Privates Kriegs-Unternehmertum in Asien

In den Archiven der CIA ist ein verschollen gegangener Essay von Peter Dale Scott wiederaufgetaucht. Dieser erscheint nunmehr erstmals in deutscher Übersetzung.

Von Peter Dale Scott, Übersetzung: Lars Schall

Der Artikel und die Einleitung erschienen im englischen Original hier und hier. Die Übersetzung kann als PDF hier heruntergeladen werden.

Privates Kriegs-Unternehmertum in Asien

Einleitung des Autors: Alter Reichtum, die Kuomintang und Air America – Wie die CIA 1970 einen Aufsatz von mir in Verwahrung nahm (Sommer 2022)

Im Jahr 2009 veröffentlichte die CIA drei Seiten ihrer Aufzeichnungen aus dem Jahr 1970, zusammen mit dem Dokument, auf das sie sich bezogen. Eine der drei CIA-Unterlagen stammte aus dem Sicherheitsdirektorat, war als „SECRET“ eingestuft und vollständig geschwärzt. Bei dem Dokument, das diesen Unterlagen beigefügt war, handelte es sich um ein lange verschollenes Aufsatzmanuskript von mir mit dem Titel „Private War Enterprise in Asia: Air America, der Brook Club und die Kuomintang“ [„Privates Kriegs-Unternehmertum in Asien: Air America, der Brook Club und die Kuomintang“].

Ich erinnere mich nicht an diesen Aufsatz. Vermerke der CIA deuten darauf hin, dass ich ihn im September 1970 bei der Zeitschrift Ramparts eingereicht habe. Aus einem Deckblatt geht jedoch eindeutig hervor, dass der Artikel am 18. August 1970 in die CIA-Akten aufgenommen wurde. Der Artikel wurde nie veröffentlicht, und ich habe keine Möglichkeit zu erfahren, ob er Ramparts jemals erreicht hat oder nicht. (1)

Er wurde jedoch von der stellvertretenden Sicherheitsdirektion der CIA an das Büro des Exekutivdirektors/Comptroller, Oberst Lawrence K. White, weitergeleitet, der ihn im September an den stellvertretenden Direktor für Pläne zur kurzen Erörterung „bei der morgendlichen Besprechung“ weiterleitete. (2)

Das Jahr 1970 war ein arbeitsreiches Jahr für mich. Zu Beginn des Jahres hatte ich drei Antikriegsartikel in der New York Review of Books und zwei weitere in Ramparts veröffentlicht. Im Juni reichte ich bei Bobbs Merrill das Manuskript meines Buches The War Conspiracy ein, welches erst zwei Jahre später, im Juni 1972, veröffentlicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt enthielt das Buch bereits ein zusätzliches Kapitel über „Opium, die China-Lobby und die CIA“, in das ein Teil der Prosa aus diesem verlorenen Essay vom August 1970 eingeflossen war.

Im Juni 1970 war jemand in der CIA auf mich aufmerksam geworden, weil ich der Bitte eines Forscherkollegen, eines CIA-Veteranen, zugestimmt hatte, der CIA Einblick in mein Buchmanuskript zu gewähren. Er erzählte mir später, dass ein Auto von San Francisco nach Berkeley gefahren kam, um es bei ihm abzuholen.

Wenn ich den Aufsatz ein halbes Jahrhundert später lese, sehe ich darin ein Argument, dem ich nicht zustimmen würde: die Behauptung, dass die gesellschaftlich prominenten New Yorker in den Vorständen der CIA-eigenen Firmen irgendeine Kontrolle über diese Firmen hatten und nicht nur als Fassade für die Behörde dienten. Ich bin allerdings der Meinung, dass dieser Artikel zwei wichtige Fakten über die frühe CIA aufzeigt: (1) wie sehr die Behörde sowohl politisch als auch personell mit dem ererbten New Yorker Reichtum verflochten war, und (2) wie die frühe Politik dieses Milieus von privaten Interessen bestimmt wurde, die manchmal in direktem Konflikt mit öffentlichen Zielen standen.

Heute haben wir weitere Beweise für die zweite These.

Das Datum 1970 erklärt einige eklatante Auslassungen in diesem Aufsatz. Damals konnte ich nicht ahnen, dass die Ära der Zusammenarbeit zwischen dem US-Establishment und der Kuomintang im Osten bald zu Ende gehen würde, als Nixon mit der „Ping-Pong-Diplomatie“ von 1971 die heikle Aufgabe begann, Amerika auf den großen Politikwechsel der Anerkennung des kommunistischen Chinas zuzusteuern.

Auch konnte ich nicht vorhersehen, in welchem Ausmaß Nixon die Basis der Republikanischen Partei neu ausrichten würde, indem er die rassistischen Ressentiments der Weißen im Süden ausnutzte und so den weißen Establishment-Liberalen im Nordosten die Kontrolle über die Partei entriss. Diese Neuausrichtung gipfelte in der Reagan-Revolution von 1981. Sie ging einher mit der Gründung einer neuen Organisation namens Council on National Policy, die ausdrücklich von Leuten wie dem reichen Texaner Nelson Bunker Hunt ins Leben gerufen wurde, um den Einfluss des Council on Foreign Relations in New York zu bekämpfen.

Das größte Versäumnis spiegelt jedoch wider, wie wenig ich damals über die Nachkriegsentwicklung der US-Unterstützung für die Kuomintang-Resttruppen in Birma wusste. Eine Schlüsselrolle spielte dabei Paul Helliwell, ein Anwalt aus Miami und Veteran des OSS in Kunming. Helliwell war zunächst in der Fernostabteilung der Strategic Service Unit (1945-47) tätig, einer Nachfolgeorganisation des OSS. Später war er maßgeblich an der Gründung von zwei CIA-eigenen Unternehmen beteiligt: SEA Supply Inc. und CAT Inc. – aus letzterer wurde Air America. SEA Supply und CAT wurden beide von Helliwell als Anwalt in Miami für Frank Wisners Office of Policy Coordination (OPC) gegründet.

Diese direkte US-Unterstützung für die wichtigsten Opiumhändler des südostasiatischen „Goldenen Dreiecks“ wurde mit Trumans Genehmigung der Operation Paper Ende 1950 offiziell. Dieses CIA/OPC-Programm – gegen das sich der CIA-Direktor Walter Bedell Smith, ein Mann aus dem Mittleren Westen, ausgesprochen hatte – sollte die chinesischen Streitkräfte in Richtung ihrer südlichen Grenze und damit weg vom Korea-Konflikt lenken.

Eine Schlüsselrolle bei dieser Unterstützung der Kuomintang-Überreste hatte zuvor eine private thailändische Handelsgesellschaft gespielt, die 1946 von Willis Bird, einem Veteranen des OSS-China unter Helliwell, gegründet worden war. Nach einer missglückten Nachkriegsmission in Korea hatte Bird das OSS in Misskredit verlassen, blieb aber ein Freund von OSS-Chef William Donovan. Birds Handelsunternehmen soll ursprünglich von der World Commerce Corporation (WCC) seines Freundes Donovan finanziert worden sein, und Donovan selbst besuchte Thailand im Jahr 1948. William Stevenson schreibt ausdrücklich, dass Donovan „Siam zu einem Stützpunkt machte, von dem aus [nach dem Krieg] geheime Operationen gegen die neue sowjetische Bedrohung in Asien durchgeführt wurden“. (3)

Ich hätte in meinem Aufsatz von 1970 mehr über den WCC schreiben sollen, aus Gründen, die später in dieser Einleitung deutlich werden.

Als Truman 1950 die KMT-unterstützende Operation Paper genehmigte, wurde Birds Handelsgeschäft unter das neue CIA-Eigenunternehmen SEA Supply Inc. subsumiert, das Birds alter Chef Helliwell in Miami gegründet hatte. Bird selbst war inzwischen in rechtsgerichteten, antidemokratischen thailändischen Militärkreisen gut etabliert. Er schmiedete mit ihnen sogar geheime Komplotte, um 1950 einen thailändischen Militärputsch vorzubereiten – gegen die Bemühungen der US-Botschaft, die zerbrechliche thailändische Demokratie zu festigen, und manchmal auch in offener Opposition dazu. Der Staatsstreich von 1950 brachte Phao Sriyanon an die Macht, den thailändischen General, der den Transport von KMT-Opium aus den rebellischen Shan-Staaten in Birma durch Thailand kontrollierte. Es dauerte nicht lange, bis Phao angeblich der reichste Mann der Welt war.

Wie ich in American War Machine schreibe,

führte Birds energische Förderung von Phao genau zu dem Zeitpunkt, als die US-Botschaft versuchte, Phaos korrupten Einfluss zu verringern, zu einem Protestmemorandum der Botschaft an Washington über Birds Aktivitäten. „Warum darf dieser Mann, Bird, mit dem Polizeichef [Phao] verhandeln?“, fragte das Memo. (4)

Aber der unkontrollierbare Bird scheint sich bei seiner faktischen Konsolidierung des Opiumhandels in Thailand den Zielen einer unsichtbaren höheren Macht unterworfen zu haben, die sich über die Politik der ernannten Beamten in der US-Botschaft hinwegsetzte. Was Bird tat, geschah in Abstimmung mit Helliwell in Miami sowie mit Helliwells CIA-Unternehmen, SEA Supply und CAT/Air America. Darüber hinaus erhielt die thailändische Grenzschutzpolizei, die zu den Streitkräften von General Phao gehörte, bereits seit 1948 verdeckte nachrichtendienstliche Unterstützung, Ausbildung und militärische Hilfe aus den USA, nachdem sie bei einem früheren Militärputsch in Thailand im Jahr 1947 eine Rolle gespielt hatte.

Birds Zusammenarbeit mit einem großen Drogenhändler stand im Einklang mit anderen CIA-Aktivitäten zu dieser Zeit in weit entfernten Gebieten, von Frankreich, Italien und dem Nahen Osten bis hin zu Mexiko und Taiwan. In späteren Jahren sollten ähnliche Operationen in Chile, Kolumbien, Venezuela, Australien und Afghanistan durchgeführt werden. (5)

Diese weit verstreuten grauen Allianzen mit Drogenhändlern waren miteinander verbunden, jedoch von einer Basis außerhalb der Vereinigten Staaten aus. Ab 1950 begann Ting Tsuo-shou, ziviler Berater der KMT-Truppen in Birma, mit der Organisation einer größeren Antikommunistischen Liga. (6) 1954 half Howard Hunt (der spätere Watergate-Verschwörer), angeblich als Teil der CIA-Operation zum Sturz der Arbenz-Regierung in Guatemala, bei der Organisation einer lateinamerikanischen Abteilung der Liga. (7) Im selben Jahr wurde in Taiwan die Asian Peoples‘ Anti-Communist League (APACL) gegründet, angeblich mit finanzieller Unterstützung des stellvertretenden CIA-Stationschefs Ray Cline. (8)

1950 wurde das Ziel der Kuomintang, den Kommunismus in Asien „zurückzudrängen“, sowohl von der Republikanischen Partei als auch von General MacArthur in seinem SCAP-Hauptquartier in Japan befürwortet. Dem stand jedoch die von Truman, Außenminister Dean Acheson und George Kennan entwickelte Eindämmungspolitik entgegen.

Truman und Acheson hatten sogar noch schlechtere Nachrichten für die KMT, die sich nun wieder in Taiwan etabliert hatte. „Im Januar 1950 verkündeten sie öffentlich, dass Washington keine militärische Unterstützung zum Schutz Taiwans leisten würde.“ (9)

Dass Taiwan und die KMT überlebten, war vor allem der privaten Initiative von Admiral Charles M. Cooke zu verdanken, dem ehemaligen Kommandeur der Siebten US-Flotte. Im Februar 1950 flog Cooke nach Taiwan, auf einer Reise, die „offenbar vom SCAP-Hauptquartier mit MacArthurs Zustimmung arrangiert wurde, [während] das Außenministerium und die US-Botschaft in Taipeh im Unklaren gelassen wurden“. (10)

Einen Monat später,

arbeitete Cooke einen Vertragsentwurf aus, in dem er die Gründung eines „Special Technician Program“ (STP) unter der nominellen Aufsicht der in New York ansässigen Commerce International China Inc. (CIC) vorschlug, einer Tochtergesellschaft der World Commerce Corporation unter dem Vorsitz von S. G. Fassoulis, einer weiteren einflussreichen Persönlichkeit der China-Lobby. … Der komplexe Stammbaum der CIC verlieh dem STP von Anfang an einen Hauch von politischer Intrige. Wie Cooke später in einer Kongressanhörung im Oktober 1951 zugab, hatte er nie eine staatliche Genehmigung für das STP erhalten, auch nicht für eine der verschiedenen damit verbundenen Untergrundaktivitäten, die über diese angeblich kommerziellen Firmen durchgeführt wurden. (11)

Im selben Monat März begannen Cooke und die WCC-Tochtergesellschaft Commerce International (China) mit dem Kauf von Munition für Taiwan im Wert von Millionen Dollar. Gerüchte, dass sie 426 überschüssige Panzer auf den Philippinen kaufen würden,

… beunruhigten Politiker sowohl im US-Außenministerium als auch im britischen Außenministerium, die befürchteten, dass diese schweren Waffen nach der Eroberung Taiwans schließlich den chinesischen Kommunisten in die Hände fallen und damit eine Bedrohung für den Westen darstellen würden. (12)

Einige von Cookes Unterstützern in der World Commerce Corporation hatten nicht nur ideologische, sondern auch persönliche Gründe, sich heimlich gegen die Taiwan-Politik von Truman-Acheson zu stellen. Zu diesen Unterstützern gehörten reiche Oligarchen sowohl aus Amerika (Nelson Rockefeller, John J. McCloy, Richard Mellon und David Bruce) als auch aus Großbritannien (Sir Victor Sassoon und Sir William „Tony“ Keswick). (13)

In dieser Aufzählung ist es von Bedeutung, dass Richard Mellon und David Bruce (sein angeheirateter Cousin) beide Direktoren der Pan Am waren, die Bruce mit ins Leben gerufen hatte. Sir Victor Sassoon war ein bedeutender Vorkriegsinvestor in Schanghai, wo die wichtigsten britischen Interessen von der Handelsgesellschaft Jardine Matheson vertreten wurden, die von Sir William Keswick geleitet wurde, einem Nachfahren der Jardine-Familie und Direktor der Hongkong and Shanghai Bank. (14) Alle würden beträchtlich davon profitieren, wenn die KMT sich in China wieder etablieren könnte.

