP 1919-1924”, Kurt Gossweiler. “Fascism and Big Business”, Daniel Guerin. “Who financed Hitler?”, James & Suzanne Pool. “Big Business met Nazi-Duitsland”, Jacques Pauwels. “Wer half Hitler?”, I.M. Maiski. “Hitler, Reichswehr und Industrie”, W.F. Hallgarten. “Großkapital und Faschismus”, Alfred Sohn-Rethel. “Trading with the enemy”, Charles Higham. “Hell’s Cartel – IG Farben and the making of Hitler’s War Machine”, Diarmuid Jeffreys. “Operatie Safehaven”, Gerard Aalders. “Hitler’s Secret Bankers”, Adam Lebor. “The Sovereign State. Secret History of ITT”, Anthony Sampson. “Conjuring Hitler – How Britain and America made the Third Reich” von Guido Giacomo Preparata. Nicht zu vergessen “The most powerful man in the world – Sir Henri Deterding”, Glyn Roberts. Und “De geldbronnen van het Nationaal-Socialisme”, Sidney Warburg.

Danke schön für das Interview, Jasper!

Ich habe zu danken.

Anmerkungen:

(1) Aus “The Warburgs” von Ron Chernow: “Max’s split personality perhaps mirrored the contradictory position of his firm, which was in a grim but not extremely desperate state. As small Jewish banks were hounded from the provinces, it created an advantage for large, metropolitan banks, such as M.M. Warburg, which picked up clients. […] M.M. Warburg ensured confidentially to harried Jewish businessmen of a sort a non-Jewish bank could never match. The bank aided them with foreign exchange; negotiated the sale of Jewish businesses to ‚Aryans‘; and sold German assets for foreign companies. Hence, while the volume of its credit business contracted, the number of Warburg clients actually rose in 1935 from 1.875 to 2.183, and the bank booked more than one million reichsmarks in profit. The bank wasn’t thriving amid the crisis, but it certainly kept afload. German industry defied the Nazi fanatics and continued to do business with the Warburgs. In the mid-30s, the bank lost major clients, like Daimler-Benz and the Maxhütte of Friedrich Flick, but, astonishingly, these were the exception, not the rule. In 1935, the bank surrendered just four of seventy-two supervisory seats on corporate boards – a startling fact that confirms Max’s repeated contention that anti-Semitism was all too real, but far from universal among the German economic elite.” (S. 433) “The Warburgs’ special influence during the Third Reich depended upon their matchless access to government officials.” (S. 439)  “What sort of business could a Jewish bank do in 1936? […] Most remarkably of all, it quietly performed business for the elite firms of German industry. In 1936, for instance, the bank still disbursed interest payments to bondholders for Friedrich Krupp A.G. of Essen. In his memoirs Max shied away from the fact that his bank remained profitable in 1936. He preferred to dwell on the monopoly and ostracism. Some of this reticence doubtless came from embarrassment at having done business with firms, such as Krupp, that later profited from the war effort, or from guilt at having earned money while other Jews faced terror.” (S. 443)

(2) Siehe hierzu bspw. die dt. Übersetzung von “Berlin hears Ford is backing Hitler“, The New York Times, 22. Dezember 1922; https://www.larsschall.com/wp-content/uploads/2021/06/The-New-York-Times-1922-Ford-Hitler.pdf.

(3) Im Zusammenhang Deterding-Hitler-Sowjetunion beachte bspw. den Artikel „Oel im Braunen Haus? Die Londoner Gönner Adolf Hitlers“, Vossische Zeitung, 17. April 1932, Seite 2; online abrufbar unter: https://www.larsschall.com/wp-content/uploads/2021/08/vossische-zeitung-17-april-1932-oel-im-braunen-haus.pdf.

(4) Hermann Lutz: „Fälschungen zur Auslandsfinanzierung Hitlers“, Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 1954; https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1954_4_4_lutz.pdf.

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