Das gut recherchierte Buch von Hsiao-ting Lin, das von der Harvard University Press herausgegeben wurde, argumentiert mit Nachdruck:

Mit der beratenden Unterstützung des pensionierten ehemaligen Befehlshabers der Siebten Flotte, Admiral Charles M. Cooke, und seinem „Special Technician Program“ in Taiwan konnte Chiang Kai-shek eine kritische Phase seiner politischen Karriere in den Monaten vor Ausbruch des Koreakrieges überstehen. (15)

Wir sehen also, dass die von der World Commerce Corporation unterstützten Amerikaner in Taiwan mit Cooke ebenso wie in Thailand mit Willis Bird in der Lage waren, die Interessen der Kuomintang gegen die Politik von Truman und seiner Regierung durchzusetzen.

Andere haben argumentiert, dass die World Commerce Corporation, vielleicht mit Zugang zu Nazi-Gold in Österreich, eine ähnliche Rolle spielte, um die Kader des OSS durch die schwierigen Jahre 1945-1947 zu bringen, nachdem das OSS von Truman aufgelöst worden war und bevor die CIA gegründet wurde. Alles in allem lassen sich zwischen 1945 und Eisenhowers Amtsantritt 1953 zwei historisch bedeutsame Trends erkennen. Erstens sehen wir, wie privater Reichtum – gebündelt in der World Commerce Corporation – eine Politik verfolgte, die von der des öffentlichen Staates abwich. Zweitens setzte sich die World Commerce Corporation in den von uns erörterten Fragen gegenüber dem öffentlichen Staat durch. (16)

Das ist, so glaube ich, die Kernaussage meines Aufsatzes von 1970.

Peter Dale Scott
Berkeley, Kalifornien
2. Juni 2022

Privates Kriegs-Unternehmertum in Asien – Air America, der Brook Club und die Kuomintang (Originalmanuskript, eingereicht bei der Zeitschrift Ramparts im September 1970)

Es ist übliche Praxis, das Engagement der USA in Indochina als ein chaotisches Durcheinander zu bezeichnen, in das Amerika, wie Richard Goodwin es ausgedrückt hat, „fast zufällig“ hineingeraten ist. Eine Hauptquelle für diese beruhigende Vorstellung sind diejenigen, die einst unter Präsident Kennedy im Weißen Haus saßen und die uns verständlicherweise schnell sagen, dass ein asiatischer Bodenkrieg nie ihre Absicht gewesen sei.

Doch die Muster, die der Verwirrung zugrunde liegen, sind bei näherer Betrachtung nur allzu offensichtlich: Amerika hat sich nicht wie ein Betrunkener oder Geistesabwesender „verrannt“, sondern hat sich unaufhaltsam auf einen Weg begeben, den viele Beobachter vorherzusehen vermochten. Am Ende dieses Weges steht natürlich eine endgültige Konfrontation entweder mit China, der Sowjetunion oder mit beiden Ländern zusammen.

Von den Plänen oder Absichten einer Gesellschaft zu sprechen, ist meines Erachtens eine falsche Metapher; aber in unserer pluralistischen Gesellschaft gab es zwei Jahrzehnte lang mächtige Personen, deren ausdrücklicher Plan genau eine solche ultimative Konfrontation war. Viele andere haben dies als ein Risiko akzeptiert, das es wert ist, für die Präsenz der USA in Asien eingegangen zu werden. Nur wenige von ihnen haben ein hohes Amt bekleidet, und einige der prominentesten haben überhaupt kein öffentliches Amt bekleidet.

Private Aktivisten und verdeckter Krieg in Indochina

Innerhalb der Regierung kamen Vorschläge zur „Zurückdrängung“ des Kommunismus auf dem chinesischen Festland vor allem von andersdenkenden Minderheiten in der CIA – Männern wie Ray Cline, ein enger persönlicher Freund von Chiang Ching-kuo, der 1962, nachdem er eine chinesische Art von Schweinebucht-Operation vorgeschlagen hatte, faktisch auf einen stillen Posten in Deutschland „verbannt“ wurde. Seit Jahren wurde die Sache des Rollbacks energischer von General Claire Chennault und Admiral Felix Stump vertreten, den Vorstandsvorsitzenden der „privaten“ Fluggesellschaft CAT Inc., die seit dem 31. März 1959 als Air America bekannt ist.

Seit zwei Jahrzehnten arbeiten diese privaten Aktivisten daran, die Trägheit der Regierung zu überwinden. Keiner ihrer Erfolge bei dieser Kampagne war spektakulär. Insgesamt haben sie uns jedoch in den drittgrößten Krieg der amerikanischen Geschichte hineingezogen.

Ein klares, wiederkehrendes Muster in Südostasien sind die ständigen Provokationen durch die CIA und/oder CAT/Air America, vom Hineinfliegen von Kuomintang-Guerillas nach Birma im Jahr 1951 bis zur jüngeren Ausbildung von Khmer-Serai-Guerillas und der Entlaubung kambodschanischer Kautschukplantagen, zwei wichtigen Faktoren für den erfolgreichen Sturz von Prinz Sihanouk.

Roger Hilsman, der die „Fiaskos“ der CIA in Indochina, Birma und Laos anführt, räumt ein, dass es 1961 ein immer wiederkehrendes „Problem der CIA“ gab, ein Problem, das man – ausgehend von den drei von ihm angeführten Beispielen – ebenso gut als „das Problem von Air America“ bezeichnen könnte. Hilsman deutet an, dass es sich um ein Problem der unzureichenden Kontrolle handelte, ebenso wie Schlesinger die Aktionen unverantwortlicher CIA-Agenten „im Feld“ in Laos kritisiert.

Die CIA trägt nach wie vor eine große Verantwortung für unseren milliardenschweren verdeckten Krieg in Laos. Noch überraschender ist, dass die Luftunterstützung für diese und andere verdeckte Aktivitäten in Asien weiterhin von Air America geliefert wird, einer „privaten“ und daher unkontrollierbaren Fluggesellschaft, deren Kapital, wie wir zeigen werden, zu einem großen Teil aus Quellen der Kuomintang in Taiwan stammt.

Das Problem von Air America

Schlimmer noch: Obwohl in der US-Presse häufig angedeutet wird, dass die CIA die mit der KMT verbundene Air America „benutzt“, werde ich argumentieren, dass die Wahrheit mindestens ebenso sehr umgekehrt ist. Air America ist ein mächtiger Agent für einen erweiterten Krieg in Asien, gerade weil es privat ist und daher nicht der Kontrolle des Kongresses oder sogar des Präsidenten unterliegt. Seine Macht beruht, zumindest bis vor kurzem, auf der Macht seiner Geldgeber: einer seltsamen Koalition aus dem Reichtum der KMT in Taiwan und dem ererbten Wall-Street-Reichtum von Manhattan-Bankern, die im New Yorker Social Register zu finden sind. (1)

Air America ist zugegebenermaßen ein marginales Instrument im gegenwärtigen erweiterten Indochina-Krieg; doch gerade von den Rändern her, von den verdeckten Operationen an unzugänglichen Orten wie Laos und Kambodscha, haben sich Eskalationen als wahrscheinlich herausgestellt. Im Rahmen der von Nixon geplanten „Unauffälligkeit“ der US-Aktivitäten in Asien wird die Rolle der „privaten“ Fluggesellschaften mit Sicherheit zunehmen; und heute unternimmt Air America tatsächlich Schritte zur Aufstockung seines Pilotenstamms.

Der wichtige Punkt ist, dass die „Privatheit“ von Air America sie nicht von den Quellen der Macht in dieser kapitalistischen Gesellschaft entfernt, sondern ihnen nahebringt. Und Washingtons Wunsch nach Frieden in Asien wird sich erst zeigen, wenn es seine Verträge mit einer Fluggesellschaft kündigt, über die es bequemerweise keine Kontrolle hat.

So hat Nixon zwar im Januar 1970 die unbemannten „Drohnen“-Aufklärungsflüge eingestellt, die der Geheimdienst im Oktober 1969, wenige Tage nach der Rückkehr von Ray Cline aus Deutschland, heimlich wieder aufgenommen hatte.

Doch dieser konstruktive Schritt wird durch die am 13. April 1970 in den Dallas Morning News berichteten Aktionen mehr als zunichte gemacht:

Amerikanische Piloten, die mit der Central Intelligence Agency (CIA) zusammenarbeiten, führen nächtliche Tiefflüge über dem kommunistischen China durch, um Zwietracht zu säen und eine mögliche Revolution herbeizuführen, wie die Dallas News von einem ehemaligen Regierungsflieger erfuhr. „Unsere Jungs fliegen ziemlich viel nach China“, sagte John Wiren in einem Interview.

„Sie fliegen nachts in alten PBYs [Patrouillenbombern] flussaufwärts. Sie werfen [chinesisch-nationalistische] Guerillas und Vorräte ab, um die Dinge aufzuwühlen.“ Wiren … der in den 1960er Jahren viel Zeit damit verbrachte, für die von der CIA gesponserte Fluggesellschaft „Air America“ in Laos zu fliegen … sagte, dass die geheimen Flüge nach China Teil eines langfristigen strategischen Plans sind. „Der große Plan ist die Revolution in China“, sagte er.

Joe Alsop: Ein Hersteller von Krisen

Heute haben die Exzesse in Indochina und insbesondere das jüngste amerikanische Abenteuer in Kambodscha vielleicht den Status derjenigen in Amerika geschwächt, die immer noch solche Phantasien hegen. Es lässt sich jedoch zeigen, dass solche Personen bei der Entstehung des Zweiten Indochinakriegs eine zentrale, wohlüberlegte und wiederkehrende Rolle spielten, auch wenn sie eher „privat“ als „öffentlich“ waren.

Nehmen wir beispielsweise Joe Alsop, den Mann, der nach den nicht ganz ernst gemeinten Worten von Townsend Hoopes „zeitweise den Vietnamkrieg erfunden zu haben schien“. (2) „Unerwarteten“ Krisen in Indochina gehen nicht selten ominöse Besuche von Joe Alsop voraus. Der letzte Besuch in Vietnam fand im April dieses Jahres statt, als er aus Saigon schrieb, um „die Möglichkeit“ anzugreifen, „dass das Zaudern und Schwanken in Washington dazu führen kann, dass wir die goldene Gelegenheit in Kambodscha verlieren“, zumindest eine Hälfte von Süd-Vietnam zu befrieden. (3)

Dieser zeitlich günstige Besuch erinnert an andere. Alsop besuchte Taiwan und Indochina Ende 1953, als die Franzosen ihren verhängnisvollen Aufmarsch in Dien Bien Phu begannen; er war der erste, der über die Unterstützung der USAF für Dien Bien Phu berichtete, ehe er seine Konvertierung zu Chiangs und MacArthurs Ansicht verkündete, dass es „keinen Ersatz für den Sieg“ in Asien gebe. (4)

Er besuchte Laos und Vietnam im April 1961, rechtzeitig, um Zeuge der „Operation Noel“ zu werden, der ersten von den USA beratenen Fallschirmjägeroperation in Indochina (mit Transporten, die von nationalistischen Chinesen und/oder amerikanischen Piloten der Air America gesteuert wurden), (5) und um in der vietnamesischen Provinz Kien Hoa einen Oberst namens Pham Ngoc Thao zu „entdecken“, der in den nächsten zwei Jahren von einer aktivistischen CIA-Fraktion als Kandidat für die Ablösung des zunehmend unglaubwürdigen Ngo Dinh Nhu gehandelt wurde.

Dieser Alsop-Besuch ging der schicksalhaften Reise von Vizepräsident Johnson im Mai 1961 um einen Monat voraus, die wiederum zu Kennedys Vietnam-Engagement führte. Im Mai 1964 schließlich kehrte Alsop nach Indochina zurück und befürwortete die Bombardierung Nord-Vietnams am Vorabend der Konferenz von Honolulu am 1. Juni, die ihrerseits den Vorfällen im Golf von Tonkin vorausging. (6)

Der ergiebigste Besuch von Alsop war jedoch zweifelsohne der von August bis September 1959, als, wie wir in einer früheren Ausgabe von Ramparts gesehen haben, (7) Amerikas verdeckter Krieg in Indochina begann. Damals trafen zwei Frachtflugzeuge der taiwanesischen Fluggesellschaft Civil Air Transport (d.h. zwei Flugzeuge der Air America) am 22. August in Vientiane ein, vier Tage bevor am 26. August in Washington ein Nothilfeprogramm unterzeichnet wurde, um sie zu bezahlen, und eine Woche bevor der „Beweis“ für eine nord-vietnamesische Invasion am 30. August erbracht wurde.

Unter dem Titel „Auf dem Weg nach Vientiane“ sagte Joe Alsop in seiner Kolumne vom 26. August voraus, „dass sich die Schlüsselstadt Sam Neua bald in ein zweites Dienbienphu verwandeln wird“ – eine absurde Behauptung, die jedoch fast sofort vom CIA-Schützling General Phoumi Nosavan und von der US-Presse aufgegriffen wurde. Alsop traf gerade noch rechtzeitig ein, um die angeblichen Überlebenden einer nicht existierenden nord-vietnamesischen „Invasion“ am 30. August zu interviewen; sein alarmistischer Bericht vom 2. September trug zu einer geheimen US-Exekutivanordnung vom 4. September bei, in deren Rahmen unter anderem die ersten US-Bodentruppen (eine Einheit der Army Signal) offenbar in das „neutrale“ Laos entsandt wurden. (8)

Geheime Befehle, die in Eisenhowers Abwesenheit angenommen wurden

Denis Warner, ein weiterer antikommunistischer Reporter, hörte dieselben „Überlebenden“ wie Alsop und äußerte sich verächtlich: „General Amkha akzeptierte als Tatsache, was der unterste westliche Stabsoffizier als Fiktion zurückgewiesen hätte.“ (9) Bernard Fall geht noch weiter und behauptet, die Beweise seien nicht nur falsch, sondern bewusst inszeniert. Aber zu denen, die den Köder schluckten, gehörte nicht nur Joe Alsop, der, wie Warner gewusst haben muss, während des Krieges in China Stabsoffizier unter Chennault gewesen war, sondern auch Alsops willige Gläubige in Washington, die den geheimen Befehl vom 4. September verschickten.

Zu letzteren gehörte offenbar nicht Präsident Eisenhower, der sich am entscheidenden Tag des 4. Septembers zu einem eintägigen Golfurlaub auf dem abgeschiedenen Schloss Culzean in Schottland aufhielt.

Der vollständige Inhalt des Geheimbefehls ist nicht bekannt (eine spätere Kolumne von Alsop ist unsere einzige Quelle), aber er könnte sehr wohl die sofortige Rekrutierung von Piloten durch die „American Fliers for Laos“ genehmigt haben, eine „freiwillige“ Gruppe, die „mit der laotischen Regierung über einen Vertrag zur Durchführung einer Operation wie die der Flying Tigers verhandelte“. (10) Eine solche Genehmigung war notwendig, um eine Strafverfolgung nach Abschnitt 959 des US-Strafgesetzbuches zu vermeiden, der jeden bestraft, der in den Vereinigten Staaten eine andere Person anwirbt oder anhält, sich für einen ausländischen Militärdienst zu melden.

Der Kongress sollte die Veröffentlichung dieses geheimen Befehls verlangen, um zu erfahren, wozu er ermächtigt, ob Alsops falsche Angaben darin enthalten waren, wie und von wem er unterzeichnet wurde und warum er auf den Tag von Eisenhowers Abwesenheit in Schottland datiert war und warum man nicht auf seine Rückkehr nach Amerika drei Tage später wartete.

Möglicherweise ist das Gerede von einer hochrangigen Verschwörung für einen begrenzten Krieg in Washington, an der vielleicht sogar Mitglieder der gegenwärtigen Regierung beteiligt sind, gar nicht so paranoid, wie Autoren wie Schlesinger uns glauben machen wollen.

Pan Am und die Überwelt der Wall Street

Eine Tatsache ist sicher: Joe Alsop war zusammen mit seinem Washingtoner Freund Tommy „the Cork“ Corcoran an der Planung einer früheren geheimen Durchführungsverordnung [Executive Order] beteiligt, derjenigen vom 15. April 1941, die Chennaults American Volunteer Group oder „Flying Tigers“ autorisierte.

Alsop war auch nicht die einzige Verbindung zwischen den beiden Durchführungsverordnungen: Hinter beiden stand die schattenhafte Präsenz von Pan Am, Amerikas größter Fluggesellschaft im Fernen Osten und eine häufige „private“ Tarnung für militärische Vorbereitungen der USA vor dem Zweiten Weltkrieg.

1941 war ein ehemaliger Präsident der chinesischen Pan Am-Tochter CNAC, William Pawley, Präsident der „Central Aviation Manufacturing Company“, die Reserveoffiziere als Piloten der Flying Tigers „anheuerte“. 1959 (wie heute) war der ehemalige Pan Am-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Indien, George Arntzen Doole, Chief Executive Officer von Air America, wo er von zwei weiteren ehemaligen Pan Am-Führungskräften unterstützt wurde: Amos Hiatt, der Schatzmeister von Air America, und Hugh Grundy von CNAC, jetzt Präsident von Air Americas taiwanesischem Unternehmen Air Asia.

Die Piloten für die „American Fliers for Laos“ wurden von Clifford L. Speer, einem Veteranen der USAF, rekrutiert. Speer wurde als „Major der Air Force Reserve und ziviler Angestellter in Fort Huachuca, Arizona“ beschrieben, (11) wo Pan Am einen Vertrag zur Durchführung hochgeheimer „Elektronikwaffen“-Forschung für die USAF hat.

Die Verbindungen von Pan Am zu den Flying Tigers und CAT/Air America waren sowohl eng als auch gewinnbringend, da Pan Am stets einen großen Teil der unterstützenden Charter-Lufttransporte hinter Chennaults Kriegs- und Nachkriegsoperationen übernommen hat. Während des Krieges flog die riesige chinesische Tochtergesellschaft von Pan Am, die China National Aviation Co. (CNAC), den Großteil der damals weltweit größten Lufttransporte „über den Buckel“ nach China und setzte dabei viele ehemalige Piloten der Flying Tigers ein.

Madame Chennault nennt Gordon Tweedy, einen ehemaligen Anwalt bei Sullivan and Cromwell, der von 1941 bis 1948 bei CNAC tätig war, als ein führendes Mitglied von Chennaults „Washington Squadron“, der Gruppe, die von Corcoran und Alsop organisiert wurde, um das Lend-Lease-Programm für China zu organisieren. In der Zwischenzeit flog Marion Cooper, einer der vielen Pan-Am-Direktoren, die zu irgendeinem Zeitpunkt dem wohlhabenden und exklusiven Brook Club in New York angehörten, 1942 nach China, um Stabschef der damaligen China Air Task Force von Chennault zu werden.

So hatte Chennault, ein in Commerce, Texas, geborener Mann, der bei den Hierarchien des Kriegs- und Außenministeriums nie beliebt war, paradoxerweise persönliche Verbindungen zum Brook Club und zur Pan Am, zu deren weiteren Direktoren damals ein Vanderbilt, ein Mellon und zwei Whitneys gehörten.

In den 1950er und 1960er Jahren unterstützte Pan Am erneut verschiedene CAT/Air America-Operationen über den Pazifik, beginnend mit dem Koreakrieg. Am 5. Mai 1953 traf beispielsweise die Civil Air Transport mit von der USAF „geliehenen“ Flugzeugen und Piloten in Hanoi ein, um ihre Luftbrücke nach Dien Bien Phu zu beginnen. Siebzehn Tage später, am 22. Mai, nahm Pan Am seinen „kommerziellen Dienst“ nach Hanoi auf, einen Dienst, der mit Unterstützung der US-Regierung „im nationalen Interesse“ eingerichtet wurde und der für Pan Am während des beschleunigten Aufbaus des Vietnamkriegs zu einem der wichtigsten Geldbringer wurde.

Das Interesse der Wall Street an CAT ging jedoch weit über die Gewinne aus den militärischen Lufttransportverträgen hinaus: CAT war das logistische Rückgrat für die neue Formel zur Bekämpfung des Kommunismus in Asien nach dem Koreakrieg. Eisenhower drückte es so aus: „Wenn es dort einen Krieg geben muss, dann sollen es Asiaten gegen Asiaten sein, mit unserer Unterstützung auf der Seite der Freiheit.“

Vor dem Krieg war die Welt einfacher gewesen. Wie die U.S. Navy damals in ihrer Broschüre The United State Navy as an Industrial Asset – What the Navy Has Done for Industry and Commerce festhielt,

Im asiatischen Raum patrouillieren ständig Kanonenboote auf dem Jangtse-Fluss. Diese Boote sind in der Lage, von der Mündung des Flusses bis fast 2.000 Meilen ins Herz Chinas zu patrouillieren. Amerikanische Geschäftsleute haben freimütig erklärt, dass sie, sollten die Vereinigten Staaten diese Patrouille abziehen, China gleichzeitig verlassen müssten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Kanonenbootdiplomatie nicht mehr respektabel. Die offene Intervention wurde von der verdeckten abgelöst, so wie das Kriegsschiff durch das Flugzeug ersetzt wurde. Vor allem in China gab es zahlreiche Gründe, warum die Vereinigten Staaten eine zu starke Identifikation mit dem maroden Regime von Chiang Kai-shek vermeiden wollten. Doch die Forderungen der amerikanischen Geschäftsleute nach Schutz in Asien waren so groß wie eh und je.

Civil Air Transport: Ein unternehmerisch-staatliches Amalgam

All diese Faktoren müssen die Entscheidung des US-Außenministeriums beeinflusst haben, General Chennault indirekt bei der Gründung seiner „privaten“ chinesischen Nachkriegsfluggesellschaft Civil Air Transport (die zunächst Chennault Air Transport hieß) zu unterstützen. Zweifellos war auch Kuomintang-Kapital involviert, angeblich das von T.V. Soong und seiner Schwester Madame Chiang und mit Sicherheit das der chinesischen Industriellen Wang Yuan-ling, Hsu Kuo-mo und Wang Wen-san (dem heutigen CAT-Vorsitzenden), dem damaligen Manager der Kincheng Bank, die ebenfalls in CAT investierte. (12)

CATs 47 Transporter der US Army Air Force wurden von der US-Hilfsorganisation UNRRA für weniger als ein Zehntel der ursprünglichen Kosten und ohne Bargeld geliefert. Die UNRRA vergab Verträge an Chennault und seine Männer, darunter ehemalige OSS-Offiziere unter Chennault wie Malcolm Rosholt, um Hilfsgüter ins Landesinnere zu fliegen. Als seine Rechnung für das Ausfliegen der Hilfsgüter zu hohen Notfalltarifen dem niedrigen Preis der UNRRA für die überschüssigen Flugzeuge entsprach, gingen diese in seinen Besitz über. (13)

Zunächst wies UNRRA-Direktor LaGuardia diesen Vorschlag zurück, nachdem er und alle anderen zuständigen UNRRA-Beamten ihn als verschwenderisch und unnötig abgelehnt hatten. Allein, LaGuardia „wurde vom Außenministerium zur Konsultation hinzugezogen und erfuhr, dass sowohl Soong als auch Madame Chiang auf der Notwendigkeit der Fluggesellschaft bestanden hatten. LaGuardia machte einen Rückzieher.“ (14) Die Kuomintang wollte eindeutig, dass Chennault zur Unterstützung ihrer weit verstreuten Armeen blieb; und tatsächlich, als Chennault „die volle Unterstützung der Linie erhielt, setzte er sie zur halbmilitärischen Unterstützung der Kuomintang ein.“ (15)

Aber auch die US-Regierung war in CAT durch Chennaults Partner Whiting Willauer, einen Absolventen von Exeter, Princeton und Harvard, vertreten. Willauer war in den 1930er Jahren in der Strafrechtsabteilung des US-Justizministeriums zunächst als Unruhestifter zur Bekämpfung von Kommunisten eingesetzt worden (als er mit Benjamin Mandel vom HUAC-Ausschuss unter der Leitung von Dies zusammenarbeitete). Danach half er 1954 beim Sturz von Arbenz in Guatemala und vertrat das Außenministerium bei der Planung der Schweinebucht-Operation im Jahr 1960.

Willauer war bis dahin ein Vertreter der Außenwirtschaftsverwaltung, der im Fernen Osten für die „wirtschaftliche Aufklärung“ zuständig war. Während des Krieges hatte er mit Chennault als Angestellter des Delaware-Unternehmens China Defense Supplies Inc. und als Sonderassistent des Präsidenten, W.S. Youngman, zusammengearbeitet – dem Nachkriegspartner von Tommy Corcoran. Die Vorsitzenden von China Defense Supplies waren T.V. Soong und Frederic Delano, der Onkel des Pan Am-Direktors Lyman Delano.

Ein weiteres wichtiges Mitglied von CAT war ihr Schatzmeister James J. Brennan, der während des Krieges Mitglied von Chennaults Washingtoner Geschwader war und nach dem Krieg persönlicher Sekretär von T.V. Soong in China wurde.

Mit anderen Worten, die CAT stellte, wie zuvor die Flying Tigers, eine verdeckte Allianz zwischen Soongs KMT-Elementen und Schlüsselelementen um Tommy Corcoran in der demokratischen Regierung dar. Dieses „private“ Arrangement ließ Chennault 1948 und 1949 die Freiheit, sich gegenüber dem Außenministerium für mehr Hilfe und Lufttransporte nach China einzusetzen – insbesondere für die chinesischen moslemischen Armeen von General Ma Pu-fang in der nordwestlichen Provinz Qinghai, die CAT damals über Lanzhou belieferte.

1949 standen Chennaults Ansichten und Aktivitäten dem nationalistischen China sichtlich näher als denen des Außenministeriums. So flog Chennault im November 1949, kurz nach einem ähnlichen Besuch von Chiang, zu Rhee Syng-man nach Korea, „um ihm einen Plan für die koreanische Luftwaffe zu geben“; zu diesem Zeitpunkt war es noch offizielle US-Politik, Rhee Flugzeuge zu verweigern und seine Männer nur mit leichten Verteidigungswaffen auszurüsten, um jede Versuchung einer Invasion Nord-Koreas zu unterbinden. (16)

1949: Wachsendes Engagement der US-Regierung in CAT

Dennoch begannen im November 1949 die verdeckten Verbindungen der US-Regierung zu Chennaults von China unterstützter Fluggesellschaft deutlich zuzunehmen. Zunächst diente diese neue US-Unterstützung eher Ad-hoc- als langfristigen strategischen Zwecken. Das Außenministerium befürchtete, dass die zivile chinesische Luftflotte, sollte sie unter der neuen chinesischen Volksrepublik weiter betrieben werden, bald für eine Invasion gegen Taiwan eingesetzt werden würde.

So wurde am 30. November 1949, dem Tag des Falls von Chungking, eine Scheinfirma in Delaware, Civil Air Transport, Inc., gegründet, um über 70 Flugzeuge der beiden staatlichen chinesischen Fluggesellschaften, die damals in Hongkong Zuflucht gesucht hatten, zu „kaufen“ und sie so (durch einen Vorgang, den Madame Chennault seither freimütig als „legale Entführung“ bezeichnet hat) der neu gegründeten chinesischen Volksrepublik vorzuenthalten.

Das Außenministerium konnte nun im Namen „eines amerikanischen Unternehmens“ Druck auf die Behörden Hongkongs und Großbritanniens ausüben, was es auch energisch tat. In der Zwischenzeit flog der frühere OSS-Chef William J. Donovan zusammen mit Chennaults altem Anwalt Tommy Corcoran, der nun auch CAT-Berater war, nach Hongkong. Das US-Konsulat in Hongkong (und sein Luftwaffenattaché, Oberst Leroy G. Heston, der mit Chennault in China gedient hatte) spielten eine besonders aktive Rolle im Namen von CAT.

Ein Nebenprodukt der Vereinbarung war, dass Pan Am, im Gegensatz zu den anderen US-Unternehmen in China, eine Entschädigung für seine 20 %-ige Beteiligung an der Fluggesellschaft CNAC erhielt. Die Tatsache, dass die Civil Air Transport Inc. einen Scheck direkt an Pan Am in New York und nicht an die CNAC-Büros in China ausstellte, war eines der schwächsten Glieder in ihrem ziemlich durchsichtigen Fall (oder dem, was Madam Chennault „ein letztes antikommunistisches ,Wunder‘“ nannte). (17)

Rechtlich gesehen gab die neue Delaware Corporation, die 4,8 Millionen Dollar für das Geschäft bereitstellte, nur zwei von 2.000 genehmigten Aktien aus – nicht an Chennault, sondern an die ehemaligen T.V. Soong-Mitarbeiter Willauer und Brennan. Möglicherweise stammten die 4,8 Millionen Dollar tatsächlich von der CIA; denn als der britische Geheimrat die Flugzeuge schließlich der Civil Air Transport, Inc. zusprach (und damit die Gerichte in Hongkong überstimmte), kamen die siebzig Flugzeuge, die für einen Bruchteil ihres tatsächlichen Wertes „gekauft“ worden waren, zur Reparatur auf den Flugzeugträger Windham Day der US-Marine in die Vereinigten Staaten. (18)

Die juristische Arbeit an der Scheinfirma wurde jedoch von der Anwaltskanzlei von Tommy Corcoran erledigt, dessen Geschäftsadresse in den folgenden sieben Jahren von allen Direktoren der Civil Air Transport Inc. in Washington angegeben wurde: Tommy Corcoran, sein Anwaltspartner W.S. Youngman, dem Willauer als Special Assistant in China Defense Supplies gedient hatte, Corcorans Bruder Howard F. Corcoran, Duncan C. Lee, der während des Krieges für das OSS nach China geflogen war, (19) und Annetta M. Behan, die Notarin, welche die von ihr ausgefüllten Jahresberichte des Unternehmens beglaubigte.

Weder Corcoran noch die CIA scheinen in dieser Phase etwas unternommen zu haben, um CAT bei der Lösung seiner eigenen finanziellen und betrieblichen Probleme zu helfen. Anfang 1950 musste Chennault seinen Piloten mitteilen, dass sie nur noch die Hälfte des Gehalts bekämen und sich anderweitig um Arbeit bemühen könnten. Der Ausbruch des Koreakriegs am 25. Juni 1950 rettete die CAT, die sofort begann, den Großteil der militärischen Lufttransporte innerhalb Koreas zu fliegen. Am 10. Juli wurde eine zweite Gesellschaft in Delaware gegründet: CAT Inc. wurde später in Air America Inc. umbenannt (die ältere Civil Air Transport Inc. wurde 1956 still und leise aufgelöst, nachdem sie ihren begrenzten Zweck der „Entführung“ erfüllt hatte).

Die Kontrolle über das neue Unternehmen verblieb bei den Offizieren der chinesischen Fluggesellschaft Civil Air Transport, die vier der sieben Direktorenposten innehatten. Die restlichen drei gingen an die leitenden Angestellten der Holdinggesellschaft Airdale Corp., die ebenfalls am 10. Juli 1950 gegründet worden war, angeblich als Durchlaufstelle für CIA-Gelder. Die Airdale Corp. (1957 in Pacific Corp. umbenannt) hielt seither 100 % der Aktien von CAT Inc./Air America. Mit frischem Kapital, eigens rekrutierten Piloten und den koreanischen Charterverträgen florierte CAT bald und verfügte über ein Vermögen von etwa 5,5 Millionen Dollar und Einnahmen in der Größenordnung von 6 bis 12 Millionen Dollar pro Jahr. (20)

Doch die neue amerikanische Unterstützung der CAT änderte nichts an ihrem Status als alleiniges Luftfahrtunternehmen der Republik Chiang. Im Gegenteil: Bereits im Oktober 1950 tauschte das taiwanesische Außenministerium Noten mit verschiedenen asiatischen Ländern aus, um die Lande- und Laderechte der aufstrebenden kommerziellen Fluggesellschaft CAT zu bestätigen.

Irgendwann in den 1950er Jahren wurde auf Drängen der Chiang-Regierung eine 60-prozentige Mehrheitsbeteiligung an der kommerziellen Fluggesellschaft (CAT Co., Ltd. oder CATCL, ein taiwanesisches Unternehmen) gewährt oder an die KMT-Interessen zurückgegeben, die ursprünglich in sie investiert hatten. So löste Wang Wen-san – zuvor Vorsitzender des CAT Policy Board – Chennault als Vorsitzenden des CAT-Board ab, ein Amt, das er bis heute innehat. Ihm zur Seite standen Henry K. Yuan, ein CAT-Mitarbeiter, und Y.C. Chen, offenbar ein ehemaliger Abteilungsleiter im KMT-Informationsministerium und Direktor der KMT-Abteilung für Überseeangelegenheiten.

Ein Anteil von 40 % wurde im Namen der Airdale Corp. gehalten, die 1957 in Pacific Corporation umbenannt wurde. Rechtlich gesehen sind CAT Inc./Air America Inc. (die Delaware-Gesellschaft) und CATCL (das taiwanesische Unternehmen) getrennte Unternehmen. In der Praxis ist es schwierig, zwischen der taiwanesischen Tochtergesellschaft von Air America, Air Asia, und CATCL zu unterscheiden: Die beiden Unternehmen hatten gemeinsame Direktoren, Führungskräfte, Einrichtungen, Piloten und vor allem Flugzeuge.

Die CIA und die „plausible Bestreitbarkeit“

Im typischen Jahr 1963 zählte das World Aviation Directory beispielsweise 4.600 Beschäftigte und 300 Piloten bei CATCL unter derselben Adresse. Einem ehemaligen Pressesprecher von CATCL zufolge hat Air Asia „einen Dienstleistungsvertrag mit CAT, was die Art und Weise ist, wie die Amerikaner die ,chinesische‘ Fluggesellschaft betreiben“. (21) Der kommerzielle „Mandarin Jet“ von CAT, der 1968 abstürzte, wurde von der CIA-gestützten „Southern Air Transport“ in Miami geleast, die zur Zeit der Schweinebucht-Operation in der Karibik flog und auch mit Air America in Laos und Vietnam zusammenarbeitete.

Der Anwalt von Southern Air Transport, Alex E. Carlson, vertrat auch die Double-Chek Corporation (gleiche Adresse), die amerikanische Piloten anheuerte, um in der Schweinebucht zu fliegen. (22) Und Whiting Willauer, der 1960 der leitende Vertreter des Außenministeriums für die Schweinebucht-Operation war, sagte später aus, dass CAT-Piloten die beteiligten kubanischen Piloten ausbildeten. (23)

In der Zwischenzeit beendete die CIA offenbar im Februar/März 1952 die Anomalie ihrer direkten Subventionierung einer florierenden kommerziellen Fluggesellschaft in Taiwan. Es handelte sich um ein Unternehmen, dessen Beamte gegen die Politik des Außenministeriums Lobby betrieben, in der Hoffnung, Mao zu stürzen. Die Fluggesellschaft hatte offenbar ihre finanzielle Beteiligung an der Airdale Corp. und der CAT Inc. an eine engverbündete Gruppe von New Yorker Geschäftsleuten verkauft, von denen zwei (später drei) Joe Alsops Clubkameraden im Brook Club waren: Samuel Sloan Walker und William A. Read Jr., zu denen 1958 Robert Guestier Goelet stieß. Walker, Read und Goelet sind noch immer die führenden Direktoren der Pacific Corp. und von Air America. (24)

Es ist natürlich möglich, dass die Angaben in den Jahresberichten der Unternehmen irreführend sind, dass die Walker-Brook-Club-Gruppe nur eine Fassade ist und dass die Airdale Corp. weiterhin das ist, was man technisch als „proprietär“ bezeichnet und direkt der CIA gehört. Die Unterstützung der CIA für Air America, wie z. B. die Rekrutierung und Sicherheitsüberprüfung von Piloten des Militärs für verdeckte Operationen, scheint jedoch insgesamt eher auf eine vertragliche als auf eine eigentumsrechtliche Beziehung hinzudeuten, wie die Verbindungen zwischen der CIA und Lockheed bei der Entwicklung des U-2-Programms. (25)

Air America ist, wie CATCL, eindeutig auch privatwirtschaftlich tätig und soll jährlich etwa 10 Millionen Dollar einnehmen. Nach Angaben der New York Times fliegt das Unternehmen

Prospektoren, die nach Kupfer suchen, und Geologen, die in Indonesien nach Öl suchen, und stellt Piloten für kommerzielle Fluggesellschaften wie Air Vietnam und Thai Airways sowie für China Airlines [Taiwans neue, in chinesischem Besitz befindliche Fluggesellschaft, die seit 1968 die Passagierdienste von CAT übernommen hat]. (26)

Es ist die Praxis der CIA, sich von peinlich geschmacklosen verdeckten Kriegsunternehmen zu distanzieren, die sie mit aufgebaut hat, wie z.B. Interarmco, die riesige Firma für den Einkauf von Kleinwaffen, die von dem ehemaligen CIA-Agenten Samuel Cummings geleitet wird (die u.a. das Mannlicher-Carcano-Gewehr importierte, das bei der Ermordung von J.F. Kennedy verwendet worden sein soll). (27)

Im Fall von CAT Inc. scheint der Beteiligungsverkauf von Walter Reid Wolf, dem stellvertretenden Verwaltungsdirektor der CIA zwischen 1951 und 1953, abgewickelt worden zu sein. Wolf war Treuhänder der kleinen Empire City Savings Bank in New York, deren Vorsitzender Samuel Sloan Walker war. Arthur Berry Richardson fungierte als dritter Treuhänder. (Ein vierter Treuhänder, Samuel Meek, war Direktor von Time, der damals stark pro-Chiang eingestellt war und später dem von der CIA unterstützten „Cuban Freedom Committee“ angehörte.)

Anfang 1952 wurden Walker und Richardson Direktoren von Airdale (jetzt Pacific Corp.) und CAT Inc. (jetzt Air America), zusammen mit einem dritten Direktor, William A. Read, welcher der ehemalige Schwager von Walkers Frau war. Wolf war außerdem Vizepräsident der National City Bank und Senior-Vizepräsident ihrer Investmentgesellschaft City Bank Farmers‘ Trust, zusammen mit Walkers Cousin Samuel Sloan Duryee. Darüber hinaus saßen Wolf und Duryee in den amerikanischen Aufsichtsräten der Zurich Insurance und verwandter Schweizer Unternehmen. Etwa zu der Zeit, als Wolf stellvertretender CIA-Direktor wurde, trat Desmond Fitzgerald, ein Mitglied von Duryees Anwaltskanzlei, in die CIA ein und war jahrelang für deren verdeckte Indochina-Operationen verantwortlich, wobei er mit Air America zusammenarbeitete. Fitzgerald soll einen großen Teil seiner Zeit in Asien verbracht haben, doch hat er sich offenbar nie dazu herabgelassen, ein einfacher CIA-Schreibtischbeamter oder Stationschef zu werden. Stattdessen nutzte er die Tarnung eines privaten Anwalts mit einer Adresse in der Innenstadt von Washington.

Die Vorherrschaft der Wall Street in der frühen CIA

Der Airdale-Wechsel von 1952 war, kurz gesagt, eine Übergabe von Wall-Street-Männern innerhalb der CIA an Wall-Street-Männer außerhalb der CIA, ein bequemes Arrangement, bei dem die Gewinne der externen Bankiers wahrscheinlich weniger zählten als die Nicht-Rechenschaftspflicht, die der CIA gewährt wurde. (28) Als Zeichen für die Kontrolle der Wall Street über die CIA in dieser Zeit muss man nur feststellen, dass von den sechs zivilen stellvertretenden Direktoren, von denen bekannt ist, dass sie zwischen 1950 und 1952 von CIA-Direktor Walter Bedell Smith ernannt wurden, alle sechs aus New Yorker Rechts- und Finanzkreisen stammten; nicht weniger als fünf von ihnen waren (wie die wohlhabenden Erben Walker, Read und Goelet) in New Yorks beschränktem Social Register aufgeführt, das auf New Yorks Erbschafts-Oberschicht hinwies. Außerdem standen sie alle in direkter Verbindung zu den New Yorker Finanzinteressen, die nicht nur von Öl- und anderen Investitionen im Ausland profitierten, sondern auch von den neuen Rüstungsindustrien, die zu ihrem Schutz entwickelt wurden.

Wolf beispielsweise war Vizepräsident der National City Bank, der New Yorker Bank mit dem ältesten und größten Orientgeschäft (vor dem Zweiten Weltkrieg hatte sie dort siebzehn Niederlassungen). Sie war auch, zusammen mit Chase Manhattan, vielleicht die führende Bank hinter der Flugzeugindustrie im Allgemeinen und Pan Am im Besonderen. (James Stillman Rockefeller war seit 1953 Direktor sowohl von Pan Am als auch von National City Bank – die 1967 einen Großteil der Pan Am-Aktien übernahm). (29)

Hinter der National City Bank stand ihr größter Aktionär, die Transamerica Corporation der Familie Giannini, deren bekanntere Tochtergesellschaft, die Bank of America, zu dieser Zeit neue Filialen im Fernen Osten eröffnete und sich aktiv an den Aktivitäten der China-Lobby beteiligte. Im Jahr 1948 flog beispielsweise Tommy Corcorans Anwaltspartner D. Worth Clark zusammen mit Russell Smith, einem Vizepräsidenten der Bank of America, und dem ehemaligen Time-Mitarbeiter Edward B. Lockett, einem Ghostwriter für Chennault, im Rahmen einer speziellen Lobbying-Mission nach China. Clark soll sich später daran erinnert haben, dass die Idee für die Mission, welche teilweise von der nationalistischen Regierung bezahlt wurde, „bei einer Cocktailparty in der chinesischen Botschaft aufkam“. (30) Ein Direktor von Transamerica, James F. Cavagnaro, war bereits (über die World Commerce Corporation) an einem illegalen privaten Kriegsunternehmen zur Unterstützung von Chiang beteiligt (Commerce International China, oder CIC). (31)

Para-Politik, der Brook Club und das Erbschaften-Milieu

Mit anderen Worten: Es ist irreführend, Samuel Walkers Air America als (in den Worten der New York Times) „die private Lufttochter der Central Intelligence Agency“ zu bezeichnen. (32)

Air America steht nicht nur für die CIA, sondern – was noch wichtiger ist – für die Macht, die beide ins Leben rief: die New Yorker Finanzinteressen, in deren Milieu die leitenden Direktoren von Air America hineingeboren wurden. So ist es kein Zufall, dass Walker, Read und Goelet allesamt respektable, aber ansonsten unauffällige Erben bedeutender Vermögen aus dem neunzehnten Jahrhundert sind und damit „zuverlässiger“ als Selfmade-Unternehmer. (33)

Zu Walkers Onkeln und Cousins ersten Grades gehörten beispielsweise die Direktoren von Chase National (Gordon Auchincloss), National City (Samuel Sloan), City Bank Farmers‘ Trust (Samuel Sloan Duryee), Bankers Trust und Pan Am (Samuel Sloan Colt); andere Cousins sind mit einem du Pont, einer Tiffany, zwei Milburns und der Schwester von William Bundy verheiratet.

So ist die Gründung von Air America, wie die der CIA selbst, eine Übung in dem, was ich an anderer Stelle als Para-Politik bezeichnet habe – die Erzielung politischer Ergebnisse, für die bewusst keine Rechenschaft abgelegt wird. Para-Politik ist seit dem Zweiten Weltkrieg die von der Wall Street bevorzugte Form der Auslandsintervention. Kanonenboote werden nicht mehr eingesetzt, um ausländische Regierungen zu stürzen, welche die Verstaatlichung von Ölgesellschaften bedrohen, aber bis vor kurzem (mit seltenen Ausnahmen wie Kuba) wurden Kanonenboote nicht benötigt. „Private“ Vereinbarungen, mit oder ohne Unterstützung der CIA, haben in der Regel ausgereicht, um die Aufgabe zu erledigen.

Das erste Beispiel für die Para-Politik der CIA aus dem Jahr 1948 ist ein Paradebeispiel für das wahre Verhältnis zwischen „privater“ und „öffentlicher“ Macht (dem Brook Club und dem Weißen Haus), das damals in Amerika herrschte. Truman hat später gesagt, dass „ich bei der Gründung der CIA nie daran gedacht habe, dass sie in Friedenszeiten in verdeckte Operationen verwickelt sein würde“. (34)

Seine Absichten zählten leider weniger als die von Allen Dulles, damals Anwalt einer New Yorker Kanzleifirma und Präsident des Council on Foreign Relations. Die Regierung war besorgt, dass die Kommunisten in Kürze die Wahlen in Italien gewinnen könnten:

Forrestal war der Ansicht, dass eine geheime Gegenmaßnahme unerlässlich sei, aber seine anfängliche Einschätzung war, dass die italienische Operation privat durchgeführt werden müsse. Die wohlhabenden Industriellen in Mailand zögerten, das Geld zur Verfügung zu stellen, da sie im Falle eines Sieges der Kommunisten Repressalien befürchteten, und so wurde der Hut im Brook Club in New York weitergegeben. Allen Dulles war jedoch der Ansicht, dass das Problem in privater Hand nicht wirksam gelöst werden konnte. Er drängte darauf, dass die Regierung eine verdeckte Organisation mit unbezahlten Geldern einrichten sollte, und es wurde beschlossen, diese unter dem Nationalen Sicherheitsrat einzurichten. (35)

Dieser verhängnisvolle Versuch, nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden, ist lehrreich: Der Verteidigungsminister war der Meinung, dass die Operation privat gehalten sein sollte, aber ein Anwalt der Wall Street entschied, dass sie öffentlich sein sollte. Auf diese Weise haben die Männer im Brook Club vermutlich sogar ihr Geld zurückbekommen; seither gehören die Gelder (uneingelöst) uns.

Es ist interessant, Alsops gefälschte „Invasion“ von 1959 nicht aus der Perspektive von Laos, sondern aus der des New Yorker Brook Clubs zu betrachten, den Cleveland Amory in Who Killed Society als „vielleicht den reichsten Club der Welt, gemessen am vererbten Reichtum“ beschreibt. Der Club hat insgesamt nur etwa 400 Mitglieder, von denen sich nur eine Handvoll dazu herablässt, „In-and-Outers“ im zeitweiligen Regierungsdienst zu werden oder gar dem von Rockefeller gesponserten, aber eher elitär orientierten Council on Foreign Relations beizutreten. (36)

Dennoch war der Brook Club im Hintergrund von Alsops „Invasion“ gut vertreten. Joe Alsop selbst war Mitglied des Brook Clubs, ebenso wie zwei Direktoren von Pan Am und drei der fünf Direktoren der Pacific Corporation, deren Tochtergesellschaft Air America 1959 begann, die laotische Neutralität (und die Neutralitätsgesetze der USA) immer offener zu verletzen.

Air America arbeitete in dieser Zeit eng mit der CIA zusammen. Viele Jahre lang wurde die CIA-Operation in Laos von dem Brook-Club-Mitglied Desmond Fitzgerald kontrolliert, einem ehemaligen Verbindungsoffizier der nationalistischen chinesischen Neuen Sechsten Armee, der 1951 von der Anwaltskanzlei des Cousins von Samuel Sloan Walker, Samuel Sloan Duryee, zur CIA wechselte. (Ein weiteres ehemaliges Mitglied von Duryees Kanzlei war Harper Woodward, der von 1955 bis 1957 als Angestellter der taiwanesischen kommerziellen Fluggesellschaft Civil Air Transport die Interessen von Laurance Rockefeller vertrat – dem einzigen Rockefeller, der dem Brook Club angehörte.)

Und während das Brook-Club-Mitglied Walter S. Robertson, sechs Jahre lang ein führender Freund von Chiang Kai-shek als stellvertretender Außenminister für fernöstliche Angelegenheiten, gerade (zum 1. Juli 1959) aus Krankheitsgründen zurückgetreten war, wurde sein Platz von seinem guten Freund James Graham Parsons eingenommen, einem anderen New Yorker Gesellschaftsmenschen, der jahrelang als persönlicher Sekretär des Brook-Club-Mitglieds und ehemaligen Botschafters Joseph Grew (dem Cousin von J.P. Morgan) gedient hatte. Grew war 1936 Trauzeuge bei Parsons‘ Hochzeit gewesen, als einer der Platzanweiser Winthrop Brown von der Familie Brown Brothers Harriman (Großinvestoren in Pan Am) war, der 1960 Botschafter in Laos wurde.

Schließlich war 1959 der führende Befürworter dessen, was er als „Vorwärtsstrategie für Amerika“ in Asien bezeichnete – die Konfrontation mit China direkt an seinen Grenzen – das in Wien geborene Brook Club-Mitglied Robert Strausz-Hupé, ein ehemaliger New Yorker Investmentbanker, der mit Eleanor DeGraff Cuyler Walker verheiratet war, der ersten Frau von Samuel Sloan Walkers Bruder Joseph. Das Foreign Policy Research Institute von Robert Strausz-Hupé, welches zum Teil mit CIA-Geldern finanziert wurde, stand damals an der Spitze einer gut organisierten Kampagne rechter Militär- und Wirtschaftskreise gegen die eher begrenzte Politik der „Eindämmung“ des Kommunismus. Nach den Worten von Strausz-Hupé erlaubt die Eindämmung „den Kommunisten, sich gänzlich der Aggression zu widmen. … Defensivmaßnahmen selbst vermögen niemals den Sieg zu sichern.“ (37)

Die „China-Lobby“ und die Drehtür zur rechten Oberwelt

Diese Tatsachen deuten nicht auf eine klubinterne oder genealogische Verschwörung hin. Sie sind symptomatisch für ein gemeinsames rechtes Milieu, das sich nicht auf den Brook Club beschränkt, dessen Mitglieder zweifelsohne ebenso unterschiedliche Meinungen haben wie andere Menschen auch, die aber gemeinsam – aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu diesem privilegierten Milieu – einen weitaus größeren Einfluss ausüben, als der „private“ Status einiger Einzelner vermuten lässt.

Die Realität dieses Milieus hilft uns, die angebliche Unkontrollierbarkeit des von Schlesinger so bezeichneten „CIA-Mannes im Feld“ Desmond Fitzgerald in Laos zu verstehen. Desmond Fitzgerald war sicherlich in der Lage, die US-Politik ebenso zu beeinflussen wie die US-Politik Desmond Fitzgerald beeinflussen konnte. (Ein solcher Einfluss beschränkte sich auch nicht auf Laos – so ist beispielsweise überliefert, dass John F. Kennedy 1960, zwei Tage vor seiner Nominierung, Joe Alsop und seinen Verleger Phil Graham empfing und deren Argumenten zustimmte, dass er Tommy Corcorans alten Schützling Lyndon Johnson als seinen Kandidaten akzeptieren sollte.) (38)

Das Vorhandensein eines Milieus ist an sich nicht schuldhaft, ebenso wenig wie die neutrale Konsequenz, dass Männer, die über Einfluss verfügen, diesen auch zu nutzen versuchen. Aber die Konzentration öffentlicher Macht in begrenzten Kreisen fördert Absprachen außerhalb formeller Kanäle und Überprüfungen, eine Tendenz, die durch die vorherrschende Trägheit öffentlicher Stellen noch verstärkt wird; und wenn diese Absprachen solche Extreme erreichen wie die Meldung offensichtlicher Unwahrheiten als Tatsachen oder das zeitliche Abstimmen von Eingaben, um eine Überprüfung auszuschließen, dann kann man sagen, dass diese Absprachen konspirativ sind.

Im vorliegenden Fall ist besonders sträflich, dass Air America – das gewählte Instrument für die verdeckte Intervention in Laos – nicht einmal mit Gewissheit amerikanisch war. Trotz des Namens und der verbrieften Eigentumsverhältnisse waren das Kapital, die Anlagen, die Mitarbeiter und die Piloten von Air America zum großen Teil taiwanesisch.

Dass sowohl Mitglieder des Brook Club als auch die Kuomintang hinter einer mit der CIA verbundenen Fluggesellschaft stehen, mag für einige überraschend sein. Aber es gibt viele Beispiele für eine aktive Zusammenarbeit zwischen New Yorker Vermögen und der KMT. Zum Beispiel war das Brook-Club-Mitglied Richard C. Patterson, ein ehemaliger Botschafter in Guatemala, der den Chinesisch-Amerikanischen (später den Fernost-Amerikanischen) Rat für Handel und Industrie gründete, auch ein Direktor (zusammen mit dem Brook-Club-Mitglied Warren Lee Pierson) der Wah Chang Corporation der nationalistischen chinesischen Li-Familie, einer bekannten US-Wolframfirma mit chinesischen Aktionären. Wah Chang war lange Zeit von Lyndon Johnson politisch begünstigt worden und besaß eine wichtige Handelsniederlassung, die Tai Wah Trading Company, in Thailand. (Patterson war übrigens auch Direktor eines anderen Unternehmens, des erfolgreichen Konglomerats City Investing Co. zusammen mit dem Direktor von Air America, Robert G. Goelet.)

Joe Alsops eigener Schwager, Percy Chubb II (dessen Familienversicherungsunternehmen auf Kuba und auf den Philippinen tätig war), wurde 1947 Vorstandsvorsitzender der neu gegründeten Cathay Insurance Company, deren Gelder größtenteils aus chinesischem Fluchtkapital der KMT bestand. Einer von Chubbs Vorstandskollegen war K.P. Chen (Chen Kuo-fu), ein Verwandter von Chiang, eine Schlüsselfigur in der KMT-„CC-Clique“, der zusammen mit Madame Chiangs Bruder T.V. Soong und ihrem Schwager H.H. Kung Direktor der Bank of China war. (Ein vierter Direktor war Reignson Chen von der Wah Chang Trading Corp. und China Defense Supplies). Von ihren Wohnsitzen in New York aus leiteten K.P. Chen, Soong und die Kungs zu dieser Zeit Gelder in die inneramerikanischen Aktivitäten der „China-Lobby“, wie z.B. die finanzielle Unterstützung von Richard Nixons Senatswahlkampf 1950. (40)

Diese finanzielle Zusammenarbeit zwischen der KMT und der Wall Street ging mit einer anderen, ideologischen Zusammenarbeit einher. Archibald Roosevelt, ein Cousin von Joe Alsop, schloss sich dem „sozialen Kreis“ (besser bekannt als die „China-Lobby“) von Alfred Kohlberg, H.H. Kung und Erzbischof Paul Yu-pin an, etwa zu der Zeit, als sein Neffe Quentin Roosevelt von der OSS die Nachfolge von Gordon Tweedy in China als Direktor des CNAC antrat. (41)

Im gleichen Zeitraum wurden drei Mitglieder der Pan-Am-Lobby im Kongress zu Schlüsselfiguren der entstehenden „China-Lobby“ in Washington: Senator McCarran (der als Verfasser des Civil Aeronautics Act von 1938 berühmt geworden war), Senator Brewster (der so genannte „Senator von Pan Am“) und Clare Booth Luce, deren Ehemann Henry Luce nicht nur ein führender Publizist für Chiang war, sondern auch ein alter Yale-Kamerad und ein Nachbar von Pan-Am-Präsident Trippe in Connecticut.

1957 wurde die Pro-Chiang-Lobby in Amerika still und leise, aber effektiv als American-Asian (später American Afro-Asian) Educational Exchange, Inc. reorganisiert, mit Marvin Liebman als Generalsekretär und Brook Club-Mitglied Joseph Grew als Vorsitzenden. Bis 1959 wurde Grew als Vorsitzender von dem Brook Club-Mitglied Charles Edison (Sohn von Thomas Alva Edison) abgelöst, der zuvor zusammen mit General Donovan stellvertretender Vorsitzender des Committee to Defend America by Aiding Anti-Communist China gewesen war. (42) Unter den 58 Mitgliedern des AAEE befanden sich Mitglieder des alten Kohlberg-Kreises (einschließlich Frau Kohlberg) und der neueren „American Friends of Vietnam“ (Christopher Emmet) sowie der Herausgeber des New Leader (Sol Levitas) und mindestens ein Publizist der John Birch Society (George S. Schuyler). (43)

Der Name des Exchange und dessen erklärter Zweck („der Austausch von Informationen, Literatur und Personal zur Schaffung eines breiteren Verständnisses“) waren irreführend: In der Praxis wurde der Exchange dazu benutzt, taiwanesische Gelder für die Veröffentlichung von Pro-Chiang-Propaganda im New Leader und anderswo zu schleusen. (44) In der Zwischenzeit dienten der Vorsitzende und der Generalsekretär, Charles Edison und Marvin Liebman, auch als Vorsitzender und Generalsekretär eines geheimen Lenkungsausschusses, über den hierzulande nicht berichtet wurde, um Chiang Kai-sheks Asiatische Antikommunistische Volksliga (Asian Peoples’ Anti-Communist League, APACL) im Bündnis mit osteuropäischen Emigranten und rechtsgerichteten Industriellen aus Europa und Lateinamerika zu einer Antikommunistischen Weltliga aufzubauen. (45) Der „asiatische Beirat“ des AAEE, dem auch der um die Welt herumreisende APACL-Organisator Ku Cheng-Kang angehörte, bestand in Wirklichkeit fast ausschließlich aus Delegierten und Mitarbeitern der APACL.

Edisons und Liebmans Bemühungen betrafen diejenigen des Internationalen Komitees für Information und soziale Aktivitäten (International Committee for Information and Social Activities, CIAS) in Europa: Der Präsident des CIAS, Fritz Cramer, war während des Zweiten Weltkriegs ein deutscher Spionageabwehroffizier gewesen, und sein Generalsekretär, Alfred Gielen, hatte vor dem Krieg antisemitische Propaganda für Hitlers Antikomintern unter dem Aufdruck eines Hakenkreuzes geschrieben. (46) Die WACL, die faktisch als zweite Antikomintern bezeichnet werden kann, wurde am 7. September 1967 in Taipeh gegründet – ein weiteres Ereignis, über das hierzulande nicht berichtet wurde.

Mitarbeiter der AAEE und der APACL scheinen zusammen mit der CAT eine Rolle bei der fingierten Laos-„Invasion“ von 1959 gespielt zu haben – insbesondere Ku Cheng-kang, der auch Mitglied des KMT-Zentralkomitees der Chiang Ching-kuo-Fraktion und ein ehemaliger Innenminister war. (Er ist heute Mitglied des Ständigen Zentralkomitees oder Politbüros der KMT). Es sei daran erinnert, dass Anfang 1959 der große tibetische Aufstand stattfand, ein Aufstand, der durch eine verdeckte Luftbrücke aus Taiwan unterstützt wurde. An diesem Aufstand waren nicht nur Tibeter beteiligt, sondern auch andere ethnische Minderheiten im Osten in den angrenzenden Provinzen Qinghai, Sikang und Yunnan, die während des Krieges 1945-49 von Chennault und CAT unterstützt worden waren.

Im März 1959, so Bernard Fall, „hatten einige der nationalistischen Guerillas, die in den Shan-Staaten des benachbarten Burma operierten, laotisches Territorium überquert und wurden von einer Luftbrücke ,unbekannter Flugzeuge‘ versorgt“. (47) Wie sich 1961 herausstellte, als eines der CAT-Flugzeuge aus Taiwan von der burmesischen Luftwaffe abgeschossen wurde, waren diese Guerillas von der Free China Relief Association (FCRA) unterstützt worden, einer Mitgliedsgruppe der taiwanischen APACL mit derselben Adresse und demselben Personal. (48)

Im Mai und Juni 1959 besuchte der FCRA-Generalsekretär Fang Chih, ebenfalls Mitglied der KMT und der APACL, KMT-Lager in Laos, Burma und Thailand, was er auch 1960 wieder tat. Am 18. August 1959, fünf Tage vor der Ankunft zweier CAT-Flugzeuge in Vientiane und zwölf Tage vor Alsops „Invasion“, besuchte Ku Cheng-kang, der sowohl Präsident der FCRA als auch der taiwanesischen APACL war, Vientiane und traf sich mit dem geheimnisvollen, aber einflussreichen Oberst Oudone Sananikone, einem Mitglied der damals herrschenden laotischen Familie und Neffen des laotischen Premiers Phoui Sananikone. (49) Am 26. August 1959 unterzeichnete James Graham Parsons in Washington mit Oudones Vater Ngon Sananikone ein Nothilfeabkommen, das die Kosten für das Chartern der CAT-Flugzeuge vorsah. Dies geschah nur wenige Stunden, nachdem Eisenhower am selben Tag nach Europa abgereist war, als er keine Zeit gehabt hatte, den Hilfsantrag zu prüfen, denn Ngon hatte ihn erst am 25. August eingereicht.

Eine neue Schweinebucht-Operation und das Proto-Großschachbrett

Oudone Sananikone leitete eine „laotische“ paramilitärische Fluggesellschaft, Veha Akhat, die zu jener Zeit die Opiumanbaugebiete nördlich der Plaine des Jarres bediente. Die CAT hatte ihre Flüge zu den Meos [Hmong] in dieser Region, die für geschäftstüchtige Piloten so lukrative Möglichkeiten für den Schmuggel als Nebenerwerb bot, noch nicht aufgenommen. (50) Tatsächlich war Veha Akhat kaum mehr als eine Fassade für die nationalistischen chinesischen Fluggesellschaften, von denen sie sechs Flugzeuge und Piloten charterte. Am 19. Februar 1961, vier Tage nach dem Abschuss des CAT/FCRA-Flugzeugs durch die Burmesen, wurde eine von einer taiwanesischen Gesellschaft geleaste Veha Akhat C-47 über Laos abgeschossen; vier der sechs Personen an Bord sollen nationalistische chinesische Offiziere gewesen sein. (51) Oberst Oudone Sananikone spielte auch eine wichtige Rolle bei den geheimen Dreiergesprächen zwischen Offizieren aus Laos, Süd-Vietnam und Taiwan, die dem Staatsstreich von Vientiane und der daraus resultierenden Krise vom 19. April 1964 vorausgingen – ein Staatsstreich, über den der taiwanesische Rundfunk zwei Tage im Voraus berichtete. (52)

Das objektive Interesse Taiwans, der KMT und der APACL an einer Konfrontation mit Laos war viel offensichtlicher als das der Amerikaner. Die tibetischen und yunnanischen Guerillabewegungen jener Zeit waren ebenso wie die Schweinebucht-Operation nicht in der Lage, aus eigener Kraft erfolgreich zu sein: Ihre einzige Hoffnung lag darin, eine massive US-Intervention gegen China zu bewirken. In Laos wurden zwischen 1959 und 1961 die Hoffnungen und das Verlangen nach einer solchen Konfrontation wiederbelebt, kurz nachdem sie in der Quemoy-Krise 1958 knapp abgewendet worden war. In Verbindung mit rechtsgerichteten Gruppen innerhalb der USA wie dem American Security Council (dem auch Admiral a.D. Felix Stump angehörte, ein ehemaliger CINCPAC, der nunmehr Vorstandsvorsitzender von Air America und ein starker Lobbyist von Diem war) setzte sich die APACL für ein „Volunteer Freedom Corps“ aus Flüchtlingen aus China, Korea und Vietnam ein, das von den USA organisatorisch Unterstützung erhielt.

Beim Druckausüben auf Amerika, einen solchen Weg in Betracht zu ziehen, wurde Taiwan von Vietnam unterstützt, das bis zum Sturz Diems das APACL-Sekretariat beherbergte. Noch im Januar 1963 erläuterte Ngo Dinh Nhu persönlich Roger Hilsman

seine große Strategie, den Weltkommunismus ein für alle Mal zu besiegen, indem er die Vereinigten Staaten dazu veranlassen würde, das kommunistische China in einen Krieg in Laos zu locken, das „ein idealer Schauplatz und ein ideales Schlachtfeld“ sei. (53)

Hilsman deutet ferner an, dass die CIA grundsätzlich davon ausging, dass Laos zu einem solchen Hauptschlachtfeld werden würde; (54) und noch 1965 gab es laut Bernard Fall in Washington Leute, die glaubten,

dass die Vietnam-Affäre in eine „goldene Gelegenheit“ umgewandelt werden könnte, um auch das rot-chinesische Problem zu „lösen“, möglicherweise durch einen pan-asiatischen „Kreuzzug“, an dem chinesisch-nationalistische, koreanische und japanische Truppen beteiligt wären, die bei Bedarf von der Macht der Vereinigten Staaten unterstützt würden. (55)

Sowohl die Sprache als auch die Philosophie erinnern uns an Joe Alsops Beschreibung von Kambodscha im vergangenen April als „goldene Gelegenheit“, um „den Krieg in halb Süd-Vietnam zu beenden“. Angesichts dieser elitären Unterstützung ist es nicht verwunderlich, dass Air America und die ihr nahestehenden Personen sich energisch um die Internationalisierung des Konflikts in Laos bemüht haben. 1961 gab es laut Stanley Karnow größere Interventionen in Laos durch KMT-Truppen,

die von Taiwan aus in Stützpunkte in Nord-Thailand geflogen wurden. Berichten zufolge operierten 1961 schätzungsweise 4.000 chinesische Nationalisten in West-Laos, obwohl die Kennedy-Regierung versucht hatte, sie davon abzuhalten. (56)

Schätzungsweise zwei- bis sechstausend KMT-Truppen ernähren sich (und möglicherweise die KMT) immer noch vom Opiumhandel „im Niemandsland, wo Burma, Thailand und Laos aufeinandertreffen“. (57)

Nach der Wiedereinsetzung einer Koalitionsregierung im Jahr 1962 bestand eine der ersten Amtshandlungen von Finanzminister Phoumi Nosavan, dem thailändischen Protegé der CIA und von Air America, darin, in Peking ein Abkommen zu unterzeichnen, wonach die Chinesen Straßen im Nordwesten von Laos bauen würden. Diese beiden von den Chinesen gebauten Straßen, von denen eine etwa 50 Meilen südlich der Grenze verläuft, bevor sie nach Nordosten von Thailand abbiegt, werden nun von den Thais als Vorwand für ihre eigenen verdeckten Interventionen in Laos mit Unterstützung von Air America benutzt. Im März 1970 flog Air America beispielsweise mehrere hundert thailändische Truppen ein, um den CIA-Außenposten der Meo [Hmong] in Long Cheng gegen Kommunisten zu verteidigen und angeblich auch US-Spezialeinheiten nach Laos zu schicken. (58)

Para-Imperialismus: „Auf der Seite der Freiheit“

Das US-Außenministerium unter Nixon behauptet trotz all dieser Beweise weiterhin, dass „die grundlegende US-Politik gegenüber Laos die Unterstützung seiner Unabhängigkeit und Neutralität ist“. (59) Wenn solche Behauptungen ernst gemeint sind, sollte man annehmen, dass Washington vorrangig versuchen würde, nicht nur die thailändischen und KMT-Truppen aus Laos abzuziehen, sondern auch die CIA und Air America, deren Kräfte eindeutig gegen diese Politik zusammengearbeitet haben. Man erwartet jedoch kaum, dass sie bald abziehen werden.

Anfang 1964, zur Zeit einer erneuten französischen Friedensinitiative in Laos, scheint die neue Johnson-Administration kurz mit dem Gedanken gespielt zu haben, Air America aus Laos abzuziehen, da die Einwände der [Widerstandsgruppe] Pathet Lao gegen ihre Präsenz zu den Haupthindernissen für die Wiederherstellung des Friedens gehörten. Im März gaben sowohl die Vereinigten Staaten als auch Souvanna Phouma bekannt, dass Air America seine Tätigkeit in Laos einstellen und durch eine neue, noch nicht gegründete Tochtergesellschaft der US-Fluggesellschaft mit dem Namen Seaboard World Services ersetzt werden würde. (60)

Die Pathet Lao lehnte es zunächst ab, dass eine neue US-Gesellschaft einfach die Arbeit von Air America fortsetzte, scheint aber später den Vorteil darin gesehen zu haben, zumindest die Fluggesellschaft mit KMT-Verbindungen loszuwerden. Noch im Mai 1964, nachdem die Neutralisten durch einen Putsch der Rechten aus Vientiane verdrängt worden waren und US-Flugzeuge nun das Pathet-Lao-Gebiet bombardierten, deutete Pathet-Lao-Prinz Souphanouvong an, dass fünf US-Gefangene bald freigelassen werden könnten, sobald Air America das Land verlassen haben würde. Leider unterschätzten sowohl er als auch Seaboard World Airlines die Hartnäckigkeit der KMT.

Am 27. August 1964 meldete die New York Times, dass sich der Abzug von Air America „durch den Tod des Seaboard-Beamten, der die Übernahme abwickeln sollte, bei einem Flugzeugabsturz verzögert“ habe. In diesem knappen Bericht wurde die interessante Tatsache unterschlagen, dass der Beamte, John Davidson, am 20. Juni 1964 bei dem berüchtigten Absturz eines Flugzeugs der Civil Air Transport über Taiwan ums Leben gekommen war. Obwohl die taiwanesische Regierung in ihrer Untersuchung zu dem Schluss kam, dass der CAT-Pilot die Kontrolle über sein Flugzeug verloren hatte, bestätigten die Beweise, die der Untersuchungskommission von einem speziellen US-Untersuchungsteam vorgelegt wurden, den Verdacht der Presse, dass das Flugzeug sabotiert worden war: Die meisten Querruder-Steuerseile des Flugzeugs waren kurz zuvor durchtrennt worden. Im Flugzeugwrack befanden sich zwei Pistolen, die in den Überresten von zwei ausgehöhlten, streng geheimen Radarhandbüchern der US-Marine versteckt waren.

Aus unerklärten, aber nicht unerfindlichen Gründen scheint Seaboard nach diesem mysteriösen Flugzeugabsturz jegliches Interesse an den Gewinnen aus dem privaten Kriegsgeschäft der CIA in Laos verloren zu haben: ein „zufälliger“ Todesfall genügte, um sie davon abzubringen, den Vertrag weiter zu verfolgen. (61) Zweifellos wird sich Air America (das im Moment eine Ausweitung ihrer Operationen plant) eines Tages tatsächlich aus Laos zurückziehen, aber nicht bevor die Thais und die chinesischen Nationalisten bereit sind, ihren Platz einzunehmen.

Schon jetzt zieht die KMT ihre Unterstützung aus dem Komplex Civil Air Transport/Air America zurück und hat ihren profitablen zivilen Passagierbetrieb auf die taiwanesische Fluggesellschaft China Air Lines übertragen. Vielleicht wird China Air Lines eines Tages auch in Laos die Nachfolge von Air America antreten, ebenso wie die „zivilen Berater“ der US-Spezialeinheiten eines Tages durch private europäische Söldner ersetzt werden könnten, wie die Kongo-Veteranen, von denen gesagt wird, dass sie bereits in Kambodscha einfallen sollen.

Der Krieg wird dann zweifellos mit amerikanischer Unterstützung weitergehen, aber er wird noch mehr der Nixon-Strategie des Para-Imperialismus entsprechen, denn es wird dann tatsächlich ein Krieg sein, in den Worten von Präsident Eisenhower, von „Asiaten gegen Asiaten“.

Quellen Angaben / Anmerkungen

Einleitung

  1. The Wikipedia article on Operation CHAOS lists Ramparts as one of five “targets of Operation CHAOS within the antiwar movement.” However CHAOS was a Counterintelligence operation. My essay appears to have been collected by “Project Two,” the CIA’s Office of Security’s parallel surveillance operation. The file number on the fully redacted CIA page, (DD/S 3717) is for an OS file from 1970, perhaps mine.
  2. Two marginal queries on the second page of my MS suggest that a senior CIA officer may not have been aware of the facts I was reporting, including the very relevant one that some Air America planes, despite being funded through a CIA proprietary, were not fully under CIA control.
  3. William Stevenson, The Revolutionary King, 50-51; quoted in Peter Dale Scott, The American War Machine, 72. Cf. William O. Walker III, Opium and Foreign Policy: The Anglo-American Search for Order in Asia, 1912-1954 (Chapel Hill, NC: University of North Carolina Press, 1991), 184-85:

[By 1947] The United States increasingly defined for Thailand a place in Western strategic policy in the early cold war. Among those who kept close watch over events were William J. Donovan, wartime head of the OSS, and Willis H. Bird, who worked with the OSS in China…. After the war, Bird,… still a reserve colonel in military intelligence, ran an import-export house in Bangkok. Following the November [1947 Thailand coup] Bird…implored Donovan: “Should there be any agency that is trying to take the place of O.S.S.,… please have them get in touch with us as soon as possible. By the time Phibun returned as Prime Minister, Donovan was telling the Pentagon and the State Department that Bird was a reliable source whose information about growing Soviet activities in Thailand were credible.

  1. Peter Dale Scott, American War Machine: Deep Politics, the CIA Global Drug Connection, and the Road to Afghanistan (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2010), 83; citing Foreign Relations of the United States, 1951, Vol. 6, Pt. 2, 1634. The memo described Bird as “the character who handed over a lot of [US] military equipment to the Police, without any authorization as far as I can determine, and whose status with CAS [local CIA] is ambiguous, to say the least.”
  2. In the 1990s, Dennis Dayle, a retired senior DEA official, said on camera in my presence that “In my 30-year history in the Drug Enforcement Administration and related agencies, the major targets of my investigations almost invariably turned out to be working for the CIA.” (Peter Dale Scott, American War Machine, 149); Peter Dale Scott and Jonathan Marshall, Cocaine Politics (1998 edition), xviii-xix).
  3. Bertil Lintner, Burma in Revolt, 111–14.
  4. Peter Dale Scott, Deep Politics and the Death of JFK, 109. The Conference convened to cement this alliance was chaired by Antonio Valladares, the Nicaraguan lawyer for New Orleans mobster Carlos Marcello.
  5. Scott Anderson and Jon Lee Anderson, Inside the League, 54-55; cited in Jonathan Marshall, Peter Dale Scott, and Jane Hunter, The Iran-Contra Connection, 65. In 1967 the APACL became part of a larger World Anti-Communist League (WACL). According to Wikipedia, Both Hunt and Cline were stationed by OSS in China, where in 1946 they collaborated with OSS Kunming Chief Paul Helliwell (“Ray S. Cline,” Wikipedia, https://en.wikipedia.org/wiki/Ray_S._Cline#Early_life_and_family). I have not been able to confirm this. I learned much by studying the American delegations to the annual conferences of the APACL, which included the names of young people from American who later became noteworthy for other reasons. Let me cite in particular:
  6. Spas T. Raikin, the Secretary-General of the American Friends of the Anti-Bolshevik Bloc of Nations., who is named in the Warren Report (p. 718) as the “representative of the Traveler’s Aid Society” who met Lee and Marina when they landed in Hoboken after their voyage from Russia in 1962;
  7. Tom Huston, later briefly famous as the nominal author of the “notorious Huston Plan” of 1970 “for expansive surveillance of domestic protest movements during the Nixon presidency” (“Spying on Americans: Infamous 1970s White House Plan for Protest Surveillance Released,” National Security Archive, June 25, 2020, https://nsarchive.gwu.edu/briefing-book/intelligence/2020-06-25/spying-americans-new-release-infamous-huston-plan);
  8. Douglas Caddy, later briefly famous as the first attorney for the seven men arrested for the 1972 Watergate burglaries.
  9. Hsiao-ting Lin, The Accidental State: Chiang Kai-shek, the United States, and the Making of Taiwan[Cambridge, MA: Harvard University Press, 2016]. 141). Earlier, in March 1949, “the White House adopted NSDC 34/2, in which it declared its desire to maintain contact with the CCP [Chinese Communist Party]. In so doing, it hoped to draw the Chinese communists away from the Soviet Union” (Victor S. Kaufman, “The United States, Britain and the CAT Controversy,” Journal of Contemporary History, 40:1, January 1, 2005, 96).
  10. Lin, The Accidental State, 144: “They were told that the purpose of [the] visit to Taiwan was to conduct private business, including ‘selling fertilizer’.” I presented a version of the Cooke-Fassoulis story in The War Conspiracy (279), adding the detail, not reported by Lin, that “Fassoulis, accused of passing bribes as the vice president of Commerce International, was under indictment ten years later when he surfaced in the syndicate-linked Guterma scandals.” Such collaboration between overworld and underworld is not infrequent, leading me to write on occasion of “The Dark Quadrant” (Peter Dale Scott, Crime and Cover-Up, 46).
  11. Lin, The Accidental State, 145-46. The STP proposal was implemented by Cooke, but not initiated by him. In November 1949, a proposal for such a technician mission had been proposed in a letter to Acheson by William Pawley, who before the war had been President of Pan Am’s Chinese Affiliate CNAC, and who was in business after the war with WCC director John J. McCloy. Pawley

asked for “approval or acquiescence” of private American citizens going to Taiwan, if their civil services wee contracted directly by the Nationalist government and if the United States took no part therein. Although Acheson gave Pawley the “acquiescence” he requested, nothing substantial followed (Lin, The Accidental State, 141-42).

At the same time Pawley participated in the elaborate legal scheme devised by Donovan and OPC to transfer ownership of China’s civil air fleet (including CNAC planes) from Chinese government ownership to an ad hoc Delaware corporation owned by Claire Chennault and his partner Whiting Willauer (Alfred T. Cox, “Civil Air Transport (CAT): A Proprietary Airline 1946-1955,” CIA, Clandestine Services, Historical Paper, April 1967, I, 95ss, https://archive.org/stream/CivilAirTransport/Clandestine%20Services%20History%20-%20Civil%20Air%20Transport%20%28CAT%29%20A%20Proprietary%20Airline%201946-1955%20Volume%201_djvu.txt).

  1. Hsiao-ting Lin, “Taiwan’s Secret Ally,” Hoover Digest, 2012 No. 2, April 6, 2012, https://www.hoover.org/research/taiwans-secret-ally/’ cf. Lin, The Accidental State, 148.
  2. The Australian scholar Greg Poulgrain has written that the Rockefeller family controlled the Dutch firm Nederlandsche Nieuw Guinea Petroleum Maatschappij (NNGPM), which in the 1930s discovered in New Guinea what may be the world’s largest and most profitable copper and gold mine, and for decades took conspiratorial steps to conceal the scope of this discovery. After the bloody Indonesian coup and massacre of 1965, the new Indonesian dictator, Col. Suharto, signed an agreement for the mine’s development with Freeport Indonesia, where the Rockefellers also had an interest and sat on the board. See Greg Poulgrain, JFK vs. Dulles, 19-20, 23. I am very impressed by Poulgrain’s life-long research into the Asian part of the story, but I have issues with his claims about the American part.
  3. The fortunes of the Sassoon family and of the Keswick family both derived from the major trafficking of opium through Shanghai (and Jardine Matheson) in the 19th century, when (at least in the eyes of British law) it was still legal.
  4. Lin, The Accidental State, 8.
  5. E.g. John Loftus and Mark Aarons, The Secret War Against the Jews, 110-11: “The money for the opiates would eventually come from Nazi gold that had been laundered and manipulated by [Allen] Dulles and [Sir William] Stephenson through the World Commerce Corporation.” Cf. Scott, American War Machine, 72: “Helliwell acquired a banking partner in Florida, E.P. Barry, who had been the postwar head of OSS Counterintelligence (X-2) in Vienna, which oversaw the recovery of SS gold in Operation Safehaven. And it is not questioned that in December 1947 the NSC created a Special Procedures Group “that, among other things, laundered over $10 million in captured Axis funds to influence the [Italian] election [of 1948].” Note that this authorization was before NSC 10/2 of June 18, 1948, first funded covert operations under what soon became OPC.”

Essay:

  • 1

In 2022 I would still point to the role of KMT wealth in determining Air America policy. The problem on the American side, I would now say, was in fact not “inherited Wall Street wealth,” but the lack of USG control, perhaps designed for the sake of “plausible deniability.”

  • 2

Hoopes, The Limits of Intervention, 149.

  • 3

Alsop, Washington Post, Apr. 26, 1970, A23. This column of Alsop’s appeared the day that the National Security Council was scheduled to discuss Cambodian proposals from the Special Action Group that had been convened on April 22, and four days before the intervention was finally approved. A column by Evans and Novak on the same day, written from Phnom Penh, also spoke of a “golden opportunity.”

  • 4

Alsop, Washington Post, June, 1954; reprinted in Congressional Record Appendix, June 14, 1954, A4366. Cf. Alsop’s report (Washington Post, Nov. 2, 1953, 8) of an interview with Chiang Kai-shek: “‘If the United States remains on the defensive in Asia for another two years, it will be needless to talk about Free China being in danger, for the U.S. and the whole free world will then be in deadly danger.’ It must be added that every fact of the situation in Asia appears to support and confirm this grim forecast by the Generalissimo.”

  • 5

Alsop, Washington Post, Apr. 6, 1961, A9; Apr. 7, 1961, A8, A17.

  • 6

Alsop, Washington Post, May 22, 1964, A19.

  • 7

Ramparts, Vol. 8 no. 8, February 1970.

  • 8

Alsop, Washington Post, Sept. 10, 1959, A9; London Times, Sept. 11, 1959, 12. An official DOD spokesman said only that a signal corps unit had been assigned to Admiral Felt, CINCPAC, for use “in that area” as he saw fit. However, the Bangkok Post reported the next day that the unit “actually was en route to Laos.”

  • 9

Warner, The Last Confucian, 210.

  • 10

New York Times, Sept. 25, 1959, 4. Nine of the fliers were soon reported to be in Laos, including one active USAF officer (New York Times, Sept. 27, 1959, 16).

  • 11

New York Times, Sept. 27, 1959, 16.

  • 12

New York Times, Nov. 11, 1949, 14; Free China Review, Nov. 1953, 31. Air America pilots still repeat the rumor that “Madam Chiang owns the planes and we lease them from her” (San Francisco Chronicle, April 2, 1970, 31).

  • 13

Frillman and Peck, China: The Remembered Life, 288-89.

  • 14

Wertenbaker, “The China Lobby,” Reporter, 9.

  • 15

Peck, Two Kinds of Time.

  • 16

House Committee on Un-American Activities, International Communism: Consultation with Major General Claire Lee Chennault, 85th Cong., 2nd Sess., Apr. 23, 1958, 9-10; U.S. State Dept., U.S. Policy in the Korean Crisis, 1950, 21-22.

  • 17

Congressional Record, Senate, Mar. 28, 1950, 4226.

  • 18

Aviation Week, Feb. 2, 1953, 54.

  • 19

Ironically, Duncan Lee, who was OSS Assistant General Counsel and before that in General Donovan’s Wall Street law firm, was denounced by Elizabeth Bentley as a Communist Party member and informer in the celebrated HUAC Hearings of 1948. Her testimony seems to have been intended to discredit in that election year not only the Democratic Administration, but also the OSS elements who were returning to it in the infant CIA (despite the bitter opposition of FBI Director J. Edgar Hoover) and the so-called “liberal” or “Rockefeller” faction of the Republican Party (opposed by the Chicago or “Taft” faction, who for a while were able to help Hoover block the formation of the CIA).

  • 20

Colliers,Aug. 11, 1951, 35.

  • 21

Dibble, “The Nine Lives of CAT-II,” Saturday Review>, 50.

  • 22

Wise and Ross, The Invisible Government, 1965, 156.

  • 23

U.S. Cong., Senate, Committee on the Judiciary, Communist Threat to the United States through the Caribbean, Hearings, July 27, 1962, 875.

  • 24

It is now clear that what I wrote in this and later paragraphs was wrong; and that indeed, as I speculated in the next paragraph, Walker, Read, and Goelet were merely providing a respectable front for a CIA proprietary. In 1975, when the CIA finally privatized its proprietary aviation assets, Air America, Air Asia, and Southern Air Transport were all sold off—the first two to the CIA-linked firm E-Systems. The reported information does however illustrate correctly how deeply embedded the early CIA was in the northeastern hereditary culture and milieu of the Brook Club and Wall Street.

  • 25

Air America pilots, like U-2 pilots, are mostly recruited from the USAF, and are said to have the same rights of return into the USAF at the end of their “civilian” tour.

  • 26

New York Times, Apr. 5, 1970, 22.

  • 27

Thayer, The War Business, 43-112.

  • 28

As noted earlier, there was no such “hand-over.”

  • 29

Soon after he joined the board of CAT, Arthur Berry Richardson was named a member of Chase Manhattan’s Advisory Board. From 1955 to 1957 another CAT director was Harper Woodward (then an employee of Laurance Rockefeller) who represented the interests of the Rockefeller brothers (leading shareholders in Chase Manhattan) in various defense and CIA-linked industries.

  • 30

Koen, The China Lobby in American Politics, 108; Reporter, Apr. 15, 1952, 19.

  • 31

See Introduction.

  • 32

New York Times, June 13, 1966, 4.

  • 33

In 2022, I would now talk here of the milieu established by this background, adding that “milieu” is a better term than “network” or “structure” to describe the indefinable connections that made for the continuing influence of New York inherited wealth in the Vietnam war era.

  • 34

Washington Post, Dec. 22, 1963; quoted in Hilsman, 63.

  • 35

Wise and Ross, The Espionage Establishment, 166.

  • 36

Though my figures undoubtedly fall short of the true count, I have located only two Brook Club members in high government office during the 1950s, Undersecretary of State David K.E. Bruce (1952), and Assistant Secretary of State for Far Eastern Affairs Walter S. Robertson (1953-59). Out of a total Council on Foreign Relations membership of 1383 in 1960-61, I have found eleven from the Brook Club: Norman Armour, Robert Woods Bliss, David K.E. Bruce (who married a Mellon), James Bruce, W.A.M. Burden, Henry S. Morgan, Grayson M.P. Murphy, William H. Osborn (a Dodge heir), Paul G. Pennoyer (Morgan’s brother-in-law), Warren Lee Pierson, and Robert Strausz-Hupé. The information in the New York Social Register alone shows at least 57 CFR members from the Rockefeller brothers’ University Club.

  • 37

Strausz-Hupé, A Forward Strategy for America, 28.

  • 38

Steinberg, Sam Johnson’s Boy, 528.

  • 39

Steinberg, Sam Johnson’s Boy, 528.

  • 40

Koen, The China Lobby in American Politics, 42; Reporter, April 15, 1952, 20.

  • 41

Others in this social circle ranged from Senator McCarthy, Walter Judd, William F. Buckley, and Louis Budenz, to Representative Clare Booth Luce, and Roy Howard, later a director of Pan Am.

  • 42

Edison (along with three members of the Kohlberg circle) was also one of the eight members of the American Committee for the Liberation of the Peoples of Russia, a group supporting the emigre NTS and ABN groups in West Germany.

  • 43

For a complete list as of 1960 see Labin, The Unrelenting War.

  • 44

See Labin, The Unrelenting War.

  • 45

Asian Peoples’ Anti-Communist League, APACL — Its Growth and Outlook. The Deputy Secretary-General of this secret United States committee was Francis J. McNamara, who by 1963 was staff director of the House Un-American Activities Committee.

  • 46

Gielen, Das Rotbuch ueber Spanien. Another associate of the APACL and CIAS was Gen. Ferenc Farkas, chief military advisor to the ABN, who led the Hungarian “Arrow Cross” troops of quisling Ferenc Szalasi (executed after the war) with the Nazis against the Russians.

  • 47

Fall, Anatomy of a Crisis, 99.

  • 48

New York Times, Feb. 16, 1961, 9; Singapore Straits-Times, Feb. 20, 1961, 1.

  • 49

APACL, Free China and Asia, 14.

  • 50

For a recent report linking Air America and the CIA to opium-smuggling in Laos, see the Christian Science Monitor, June 16, 1970, 8. “The Lao Army is deeply involved in the lucrative opium business, and Laotian Air Force planes transport opium. Some private planes say the Air Force’s opium runs are made with CIA ‘protection.’”

  • 51

Cf. Bangkok Post, Feb. 22, 1961, 1; Singapore Straits Times, Feb. 22, 1961, 3. The same year Taiwan’s second airline, Foshing, reported a decrease in its air fleet from three C-47’s to two. Foshing Airlines was headed by Moon Chin, a former Assistant Operating Manager of CNAC under William Pawley.

  • 52

Bangkok Post, Apr. 18, 1964.

  • 53

Hilsman, 115.

  • 54

Fall, Viet-Nam Witness, 203.

  • 55

Fall, Viet-Nam Witness, 203.

  • 56

Stanley Karnow, Washington Post, Mar. 16, 1970, A10.

  • 57

Bangkok Post, Dec. 2, 1969, 1.

  • 58

Flight International,July 16, 1970; New York Times, Apr. 5, 1970, 32.

  • 59

Former Ambassador William H. Sullivan, in U.S. Cong., Senate, Committee on Foreign Relations, United States Security Agreements and Commitments Abroad: Kingdom of Laos, Hearings, Oct. 20, 1968, 91st Cong., 1st sess., 367.

  • 60

New York Times, Mar. 19, 1964, 4; Bangkok Post, Mar. 20, 1964. Air America officials confirmed the announcement, saying that their company intended to increase its operations in South Vietnam, 6.

  • 61

In 1965 their place was taken by the Johnson-linked airline Continental Air Lines. The new subsidiary Continental Air Services, which bought out the five-year-old covert air operations of Bird and Son, has however merely supplemented the activities of Air America in Laos, not replaced them.

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